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Montag, 29. Juni 2009

Die Anfänge 01. Die erste Mission

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Buchbesprechung McIntyre, Vonda: Die erste Mission. Heyne, 1986/1989.

Story: Eine Ära geht zu Ende: Der legendäre Captain Pike wird zum Commodore befördert und ein impulsiver junger Mann übernimmt das Kommando, der sich seine Sporen erst noch verdienen muss. Dieser Jungspund, der auf den klangvollen Namen James Tiberius Kirk hört, hat einen schweren Stand bei der alteingesessenen Crew: der erste Offizier Spock denkt über eine Versetzung nach, Uhura verlässt wegen seines Verhaltens die Brücke und selbst der gutmütige Chefingenieur Montgomery Scott hält den neunundzwanzigjährigen Emporkömmling für einen „unerfahrenen Grün…“ (S. 69).
Kirk, der kurz zuvor nur knapp eine katastrophale Mission überlebte, darf seinerseits weder den von ihm präferierten Gary Mitchell zum ersten Offizier ernennen, noch eine von ihm erträumte langjährige Forschungsmission betreuen.
Der erste Auftrag unter seinem Kommando besteht darin, eine Art Zirkusgesellschaft auf ihrer Tour durch verschiedene Sternenbasen zu begleiten. Und so ist es kein Wunder, dass dem unerfahrenen Spätzwanziger ein Missgeschick nach dem anderen widerfährt und seine Autorität auf tönernen Füßen steht.
Doch auf dem Weg zur Sternenbasis 13, einer Föderationsstation, die am Ende einer langgezogenen Ausbuchtung des Föderationsraumes liegt, die tief in klingonisches Gebiet ragt, stößt er auf ein fremdes Schiff. Das merkwürdige Gefährt wird von Wesen bevölkert, die einer anderen Galaxie entstammen und mit denen keine herkömmliche Kommunikation möglich ist. Erst eine Gedankenverschmelzung mit Spock schafft Klarheit; doch durch die Flut fremder Gefühle wird Spocks Leben bedroht. Als schließlich eine ganze klingonische Flotte aufkreuzt, um eine Renegatin zu stellen, spitzt sich die Lage dramatisch zu, denn ein einziger Treffer an der Außenhülle des unbekannten Schiffes kann die Zerstörung hunderter umliegender Welten nach sich ziehen…

Lobenswerte Aspekte: Wer nach Star Trek XI gern wissen möchte, wie die ersten Abenteuer der berühmtesten Raumschiffbesatzung des 23. Jahrhunderts tatsächlich abliefen, findet in der dreiteiligen Romanserie „Die Anfänge“ eine Anlaufstelle. Immerhin hatten Abrams und seine Kollegen bereits während der Entstehungsphase verlauten lassen, dass der ‚neue’ Film weder dem offiziellen Kanon, noch den unzähligen Star-Trek-Büchern widersprechen würde. Wer nun vom Paralleluniversum genug hat, und einen Eindruck davon erhalten will, wie diese Frühphase aussah, kann also getrost ins Bücherregal greifen, und sich ruhigem Gewissens Vonda McIntyres Roman „Die erste Mission“ zu Gemüte führen.
Tatsächlich spielt die Handlung geschickt mit einigen Elementen, die aus Film und Fernsehen über Kirks Vorleben bereits hinlänglich bekannt waren: sein Bruder George Samuel tritt ebenso auf wie sein bester Freund Gary Mitchell oder seine große Liebe Carol Marcus. Die gesamte Crew tritt auf und besonders die Informationen über Hikaru Sulu oder Janice Rand sind interessant geschildert und verleihen den beiden weniger beachteten Charakteren einen Hintergrund.
Außerdem wird klar, wie sehr sich Abrams' Film aus diesem Buch bedient hat. Dass Kirks Mutter Winona heißt, erfahren wir nämlich bereits in diesem Buch. Selbst Kirks anfängliches Interesse für Uhura klingt schon auf den ersten paar Seiten an. Sulu fabriziert ebenfalls einen Navigationsfehler und Uhuras Sorge um Spock wirft interessante Fragen auf.
Toll fand ich auch die im Zuge der Bildbearbeitung erwähnten „Corellianer“ (S. 100) – eine mehr oder minder gut verschleierte Anspielung auf das Grafikprogramm Corel Draw. Doch darüber hinaus sind auch die Anspielung auf Captain Hunter (S. 27, Jeffrey Hunter spielte Pike) oder die auf Seite 21 präsentierten Einschätzungen Spocks über menschliche Bademoden durchaus der Erwähnung wert.

Kritikwürdige Aspekte: Also wer diesem unfähigen Abziehbild James T. Kirks allen Ernstes ein eigenes Kommando verpasst hat, sollte selbst vom Admiral zum untersten Plasmaleitungsschrubber degradiert werden. Kirk ist einfach nicht wiederzuerkennen und erreicht lediglich in wenigen Passagen auch nur ansatzweise die Aura jenes großen Mannes, der mit seinem Namen verbunden wird. Selbst Shatners Eigeneinschätzung in seinem eigenen Romanzyklus ist als gelungener zu bezeichnen!
Nun, auch wenn das erste Kommando der Weltraumlegende sicherlich nicht von einem Tag auf den anderen einen Superheldenstatus rechtfertigt, muss doch festgehalten werden, dass die Autorin keinerlei Einfühlungsvermögen für Charakterdarstellungen zeigt und statt dessen einfache Klischeebilder präsentiert, wie die des Frauenschwarms Kirk oder des mit Gefühlen überforderten Spocks.
Der erste Offizier wirkt erschreckend altbacken und mental absolut unfähig. Auch seine Intelligenz scheint betroffen, denn er beschreibt den Vulkanier Stephen als Vetter (S. 438), obwohl das verwandtschaftliche Verhältnis beider nicht einmal mehr mit „Großcousin“ beschrieben werden könnte. Das ist dem überaus peniblen Charakter gegenüber nun wirklich ungerecht.
Doch auch die anderen Crewmitglieder werden nicht von Fehlbeschreibungen verschont: Uhura ist pflichtvergessen, Janice Rand ein überfordertes Kind und McCoy ein zahnloses Dekoobjekt. Wüsste man es nicht besser, könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Darstellung der einzelnen Charaktere ihrerseits aus einem Paralleluniversum stammt, denn der Wiedererkennungswert tendiert zu oft gegen null. Pike ist einfach nur ein Arsch, Kirk ein unfähiger Rüpel und Chekov ein Stalinist.
Die sich bietende Chance, mit den einzelnen Figuren und ihren Entwicklungen zu spielen, blieb sträflich ungenutzt, obwohl sich einige interessante Ansätze anboten, wenn nicht sogar aufdrängten: Scott, der sich zwischen der Enterprise und einem fähigen Kommandanten entscheiden muss; Rand, die sich erst mit den Aufgaben eines Adjutanten zurechtfinden soll oder Uhura, die als eine Art Ersatz für die Position eines Schiffscounselors fungieren kann. Doch all diese Aspekte werden in den Hintergrund, nicht in den Vordergrund gerückt und nehmen der Erzählung den Reiz.
Höhepunkt der völlig verkorksten Darstellung sind allerdings die Klingonen. Sicherlich hat sich McIntyre viele Gedanken bei der Konzeption gemacht, doch die im Buch präsentierte Rasse hat mit dem ausgiebig im Fernsehen vorgestellten Kriegervolk in etwa soviel zu tun wie ein Ameisenbär mit dem Tyrannosaurus Rex. Klingonen sind eben keine Geheimdienstspezialisten, Kopftuchfanatiker oder Oligarchen.
Größtes Problem des Romans ist allerdings die hanebüchene Handlung, die sich auf immerhin 477 Seiten erstreckt. Fliegende Weltraumkatzen, die sich singend verständigen, in einer riesigen Ansammlung von Seifenblasen wohnen und das Universum bewegen können sind ja schon hirnrissig genug. Doch dass diese verschrobene Idee auch noch mit einem Weltraumzirkus, einem homophilen Hippievulkanier und einer homophoben Klingonenrebellin, die keine Lust mehr auf das Burkatragen hat, gekreuzt wird, ist zuviel des Guten.
Besonders die ausgerechnet von Spock zu Besten gegebene Herleitung, warum die Fremden aus einer anderen Galaxie stammen müssen (vgl. S. 313), wirkt so sehr an den Haaren herbeigezogen, dass man spätestens ab diesem Punkt den Hardcovereinband entnervt gegen den eigenen Vorderschädel schlägt – immerhin hatte sich Spock in der TOS-Episode „Stein und Staub“ noch problemlos mit den ebenfalls extragalaktischen Kelvanern verständigen können.
Das allein wären bereits recht schwerwiegende Kritikpunkte, und ich will lieber nicht auf den zahlreichen technischen (die Gravitation von Objekten im Raum zieht Schiffe aus dem Warp?), kulturellen (Klingonen haben noch eine Kaiserin??) oder bürokratischen (es gibt eine Erstkontaktgenehmigung für Sternenflottenoffiziere, die ablaufen kann???) Logiklöchern herumreiten, denn eines finde ich an dieser Reihe besonders schlimm.
Rechtzeitig zum Start des elften Kinofilms hat sich Heyne nach langjähriger Abstinenz mal wieder auf dem Star-Trek-Büchermarkt betätigt. Doch anstatt einen neuen deutschsprachigen Roman zu veröffentlichen, versucht der Verlag, aus dem neuerlichen Hype Profit zu schlagen und präsentiert die drei Romane der Reihe „Die Anfänge“ vereint in einem Band. Mit aufgewärmter Zweit- bzw. sogar Drittverwertung eigener alter Rechte hofft man scheinbar in bester Ferengimanier, trotz Abkehr vom zu unlukrativen Publikum doch noch ein Stück vom großen Merchandise-Kuchen abzubekommen. Aber die knapp 1470 Seiten, in einem klobigen und unhandlichen Paperback zusammengezwängt, sind noch nicht einmal überarbeitet worden.
So trifft man dementsprechend auf die typischen Hausfehler der Heyne-Übersetzung. Es heißt nicht „Sternenflotte“, „deaktivierte“ oder „Untertassensektion“, sondern „Starfleet“ (S. 18), „desaktivierte“ (S. 246) und „Diskussektion“ (S. 80). Verbunden mit den unsinnigen Medo-Komposita wie „Medo-Team“ (S. 11), „Medo-Akten“ (S. 114) oder „Medo-Sensoren“ (S. 329) rufen sie beim Leser ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit dafür hervor, dass mittlerweile cross cult diese ökonomische Nische neu besetzt hat und den Leser mit solchen Ausgeburten stiefmütterlicher Behandlung von Trek-Termini verschont.
Hinzu kommt, dass die Unkenntnis des Übersetzers Cocktails betreffend wahrlich haarsträubend anmutet. So wird der alterwürdige „Mint Julep“ kurzerhand zu einem „Gewürzwhiskey“ (S. 453) degradiert und aus der „Bloody Mary“ wird mal eben die „Jungfrau Maria“ (S. 41). Weniger Schuld trifft ihn schließlich jedoch daran, dass die „Constitution-Klasse“ ständig als „Constellation-Klasse“ (ab S. 11) deklariert wird. Diesen Fehler und einige grammatische sowie orthographische Fehlgriffe (etwa „[…] um nicht mit den Fingern auf die Armlehen zu trommeln.“, S. 103 oder „siberianisch“ statt „sibirisch“, S. 249) hätte man wenigstens ausmerzen können, um diese mittlerweile dritte Veröffentlichung dieser Bücher zu rechtfertigen.

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Leicht zu verwechseln: Schiffe mit zwei Warpgondeln und solche mit vier

Anachronismen: Wer die Voyagerepisode „“ gesehen hat, weiß, dass Kirks historische Fünfjahresmission 2270 endete, was nach Adam Riese praktisch bedeutet, dass sie 2265 begann. Also muss dieser Roman folglich in diesem besagten Jahr spielen.
Dumm nur, dass McIntyre Kirks Alter mehrmals mit 29 angibt (z.B. S. 13). Folgen wie „Die Spitze des Eisbergs“ oder „Wie schnell die Zeit vergeht“ sowie Filme wie „Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart“ und „Star Trek XI“ lassen Kirks Geburt jedoch auf das Jahr 2233 fallen, was die Handlung plötzlich ins Jahr 2262 verlegt.
Als ob das allein nicht schon verwirrend genug wäre, markiert die Zeit unmittelbar vor Kirks Kommandoannahme den Zeitpunkt, an dem Carol Marcus und Kirk einander kennen lernen. Die Autorin versäumt es nicht, auch die dramatische Trennung der beiden gleich mit zu thematisieren. Das Problem: In der ebenfalls von ihr verfassten Romanversion des zweiten Star-Trek-Kinofilms „Der Zorn des Khan“ gibt sie David Marcus’ Alter mit zwanzig an (S. 178), was bedeuten würde, dass Carol Marcus ihren gemeinsamen Sohn 2265 zur Welt bringen würde. Da sie im selben Buch allerdings auch davon spricht, dass Kirk Khan vor 15 Jahren auf Ceti Alpha V das letzte Mal gesehen hätte (S. 180), würde dieser Film 2283 spielen, was für David wiederum bedeutet, dass er bereits 2263, also weit vor der Romanze Carols mit James T. Kirk geboren worden war. Ist er vielleicht niemals Kirks Sohn gewesen?
Um die Verwirrung komplett zu machen, sollte ergänzend erwähnt werden, dass andere Angaben, wie die „Offizielle Star Trek Chronologie“ der Okudas (S. 46) oder im David-Marcus-Artikel bei Memory Alpha das Jahr 2261 als Geburtsjahr führen. Diese Rechnung bezieht sich auf das Alter des leider bereits 1989 verstorbenen Schauspielers Merritt Buttrick, und stützt nur die These, dass, gemessen an McIntyres Darstellung, David ein Kuckuckskind wäre und überhaupt keine genetischen Gemeinsamkeiten mit dem legendären Sternenflotten haben kann.
Kleinere Unregelmäßigkeiten lassen sich daneben auch noch finden: Der Planet Vulkan verfügt sehr wohl über größere Wasserflächen (S. 20; wie man in der ENT-Folge „Kir’Shara“ sehr schön vom Orbit aus sehen kann) und eigentlich sollte Kirk mehr als nur einen Neffen haben (S. 67; vgl. TOS: „Der alte Traum“). Außerdem mutet es sehr befremdlich an, dass der Turbolift trotz gegenteiliger Erfahrungen Bashirs und O’Briens eben doch auf rein akustische Befehlseingabe reagiert (S. 44; DS9 „Immer die Last mit den Tribbles“), obwohl die Handlung des Buches mindestens zwei Jahre vor den in „Kennen Sie Tribbles?“ geschilderten Ereignissen einsetzt.
Trotz der Tatsache, dass der Roman als eine Referenz für den elften Kinofilm gelten kann, beißt sich eine seiner Informationen mit diesem Buch. Entweder ist Spock nämlich ein - im wahrsten Sinne des Wortes - 'alter' Lügner oder die Drehbuchschreiber haben etwas überlesen. Denn als Kirk das Kommando der USS Enterprise übernimmt, ist sein Vater bereits tot (S. 67) und kann den Triumph seines Sohnes eben nicht miterleben.
Das nervigste Element dieses Romans ist allerdings sein ständiger Bezug auf monetäre Finanzwirtschaft. McIntyre selbst verfasste auch die Novellisation zum vierten Star-Trek-Film „Zurück in die Vergangenheit“; und daher sollte sie eigentlich aus erster Hand wissen, dass dort von Kirk selbst bestätigt wird, dass es in der Zukunft kein Geld mehr gibt!
Dem zum Trotz finden sich unzählige Belege für Geld und seine Bedeutung in diesem Buch: Man braucht es, um Päckchen zu verschicken (S. 21), um sich medizinisch versorgen zu lassen (S. 143) oder sogar, um Bildung zu erwerben (S. 189)! Was ist mit den Idealen einer sich selbst verwirklichenden Menschheit geworden?
Die Zukunft klingt hier noch kapitalistischer als heute, obwohl diese Beispiele nur einen Bruchteil der im Roman angeführten Nennungen ausmachen. Natürlich war es schon immer ein Markenzeichen Star Treks, die Zukunft als Parabel auf die Probleme der heutigen Zeit darzustellen und natürlich gab es auch bei Star Trek einige Belege für Finanzwirtschaft, doch McIntyres Beschreibungen sind nicht nur voller Ungereimtheiten, sondern erinnern eher an die Ferengi, als an eine Welt voller idealistischer Menschen.

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Zuviel Geld in einem Buch

Fazit: Es ist in der Tat löblich, die Anfangsjahre als Roman zu thematisieren. Und tatsächlich hatte dieses Buch somit einen erheblichen Einfluss auf den offiziellen Kanon, nicht zuletzt dank seiner Leser Roberto Orci und Alex Kurtzman, die sich fleißig an den Details dieses Romans bedienten. Doch auch ohne diesen ‚Adelsschlag’ ist dieses Werk genau wegen dieser Zusatzinformationen so lesenswert.
Doch dieser Einblick hat seinen Preis. Die Charaktere sind unheimlich schlecht getroffen, die Handlung ist haarsträubend und die vielen kleinen Fehler nervtötend.
McIntyre überbetont den Gebrauch von Geld und tritt die Zeitlinie, die durch ihr Werk eigentlich bereichert werden sollte, mit Füßen. Dadurch verlieren sich die Vorteile des Buches, denn auch wenn es interessante Informationen enthält, sollte das Hauptaugenmerk eines Romans nicht auf kleinen Details, sondern auf dem großen Inhalt liegen.

Denkwürdige Zitate:

Ich liebe dich, Jim. Aber wir leben nicht auf einem Wüstenplaneten.“ Carol Marcus, S. 18

Ja ich glaube schon. Während einer Überbevölkerungskrise erfordert die Geburt eines Kindes den Tod eines Erwachsenen, um ein Gleichgewicht zu schaffen. Aus diesem Grund wurde eine Art Lotterie entwickelt, mit der man entschied, wer sterben mußte. Ihre Bräuche sind … faszinierend. Nicht besonders wirkungsvoll, aber interessant. “ Spock erklärt sich die Erdentradition, zur Geburt eines Kindes Zigarren zu rauchen, S. 38

Mhm. Schmeckt toll. Schokolade. Mag ich besonders gern. Der wichtigste irdische Beitrag fürs gastronomische Spektrum der Galaxis.“ Vanli, S. 57

"Vulkanier und Kinder. Tritt nie vor Vulkaniern und Kindern auf – ein Rat meines Vaters.“ Amelinda Lukarian, S. 279

Ihre Zivilisation – wenn es überhaupt angebracht ist, einen solchen Ausdruck zu verwenden – hat einen hohen Degenerationsgrad erreicht.“ Klingonischer ‚Direktor’, S. 452

Bewertung: Ein zu schwer verdauliches Stück Star-Trek-Geschichte.

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Weiterführende Leseliste:

Die Anfänge 01: Die erste Mission
Die Anfänge 02: Fremde vom Himmel
Die Anfänge 03: Die letzte Grenze

Dienstag, 12. Mai 2009

Star Trek (2009)

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Buchbesprechung Foster, Alan Dean: Star Trek. cross cult, 2009.

Story: Ein übermächtiges romulanisches Schiff aus der Zukunft taucht plötzlich im frühen 23. Jahrhundert auf und ruiniert die Zeitlinie, als es den Tod des Vaters James T. Kirks verursacht. Die Geschichte entwickelt sich plötzlich in eine andere Richtung. Kirk junior wird zu einem Kleinkriminellen, der nur über Umwege überhaupt an die Sternenflottenakademie gelangt.
Hier legt er sich schließlich mit dem jungen Spock an, der ihn die Manipulation des Kobayashi-Maru-Tests zur Last legt. Doch das hitzige Wortgefecht wird durch die Meldung eines Notfalls unterbrochen.
Nero, der Captain des übermächtigen Schiffes, ist zurück und bedroht Vulkan, die Heimatwelt Spocks. Ein zähes Ringen kann nicht verhindern, dass es zur größtmöglichen Katastrophe kommt: Die Gründungswelt der Föderation wird zerstört. Trotz widrigster Umstände müssen Kirk und Spock zusammenarbeiten um zu verhindern, dass Nero den nächsten Planeten auf seiner Liste auslöscht: Die Erde

Lobenswerte Aspekte: Man kann viel über den Film sagen und es wurde ja auch schon eine Menge darüber gestritten, debattiert und gelobt. Dafür, dass ich mich nicht zu den total beigeisterten Fans zähle und eher bedauere, dass Abrams Star Trek nicht neu belebt, sondern in ein gänzlich anderes Universum verlegt hat, kann allerdings dieser Roman nichts.
Ebenso wenig trifft ihn die Schuld dafür, dass die Handlung mit ‚erschreckend dünn’ noch sehr wohlwollend umschrieben ist. Ich las in den letzten knapp dreißig Jahren eine große Menge an Büchern, quälte mich durch viele Star-Trek-Romane und habe nun ach, Geschichte, Erziehungswissenschaften und leider auch Literatur, durchaus studiert mit heißem Bemüh’n.
Daher lehne ich mich jetzt sicherlich nicht weit aus dem Fenster, wenn ich aus dieser Perspektive heraus behaupte, dass die zugrunde liegende Geschichte im Vergleich zu vorangegangenen Star-Trek-Filmen eher im unteren Bereich rangiert.
Dennoch gibt es auch hier das ein oder andere Detail, das in der Filmversion der Kürzungsschere zum Opfer gefallen ist. So bleibt es vorerst dem Leser vorbehalten, zu erfahren, unter welchen Umständen Spock geboren wurde oder wem Kirk junior eigentlich die Corvette seines Vaters stiehlt.
Außerdem gibt der Autor dem Leser einige interessante Zusatzinformationen, die im Film nicht zu hören waren. So erfährt der geneigte Leser etwa, dass Spock nach einem frühen Architekten der vulkanischen Gesellschaft benannt wurde, welche Föderationsschiffe genau dem fiesen Nero zum Opfer fallen oder welche Bezeichnung die seltsamen Kreaturen auf Delta Vega tragen.
Und Stichwort Nero: Hat mich anfangs noch gestört, dass ein Angehöriger einer Spezies, die so offensichtlich den alten Römern nachempfunden wurde, einen mit römischer Geschichte so eng verbundenen Namen trägt, wird dieses Dilemma ebenfalls geschickt gelöst. Der Erzbösewicht stellt sich der Crew der Enterprise nämlich mit „Ŏ’ŗên“ vor. Die von ihm angebotene Ausprache ‚Nero’ entspricht vielleicht nicht unbedingt dem Orignial, aber ermöglicht es der menschlichen Zunge, seine Taten mit seinem Namen zu verbinden. Die Idee, dass er Ayel tötet, weil dieser durch sein Mitleid mit der Erde zum Autoritätsrisiko wird ist zwar nicht unbedingt mit der Filmhandlung vereinbar, aber gibt der Figur doch eine gewisse Tiefe, die im Film zu oft fehlt.
Schließlich hat mir der Stil, in dem der Roman gehalten war, sehr gut gefallen. Spannend und dennoch kurzweilig geschrieben, passte das Buch gut zur Atmosphäre des elften Kinofilms und besondere Freude kam beim Satz „In einem anderen Teil der Kosmos, einer wenig bemerkenswerten Ecke eines galaktischen Seitenarms […]“ (S. 5) auf. Der Kenner liest und versteht sofort: eine eindeutige Hommage an die Science-Fiction-Persiflage „Per Anhalter durch die Galaxis“ des leider viel zu früh verstorbenen Douglas Adams

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Neulich um 17Uhr01 und 42 Sekunden

Kritikwürdige Aspekte: Die Story gibt wirklich nicht viel her, doch was den Film erträglich macht, ist der Humor, der an vielen Stellen über die vielen Makel hinwegsehen lässt. Im Buch geht dieses Konzept leider nicht in ähnlicher Form auf. Einige der Gags des Films tauchen nicht auf, andere sind unnötig in die Länge gezogen und verlieren dadurch die Pointe und wieder andere weichen in ihrer Übersetzung zu stark ab. Dadurch entzieht der Roman sich eines Vorteils, den der Film noch hat.
Doch es gibt eine ganze Reihe von weiteren Widersprüchen zum Film. Kleinere Unstimmigkeiten, wie die Tatsache, dass Pike auf dem Höhepunkt der Kneipenschlägerei ruft und nicht pfeift, dass Kirk keinen Apfel während seines Kobayashi-Maru-Sündenfalls verzehrt oder dass Sulu nicht mit seinem eigenen Schwert, sondern einem romulanischen kämpft, führen zu ratlosem Kopfschütteln, zumal diesen Fehlern im Verlauf der Handlung noch einige (Verzicht auf einen Zweikampf Nero vs. Kirk oder der Tod Ayels) folgen. Natürlich gibt es einige Freiheiten, die ein Autor nutzen darf, doch streckenweise geht Foster ein wenig weit - auch wenn ich wiederum die Idee, dass der Roman endet, indem ein Beagle wiederauftaucht, ENT gegenüber sehr versöhnlich finde...

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to boldly to go, where no beagle has gone before

Im Ganzen ist das Buch allerdings in sich nicht sonderlich gut abgestimmt. So muss man sich nur vor Augen halten, dass es nicht zwei, sondern drei Spocks in dieser Novellisation gibt! Abgesehen vom normalen Spock der ursprünglichen Zeitlinie erblickt auch in dieser Realität ein Spock das Licht der Welt. Auf Seite 6 wird der Mutter das Kind in Zeile 14 gereicht und dann, gleich auf der nächsten Seite, in der Zeile 11 wird ihr ein weiteres Kind gereicht. War das vielleicht Sybok? Sind die beiden in diesem Universum eventuell Zwillinge??
Ähnlich verwirrend fand ich, dass während der notfallbedingten Verteilung von Kadetten auf verschiedene Schiffe insgesamt acht Schiffe genannt wurden, auf denen die Kadetten Einsatz finden sollten, um Vulkan aus der Patsche zu helfen: Die Enterprise, die Newton, die Odyssey, die Farragut, die Drake, die Bradbury, die Kongo und die Antares. Klar, in einer Notsituation wirft man halt alles in die Wagschale und die Flotte befindet sich ja im Laurentianischen System.
Doch was muss man staunen, als die verspätete Enterprise versucht, Kontakt zu den Schiffen herzustellen, die so blindlings in eine romulanische Falle laufen? Von den dort erwähnten fünf Schiffen (in der Kinofassung waren es immerhin derer sechs) Farragut, Armstrong, Defiant, Excelsior und Mayflower wurde nur eines zuvor bei der Einteilung erwähnt! Das bedeutet doch eigentlich, dass sich noch sechs Schiffe in unmittelbarer Nähe zur Erde befinden. Selbst wenn man behaupten würde, dass mit Bradbury die Orbitalstation des Mars gemeint sei, die im Buch „Picards erstes Kommando“ beschrieben würde, bleiben noch immer fünf übrig. Warum halten die den bitterbösen Nero nicht auf (oder versuchen es zumindest)?
Abgesehen davon wird das Buch bereits mit einem gewaltigen Schnitzer eingeleitet. Gleich im ersten Satz kann man lesen: „Der Stern war ein Gasriese und sehr alt.“ (S. 5). Zugegeben, das hat vielleicht nicht die sprühende literarische Qualität eines Satzes wie „Ilsebill salzte nach.“, aber gleich im ersten Satz einen so riesigen Fehler zu machen, ist schon tragisch.
Gut, ein Stern kann schon mal ein roter Riese oder weißer Zwerg werden, aber ein Gasriese? Wie wird ein Stern denn bitteschön zu einem Planeten wie Jupiter, Saturn, Uranus oder Neptun?
Wer weiß, vielleicht lag es an der Übersetzung. So ein Buch rechtzeitig zum Kinostart herauszubringen erfordert Opfer und eigentlich hatte ich nicht vor, mich über Fehler wie „Viele“ (großgeschrieben, S. 22), „lies“ (statt ‚ließ’, S. 42) oder „Ihn hatte weit mehr interessierte […]“ (S. 62) überhaupt ernsthaft zu beschweren. Kleinere Interpunktionsfehler und unwesentliche Übersetzungsmängel wie „Parkbremse“ statt „Handbremse“ sind auch eher damit erklärbar, dass der Übersetzer ein Automatikwagen und keine rote Corvette fuhr. Die uneinheitliche Verfahrensweise beim Siezen und Duzen war allerdings schon störend und zutiefst unlogisch. Warum zum Teufel wird Spock von einem Offizier geduzt (S. 77), um von Uhura gesiezt zu werden?
Merkwürdig fand ich auch, dass kaum auf das Comic „Countdown“ Bezug genommen wird. Scheinbar liefen hier die Veröffentlichungsbemühungen nicht so synchron, wie es vielleicht erforderlich gewesen wäre. Entgegen den Erzählungen des Comics wurde, wie auch im Film angemerkt, die „Qualle“ nicht von Geordi LaForge, sondern von der Vulkanischen Akademie der Wissenschaften in Dienst gestellt.
Schließlich muss man sich auch fragen, in welchem Verhältnis hier Preis und Leistung stehen. Gut, das Cover ist, wie man es bei cross cult mittlerweile schon gewohnt ist, qualitativ hochwertig, aber muss man für 288 Seiten Roman tatsächlich 12,80€ bezahlen? Wenn man bedenkt, dass viele der Kapitelübergänge auch noch Leerseiten (zehn an der Zahl; damit sinkt der Gesamtseitenbestand immerhin auf 278 Seiten) mit hineinbringen, fragt man sich schon, warum dieses Buch genauso viel kostet wie ein Band Vanguard oder Titan, die ihrerseits zumeist bis zu 400 Seiten beinhalten. Wenn es wenigstens ein aufklappbares Centerfold gäbe oder Hochglanzfotos der Schauspieler, wäre das ja noch verständlich, aber hier gewinnt man schnell den Eindruck, als ob pure Profitgier den Preis diktierte.

Anachronismen: Wie der Film strotzt auch das Buch trotz abweichender Zeitlinie vor lauter Anachronismen. Ich kann hier nur die Auswahl der besten drei Fehler bieten, die auch im Buch zu finden sind:
3. Als Kirk in der TOS-Episode „Weltraumfieber“ gegen Spock kämpfen muss, macht ihm die dünne Luft unheimlich stark zu schaffen. In der luftigen Höhe hingegen, in der Kirk mit einem Romulaner auf einem Bohrkopf kämpft, merkt man ihm die Belastung nicht an. Im Gegenteil: Sulu schafft es sogar, einen Salto hinzulegen, der schon auf der Erde beeindruckend wäre.
2. In jener Zeitlinie, aus der der alte Spock stammt, schrieb man das Jahr 2387. Wenn dies von der Begegnung Spocks mit Kirk auf Delta Vega 129 Lenzen in der Zukunft liegt, schrieb man dort das Jahr 2258.
Fähnrich Chekov meinte im Film, dass er 17 Jahre alt wäre. In der Folge "Der Tempel des Apoll" gibt er jedoch zu Protokoll, 22 Jahre alt zu sein. Die Folge spielt 2267, also muss Chekov 2245 geboren sein. Das wiederum bedeutet, dass er 2258 erst 13 Jahre alt war - also doch ein wenig zu früh, um Kadett an der Sternenflottenakademie zu sein.
Parelleluniversum hin oder her - die Geburtsdaten müssten eigentlich dieselben sein, denn sonst wären es völlig andere Personen.
1. Am merkwürdigsten finde ich allerdings, wie vertraut den einzelnen Personen Romulaner sind. Natürlich gab es einen großen Krieg zwischen den Erdstreitkräften und dem Imperium, doch erst viel später entdeckten Spock und Kirk in der Folge „Spock unter Verdacht“, dass beide Völker einen gemeinsamen Ursprung haben könnten.

Fazit: Im Stile vorangegangener Filmnovellisationen geizt auch dieses Buch nicht mit interessanten Zusatzinformationen und nicht im Film gezeigten Szenen. Es ist dem Film in Tempo und Spannung nachempfunden.
Leider ist der Witz des Films nicht entsprechend herübergerettet worden und die Anachronismen übernahm Foster, ohne ihnen wenigstens eine Erklärung zu verpassen. Abgesehen von den kleineren logischen Fehlern im Buch sind es die vielen Abweichungen im Film, die den Wiedererkennungswert schmälern.
Dass dann auch der Kaufpreis des in keiner angemessenen Relation zur Ware steht, passt allerdings wieder schlüssig ins Gesamtwerk.

Denkwürdige Zitate:

Wissen Sie was? Ich glaube ich werde ihren Rat annehmen und einen Buchclub gründen.“ Kirk zu Pike, S. 59

Eifersüchtig? Ich bin nicht eifersüchtig auf dich. Ich warte darauf, dass ich den ersten wissenschaftlichen Aufsatz über einen Kadetten schreiben kann, der an einer Gehirnblutung stirbt, die von einem Überschuss an Ego ausgelöst wurde.“ McCoy zu Kirk, S. 80

Welche Leben wir auch immer geführt haben mögen, wenn er nicht erschienen wäre und das Kontinuum dieser Realität verändert hätte, jetzt ist es für immer anders. Unser Schicksal, wie auch immer es aussah, hat sich geändert.“ Spock S. 177

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Neulich in einer alternativen Zeitlinie: Turon47 rezensiert Harry-Potter-Bücher

Bewertung: Ein unangemessenes Preis-Leistungsverhältnis.

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Weiterführende Leseliste:

Star Trek I: Der Film
Star Trek II: Der Zorn des Khan
Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock
Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart
Star Trek V: Am Rande des Universums
Star Trek VI: Das unentdeckte Land
Star Trek VII: Generationen
Star Trek VIII: Der erste Kontakt
Star Trek IX: Der Aufstand
Star Trek X: Nemesis
Star Trek XI: Star Trek (2009)
Star Trek XII: Into Darkness

Sonntag, 3. Mai 2009

Star Trek Countdown

Auf besonderen Wunsch DomPatHugs

Um die heutige Rezension in einem angemessenen Rahmen zu gestalten, habe ich mir die prominente Hilfe eines Absolventen des Leipziger Instituts für Kunstpädagogik geholt: Hans Ötzthaler. Da ich mit einigen formal-analystischen Kriterien von Comics nicht allzu sehr vertraut bin, freue ich mich sehr, dass er mir bei dieser Besprechung seine fachkundige Meinung zur Seite stellt

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Buchbesprechung Kurtzman, Alex; Orci, Roberto: Star Trek Countdown. Cross cult, 2009.

Story: Wir schreiben das Jahr 2387. Ganz Romulus ist von einer Supernova bedroht. Ganz Romulus? Ja!
Ein von eigenwilligen Minenarbeitern geführtes Schiff schließt sich der Initiative Spocks an, den Kernplaneten des Imperiums mittels vulkanischer Forschungsarbeit zu retten. Doch der vulkanische Wissenschaftsrat sträubt sich dagegen, den Erzfeinden der Föderation eine Technologie zukommen zu lassen, die auch als todbringende Waffe eingesetzt werden kann. So wendet sich Nero, der Captain des Minenschiffes, von den Sternenflottenoffizieren ab, die mit ihren leeren Versprechungen nur wertvolle Zeit verschwendeten. Er kehrt zurück in den heimischen Raum – doch es ist bereits zu spät. Romulus, der Planet auf dem seine Frau und sein noch ungeborener Sohn lebten, ist zerstört!
Nero schwört Rache an jenen, die er rasch als Hauptschuldige der Misere ausmachen kann: Die Föderation

Lobenswerte Aspekte:

Turon47: Die Charaktere sind recht treffend geschildert und auch die Beweggründe, wegen denen Nero zum galaktischen Amokläufer mutiert, empfand ich als nachvollziehbar. Selbst die Frage, warum er als Romulaner plötzlich mit einer Maori-Tätowierung herumläuft, findet im Buch Aufklärung. Ganz besonders habe ich mich über die vielen Schiffe der Olympic-Klasse gefreut, die dort zu sehen sind, in Film und Fernsehen jedoch seit dem TNG-Serienfinale „Gestern, Heute, Morgen“ nicht mehr auftauchten. Dass nebenbei auch das „Geheimnis“ um die vom üblichen romulanischen Schiffsdesign abweichende Gestalt der Narada gelüftet wird, war in gleichem Maß erfreulich.
Der flapsige, auf Star Trek VI: Das unentdeckte Land anspielende Dialog zwischen General Worf und einem seiner Offiziere „Es sind die Romulaner! Sie können offenbar selbst getarnt noch feuern!“ „Diesen Trick müssen sie uns gestohlen haben!“ hat mir sogar einen anerkennenden Schmunzler abgerungen.
Schließlich finde ich sogar die Idee clever, mit einem Vorabcomic auf die Filmhandlung hinzuarbeiten. Abgesehen vom zusätzlichen Geld das somit erwirtschaftet wird, kann auch die Vorfreude auf den kommenden Film weiter geschürt werden.

HansÖtzthaler: Eine der schönsten Überraschungen sind wahrlich die Schiffe der Olympic-Klasse und das Design der „Qualle“, auch wenn der Name etwas gewöhnungsbedürftig scheint.
Eine in der Regel einheitliche Farblichkeit sowie düstere Atmosphäre ziehen sich durch den Comic und geben ihm Zusammenhalt; zudem verstärken sie die Bedrohlichkeit und Ausweglosigkeit der Geschichte. Aufgrund der wenigen Details – auch wenn’s mehr hätten sein können – wird diese Stringenz extrem gefördert. Dadurch schreitet die Entwicklung im Hollywoodstil schnell voran, und die radikale und fundamentale Sinneswandlung Neros ist erklärbar.
Positiv zu erwähnen ist außerdem die „Fettleibigkeit“ Datas, die eindeutig an Brent Spiners Auftritt in Star Trek: Nemesis angelehnt ist.

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Wiedersehen macht Freude: Die Olympic-Klasse rockt!

Kritikwürdige Aspekte:

Turon47: Auch wenn es natürlich auf die Filmhandlung hinarbeiten soll, ist es irgendwie doof, dass es keinen wirklichen Abschluss gibt. Am Ende der Geschichte steht die ehemalige Crew um den Botschaftercaptain Picard wie die Schuldigen für die kommende Misere da.
Generell muss ich mich über die zur Schau gestellte Radikalität wundern. Romulus ist kaputt? Spock muss sterben? Worf ist am Ende?
Die TNG-Crew zu nutzen, um in einer Art Spin-Off wieder in die Originalserie zurückzukehren ist zwar an sich ein guter und interessanter Gedanke, wirkt jedoch irgendwie aufgesetzt. Dass die Autoren dann auch noch Data zurück ins Reich der Lebenden holen mussten, fand ich wirklich doof. Tote, wie Data oder Kirk soll man ruhen lassen, denn wieder auferstandene Charaktere wie Tasha Yar, Spock oder Lore gab es bei Star Trek schon zur Genüge.
Es gelingt dem Buch nur mäßig, den allgegenwärtigen Shinzon-Schatten aus dem zehnten Film abzustreifen, zumal die etwas gröberen Zeichungen oftmals an den Picard-Clon erinnern. Auch der Umstand, dass es auch auf Vulkan plötzlich einen Prätor und einen Senat zu geben scheint (S. 41) trug nicht unbedingt zur Steigerung der Übersichtlichkeit bei.
Zum künstlerischen Wert kann ich aus meiner Perspektive nur soviel sagen: Die Figuren kann jeder halbwegs geduldige Mensch mit einem Grafikbord, einigen Screenshots aus den Filmen und Serien und dem Photoshop selbst fabrizieren. Um so erstaunlicher ist es, wie schlecht die Figuren desöfteren getroffen sind. Worf zum Beispiel ist kaum zu identifizieren, und immer wenn Figuren aus größerer Entfernung betrachtet werden müssen, sind sie kaum mehr zu erkennen. Die Anordnung der einzelnen Bilder ist verwirrend und der Detailreichtum der Abbildungen ist - gelinde gesagt - armselig. Ganz besonders vermisst habe ich die sogenannten Easter Eggs, also kleine Anspielungen im Hintergrund. Mal abgesehen vom Bad Robot, der auf Seite 48 zu sehen ist, habe ich nichts dementsprechendes ausmachen können, was etwa andere Comics wie die Abrafaxe oder Asterix und Obelix so lesenswert macht.
Rechtschreib- und Grammatikfehler sind selten, wobei dem Buch zugute kommt, dass es gänzlich in Großbuchstaben gehalten ist. Dennoch fällt die vom mit Erdenidiomen nicht allzu sehr vertrauten Nero verwendete Redensart „Sie klingen schon wie die Politiker, die uns ständig Steine zwischen die Beine werfen.“ extrem auf, denn eigentlich sind es Knüppel die anderen zwischen die Beine geworfen werden. Auch die in Englisch belassenen Computerantworten und die Übersetzung des Schiffsnamens „Qualle“ sprechen nicht unbedingt für eine gründliche Übersetzung.
Das Endprodukt liest sich schließlich wie ein Schnellschuss, der nicht genug Zeit zum Ausreifen hatte, da es rechtzeitig vor dem Kinostart auf den Markt geworfen werden musste. Daher diente die Comicform nur als ein Mittel, Fans anzufüttern, ohne dass auf eine schlüssige Kontinuität geachtet wurde.

HansÖtzthaler: So jung kommen wir nie wieder zusammen… Picard, Worf, Geordi, Data. Da entsteht der Eindruck, es handle sich um einen Cliffhanger aus TNG, in dem aus Geldgründen andere Charaktere nicht eingebaut wurden. Allerdings dürften Geldgründe wirklich der Grund sein, solch einen Comic zu fabrizieren. Jedoch mussten hierfür keine Kulissen gebaut, Masken gefertigt oder Sprachen erfunden werden. Dummerweise hat man darüber auch vergessen, gute Ideen zu ersinnen und Einfälle zu haben. Das geht schon bei der Bedrohung der Romulaner los, welche doch irgendwie an jene der Klingonen erinnert (siehe Star Trek VI: Das unentdeckte Land).
Data hätte man einen Vor- und Nachnamen verpassen können, denn solch ein im Vergleich zu Menschen hochentwickeltes Geschöpf wie B-4 verdient es einfach nicht, mal eben überschrieben zu werden. Was hätten Datas ethische Subroutinen dazu gesagt? Und ein Name wie etwa „B-4 Data“ hätte auch von gewissem Wortwitz gezeugt.
Apropos Worte: Auf so manchem Bild schwappen Akustikverbalisierungen wie „WHHZZZN“ oder „BOOOOM!“ durch die Szenerie, doch Batman ist nirgends zu sehen.
Allgemein ist die gesamte Bilderwelt arm an Details. Die Macher haben zwar anscheinend mal jemandem zugesehen, der Bildbearbeitungsprogramme wie Paint benutzte, doch auch das geht besser. Man erkennt deutlich die Unlust an der Handarbeit, sieht man in die seelenlosen Gesichter der Charaktere: Sinnlose Körperschatten und Schraffuren, die Flächen füllen, aber keine Räumlichkeit geben, sind an der Tagesordnung. Scharfe Konturen von Körpern rahmen diese und entziehen sie dem Bildkontext. Glanzpunkte und extreme Lichteffekte erzeugen so große Kontraste, dass es sehr nahe bzw. große Lichtquellen sein müssen, doch in der Regel werfen Körper keine Schlagschatten. Insgesamt ist der Umgang mit Licht und Schatten dilettantisch.
Als regelrechte Beleidigung kann man die Bilder der zerstörten Förderations- (S. 71) bzw. Klingonenschiffe (S.80, 86, 88) empfinden. Dort gibt es etwa eine Leiche, die einfach gespiegelt und somit zweimal eingesetzt wurde; zwei Wrackteile sind auf den drei Bildern insgesamt jeweils acht Mal enthalten. Außerdem befinden sich auf Seite 79 auf zwei Bildern je zwei Explosionen. Diese vier Explosionen sind eine, nur gedreht und gespiegelt. PFUI!
Wie grobschlächtig beim Zeichnen mit dem Computer umgegangen wurde, zeigen weiter entfernte Figuren, denen einfach das Gesicht fehlt, an farblicher Intensität aber den vorderen Objekten gleichkommen. Das Selbe ist bei Schiffen zu sehen, wodurch falsche Größenverhältnisse suggeriert werden.
Was ebenfalls stört ist der ständige Stilbruch bei der Bildfolge und somit beim Lesefluss. Manche Doppelseiten muss man komplett von links nach rechts lesen, andere Seiten dann aber wieder an sich einzeln. Als ebenso absolut ideenlos erweist sich der Zeichner David Messina, wenn es darum geht, Bilder ineinander zu verweben, Objekte ausbrechen zu lassen und aus den einzelnen Aneinanderreihungen von Szenerien ein Ganzes zu entwickeln. Dort wo es versucht wird wirkt es aber so deplaziert, dass man es lieber gelassen hätte.
Man erkennt, dass es Messina entweder egal ist, was er da tut, oder Paramount den Auftrag so kurzfristig ansetzte, dass ihm für Kunst keine Zeit blieb… Was von Beidem wohl schlimmer ist?
Insgesamt hat man Science-Fiction-Comics schon besser gesehen…auch schon vor 40 Jahren.

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Star-Trek-Wonne-Monat Mai: Ein Titan-Buch, ein Comic zum Film, ein Roman zum Film, der elfte Film und eine Dauerhuldigung auf Kabel

Anachronismen: Der Zeitrahmen für dieses Buch wird mit etwa acht Jahre nach den in Nemesis beschriebenen Ereignissen angegeben. Abgesehen davon, dass Worf die Zeit nutzt, um seine Loyalitäten neu zu überdenken und wieder in den Schoß seiner eigenen Spezies zurück kehrt, ist es eine Aussage Spocks, die mich verwirrte:
Er beschrieb Romulus nämlich als „Seit nun 40 Jahren meine Heimat.“ Die Ereignisse der etwa 19 Jahre zuvor angesetzten TNG-Doppelfolge „Wiedervereinigung?“ legen jedoch nahe, dass Spock erst kurz davor verschwand.

Fazit: „Star Trek Countdown“ ist nichts weiter als ein eilig hingerotztes Comic zur totalen finanziellen Ausbeutung der Franchise. Künstlerisch und inhaltlich nicht besonders wertvoll, kann man bequem auf dieses Buch verzichten, selbst wenn es wenige interessante Informationen gibt, mit denen man etwas anfangen kann.

Denkwürdiges Zitat:

Merken Sie sich zwei Dinge, K’Relli. Erstens: Hinterfragen Sie nie wieder meine Befehle. Und zweitens … …. Klingonen ergeben sich niemals.“ Worf, S. 81

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Merchandise um jeden Preis - für Bilder, die meine Frau mit dem Photoshop hinbekommt

Bewertung: Herzloser Merchandise-Mist.

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Weiterführende Leseliste

Star Trek Comics (Auswahl)

Die Spiegelwelt 1
Die Spiegelwelt 2
Countdown
Spiegelbilder
Tor zu Apokalypse
Spock

Freitag, 24. April 2009

Die Rückkehr

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Buchbesprechung Shatner, William: Die Rückkehr. Heyne 1996.

Story: Captain Kirk ist wirklich tot, – und die NCC-1701-D ist eben grade auf Veridian III abgestürzt. Ein Team von Technikern sichert unter der Leitung Rikers letzte Schiffssysteme, während Botschafter Spock eingetroffen ist, um von seinem alten Captain Abschied zu nehmen. Doch plötzlich wird das Bergungsteam von einem unbekannten Feind angegriffen – die Reste der Enterprise werden bombardiert und der Körper des toten Kirks wird vor den Augen seines Freundes davongebeamt.
Hinter dem mysteriösen Angreifer verbirgt sich eine militante romulanische Splittergruppe, die sich mit den Borg verbündet hat, um die Föderation auszulöschen.
Sie beleben die tote Sternenflottenlegende Kirk, um sein Gehirn zu waschen und ihn auf den einzigen Mann zu hetzen, der einer Invasion der Borg entgegenwirken könnte: Jean-Luc Picard

Lobenswerte Aspekte: „Die Rückkehr“ erschien im selben Jahr wie Star Trek: Der erste Kontakt und wenn man bedenkt, dass so ein Buch seine Zeit zur Konzeption und braucht, ist es erstaunlich, wie viele Details aus dem Film im Buch ebenfalls auftauchen. Hüben wie drüben werden z.B. Projektilwaffen gegen die fast unsterblichen Maschinenwesen eingesetzt und auch Picard ist mit seinen Gefühlen den Borg gegenüber nicht im Reinen.
Commander Riker und Admiral McCoy sind beide wirklich gut getroffen und immer wieder fällt auf, dass ein immenses Faktenwissen miteingeflochten wurde. Daran Schuld sind sicher das Autorenpaar Judy und Steven Garfield Reeves, die Shatner beim Schreiben unter die Arme griffen.
Genial ist übrigens meiner Meinung nach die Idee, V’ger und die Borg miteiander in Verbindung zu bringen. Ich hab zwar irgendwie darauf gewartet, dass auch noch enthüllt wird, dass die Borg-Königin niemand anderes als die Deltanerin Ilia ist, aber zugegebenermaßen bietet bereits der Ansatz schon eine Möglichkeit, diesen Gedanken in späteren Werken auszuführen.

Kritikwürdige Aspekte: Das absolut Störendste an diesem Buch ist die andauernde Selbstbeweihräucherung Kirks. Wenn man die verschiedenen Lobeshymnen auf den Charakter liest, kann man sich Shatners wütende Enttäuschung über die Nichtberücksichtigung seiner in Star Trek XI sehr lebhaft vorstellen.



Shatner oder nicht Shatner? Eine längst beantwortete Frage

Im Großen und Ganzen liest sich das Buch wie ein Hip-Hop-Song: Alle anderen sind schlechte Kopien und Kirk ist der größte, der schönste, der schlauste! – Nur wo sind seine Leute da draußen?
Die kommen natürlich auch in einem widerlich kitschigen Moment zusammen: der alte Spock und der an den Rollstuhl gefesselte McCoy dürfen ihren guten alten Freund noch einmal sehen, bevor er wieder stirbt – oder doch nicht? Das Ende des Buches lässt diese Frage im Raum stehen und arbeitet, ohne auch nur eine Sekunde Zweifel daran aufkommen zu lassen, auf ein weiteres Leben Kirks hin.
Doch wie viele Tode kann dieser alte Mann denn noch überleben? Erinnern wir uns: In Star Trek VI: Treffen der Generationen sah Kirk schon nicht mehr allzu jung aus, und laut Memory Alpha war er bereits 60 Jahre alt. Ich möchte den sechzig Jahre alten Menschen sehen, der gegen Worf, der bereits große Erfahrungen in dieser Disziplin hat (und auf Forcas III einen entsprechenden Wettbewerb gewann) und knapp 30 Jahre jünger ist, einen Bat’leth-Kampf so klar überlegen gewinnt.

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Eine schlechte Collage – obwohl der Fall auf den ersten Blick eindeutig aussieht, wird Kirk den Klingonenmann noch besiegen

Überhaupt ist dieser lahme Kampf ein gutes Beispiel für die Schwächen des Buches: Die spannenden Stellen sind nicht spannend, die lustigen nicht lustig. In Kombination mit einer Storyline, die so abgehoben und syrreal wirkt, macht es das Lesen zu einem entnervenden Prozess, bei dem man sich irgendwann nur noch wünscht, dass es endlich zu Ende ist.
Als ganz besonders schlimm empfand ich persönlich die Stellen, in der die Fantasie des Schreiberkollektivs scheinbar völlig durchgegangen ist. Assimilierte Dobermänner? Hallo?! Borg-Hyperwürfel? Geht’s noch? Ein Riesenborg wie in Elite-Force II? Get a live!
Erschreckend ist, dass Shatner offen mit den Konventionen der Star-Trek-Autoren bricht. Im Anhang des ersten Vanguard Buches schreibt David Mack von seinen ersten Romanideen, und wie er sie verwarf, weil sie einigen goldenen Regeln des Schreibens von Star-Trek-Romanen widersprachen. Solche Regeln sind natürlich sinnvoll, um die Kluft zwischen Büchern und Kanon nicht zu groß werden zu lassen. Aus diesem Grund sind Bücher, in denen so weitreichende (Quadranten umspannende) Veränderungen beschrieben werden, dass sie früher oder später mit einer Serie oder einem Film in Konflikt geraten müssen, kontraproduktiv und können einfach nicht ernst genommen werden. Würde beispielsweise jemand in einem Buch schreiben, dass sich das Romulanische Imperium plötzlich auflöst und die entfernten Cousins der Vulkanier zu Mitgliedern der Föderation werden, kann man an einem Finger abzählen, wann dieser Fantasie in einem Film oder einer Episode widersprochen wird. Solche Werke werden vom Kanon überholt und vom Publikum nur ungern gelesen.
Shatner ist es gelungen, genau solch ein Buch zu schreiben, dass so tiefgehende Auswirkungen auf die Star-Trek-Chronologie beschreibt, dass es früher oder später vom Lauf verschiedener Serien (DS9, VOY) und den Star-Trek-Kinofilmen widerlegt werden musste. Die beiden Reeves hätten ihm eigentlich so richtig mit einem Holzlöffel auf die Finger klopfen und diesem mittlerweile buchgewordenen Ausdruck von Größenwahn ein Ende setzen müssen, bevor es zum Druck gekommen ist.
Das alles wären schon viel zu viele Gründe, das Buch gar nicht erst zu lesen, aber es gibt noch mehr! Erschreckend sind die vielen kleinen Fehler, die nicht in den die Parameter des Star-Trek-Universums passen. Seit wann haben Schiffe der Defiant-Klasse Holodecks? Und was ist mit denen auf Deep Space Nine? Als das Programm ausgeschaltet wird, sehen sie nicht die eigentümliche Technologie der Holosuiten, sondern das gelbe Gitter auf schwarzen Grund.
Warum sollten die Romulaner ein Schiff „Arche“ (S. 54) nennen? Woher kennen sie überhaupt diesen Aspekt der Erdenmythologie?
Und was ist mit der Föderation los? Warum hat eine Forschungseinrichtung der Föderation „Garnisionsmauern“ (S. 126)? Besonders unnachvollziehbar finde ich, dass Picard und Crusher drei volle Tage mit Helm und Rüstung herumlaufen, schwitzen und keine Möglichkeit haben, ihre Klamotten zu wechseln oder zu duschen – trotzdem gelingt es der Chefärztin noch immer, weiches und duftendes Haar zu haben. Ich habe das gleiche im Selbstexperiment versucht, aber das Ergebnis war zu meiner Überraschung ein völlig anderes!!

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Und wieder ein aufopferungsvolles Selbstexperiment mit fatalen Folgen

Mein Lieblingsfragezeichen gilt aber dem Einsatz von Antimaterie. Diese wird nämlich freigesetzt und das, was eigentlich passieren müsste, wäre, dass es zu einer unaufhaltsamen Kettenreaktion kommt die die gesamte Planetenoberfläche wegradiert. Stattdessen trennt sie lediglich einem Klingonen ein Bein ab. Was soll das? Ist Antimaterie plötzlich harmlos geworden?
Neben der Realität werden auch die Charaktere recht stiefmütterlich behandelt. Mal abgesehen vom Superkirk wurden besonders Picard, Spock, Data und LaForge unheimlich schlecht getroffen, zumal man ständig das Gefühl hatte, als ob die vier letzteren absichtlich eine Stufe unter die Integrität des Landburschen aus Iowa gestellt wurden. Der ist nämlich noch übertrieben stärker, noch anziehender auf Frauen und noch integrer als zu TOS-Zeiten beschrieben.
Die vielen Querverweise und Anspielungen auf andere Ereignisse in anderen Star-Trek-Serien und –Filmen sind irgendwann zuviel und wirken streckenweise nur noch wie der verzweifelte Versuch, diese rahmensprengende Geschichte irgendwie in einen Gesamtkontext zu fesseln. Diese Verzweiflung ist besonders daran zu merken, dass die Autoren die schillerndsten Ortschaften der Galaxie aufsuchen (Deep Space Nine, Romulus, Qo’noS, Veridian, die „Borg-Heimatwelt“) und die wichtigsten Personen (Quark, Bashir, Spock, McCoy, die gesamte TNG-Crew) der bekannten Galaxis treffen lassen. Jene Bemühung erscheint dem Leser irgendwann aufgesetzt und wie der viel zu oft erprobte Versuch, einer schlechten Story durch den Einsatz von Gaststars unverdienten Glanz zu verleihen.
Abschließend bleibt schließlich ein wohlbekannter Kritikpunkt, für den allerdings nicht einmal William Shatner etwas kann: Die Übersetzung.
Es ist das alte Lied: Unnachvollziehbare Übertragungen wie „Diskus“ statt „Untertassensektion“ (S. 80), „Wrigleys Freudenwelt“ statt „Wrigleys Vergnügungsplanet“ (S. 140) oder „Jumja-Stock“ statt „Jumja-Stick“ (S. 247) zeugen davon, dass der Übersetzer von Star Trek keine Ahnung hatte. Wortschöpfungen wie „angelegentlich“ (S. 354) oder „Unflat“ (S. 96) oder gar der Satz „Dann knallte er in den Schmutz, als sei er statt von von [sic!] einer Bordsteinkante von einer drei Meter hohen Mauer gesprungen.“ (S. 42) zeugen hingegen von seiner Schwäche im Umgang mit der deutschen Sprache. Ich meine, dass es schon doof ist, in den Schmutz zu „knallen“, aber zweimal „von“ in diesem Satz ist schon einmal zu viel.
Besonders peinlich finde ich schließlich den auf Shuttlebays bezogenen Satz „Wahrscheinlich deswegen, weil die meisten Schiffe der Galaxis nur drei hatten.“ (S. 317). Nicht nur, dass dies streng genommen gar kein richtiger Satz ist; er offenbart auch noch einen bösen Übersetzungsfehler, der mit dem Unwissen des Übersetzers in puncto Star-Trek zu tun hat. Gemeint ist schließlich nicht die Milchstraße, sondern die Galaxy-Klasse, aus deren Reihe die ebenda beschriebene USS Challenger entstammt. Somit steht der Satz symbolhaft für diese – selbst im Vergleich zu anderen Star-Trek-Büchern – extrem schwache und schludrige Übersetzung.

Anachronismen: Für die meisten Anachronismen können die Autoren nichts, denn sie betreffen zumeist Punkte, die in nach 1996 gedrehten oder gesendeten Folgen geklärt wurden. So mutet es nur merkwürdig an, dass die Borg miteinander reden, statt, effektiv und störungsfrei, das Hive-Bewusstsein zu nutzen. Auch der Vertrag zwischen den Borg und den Romulanern wird erst im Voyager-Zweiteiler „Skorpion“ ad absurdum geführt. Schließlich ist auch die Verbindung von Borg und V’ger durch verschiedene Andeutungen während Star Trek Voyager mehr als fraglich. Gleiches gilt auch für die Beschreibung der Heimatwelt der Borg.
Die im Buch gerühmte Unzerstörbarkeit der Defiant-Klasse wird besonders eindrucksvoll in der Deep-Space-Nine-Episode „Im Angesicht des Bösen“ widerlegt. Auch die Beschreibung Romulus’ entpuppt in Star Trek: Nemesis und diversen Star-Trek-Episoden (TNG, DS9, ENT) als falsch.
Schließlich ist die kurzzeitige Umbenennung der USS Monitor in USS Enterprise nicht nur unlogisch und eklig kitschig, sondern auch schlichtweg nie passiert (vgl. DS9 „Immer die Last mit den Tribbles“).
Doch auch wenn eigentlich niemand etwas für diese Fehler kann, bleiben sie nervig und man fragt sich während des Lesens massiv, warum man sich so etwas zu Gemüte führt, obwohl man ganz genau weiß, dass es mit den Geschehnissen aus den Serien und den Filmen nicht vereinbar ist.

Fazit: Das Buch ist ein Beweis für die offensichtliche Talentarmut Shatners. Auch wenn ich seine Schauspielleistungen noch recht ansprechend finde, sind seine musikalischen und literarischen Fähigkeiten mit „armselig“ noch sehr wohlwollend umschrieben – da konnte nicht einmal das Co-Autoren-Paar Reeves was ausrichten. Um es im Jargon dieses Buches zu sagen: Das Lesen dieses Werkes ist eine Verschwendung von Ressourcen.

Denkwürdige Zitate:

Die Flotte flüchtet nicht.“ Willam Riker, S. 22

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Bewertung: Assimilierte Borgkacke fast außerhalb jeder Wertung.

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Weiterführende Leseliste:

Shatner 01: Die Asche von Eden
Shatner 02: Die Rückkehr
Shatner 03: Der Rächer
Shatner 04: Das Gespenst
Shatner 05: Dunkler Sieg
Shatner 06: Die Bewahrer
Shatner 07: Sternendämmerung
Shatner 08: Sternennacht
Shatner 09: Sternenfluchten