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Montag, 21. Juni 2010

Mehr als die Summe

Buchbesprechung Bennett, Christopher L.: Mehr als die Summe. Cross cult, 2008/2010.

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Story: Die USS Rhea NCC-80110, ein Schiff der Luna-Klasse erkundet einen eher unspektakulären Sternenhaufen namens NGC-6281. Die triste wissenschaftliche Mission wird durch einen unerwarteten Erstkontakt belebt, mit dem eigentlich niemand gerechnet hätte: Ein Außenteam stößt auf die Avatare einer mächtigen Entität, die zur Kommunikation im herkömmlichen Sinne jedoch nicht fähig zu sein scheint.
Die traute Intimität dieses Erstkontakts wird jedoch durch den plötzlichen Besuch alter Bekannter zerstört: Die Borg.
Im Nu entern die noch radikaler gewordenen Maschinenwesen das Schiff und greifen sogar das Außenteam an. Einer nach dem anderen wird entweder dahingemetzelt oder vom Kollektiv einverleibt. Doch dann geschieht ein Wunder: Ein Mitglied des planetaren Erkundungsteams wird zwar assimiliert, findet sich allerdings wenig später auf einem Planeten im Föderationsraum wieder: nackt, frei von Naniten und vollkommen ratlos.
Aber die Sternenflotte reagiert prompt. Sie erkennt, dass hier eine Technologie im Einsatz war, die so hoch entwickelt ist, dass sie selbst die Begehrlichkeiten der Borg wecken muss, denn nach dem Ausfall ihres Transwarpkanalnetzes müssen solche Möglichkeiten äußerst verlockend sein.
Also schickt Admiral Nechayev ihr bestes Pferd ins Rennen: Jean-Luc Picard, Ausgemachter Borgexperte, verdienter Kommandant und frisch gebackener Ehemann.
Als sein Schiff, die USS Enterprise NCC-1701-E endlich im Krisengebiet eintrifft, ergibt sich ein viel größeres Problem: Die unbekannte Intelligenz ist nicht nur mächtig, sondern auch viel eher in der Lage, den Lebensstil der Borg nachzuvollziehen, als den von Individuen, die sich durch Fortpflanzung reproduzieren. Für das Wesen sind die Maschinenwesen und die Menschen eher so etwas wie zwei miteinander balgende Kätzlein, die es davor bewahren möchte, einander Schaden zuzufügen. Das Ausmaß der Bedrohung sieht es nicht so deutlich wie Picard und seine Crew, selbst dann nicht, als die Borg wieder auftauchen, um das fremde Know-How endgültig zu assimilieren...



Amok Time: Wer ist die Föderation, wer die Borg?

Lobenswerte Aspekte: Der Name Christopher L. Bennett zählt zusammen mit denen seiner Kollegen David Mack oder Stephani Darnelle Perry zu jenen, die sich definitiv lohnen, im Hinterkopf zu behalten. Bereits sein Titan-Roman „Die Hunde des Orion“ war das bislang lesenswerteste, was die Reihe zu bieten hat und brachte aufregend frischen Wind in die Star-Trek-Literatur.
Mit Bennett erreicht die Serie eine neue Qualitätsstufe, die sich in verschiedenen Aspekten zeigt.
So ist die Handlung mitnichten ein müder Abklatsch bereits zuvor endlos zerkauter Ideen. Nun kann man zwar auch nicht sagen, dass die Geschichte um den natürlichen Supercomputer in Planetenform jetzt ganz weit weg von der bereits in „Die Hunde des Orion“ propagierten Weiterentwicklung kosmozoanen Lebens entfernt ist, doch immerhin ist die Idee ein Exkurs in eine völlig andere Richtung, die nicht ohne Reiz ist und in bester Star-Trek-Tradition tatsächlich der Vorgabe Folge leistet, „ [...] neue Welten zu entdecken, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen.“.
Hinzu kommt, dass dieses Konstrukt nicht auf tönernen Füßen steht, da ganz besonders die wissenschaftliche Einordnung dieses Gedankens durch den Autor sehr solide wirkt (vgl. S. 13f.).
Neben der entstaubten Handlung muss man auch die Tatkraft Bennetts hervorheben, die er insbesodere bei den Charakteren zeigt. Der Nachwuchsschreiber mistet nämlich ordentlich aus!
Schluss mit halbgaren Reizfiguren wie T'Lana (vgl. S. 62ff.) oder seelenlosen Kopien bereits etablierter Charaktere (S. 58ff.) wie Leybenzon! Bennett holt für seine Vorgänger Decandido und David die Kohlen aus dem Feuer und scheut sich nicht, zu einem so radikalen Schritt wie der Verbannung aus der TNG-Relaunch-Reihe zu greifen. Was im Gegenzug jedoch nicht bedeuten soll, dass er dies nicht einfühlsam in die Wege leitet. T'Lana erhält Gelegenheit, ihren Frieden mit Picard zu finden (vgl. S. 78ff.) während der eher militante Leybenzon ein passendes Ende findet (vgl. S. 312f.). Sein sinnloser Tod relativiert den vermeintlichen Erfolg der gesamten Mission macht die Geschichte erst so richtig rund. Die große Tragik dieses Moments ist in meinen Augen der wirklich gelungener Paukenschlag zum Schluss.
Eine neue Garde interessanter Charaktere steht bereits in den Startlöchern. Mit Jasminder Choudhury und Dina Elfiki führt er zwei neue Offiziere ein, die er in Zusammenarbeit mit David Mack entwickelte (vgl. S. 318). Dabei nimmt er wenig Rücksicht auf die alten, verkrusteten Kommandostrukturen des Schiffes, die ab dem Tod Datas, spätestens jedoch mit dem Abschied des Ehepaares Troi/Riker ohnehin obsolet waren und dringender Neuordnung bedurften. Bennett nimmt sich genau diese Freiheit und schafft es damit endlich, der Bücherserie einen neuen Anstrich verpassen, der tatsächlich neu aussieht.
Sein unbestreitbares Meisterstück ist jedoch ohne Frage T'Ryssa. Vulkanier und Halbvulkanier kennt man ja inzwischen zur Genüge, doch jemanden als Hauptfigur einzuführen, der sich gegen die Logik und die Abkehr von Gefühlen stellt, ist so einfach wie genial. Der Charakter bereichert die Mannschaft der Enterprise so sehr, wie es seit Data niemand mehr vermochte und ihr anarchisch anmutendes Benehmen verleiht dem Buch Leben. Endlich gibt es wieder eine Identifikationsfigur in der Brückencrew, die sowohl mit Sexappeal, als auch Humor zu punkten weiß!
Erwähnenswert ist zudem auch die zumindest temporäre Rückkehr Guinans, die in diesem zweiten Neustart des TNG-Neustarts Aufbauhilfe leistet (vgl. S. 80ff. ). Sie ist, wie allerdings alle anderen etablierten Figuren auch, sehr gut getroffen und schafft ein Gefühl der Vertrautheit, obwohl auch sie keineswegs in ihrer typischen Rolle gefangen ist, sondern auch Raum erhält, einmal die 'andere Seite' kennenzulernen (vgl. S. 217ff.).
Dabei ist längst nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen! Konflikte zwischen Worf und Choudhury (vgl. S. 87ff.), Kadohata und T'Ryssa (vgl. S. 97ff.) oder selbst Picard und Beverly Crusher (vgl. S. 127ff.) sorgen für fortwährende Spannung und katharsische Erleichterung, wenn diese Probleme Klärung erfahren.
Zur Abwechslung liest es ferner mal ganz angenehm, dass kein Riesen-Staraufgebot aufgefahren wird, um dem Rezipienten das Gefühl zu geben, bei etwas ganz großem dabei zu sein. Abgesehen von der bereits erwähnten Bartenderin ist es lediglich die Ex-Drohne Hugh, der eine größere Rolle spielt (vgl. S. 165ff.). Ansonsten sind mit Seven of Nine und Admiral Nechayev nur eine äußerst überschaubare Menge bekannter Gesichter bemüht worden, an denen sich die Geschichte kaum aufhält.
Wer daran allerdings gleich Rückschlüsse darauf ziehen will, inwiefern die Unmengen an Hintergrundinformationen aus den vielen Serien und Filmen berücksichtigt werden, ist schief gewickelt, denn wirklich jede Serie von ENT (S. 136), TOS (S. 192), TAS (S. 163), TNG (S. 51f.), DS9 (S. 71) oder Voyager (S. 26) wird in irgendeiner Art und Weise erwähnt. Doch das gehört ja inzwischen längst zum guten Ton innerhalb der jüngeren Star-Trek-Literatur, und somit ist das, was noch wirklich daran hervorzuheben ist, die Subtilität dieser Querbezüge.
T'Ryssas Unbehagen beim Beamen (vgl. S. 13), Picards und Crushers Probleme bei der gemeinsamen Nachnamensfindung (vgl. S. 30) oder der Verweis auf zurückliegende Erfolge mit dem kontrollierten Träumen (vgl. S. 147) gehen mehr oder weniger offensichtlich auf TNG-Episoden wie „Todesangst beim Beamen“, „Heute, Gestern, Morgen“ oder „Augen in der Dunkelheit“ zurück.
Natürlich lässt es sich Bennett nicht nehmen, ab und zu auf sein eigenes Werk „Die Hunde des Orion“ zu verweisen (vgl. z.B. S. 11) und die Handlungsstränge der diversen Vorgängerromane der neu gestarteten TNG-Serie werden ebenfalls eingehend beleuchtet.
Schade nur, dass andere Bücher wie „Homecoming“ (vgl. S. 51 und S. 54), „A Time for War, a Time for Peace“ (vgl. S. 58) oder das ebenfalls aus der Feder des Autors stammende „The Buried Age“ (vgl. S. 30/31) bislang noch nicht auf Deutsch erschienen sind. Einzig die Destiny-Reihe, die neben einer Kleinstreferenz (vgl. S.45) hier überhaupt erst eingeleitet wird (vgl. S. 317), wird in absehbarer Zeit bei Cross Cult erscheinen.
Tradition hat des Weiteren auch der Ansatz, offene Fragen zu klären, denn im Spannungsfeld verschiedener Serien und Autoren entstanden Widersprüche in Hülle und Fülle. Bennett führt nun seine Feldzug gegen diese Logiklöcher fort.
Und was wurde nicht alles in den letzten tausend Jahren Star Trek versaubeutelt?!
Da hätten wir zum Beispiel die alte Frage nach dem Geschlecht der Borg. Gut, das habe ich bereits in der Rezension zu „Widerstand“ und „Heldentod“ angesprochen, doch in diesem Buch wird endlich einmal ein kreativer Lösungsansatz geboten (S. 175ff.), ohne dass lediglich eine zotige Bemerkung dazu im Text platziert wird (vgl. S. 51).
Oder die Ablativpanzerung aus „Endspiel“ (vgl. S. 49)! Ich war doch sicherlich nicht der einzige, der sich gefragt hatte, warum im zehnten Kinofilm Janeway bereits Admiral ist, aber die Enterprise diese unbezwingbaren Superschilde noch nicht installiert hat!
Dieses Konzept findet seinen Höhepunkt kurz nach dem Wiedersehen mit dem alten Individualtouristen Hugh, der es sich nicht nehmen lässt, auch mal in der entlegenen Gegend vorbeizuschauen, in der Picard gerade sein Unwesen treibt. Hier wird eine ganze Wagenladung offener Fragen geklärt: Warum sah das sperrige Raumgefährt in „Angriff der Borg, Teil II“ so völlig anders aus als alle anderen Borgschiffe, die man zuvor und auch später zu Gesicht bekam (vgl. 165f.)? Warum waren die Borgkuben, denen die USS Enterprise NCC-1701-D in „Zeitsprung mit Q“, „In den Händen der Borg“ und „Angriffsziel Erde“ begegnete, so völlig anders aufgebaut, als die, derer man im Verlauf von „Voyager“ gewahr wurde (vgl. S. 172)? Wie konnte Riley Frazier aus der Folge „Die Kooperative“ bei Wolf 359 assimiliert worden sein, wenn der entsprechende Kubus in „Angriffsziel Erde“ zerstört wurde (vgl. S. 173)?
All diese und noch viele weitere Ungereimtheiten werden an dieser Stelle schier in Luft ausgelöst und Hughs Erzählungen über das Schicksal seiner Separatistenkolonie während der letzten paar Jahre gehört schon wegen seines geballten Informationsgehaltes zu einem der Höhepunkte des Werkes (vgl. S. 169ff.) und Kadohata hat nicht ganz Unrecht, wenn sie auf Seite 173, auch stellvertretend in meinem Namen, anmerkt:

Bravo. Sie tragen heute einiges zur Klärung von Dingen bei, die uns bislang ein Rätsel waren.

Das kann man so verstehen, wie es wohl gemeint war: als gepflegtes Eigenlob. Schließlich ist die konzeptionelle Arbeit dem Werk so deutlich anzumerken, dass man daran kein Zweifel mehr hegen kann.
Betrachten wir einmal exemplarisch den Beginn der Geschichte. Da wird in bewährter Manier zuerst ein Haufen sympathischer Charaktere eingeführt, und dann – Boom! - der große Knall und Aufhänger des Buches. Der klassische Einstieg ist ein gradioser Startpunkt, der den Leser fesselt und an Spannung kaum zu überbieten ist. Liefe nicht gerade die Fussballweltmeisterschaft, hätte ich das Buch unmöglich aus der Hand legen können.
Abschließend obliegt es mir, die gesamte Atmosphäre zu loben, denn der Supercomputer erinnert gleich an mehrere Star-Trek-Serien. Er kommuniziert wie „Darmok“ in Metaphern, ist so mächtig wie die Propheten und so fremdartig wie die Excalbianer. Kaum zu glauben, dass die Vorlagen aus fernöstlicher Richtung stammt (vgl. S. 319), denn außer dem Verweis auf das Noh-Theater (vgl. S. 18), Quing Long (vgl. S. 261ff.) und Origami-Drachen (vgl. S. 138), gibt es dafür nur wenige Anhaltspunkte. Vielmehr liest sich das Endergebnis wie ein internes Ideenkonglomerat, das alles repräsentiert, was Star Trek so besonders macht.

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Origami-Drachen - Schrecken oder Symbol für Star Trek?

Kritikwürdige Aspekte:Ellenlang habe ich jetzt die Vorzüge dieses Werkes präsentiert. Bleibt denn da überhaupt noch Platz für Kritik?
Oh ja!
Wir alle wissen, dass unsere biologische Uhr tickt. Beim einen leiser, beim anderen lauter. Einige Leute haben schon mal kopuliert, andere bereits plärrende Bälger in die Welt gesetzt. Somit ist die Fortpflanzung, beziehungsweise die Aufzucht von Nachkommen, ein gesellschaftlich ebenso etabliertes wie relevantes Thema.
Aber mal im Ernst: Muss man damit mehr als 300 Seiten Text füllen?
Ab und zu die Thematik aufgreifen, ist ja noch verständlich, doch wenn man Seite für Seite schmalztriefende Allegorien auf Mutterfreuden und Vaterschaftsglück lesen muss, nervt das einfach nur noch tierisch.
Und überhaupt, Picard und Crusher wollen ein Kind?
Okay, dass die beiden verheiratet sind, sehe ich ja noch irgendwo ein, doch gleich Kinder?
Eine kleine Rechenaufgabe dazu:
Das Buch endet, wie man auf Seite 5 nachprüfen kann, im Jahr 2381.
Beverly Crusher wurde laut den in „Mission ohne Gedächtnis“ kurz sichtbaren Personalakten am 13. Oktober 2324 geboren, Picard der selben Quelle zufolge am 13. Juli 2305.
Na?
Wer wie ich der Sicherheit des Taschenrechners frönte, weiß jetzt, dass Mrs. Picard 56 Lenzen zählt, während Picard immerhin auf 75 Lebensjahre zurückblicken kann.
Nun gut, McCoy ist mindestens 137 geworden, doch aus meiner vergleichsweise juvenilen Position heraus wirkt das einfach nur...
...ALT.
Wer sich, wie Picard, in seinem Leben für die Karriere und damit gegen Kinder entschieden hat, ist ebenso ein Spiegel der Gesellschaft, wie Leute, die dem Hormonzwang nachgeben. Ist Geordi, der sich dooferweise von diesem schiffsweiten Balzhabitus einlullen lässt, deswegen gleich ein Versager der sich schuldig fühlen muss (vgl. S. 205ff.)?
Selbst wenn der abschließende Aufsatz Julian Wanglers der gesamten Thematik etwas mehr Hintergrund verpasst und das Ganze besser einordnen lässt, bleibt da ein fader Beigeschmack.
Außerdem scheint Bennett die Konsequenzen nicht bis zu Ende durchdacht zu haben. Wesley bekommt einen kleinen Bruder? Und überhaupt, darf er jetzt 'Papi' zu Picard sagen?
Genauso nervend sind auch die ellenlangen Rückblicke auf die zuvor veröffentlichten Bände der Reihe (vgl. z.B. S. 31ff., S. 38f., S. 60ff. u.s.w.). Wenn ich mich schon durch jeden einzelnen davon gequält habe, muss ich nicht auch noch ständig daran erinnert werden! Zudem schaffen es diese Kurzzusammenfassungen nicht unbedingt, das Gefühl zu vermitteln, als müsse man die einzelnen Vorgänger unbedingt lesen, was durch die vielen radikalen Veränderungen ebenfalls müßig scheint.

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erfolgreicher Roman: sofort nach den Lesen erwarb Turon47 frohen Mutes dieses glückliche Kind!

Übersetzung: So ganz warm werde ich mit der Übersetzung nicht. Zwar fehlen die groben Schnitzer, die noch in „Heldentod“ dominierten, doch ich habe mir an vielen Stellen mehr Mut vom Übersetzer gewünscht, eigenverantwortlich mit dem Text umzugehen. Die Gründe dafür sollte ich vielleicht am besten an drei kleinen Beispielen erläutern.
So stößt man im englischen Original auf diesen Satz Picards:

With the Borg coming, I have to be … bloody, bold and resolute.

In der Übersetzung liest sich der Satz so:

Nicht solange die Borg uns alle bedrohen. Ich muss blutig, kühn und fest sein.“ (S. 215)

Die Trennung in zwei Sätze will ich ja gar nicht bemängeln, denn so etwas fällt unter künstlerische Freiheit. Ich finde bereits die Übersetzung von „resolute“ mit „fest“ recht fragwürdig, denn hier wären Varianten wie „energisch“, „bestimmt“ oder sogar „resolut“ günstiger eingesetzt gewesen.
Am meisten stört mich jedoch die fantasielose Übersetzung „blutig“, denn „blutig“ kann zwar das Rumpsteak sein, ein Menschen jedoch nicht. Außer er stirbt vielleicht gerade.
Hier wäre eventuell eine etwas freiere Übersetzung etwa mit „blutdurstig“ oder gar „rücksichtslos“ angemessener gewesen.
Ein anderes Problem offenbart Kadohata. In „Greater than the Sum“ sagt sie zu T'Ryssa:

I doubt that very much, love.

Übersetzt sieht der nämlich so aus:

Das bezweifle ich wirklich, Liebes.“ (S. 234)

Natürlich ist das schwierig, denn solche Einschübe sind natürlich nur unter Verlusten zu übertragen. „Liebes“ habe ich jedenfalls noch nie von irgendjemandem gehört und daher wäre es nicht weiter schlimm gewesen, wenn es einfach unter den Tisch gefallen wäre.
Das es auch anders geht, zeigt der etymologische Exkurs zur Wortbedeutung von „Sicherheit“. Der dem Englischen geneigte Leser erfährt dort, wie Choudhury Worf belehrt:

Well, it comes from the Latin cura, meaning 'to care.' Our job is to take care of people, Commander.

Übertragen in unsere Sprache liest man:

Nun es stammt von dem lateinischen Wort securus ab, das soviel wie 'vor Schaden schützen' bedeutet. Das ist unsere Aufgabe, Commander.“ (S. 89)

Hier zeigt der Autor tatsächlich einmal mutigen Einsatz, denn statt auf cura auf securus zu setzen, ist viel näher am englischen Wort security und eher an der Wurzel zum deutschen Wort, das bereits früh dem Latein entliehen wurde. Hier setzt Bernd Perplies endlich einmal auf die Eigeninitiative, die man sich von einem eigenverantwortlichen Übersetzer wünscht.
Bei all diesem Gerede von Eigenverantwortung sei jedoch auch angemahnt, dass es das Fragezeichen in unserer Sprache nicht umsonst gibt. An gleich mehreren Stellen, die durch bekannten Fragewörter wie „wovor“ (S. 146), „Warum“ (S. 156), „was“ (S. 160) „wie“ (S. 164) oder „Wenn“ (S. 217) deutlich gekennzeichnet sind, fehlt das charakteristische Satzzeichen aus unerfindlichen Gründen.

Anachronismen: Wenn es in enervierender Weise um Kinder geht, darf natürlich Wesley Crusher nicht fehlen. Aber wo ist der Sohn Beverly und Jake Crushers im Moment gerade? Zwar gestehen die frisch gebackenen Eheleute Picard dem homo superior zu, bei der Hochzeit Deanna Trois und Wil Rikers anwesend gewesen zu sein, doch noch immer wird von ihm als unnahbares Überwesen geredet, dass noch immer dem Reisenden hinterherdackelt. (vgl. S. 34ff.)
Dabei hatte er doch die Uniform eines Lieutenants an und wollte, jedenfalls in der Novellisation, noch unbedingt auf die Titan! Die Erklärungsversuche um ihn wirken umso fadenscheiniger, wenn Picard einwirft: „Diesmal dachte er Gott sei Dank sogar daran, bekleidet zu kommen.“ (S. 35).
Bekleidet sind auf einmal selbst die Borg. Jedenfalls ihre Schiffe, die sich nicht mehr ungeschützt der Kälte des Raumes und den Attacken der Angreifer preisgeben, sondern flugs die entsprechende Technik der Schutzschilde assimilierten (vgl. S. 184).
Das verwundert die Crew der Enterprise genauso wie die Leser! Noch verwundernswerter ist bei allem Respekt vor Choudhurys taktischem Können dann aber doch, dass ein Traktorstrahl das unförmige Borgvehikel so ohne Weiteres erfassen konnte (vgl. S. 185ff.) - und das gleich mehrmals.
Aber selbst Choudhorys Vorgänger an der taktischen Station bleibt nicht von Widersprüchen verschont, denn er erzählt seiner verblüfften Amtsnachfolgerin, dass der klingonische Ehrenkodex seit Kahless das Meucheln von Frauen und Kindern verurteilt, untersagt und verdammt (vgl. S. 197).
Wenn dem wirklich so ist, frage ich mich schon, warum er im Vorfeld der DS9-Episode „Das Gefecht“ ein Holosuiteprogramm über die Schlacht von Tong Vey laufen ließ, in dem er selbst den finalen Mord an den Stadtbewohnern, egal ob Frauen oder Kinder, anordnete.
Während Tong Vey von Bennett also vernachlässigt wurde, erinnerte er sich El-Aurias um so lebhafter. Wenn aber der Heimatplanet von El-Aurianern wie Soran, Guinan oder Mazur, wirklich im Delta-Quadranten lag (S. 218), dann hatten die Flüchtlinge in „Treffen der Generationen“ einen ebenso langen Weg hinter sich wie Guinan in „Gefahr aus dem 19. Jahrhundert, Teil I“, so dass man der Voyager auf einmal ernsthaft akutes Herumtrödeln bescheinigen muss.
Während Guinan sich an Hughs erinnerte, sind die Informationen der früheren Drohne über Picards Familiengeschichte erschreckend genau. Woher weiß er denn, dass Picard der letzte Ableger seines Familienstammes ist (vgl. S. 247)? Verlor Picard seine nächsten Verwandten nicht erst im siebenten Kinofilm, also weit nach der Episode „Ich bin Hugh“?
So richtig dämlich war die Gedankenverschmelzung, die die mental vollkommen unerfahrene T'Ryssa unter Anleitung eines Menschen vollführen musste, der selbst gerade einmal zwei extern ausgeführte Verschmelzungen hinter sich hatte. Ein zur Verfügung stehender Vulkanier musste gar nicht erst herbeigerufen werden, denn Picards Expertise scheint dennoch völlig ausreichend für eine Technik zu sein, die seine eigene Spezies gar nicht betreiben kann, und selbst gebürtigen Vulkaniern wie T'Pol verwehrt blieb (vgl. S. 259ff.).
Die Kontinuität zu den vorangegangenen Werken ist gleichermaßen fragwürdig. Wieso bleibt T'Lana nicht an Bord? Nicht, dass ich sie vermissen würde, doch auf S. 340 des Vorgängers „Heldentod“ legen Jellicos Worte nahe, dass der vulkanische Counselor dem Team erhalten bleiben wird, um ein Gegengewicht zu Picard zu installieren.
Warum die Transphasen-Torpedos als Superwaffe nicht bereits in Heldentod zum Einsatz kamen, bleibt ein weiteres Geheimnis. Wann, wenn nicht zur drohenden Invasion der Erde, hätte sich der Einsatz dieser wirkungsvollen Technik denn dann gelohnt? Nechayevs Erklärungsversuche dazu verlaufen allesamt im Sande und vermögen keinesfalls zu überzeugen (vgl. S. 50).
Ja, selbst auf Julian Wanglers normalerweise handfesten Essay fällt der Schatten des Widerspruchs:

Um den gewachsenen Ansprüchen von Offizieren gerecht zu werden und als Institution attraktiv zu bleiben, bietet die Galaxy-Klasse erstmals die Möglichkeit, ganze Familien mitzuführen.

So einfach ist es nämlich nicht, denn Wangler selbst führt mit Jake Sisko jemanden auf (324ff.), der nicht an Bord eines Schiffes der Galaxy-Klasse seine Mutter verlor, sondern auf der USS Saratoga, einem Schiff der Miranda-Klasse.
Und dann wäre da noch Timothy, der einzige Überlebende der SS Vico, einem Schiff der Oberth-Klasse, das beweist, dass Familienzusammenführung keine Frage des Schiffstypes, sondern der Organisation ist.
Alles in allem lassen sich vergleichsweise viele Anachronismen in diesem Buch finden. Den relativ hohen Standard, den Bennett in „Die Hunde des Orion“ gesetzt hat, vermag er nicht länger zu halten. Vielleicht hätte er eher darauf achten sollen, selbst weniger Fehler zu fabrizieren, anstatt die seiner Kollegen ausbügeln zu wollen.

Fazit: Christopher Bennett mistet im mittlerweile fünften TNG-Relaunch-Roman die Crew radikal aus und belebt die Reihe mit neuen, angenehmen Charakteren, großer Spannung und einem Flair, das Star Trek gerecht wird. Das Ende ist genial und richtet die Spannung auf die kommende Destiny-Reihe, ohne dem Buch einen Schlusspunkt zu verwehren.
Die verhältnismäßig hohe Anzahl an Anachronismen steht hingegen in einem eklatanten Widerspruch zu den Bemühungen des Autors, Reibungspunkte zwischen den einzelnen Serien und Filmen auflösen zu wollen. Dieser Schuss ging genauso so sehr nach hinten los, wie die omnipräsente Pflichtdebatte über Kinder, Erziehung und Fortpflanzung, die einige Schichten zu dick aufgetragen ist.

Denkwürdige Zitate:

Sind wir schon da?
T'Ryssa Chen, S. 9

Wir Nechayevs können ziemlich … beherrschend sein.
Das, äh, ist mir noch gar nicht aufgefallen.
Nechayev und Picard, S. 37

Bewertung: Endlich beginnen die neuen Abenteuer dieser Generation!

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Weiterführende Leseliste:
TNG 01: Tod im Winter
TNG 02: Widerstand
TNG 03: Quintessenz
TNG 04: Heldentod
TNG 05: Mehr als die Summe
Destiny 01: Götter der Nacht
Destiny 02: Gewöhnliche Sterbliche
Destiny 03: Verlorene Seelen
TNG 06: Den Frieden verlieren

Sonntag, 23. August 2009

Die Beute der Romulaner

Buchbesprechung Hawke, Simon: Die Beute der Romulaner, Heyne 1993/1996.

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Story: Das Glück scheint sich an der Seite der Föderation pudelwohl zu fühlen. So oder zumindest so ähnlich müssen auch Picard und die Crew der USS Enterprise NCC-1701-D empfunden haben, als sie bei einer Routinepatrouille entlang der Romulanischen Neutralen Zone über den hilflos im All treibenden Prototypen einer neuen Warbirdreihe stolpern.
Die Besatzung des Raumschiffes ist tot, die Technik voll funktionsfähig und die Rechtslage eindeutig – das Schiff gehört den Findern. Nur die Gewissenbisse der Crew und das diplomatische Einfühlungsvermögen Picards verhindern, dass die Enterprise den wehlosen Kreuzer zu einer genauen Examination zur nächsten Sternenbasis abschleppt. Stattdessen begnügen sich die Brückenoffiziere einvernehmlich damit, lediglich die Datenbanken des Schiffes in den Hauptcomputer der Enterprise zu überspielen.
Doch schon bald entpuppt sich der vermeintliche Glücksfund als perfide Falle: Die romulanischen Besatzungsmitglieder erwachen plötzlich wieder zum Leben und das Flaggschiff der Sternenflotte wird im Handstreich genommen. Picard muss sich fortan als Gefangener mit Valak, einem jungen und ambitionierten romulanischen Subcommander auseinandersetzen, der die gesamte Aktion bis ins kleinste Detail geplant hat und nichts dem Zufall überlassen will. Die Crew wird rigoros überwacht und teilweise auf das Schiff der Romulaner verlegt, so dass eine Befreiung absolut unmöglich erscheint.
Doch bevor Valak zusammen mit seiner Beute die triumphale Rückkehr in das Romulanische Sternenimperium antreten kann, will er einem weiteren Rätsel auf den Grund gehen. Der inmitten der Neutralen Zone liegende Planet Hermeticus II ist von der Sternenflotte mit einem Mantel aus Geheimnissen umhüllt. Nur wenig ist über den unbewohnbaren Planeten bekannt, außer, dass eine Quarantäne über ihn verhängt wurde. Klar, dass dies bei den Romulanern auf Argwohn stößt, und daher befiehlt Valak beide Schiffe dorthin, um einer dort vermuteten geheimen Föderationsbasis den Garaus zu machen.
Und tatsächlich ist das erste, was sich im Orbit von Hermiticus II orten lässt, ein Schiff der Föderation! Obwohl das Schiff der Constitution-Klasse über keinerlei Energieanzeigen mehr verfügt lässt sich das Misstrauen Valaks nicht aufweichen, zumal der romulanische Commander schon bald erkennt, dass der Planet innen hohl und bewohnbar ist. Als sich Valak schließlich entscheidet, zusammen mit Picard hinunterzubeamen, ist er sich noch nicht bewusst, dass er diesen Planeten nicht mehr verlassen wird…

Lobenswerte Aspekte: Dieses spannende Buch lebt lange Zeit von der Interaktion seines Hauptbösewichts, dem kalten und berechnenden Romulaner Valak mit der Sternenflottenlegende Jean-Luc Picard. Valaks Mischung aus ehrgeizigem Jäger und selbstverliebtem Emporkömmling lässt vor dem geistigen Auge des geneigten Lesers einen glaubwürdigen Gegenspieler entstehen, der bis zu einem gewissen Punkt eindrucksvoll einen dem Captain der Enterprise ebenbürtigen Widersacher mimt. Tatsächlich schafft es der Autor Simon Hawke, dem Charakter so abstoßende Elemente beizufügen, dass die Figur rasch als unangenehm empfunden werden kann.
Auch sein Vorgehen erscheint streckenweise losgelöst von den vielen pro-forma-Bösewichtern der Star-Trek-Geschichte, denn im Gegensatz zu vielen anderen Fieslingen wie Silik, Kudak’Etan oder Cullah lässt er bei der Übernahme des Schiffes Verstand walten und separiert die Crew in zwei Gruppen: diejenigen, die für den reibungslosen Betrieb an Bord unbedingt notwendig sind und die Mütter, Kinder und sonstigen ‚nutzlosen’ Personen. Während erstere an Bord verbleiben dürfen, müssen zweitere als Geiseln auf dem romulanischen Schiff ausharren. Da stellt sich mir nur eine Frage:
Warum ist eigentlich noch nie jemand zuvor darauf gekommen?
Daneben ist positiv hervorzuheben, wie einfühlsam Hawke auch noch kommende Serienereignisse zu antizipieren vermag. Obwohl sein Roman erst 1993 erschien, verleiht er Riker eine Aversion gegen Geheimdienstoffiziere (vgl. S. 91), wie sie im Fernsehen erst in der Episode „Das Pegasus-Projekt“ auftrat.
Daneben referiert der Autor ebenfalls auf andere Episoden, wie etwa „Fähnrich Ro“ (S. 33) „Soongs Vermächtnis“ (S. 62) oder „Datas Tag“ (S. 81). Selbst die Tatsache, dass der Erdexperte Valak ausgerechnet Mark Twain, dem Picard im zweiteiligen Staffelcliffhanger „Gefahr aus dem 19. Jahrhundert“ bereits persönlich begegnete, zitierte (S. 69), kann man ohne weiteres der Fachkenntnis Hawkes zurechnen. Dieses Expertentum reicht sogar soweit, dass er korrekt wiedergeben kann, das wie vielfache der Lichtgeschwindigkeit Warp 9,6 ist (S. 25)!
Doch damit nicht genug! Obwohl mich die Idee des ausgehöhlten Planeten Hermeticus II im ersten Moment abwegigerweise an die Dysonsphäre aus „Besuch von der alten Enterprise“ erinnerte, schlägt Hawke eine andere Brücke: er bringt das Konzept mit der vom Physiker Gerard O’Neill entwickelten Idee für autark funktionierende Weltraumkolonien in Verbindung (S. 169). Was sich auf den ersten Blick sicherlich als ein Musterbeispiel für Berücksichtigung anderer Science-Fiction-Literaten liest, wirkt auf den zweiten ungleich prophetischer. Spätestens seit dem 2003 (leider nur in Amerika) erschienenen Star Trek Roman „The Sundered“ ist diese Idee nämlich ein fester Bestandteil des serieneigenen Bücherkosmos’ geworden, zumal die Autoren Michael Martin und Andy Mangels dieser Idee durch ihre Verfassertätigkeit an „Der Rote König“, dem zweiten Teil der Titan-Saga, zusätzliches Gewicht verliehen.
Es ist also kein Wunder, dass die hellsichtigen Träume Picards auch auf den Roman abfärben…

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Dysonssphäre oder nicht Dysonssphäre? Das ist hier die Frage...

Kritikwürdige Aspekte: Bei allem Lob für den romulanischen Kommandanten Valak muss eines an seiner Figur von mir arg kritisiert werden: So stark und unbesiegbar er zu Beginn der Geschichte wirkt, so schwach und armselig erscheint er an ihrem Ende. Mal ganz abgesehen davon, dass dies in der Intention des Autors lag, ist dieser Sprung viel zu krass und unglaubwürdig gezeichnet, um nachvollziehbar zu sein. Und Stickwort Nachvollziehbarkeit: Der Plan der Romulaner, sich mittels Drogen in den Scheintod zu versetzen, die Lebenserhaltungssysteme auszuschalten und nach einer bestimmten Zeit wieder aufzuwachen, ist gelinde gesagt hirnrissig. Was wäre, wenn diese Systeme erst eine Stunde später aktiviert worden wären? Was, wenn das Schiff erst einen Tag später gefunden worden wäre? Dass die Romulaner bei so einem Plan das Leben ihrer Soldaten aufs Spiel setzen mag ich ja noch glauben, aber der Prototyp einer ganzen Warbirdklasse ist dann doch ein zu hoher Einsatz, selbst für den Prätor des Sternenimperiums.
Während der Trend bei Valak eindeutig nach unten zeigt, ist es bei Picard genau andersherum. Am Beginn der Geschichte wirkt er schwach, wenig vorausblickend und merkwürdig passiv. Erst gegen Ende präsentiert sich als der souveräne Captain, den man aus Film und Fernsehen gewohnt ist. Doch auch seine Crew ist während dieses Abenteuers eindeutig neben der Spur. Dr. Crusher ist scheinbar zu doof, um eine künstlich herbeigeführte Lebensfunktionsminderung von einem Erstickungstod zu unterscheiden und Rikers Plan, sich Waffen durch einen Weltraumspaziergang zu einem anderen Schiff zu besorgen, ist ebenso waghalsig wie unnötig. Wenn man schon in den Innereien der Enterprise herumtigert, ist es wohl sinnvoller, heimlich eines der schiffseigenen Arsenale zu erreichen! Und warum nutzt eigentlich keiner der Offiziere den Phaser, der in seinem Quartier herumliegen müsste (vgl. „Traumanalyse“)?
Doch damit nicht genug. Wer den unsäglich kitschig-unrealistischen Ausbruchsversuch der auf dem romulanischen Warbird gefangenen Besatzungsmitglieder gelesen hat, wird meine oft wiederholte Frage nach Nachvollziehbarkeit verstehen. Auch das Ende, das der Crew glücklicherweise eine lebenslange Internierung auf Hermeticus II erspart, wirkt an den Haaren herbeigezogen. Zum Glück reichen den mächtigen Ambimorphen nämlich die Menschen, die sich bereits in ihrem Planetenzoo befinden aus, so dass sie auf Sonderexponate wie einen Androiden, einen Klingonen oder einen Franzosen verzichten können. Überhaupt wirken die Superwesen wie eine Mischung aus den Metronen und Formwandlern, zumal die Vergleich der Erscheinungsformen der Wesen mit „Protoplasma“ (S. 290) bemerkenswerte Parallelen zur Darstellung Odos im fünften Starfleet-Kadetten-Band „Das Sternengespenst“ (vgl. dort S. 34) aufweist. Und formwandeln können sie natürlich auch - egal ob die Gestalt Menschen, Romulanern oder einer Straßenbeleuchtung entspricht. So oder so scheint die Unterwanderung der Föderation durch formwandelnde Geschöpfe eine beliebte Freizeitgestaltungsmöglichkeit für außerirdische Spezies zu sein.
Obwohl Hawke sich mit der Beschreibung des Verhältnisses von Warp zu Lichtgeschwindigkeit gut informierte, haperte es dafür an anderen Stellen. Am auffälligsten ist sicherlich die Beschreibung des Planeten Hermeticus II. Der Planet der H-Klasse (ich bezweifle allerdings, dass das ‚H’, wie auf S. 87 behauptet, für ‚Hermeticus’ steht) soll sich nämlich im Deltaquadranten befinden (S. 84)! Nicht nur, dass die Romulanische Neutrale Zone nicht soweit reichen dürfte, es sollte auch sehr schwierig und zeitaufwändig sein, dorthin zu gelangen, zumal die Crew der Voyager knappe 70 Jahre für ihren Weg veranschlagte...
Die Übersetzung ist ein übliches Kind des Heyne-Verlags. „Starfleet“ (S. 15) statt „Sternenflotte“, „Kriegsschwalbe“ (S. 40) statt „Warbird“ oder „Gelbalarm“ (S. 45) statt „gelber Alarm“ zeugen von der Ignoranz gegenüber der gängigen Fernsehübersetzung. Wenige Rechtschreibfehler (z.B. S. 184 „Im wesentlich“) werden von einem großen Fehler überschattet: den „Außenschotten“ (z.B. S. 207). Entgegen der gängigen Pluralform ‚Schotts’ entschied man sich hier für eine an den Volksstamm erinnernden Mehrzahl, die immerhin einen gewissen Schmunzelfaktor bietet.
Abschließend sollte noch über etwas geschimpft werden, mit dem das Lesen dieses Buches üblicherweise begonnen wird. Das Cover ist eines der so ziemlich furchterregendsten, die ich bislang gesehen habe, und warum dem Prototyp der D’Kazanak-Klasse zum Trotz ein Warbird der D’deridex darauf verewigt wurde, ist mir schleierhaft. Auch der beringte Planet lässt sich nicht mit der Darstellung von Hermeticus II vereinbaren und der eindringliche Blick der Person, die wohl Valak darstellen soll, gehört nicht unbedingt zu den ganz großen Aufmachern der Star-Trek-Bücher-Chronologie. Tatsächlich ist diese künstlerische Interpretation ein guter Grund dafür dankbar zu sein, dass Bücher im Regal nur den Rücken präsentieren.

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Vorsicht! Diese Straßenbeleuchtung könnte ambimorph sein...

Anachronismen: Der Roman bot die einzigartige Chance, eine nähere Betrachtung der Romulaner und ihrer Gesellschaft zu bieten. Doch dieser Aufgabe wurde der Autor Simon Hawke kaum gerecht. In der Tat wurden seine Angaben rasch eingeholt und viele seiner Angaben stoßen daher beim Lesen unangenehm auf.
So behauptet er, dass für den Prätor der Ehrentitel „Lord“ zur Ansprache genutzt werden muss (S. 19). Ich persönlich kann mich nicht erinnern, dass Shinzon im zehnten Kinofilm "Nemesis" entsprechend tituliert wurde, doch wer weiß; vielleicht verzichtete man darauf, weil er Mensch und außerdem Repräsentant der Remaner war. Definitiv falsch ist jedoch, den 'Romulanischen Senat', als der er in „Die Aenar“, „"Das Gesicht des Feindes“, „Unter Waffen schweigen die Gesetze“ oder „Das Nadelöhr“ übereinstimmend bezeichnet wird, in Anlehnung an die gemeinsamen vulkanischen Wurzeln als „Hohen Rat“ zu deklarieren.
Außerdem ist es nicht wahr, dass seit dem Waffenstillstandsvertrag von 2160 keinerlei Verträge mehr zwischen der Föderation und dem Sternenimperium geschlossen wurden. Abgesehen davon, dass ein solcher Schwebezustand bereits an sich unglaubwürdig klingt, wird in der TNG-Episode „Das Pegasus-Projekt“ mit dem 2311 geschlossenen Vertrag von Algeron ein eindringlicher Gegenbeweis geliefert.
Anachronistisch mutet auch die auf S. 265 angesprochene Scheu der Romulaner an, die eigenen Leute opfern. Wie man im Zweiteiler „Wiedervereinigung“ deutlich sehen kann, sind die entfernten Verwandten der Vulkanier entgegen der im Buch erbrachten Behauptungen sehr wohl bereit, auch auf Mitglieder der eigenen Spezies zu schießen.
Neben der verkorksten Darstellung der Romulaner schafft es der Autor ebenfalls, auch die Sternenflottendarstellung zu verpatzen. So ist Worf nicht, wie behauptet, Lieutenant Commander, denn diesen Rang erhält er erst im siebenten Kinofilm „Treffen der Generationen.
Der gröbste Fehler liegt meiner Ansicht nach jedoch in der Miteinbeziehung der USS Independence, eines Schiffes der Constitution-Klasse. Dieser Raumschifftyp, dessen bekannteste Vertreter sicherlich die USS Enterprise NCC-1701 und die USS Enterprise NCC-1701-A gehören, soll vor erst dreißig Jahren außer Dienst gestellt worden sein. Geht man von der Annahme aus, dass die Geschehnisse um 2368 spielen, wären noch 2238 Schiffe dieser Reihe im aktiven Dienst gewesen. Dies wiederum widerspricht den Ereignissen des sechsten Kinofilms „Das unentdeckte Land“, in dem die Enterprise wegen ihres hohen Alters außer Dienst gestellt werden sollte. Es wäre günstiger gewesen, der Autor hätte sich hier eines Schiffes der Excelsior- oder Ambassador-Klasse bedient, um unnötige Verzerrungen der ohnehin schon viel zu oft strapazierten Star-Trek-Zeitlinie zu vermeiden und damit sein eigenes Werk selbst zu degradieren.

Fazit: „Die Beute der Romulaner“ ist ein Roman mit vielen Schwächen. Die Geschichte strotzt vor Schlaglöchern, die Figuren sind nicht konsequent gezeichnet und viele Schilderungen offenbaren bestenfalls Halbwissen auf Seiten des Autors. Selbst das Buchcover spricht nicht unbedingt eine Leseempfehlung aus.
Die Stärken dieses Romans liegen anderweitig verborgen und es heißt nicht umsonst, dass man ein Buch nicht nach seinem Cover beurteilen soll (frei nach „The Rocky Horror Picture Show“). Die – allen Widrigkeiten zum Trotz - spannende Geschichte liest sich gut und Hawkes geradezu hellseherischen Ideen sind für den aufmerksamen Leser sicherlich eine nähere Beschäftigung wert.

Denkwürdige Zitate:

Man kann nicht einmal einem toten Romulaner über den Weg trauen.
Riker, S. 93

Ich habe Ihnen bereits gesagt, Picard, daß ich keine übernatürlichen Erklärungen akzeptieren werde
Das gleiche gilt für mich. Eine hochentwickelte Wissenschaft wird allerdings jedem übernatürlich erscheinen, der sie nicht versteht
Ich glaube, das genaue Zitat lautet: >Jede Technologie, die einigermaßen fortgeschritten ist, dürfte denen, die sie nicht verstehen, wie Magie vorkommen.<. Arthur C. Clarke, ein Philosoph und Wissenschaftler von der Erde
Gibt es überhaupt keine romulanischen Sprichworte, die Sie zitieren könnten?
Valak und Picard, S. 133

Im Gegensatz zu euch Faulpelzen auf der Brücke haben wir im Maschinenraum kaum Gelegenheit dazu, Fett anzusetzen, weil wir ständig arbeiten müssen.
Klar, wir sitzen nur gelangweilt rum und spielen Computerspiele auf dem Hauptbildschirm.
LaForge und Riker, S. 238

Bewertung: Ein Roman zwischen präkognitiven Erkenntnissen und konzeptionellen Engpässen.

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Samstag, 13. Juni 2009

Die Macht der Former

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Buchbesprechung Weinstein, Howard: Die Macht der Former. Heyne 1991/1994.

Story: Um den drei Sternenflottenakademiekandidaten des Raumschiffs USS Enterprise NCC-1701-D die Möglichkeit zu geben, sich unter Beweis zu stellen, werden sie mit einer kleinen Außenmission betraut. Unter den wachsamen Augen Counselor Trois und Lieutenant Commander Datas nehmen die drei Aspiranten Wesley Crusher, Ken Kolker und Gina Pace Gesteinsproben und untersuchen den unbewohnten Planeten Domarus IV.
Doch gerade als das Shuttle startet, wird es auch schon von einem fremden Schiff aufgehalten. Ein viel zu stark eingestellter Traktorstrahl droht das Shuttle zu zerquetschen und über die Motive der kaum bekannten Teniraner herrscht völlige Unklarheit.
Als die USS Enterprise eintrifft, führen die eilig eingeleiteten ersten Gespräche zu keinem Ergebnis. Die Teniraner beanspruchen den Planeten für sich und wollen die Shuttleinsassen als Faustpfand für ihren Anspruch nutzen. Doch als das Shuttle mitsamt seinen Passagieren plötzlich in einer merkwürdigen Anomalie verschwindet, spitzt sich die Lage dramatisch zu. Beide Fraktionen beschuldigen sich gegenseitig und als die Auseinandersetzung bedrohlich zu werden beginnt, erscheint die gleiche Anomalie wieder, und transportiert beide Raumschiffkommandanten auf die Planetenoberfläche.
Hier lernen sich Picard und Captain Arit näher kennen, und als sie wieder an Bord ihrer Schiffe gelangen, beschließen sie, dass gegenseitiges Vertrauen und Hilfe angebrachter sind als sinnloser Streit. Schließlich wurden sie Zeuge eines besonders ungewöhnlichen Phänomens: In unmittelbarer Nähe ihres Aufenthaltsortes entstand über Nacht ein neues Gebirge genau dort, wo zuvor eine weitläufige Ebene zu finden war.
Währenddessen finden sich Data, Troi und die drei Akademieanwärter in einer Höhle innerhalb des Planeten wieder. Bei der Suche nach einem Ausgang stoßen sie schließlich auf jene körperlosen Wesen, die den Planeten bewohnen und für die Umformungen seiner Oberfläche verantwortlich sind. Doch Kommunikation scheint unmöglich und daher geht Data das Risiko ein, sich mit einem der Geschöpfe in direkten Kontakt zu begeben…

Lobenswerte Aspekte: Die einzelnen Charaktere sind durch die Bank gut getroffen und auch die Kommandantin des teniranischen Schiffes und ihre Tochter erscheinen glaubhaft.
Zudem werden im Buch keine bahnbrechenden Ereignisse der Föderationsgeschichte geschildert, so dass sich das Buch problemlos in den offiziellen Kanon eingliedern ließe.

Kritikwürdige Aspekte: Ich sollte es gleich an den Beginn dieses Rezensionsteils stellen: Es kann zu einer wahren Qual werden, sich durch diese 260 völlig spannungsfreien Seiten zu kämpfen. Das gesamte Buch ist aufwandsarm nach ‚Schema F’ gestrickt und so vorhersehbar wie der Tag- und Nachtwechsel auf unserem Planeten.
Auf der einen Seite haben wir den idealistischen, aufgeschlossenen Sternenflottencaptain; auf der anderen hingegen die unbekannte Kommandantin, die Fremden gegenüber argwöhnisch ist. Ob die beiden wohl zusammenfinden werden?
Hier ist eine Restpopulation ohne Heimat, dort ein leerer Planet mit körperlosen Einheimischen, die tausend Jahre schlafen. Wo werden die armen Flüchtlinge wohl eine neue Heimat finden?
Und was wird wohl der verliebte Teenager tun, der weiß, dass seine Angebetete ihm erst dann Beachtung entgegenbringen würde, wenn er einen Ausgang aus dem Höhlensystem findet? Wird er still sitzen bleiben und warten?
Natürlich kann man viele Sachen in einem Buch vorhersagen und es war auch sicherlich nicht Weinsteins Aufgabe, das Rad neu zu erfinden, doch in diesem konkreten Fall ist die Handlung viel zu durchsichtig gestaltet. Das geht soweit, dass selbst die große Moralkeule, gesellschaftliche Schranken zu überwinden, so ungeniert offensichtlich daherkommt, dass man sich sogar als mittelmäßig gebildeter Leser schnell unterfordert vorkommt.
Doch wer weiß – vielleicht ist dieses Buch ja gar nicht für erwachsene Augen bestimmt? Ist es vielleicht, wie die einzelnen Teile der Starfleet-Kadetten-Reihe, eher ein Kinderroman, respektive Frühteenagerbuch?
Die kleingeistigen Problemchen der Sternenflottenzöglinge Gina Pace (was für ein beschissener Name!), Ken Kolker und natürlich Wes Crusher sprechen dafür – die vielen dabei verwendeten Fremdwörter jedoch eindeutig dagegen. Doch ist diese außergewöhnliche Konzentration von Fremdwörtern ihrerseits nur ein unbeabsichtigtes Nebenprodukt der deutschen Übersetzung?
Diese kommt in einem vertrauten Bild daher: Einerseits unnötige Anglizismen wie „Starbase“ (S. 8) oder „Starfleet“ (S. 8), andererseits unnötige Übersetzungen wie „Galaxis-Klasse“ (S. 148 statt „Galaxy-Klasse“) oder „Synthetisierer“ (S. 247 statt „Replikator“). Dass dann auch noch wieder einmal die niemals in Star Trek ebenso auftretenden Bezeichnungen „Insignienkommunikator“ (S. 66, statt „Kommunikator“) „Gesellschaftsraum des zehnten Vorderdecks“ (S. 85, statt „Zehn Vorne“) oder „Diskussegment“ (S. 210, statt „Untertassensektion“) zu lesen sind, ist wirklich belastend. In diesem Zusammenhang sei auch noch einmal erwähnt, dass die Föderation eben kein „interstellarer Völkerbund“ (S. 51) ist, denn durch einen Vergleich mit dieser Organisation, die zwischen den Weltkriegen als eine Art UNO-Vorgänger existierte, wird im Allgemeinen auf Kompetenzarmut und Machtlosigkeit angespielt. Ihn auf die Föderation anzuwenden, ist daher für jeden Trekkie beleidigend.
Schließlich sollen auch zwei weitere Fehler nicht unerwähnt bleiben: Zum einen findet man auf der Seite 174 den Tippfehler „[…] auf einer Weilt […]“ (gut, darüber kann man hinwegsehen) und zum anderen spricht Riker auf der Seite 38 von „Glacéhandschuhen“ (darüber nicht!).
Für die Redewendung „to use velvet gloves“ gibt es nämlich tatsächlich eine gute deutsche Übersetzung: Sie lautet „mit Samthandschuhen anfassen“. Vielleicht lehne ich mich mit meiner antiquierten Sicht weit aus dem Fenster, doch ich bin Meinung, dass Übersetzer so etwas beherrschen sollten, denn es kann nicht die Aufgabe des geneigten Käufers sein, sich entsprechende Fehltritte selbst erklären zu müssen.
Merkwürdig ist schließlich auch, warum die fünftausend überlebenden Teniraner mal polytheistisch (S. 139) und mal monotheistisch (S. 199) sind. Oder warum Riker auf der Enterprise bereits von den „Formern“ weiß, obwohl Picard sie gerade erst auf der Planetenoberfläche kennen lernt (S. 238).
Im Großen und Ganzen präsentiert sich „Die Macht der Former“ im Prinzip als klassische TOS-Handlung im TNG-Gewand, denn die Former sind in Gestalt und Beschreibung nicht wenigen Wesen aus der Ur-Star-Trek-Serie entlehnt: Redjac, der Vampirwolke, dem Companion oder der sich aus Hass ernährenden Wolke aus „Das Gleichgewicht der Kräfte“. Verbunden mit der Folge „Die Letzte Mission“ und den Teniranern, einer Spezies, die mich zu oft an eine Kreuzung aus Talaxianern und Kazon erinnerte, ergibt dies eine völlig belanglose Geschichte in einem Buch, dass sich bestenfalls zum Tischbeinersatz eignet und kann als ein gutes Beispiel dafür herhalten, warum Star-Trek-Bücher oft einen schlechten Ruf haben.

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Gefangen in einer Wolke aus längst vergessenen TOS-Geschöpfen

Anachronismen: Es wurde bereits oft in Star Trek und auf diesem Blog festgehalten, dass es in der Zukunft keinen Platz mehr für die Finanzwirtschaft gibt. Geld ist als Grundübel menschlichen Daseins längst abgeschafft und der Mensch strebt nach Selbstverwirklichung und nicht nach Anhäufung vo Reichtümern. Das weiß spätestens seit dem Finale der ersten Staffel („Die Neutrale Zone“) jeder TNG-Fan.
Um so schlimmer, dass Weinstein sich nicht entblödet, den Ausführungen dieser Folge zu widersprechen: Geordi verwettet einen Wochenlohn (S. 65) und der arme juvenile Picard muss für sein Baguette bezahlen (S. 187).
Gut Picard ist schon alt, aber so alt auch wieder nicht. Die Geldwirtschaft wurde nämlich laut Aussage des Erdengschichtsexperten Tom Paris im späten 22. Jahrhundert aufgegeben („Das ungewisse Dunkel, Teil 1“), und Picard ist 2305 geboren, also immerhin mehr als 100 Jahre nach Abschaffung monetärer Ökonomie.

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Geld abschaffen! Mit Star Trek in eine sozialistische Zukunft

Fazit: Der Roman „Die Macht der Former“ ist eine belanglose Mischung aus TOS- und TNG-Elementen, die auf Spannung oder einzigartige Ideen verzichtet. Man braucht nur die ersten paar Seiten zu lesen, um einen Eindruck davon zu erhalten, wie der Roman enden wird.
Einige Logikfehler im Romanaufbau, die Fehler der deutschen Übersetzung und der Verweis auf geldbasierte Ökonomie vervollständigen dieses Bild nur, so dass man eine Rezeption dieses Werkes zu Recht als ‚völlig unnötig’ bezeichnen kann.

Denkwürdige Zitate:

Flieg, Jean-Luc! Flieg!“ Dr. Crusher, S. 32

Auch das Schnarchen gehört zum Leben, aber deshalb vergeude ich keine Zeit damit, ständig darüber nachzudenken.“ Gina Pace, S. 108

Aber… die Berge bewegen sich. Richtige Berge haben gefälligst reglos zu sein.“ Riker, S. 237

Manchmal ja, manchmal nein. Man unterschätze nie die Macht einer guten Tasse Tee.“ Picard, S. 246

Bewertung: Langweilig, höhepunktsarm, dröge.

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Sonntag, 7. Juni 2009

Der Rächer

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Buchbesprechung Shatner, William: Der Rächer, Heyne 1997/200.

Story: Wieder einmal schwebt die Föderation in größter Gefahr!
Dieses Mal hat eine Gruppe von Öko-Terroristen ein heimtückisches Virogen entwickelt, das sich in erster Linie gegen Pflanzen richtet. Es ruiniert die Ökosysteme ganzer Welten und zerstört damit die Grundlage allen Lebens. Auf immer mehr Welten werden Ausbrüche dieses geheimnisvollen Erregers registriert und die gesamte Infrastruktur der Föderation droht plötzlich zusammenzubrechen. Zwischen Blockaden, Hilfstransporten und Grenzpatrouillendienst bleibt der Sternenflotte kein angemessener Handlungsspielraum mehr, um Herr über die immer mehr ins Chaos abgleitende Situation zu bleiben.
Die USS Enterprise NCC-1701-E hat den Auftrag, die Blockade des Alta-Vista-Systems zu übernehmen. Doch der Ausbruchsversuch zweier vermeintlicher infizierter Personen bringt Picard und seine Crew auf die heiße Spur: Sie können die Spur der Urheber nach Vulkan zurückverfolgen. Doch der Preis, den Picard dafür zahlen muss, ist hoch. Er selbst infiziert sich mit dem hochgradig ansteckenden Pflanzenkiller und wird fortan auf der Shuttlebay in Quarantäne gehalten.
Währenddessen sieht sich ein Hilfsteam auf einem der am schwersten betroffenen Planeten einem ganz anderen Problem gegenüber. Der Typ, der aus dem Nichts auftaucht, ein Naturheilmittel gegen die wie wild um sich wütende Epidemie mitbringt und reihenweise die Herzen der Frauen bricht, hat eine auffallend große Ähnlichkeit mit einer historischen Persönlichkeit: James T. Kirk. Als der Planet angegriffen wird, übernimmt genau dieser Mann die Gegenwehr und schnell wird allen Beteiligten klar, dass diese Ähnlichkeit kein Zufall ist. Kirk erkennt den künstlichen Charakter des Virogens und folgt dessen Spure bis nach Vulkan.
Botschafter Spock hat in der Zwischenzeit auf dem Konferenzplaneten Babel ein holografisches Geständnis zugespielt bekommen, auf dem ein ehemaliger Mitarbeiter seines Vaters offenbart, dass Sarek ermordet wurde. Zusammen mit seinem treuen Mitarbeiter Srell deckt Spock Stück für Stück eine Verschwörung auf, die den Zusammenbruch der Föderation vorbereitet und an der sein Erzeuger unmittelbar beteiligt war. Nur ein alter Bekannter auf Vulkan, seinerzeit ein Intimus seiner Eltern und eine Art Onkel für ihn, kennt viele der Antworten.
Alle drei Parteien treffen sich schließlich auf Vulkan wieder und gemeinsam gehen sie gegen die unsichtbaren Feinde vor, die allerdings Verbündete haben, von denen kaum jemand auch nur ahnen könnte…

Lobenswerte Aspekte: Das Jahr 1997 stand im Zeichen der Furcht. Ebola beherrschte die Nachrichten und der erst zwei Jahre zuvor erfolgte Filmstart von „Twelve Monkeys“ war noch immer in aller Munde. „Der Rächer“ passt perfekt in diese Zeit und die Bedrohung der gesamten durch Krankheitsausbrüche und die Thematik des sorgsamen Umgangs mit der Umwelt beherrschten die Nachrichten.
Shatner hat sich also eines beliebten und noch immer hochaktuellen Themas angenommen. Denn auch in Zeiten der Vogelgrippe, des Milzbrands und der Schweinegrippe sollte uns bewusst sein, dass eine virale Ausbreitung auf unserem globalisierten Planeten eine ernstzunehmende Bedrohung für unsere gesamte Zivilisation ist. Shatner und seine helfenden Elfen Judith und Garfield Reeves schaffen es, diese Atmosphäre in die Zukunft zu tragen und somit in Star-Trek-typischer Manier ein aktuelles Thema in dieses Universum einzuweben.
Ähnlich wie im Vorgänger „Die Rückkehr“ gibt es auch hier eine besonders interessante Verknüpfung: Kirks Jugenderlebnisse auf Tarsus IV werden in einen größeren Zusammenhang gestellt und auch wenn ich die These, dass der Planet für das erste Symmetrikerexperiment missbraucht wurde, nicht immer schlüssig fand, muss ich doch zugeben, dass die Idee sehr reizvoll ist.
Geradezu genial fand ich den Lösungsansatz, wie man am besten aus Holo-Gefängniszellen ausbricht. Er bewies nicht nur ein interessantes Verständnis der Technologieform; die Idee, dass nicht nur Kirk, sondern auch drei andere Personen auf die Lösung kamen, wirkt mitunter geradezu versöhnlich. Besonders diese Stelle und wenige andere, an denen auch anderen Personen Freiräume gestattet wurden, um aus dem übermächtigen Schatten Kirks herauszutreten, wirkten genau dadurch erfrischend und glaubhaft.
Kirk wirkt in diesem Buch eher wie im fünften oder sechsten Kinofilm – forsch, tatendurstig – aber auch einfühlsam und komisch. Im Gegensatz zur schwachen Darstellung als Borg-Vergewaltigungsopfer in „Die Rückkehr“ erscheint er hier nahezu sympathisch und angenehm. Ganz besonders das zweifellos eindringlichste Motto der Figur, nämlich niemals aufzugeben, wird zu einem Grundtenor dieses Werkes, der zuweilen eine Brücke vom alten Mann aus einem vergangenen Jahrhundert zu einem neuen Leben in einer neuen Zukunft schlägt.
Doch auch andere Kontinuitätslinien sind auffällig. Wieder einmal wird eine Riege von Gaststars aufgeboten, um der Handlung Glanz zu verleihen. So trifft der aufmerksame Leser neben der TNG-Crew auch auf Spock, Pille, Ki Mendrossen, das MHN, T’Pring, Stonn oder Hugh.
Auch das wiederholte Wiedersehen zwischen Pille, Spock und Kirk verlief diesmal nicht ganz so kitschig und das erste Aufeinandertreffen Spocks und Kirks war sogar clever inszeniert und würde Vergleichen mit anderen Star-Trek-Filmen durchaus genügen.

Kritikwürdige Aspekte: Wo wir gerade bei Kontinuität sind: Auch in der Selbstbeweihräucherung Shatners in puncto Darstellung des legendären James Tiberius Kirks legte der Autor keine falsche Bescheidenheit an den Tag. Hier wird dick aufgetragen, da über die Maßen auf den Putz gehauen und schließlich die Figur völlig überhöht.
Die Föderation ist dem Untergang geweiht, und weil es in dieser Generation nur Nulpen und Vollpfosten gibt, die Raumschiffe kommandieren, wartet das Universum nur auf die Rückkehr des seiner eigenen Perfektion bewussten Toupetträgers. Spock ist verzweifelt, Picard den Tränen nahe und die ganze Föderation sehnt den neuen Messias herbei…
Wer mag da wohl wiederauferstehen und die Zukunft vor der drohenden Apokalypse retten? Natürlich, William Shatner! Oder, wenn der grad nicht kann (manchmal zwickt es ihm böse im Rücken, hab ich mal gelesen), seine Projektionsfläche: der heldenhafte Jim Kirk!
Aber ein treuer Leser meines Blogs schrieb im Kommentarbereich zu „Die Rückkehr“:

Dieses Buch spielt für mich in einer alternativen Gegenwart - dem Shatnerversum - hier kann der selbstverliebte ü70er schalten und walten wie er will.“ DomPatHug, 27. April 2009

Weil ich nun gerade solchen hilfreichen Kommentaren offen gegenüber stehe und getreulich versuche, so eine Rezension auch mal aus einem anderen Blickwinkel heraus anzugehen, hab ich mir das zu Herzen genommen und gebe zu, dass dieses Buch unter dieser Prämisse durchaus lesbar ist. Nun gut, Star Trek XI hat sich wenigstens zur Verlegung der Rahmenhandlung in ein Paralleluniversum bekannt, aber bei Shatner implodiert zumindest die Heimatwelt der Vulkanier nicht!
Also sah ich mit einem eher belustigten Gesichtausdruck dabei zu, wie sich eine juvenile Sternenflottenmieze in eine sechzigjährige Knackwurst verliebt. Mit Erheiterung erfuhr ich von den Haarfantasien Shatners:

Er hatte längeres Haar als auf dem Bild, und sie waren nach hinten gebunden.“ S. 79.

Und schließlich prustete ich vor Lachen, als Kirk als erster Mensch mit einem Vulkanier verschmolz – gegen den Willen des telepathisch überbegabten spitzohrigen Symmetrikers!
Höhepunkt ist jedoch ohne Frage, dass nun Spock und Kirk auch noch so eine Art Gedankenverschmelzungsblutsbrüder sind – Eine Wendung, die ich bei Karl-May-Festspielen, aber dann doch nicht bei Star Trek erwartet hätte…
Hinzu kommt, dass das Buch neben diesen Egotrips diverse Logikschlaglöcher aufzuweisen hat, die das Lesen zu einer recht holprigen Fahrt machen.
Im 24. Jahrhundert, dessen größter technologischer Fortschritt meiner bescheidenen Meinung nach in der Erfindung von Replikatoren liegt, sollte eine Pflanzen vernichtende Virenseuche eigentlich kein so großes Chaos auslösen. Und wenn so ein großes Unglück schon die gesamte Föderation in Atem hält und so sehr schwächt – warum bemerkt man beim zeitgleich laufenden DS9 nichts davon?
Zudem fand ich die Behauptung, man könne Pflanzenextrakte und Salben gegen Nanosonden einsetzen, äußerst gewagt. Wenn es tatsächlich so eine Art homöopathisches Anti-Borg-Nivea gibt, dann sind die Borg eigentlich nichts weiter als eine Art heftiger Schnupfen, an dem nur dummerweise unzählige Welten des Deltaquadranten leiden. Das wird der Sache einfach nicht gerecht und nimmt den Borg den Schrecken, den andere Serien ihnen zugestehen. Doch wer weiß schon, auf welcher Grundlage das Parfüm hergestellt wurde, das Dr. Phlox an dem Tag aufgetragen hatte, als die Borg erfolglos versuchten, ihn zu assimilieren (ENT „Regeneration“)?

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Altes Laub für neues Leben

Schließlich fand ich die abschließende Moral der Geschichte merkwürdig. Einerseits ruft Kirk zu verantwortungsvollerem Umgang mit der Umwelt anderer Systeme auf, aber andererseits legitimiert er das Vorgehen der Öko-Terroristen, da diese durch ihre Aktionen das gesellschaftliche Interesse weckten. Nun, das Buch wurde wohl eindeutig vor dem 9. September 2001 geschrieben, denn auch wenn diese Anschläge das Bewusstsein für die Probleme in der muslimischen Welt geschärft haben, wage ich zu bezweifeln, dass Shatner eine ähnliche Lehre aus diesen Ereignissen ziehen würde.
Bleibt schließlich noch, an der Übersetzung zu kritteln. Diese ist gar nicht so schlecht wie in „Die Rückkehr“, und wenn man sich an den doofen Gewohnheitsfehlern „Starfleet“ (S. 20), „Insignienkommunikator“ (S. 235) oder „Diskussegment“ (S. 342) nicht aufhält, findet man nur wenige schwerwiegendere Fehler wie falsche Adjektive („Das Cupric-Gruppe […]“, S. 295), dass/damit-Schwächen („[…] damit ich ihnen die Nachricht überbringe […]“, S. 44) Eigennamenschreibfehler („Earl Gray“, S. 273) oder Unkenntnisbeweise für Star-Trek-Begriffe („ShirKa“, S. 246 statt „Shi’Kahr“).
Natürlich nerven erneut die vielen Medo-Kombinationen in diesem auf medizinischen Aspekten fußenden Roman: Obwohl es selbst im Deutschen als „Medkit“ übernommen wurde, finden wir hier das „Medokit“ (S. 364) und seine Mutantenbrüder „Medotechniker“ (S. 252), „Medo-Logbuch“ (S. 275), „Medo-Abteilung“ (S. 275), „Medo-Einrichtung“ (S. 277) und „Medo-Schiffe“ (S. 396). Ich weiß wirklich nicht, wer dafür verantwortlich ist, dass sich diese Bezeichnungen bei Star-Trek-Romanen so durchgesetzt haben, doch diese Person sollte sich bewusst sein, dass diese ganzen in den Serien und Filmen völlig anders bezeichneten Begriffe die Kluft zwischen Buch und Kanon unnötig vergrößert haben.
Doch so eine Übersetzung hat natürlich auch ihre natürlichen Grenzen. Wortspiele, wie um den Begriff „the real McCoy“ – der übrigens nix mit der fürchterlichen Eurodance-Truppe zu tun hat, die meine Generation in unserer Jugend nervte - sind nun mal nur unter großen Verlusten ins Deutsche übertragbar – und dafür kann auch kein Übersetzer der Welt etwas.




Anachronismen: Sicherlich erinnert sich der ein oder andere noch daran, dass die „Tellariten“ in der TOS-Episode „Reise nach Babel“ von der deutschen Synchronisation noch rücksichtslos als „Tellurier“ bezeichnet wurden. Erst in der Enterprise-Serie änderte sich dies grundlegend. Als „Telluriten“ (S. 32) wurden sie allerdings nie bezeichnet.
Doch die bislang jüngste Star-Trek-Serie mauserte sich schließlich zum Hauptstolperstein für diesen Roman, was allerdings auch verständlich ist, da sie erst weit nach der Veröffentlichung von „Der Rächer“ überhaupt entstand.
So führt diese Serie den Beweis, dass kaum noch jemand weiß, was sich in den frühen Tagen der Erdenraumfahrt zugetragen hat. Selbst der Hobbyhistoriker Picard weiß laut dieses Buches nicht, dass es nach dem 21. Jahrhundert sehr wohl eine Isolationsbewegung auf der Erde gegeben hat (ENT, „Terra Prime“).
Obwohl sein Kapitänskollege Kirk zeitlich viel näher an dieser Weltraumpionierzeit geboren wurde, offenbart auch er große Bildungslücken, als er nach terroristischen Aktivitäten auf Vulkan fragt. Weder ihm, noch dem eifrigen Spock-Assistenten Srell fällt der Anschlag auf die Erdenvertretung im Jahr 2154 ein (ENT „Der Anschlag“), obwohl die dahinter stehende Organisation durchaus der Erwähnung wert gewesen wäre.
Überhaupt kollidiert das Vulkanierbild zu oft mit dem bei ENT und den bereits in anderen Serien und Filmen zuvor postitulierten Eigenschaften der Vulkanier.
So beschreibt Shatner die Gedankenverschmelzung zwischen Vater und Sohn als elementaren Baustein in der elterlichen Beziehung. In der ENT-Folge „Stigma“ hingegen ist zu erfahren, dass nur ein Teil des grünblütigen Volkes überhaupt in der Lage ist, diese Prozedur durchzuführen.
In der dritten Staffel gibt T’Pol in „Impulsiv“ einem jungen MACO-Soldaten Folgendes zu verstehen: „Wir haben Emotionen aber für gewöhnlich halten wir sie unterdrückt – unter Kontrolle.“ Warum sich Riker jedoch aus dem Fenster lehnt, und sich auf S. 344 dazu hinreißen lässt, seiner späteren Frau den Satz „Es sind Vulkanier, Deanna. Natürlich waren da keine Emotionen spürbar.“ um die Ohren zu schlagen, wird wohl ein Geheimnis bleiben, zumal auch in mehreren anderen Kanonerwähnungen die emotionale Kontrolle der Vulkanier angesprochen wird (Star Trek V: Das unentdeckte Land, TNG „Botschafter Sarek“, DS9 „Freies Schussfeld“ oder VOY „Gewalt“).
Warum schließlich für Rikers Kollegen Lieutenant Commander Data Gefahr bestehen soll, wenn er sich ohne Schutzkleidung zu lange dem offenen Weltraum aussetzt, bleibt ebenfalls ein Rätsel. Abgesehen von Datas letztem Kurzausflug in Star Trek: Nemesis überlebt sein baugleicher Bruder Lore eine ganze Zeit im offenen Raum, bis ihn endlich ein Pakled-Frachter aufliest (TNG „Die ungleichen Brüder“).
Ein pikanter Kanonbruch bietet sich allerdings erst seit dem neuesten Kinofilm. Die technisch höchst fragwürdige, doch nunmehr Tatsache gewordene Überlichtgeschwindigkeitstransporterbenutzung Pine-Kirks und Pegg-Scottys widerspricht der Behauptung dieses Shatner-Kirks, dass normale Transporter Materie maximal über eine Reichweite von 25.000km transportieren könnten. Da die entsprechende Formel vom Montgomery Scott dieser Zeitlinie stammte, muss sie eigentlich auch für das Shatnerversum gelten…

Fazit: Mit ein wenig Toleranz für das Ego Shatners kann man „Der Rächer“ tatsächlich lesen. Zwar sind viele Details und Storyentwicklungen mit 'abstrus' noch sehr wohlwollend umschrieben, doch einige andere der hier auf das Tapet gebrachten Ideen können sich durchaus sehen lassen.
Noch immer sind die hier beschrieben Auswirkungen viel zu weitreichend, doch im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist dieses Buch geradezu herausragend und da auch die Übersetzung einigermaßen passabel ist, kann festgehalten werden, dass dieser der bislang angenehmste Roman aus der Feder Shatners war. Sicherlich noch weit weg von Weltliteratur; noch lange nicht in Sichtweite von Star-Trek-Autoren wie David Mack oder Peter David; doch mit den meisten Werken Vornholts, Vardemans oder Weinsteins hält dieser Band mühelos Schritt.

Denkwürdige Zitate:

Er hat schon eine Verschmelzung hinter sich. Mit dem Führer.“ Stron über Picard, S. 159

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Verschmelzungen mit Sarek gehören in einem aus der Mode gekommenen Seitenarm unserer Galaxie nun mal zum letzten Schrei

Aber… in seinem Logbuch steht, daß er Sie begraben hat.“
Hat er auch.“
Und…?“
Er hat es allem Anschein nach nicht sehr gut gemacht.“ Christine MacDonald und Kirk, S. 155

Auf abwesende Freunde.“
Und auf Dr. McCoy.“ Kirk und Spock, S. 220

Je länger ich in der Flotte bin, desto niedriger wird mein Dienstgrad.“ Kirk, S. 236

Die E? Was soll das? Fallen der Flotte keine Namen mehr ein?“, Kirk, S. 335

Und während wir darüber streiten, gehen Kulturen unter. Ich habe keine Geduld mehr zum Streiten. Die Zeit ist der endgültige, nicht mehr erneuerbare Rohstoff und sie läuft immer schneller davon.“ Kirk, S. 397f.

Bewertung: Zu ertragen, aber bestenfalls unteres Mittelfeld.

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Weiterführende Leseliste:

Shatner 01: Die Asche von Eden
Shatner 02: Die Rückkehr
Shatner 03: Der Rächer
Shatner 04: Das Gespenst
Shatner 05: Dunkler Sieg
Shatner 06: Die Bewahrer
Shatner 07: Sternendämmerung
Shatner 08: Sternennacht
Shatner 09: Sternenfluchten

Samstag, 16. Mai 2009

Vendetta

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Buchbesprechung David, Peter: Vendetta. Heyne, 1991.

Story:

Die Borg sind zurück!
Nach seiner Niederlage gegen die Menschen schickt das Kollektiv erneut einen Kubus tief ins Föderationsgebiet. Als dieser die Heimatwelt der insektenhaften Penzatti erreicht, richtet er ein wahres Blutbad unter der Bevölkerung an. Doch kurz vor der völligen Vernichtung des Planeten taucht urplötzlich ein weiteres Schiff auf und schafft, was eigentlich als unmöglich gilt: Mit lediglich zwei Schüssen zerstört es den riesigen Würfel.
Den Föderationsschiffen USS Enterprise, USS Chekov und USS Repulse gelingt es, nach und nach die Identität des mysteriösen Angreifers zu lüften: Es handelt sich um eine verbesserte Version des Planetenkillers, der 2267 von James Kirk vernichtet wurde. Dieser frisst sich nun unaufhaltsam durch die gesamte Galaxis bis in den Borgraum und verschlingt ganze Systeme, um seinen gigantischen Energiebedarf zu stillen. Doch wer hat dieses Schiff gebaut? Warum fliegt es auf direktem Weg in den Deltaquadranten? Wer steuert dieses Schiff?
Picard und seine Crew stellen Theorien und Hypothesen auf, doch nur eine Person an Bord kennt eine Antwort: Guinan. Mit ihrer Hilfe stellt der Captain der Enterprise Kontakt zu einer Frau her, die Guinan als ihre „Schwester“ bezeichnet. Doch auch für Picard ist sie keine Unbekannte: Bereits seit seiner Akademiezeit war diese Frau Dreh- und Angelpunkt mehrerer intensiver Träume und ihm wird klar, dass er selbst dafür verantwortlich ist, dass jene Delcara sich die Macht der Planetenkiller zunutze macht, um ihren Hass gegen die Borg Ausdruck zu verleihen.
Schon bald findet sich die USS Enterprise zwischen den Fronten wieder. Gleich drei Borgkuben haben einen Kurs auf den Planetenkiller gesetzt und Picards letzter Versuch, Delcara vom Wahnsinn ihres Unterfangens zu überzeugen, gipfelt darin, dass er an Bord des riesigen Berserkers gefangen ist, als die Schlacht beginnt…

Lobenswerte Aspekte: „Vendetta“ ist ein mutiges Crossover der Folgen „Der Planetenkiller“ (TOS) und „Angriffsziel Erde“ (TNG). Daneben finden sich unzähligen weitere Referenzen auf Episoden aus TOS und TNG, die von der Expertise des Autors Peter David zeugen. Sein Roman glänzt in Stil und Aufbau. Geschickt eingestreute Informationen schichten sich aufeinander und beeinflussen den weiteren Verlauf; die Handlungsstränge sind gekonnt miteinander verwoben. Ich gebe sogar zu, dass mich dieser Roman für das offensichtliche Talent Davids begeisterte.
Klug lässt er Picard schlussfolgern, warum der Planetenkiller eben nicht aus einer anderen Galaxie kommen kann und auch das beliebte Motiv, ein Star-Trek-Buch an größere literarische Werke zu heften, funktioniert hier recht gut. Alle Teile fügen sich zu einem einheitlichen Ganzen zusammen und mit ‚Gastauftritten’ bekannter Figuren wie Loskene, Argyle oder Pulaski gelingt ein Bogen, in dem TOS genauso integriert wurde, wie die TNG-Staffeln eins und zwei.
Überhaupt lässt sich ein sehr großes Einfühlungsvermögen für Star-Trek ausmachen. Die Charaktere sind recht gut wiedergeben und auch anderen Spezies wird Aufmerksamkeit zuteil. Der Streit der Ferengi etwa, bei dem die kleinen Erzkapitalisten um die wahren Verluste der Sternenflotte bei Wolf-359 spekulieren, ist gleichermaßen für die frühen Ferengi der ersten TNG-Staffel glaubwürdig, als auch für die später in Deep Space Nine vorgestellten Mitglieder der Spezies.
Die Computer der Penzatti, die zu den Borg überlaufen, repräsentieren in meinen Augen hingegen einen Schulterschluss mit anderen, klassischen Science-Fiction-Werken und jenes Kapitel spielt eindrucksvoll mit dem Motiv der Asimovschen Gesetze der Robotik
Umso logischer, dass schließlich am Ende dieses Romans eben kein allgemeines Happy-End die Geschichte befleckt, denn dem ersten Eindruck zum Trotz verliert sich die Handlung nicht in einer kitschigen Liebesgeschichte, einer langweiligen Übersinnlichkeitserfahrung oder eine handlungsarmen Borgverfolgungsjagd. Gerade deswegen ist der Schluss, trotz seiner anachronistischen Züge, überaus gelungen.

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Crossover der Markenprodukte: (Tu)Borg (Finger weg vom Alkohol!!) treffen auf den Planetenfresser (hier beim Verzehr von Sol IV)

Kritikwürdige Aspekte: Könnt Ihr Euch noch an die TNG-Episode „Ich bin Hugh“ erinnern? Ein verletzter männlicher Borg wird auf die Enterprise gebracht, wo er als eine Art Überträger für ein tödliches 3D-Bild gegen die schlimmsten Feinde der Föderation eingesetzt werden soll. Picard meinte in dieser Folge „Es ist keine Person, verdammt, sondern ein Borg!“, Guinan besiegte Picard mit den Worten „Sie hatten Mitleid mit mir… Und was brachte es ein?“ und Worf ließ sich sogar zur Bemerkung „Töten Sie es! Es muss aussehen, als wäre es bei dem Crash gestorben!“ hinreißen.
Die gesamte Atmosphäre unterschied sich völlig von der, die herrschte, als in „Vendetta“ eine verletzte weibliche Borg auf die Enterprise gebracht wurde. Picard und Guinan waren im krassen Gegensatz zu ihrem späteren Auftreten die Freundlichkeit in Person und nur Geordi war in beiden Fällen der liebevolle Borgsitter.
Dass ausgerechnet dieser Geordi dann auch noch dafür plädiert, mithilfe von Naniten (TNG „Die Macht der Naniten“) Völkermord zu begehen, steht ebenfalls nicht mit dieser Folge im Einklang. Und mal im Ernst: Naniten gegen die Borg, dass ist jetzt schon irgendwie Feuer mit Feuer bekämpfen...
Als besonders unangenehm empfand ich den Streit zwischen Geordi und Crusher. Nicht dass dieser unvorstellbar wäre, aber beide zicken sich plötzlich an wie zwei alte Waschweiber. Natürlich kann es hier und da mal zu Spannungen zwischen den einzelnen Crewmitgliedern kommen, doch der Streit zwischen beiden ist den entsprechenden Figuren unwürdig und unpassend.
Gleichermaßen mäßig geraten ist die Idee des Autors, den Ferengi Turane als neuen Sprecher der Borg zu installieren. Nun gut, „Locutus“ könnte man knapp und frei mit „Sprecher“ übersetzen, der hier vorgestellte „Vastator“ hingegen, ist, ebenso frei übersetzt „jemand, der etwas verwüstet“; aber woher können die Borg so gut Latein?
Außerdem geht „Locutus“ ungleich lockerer und fluffiger von den Lippen, als eben „Vastator“. Als ob dieser zeigen wollte, dass die Namensgebung andersherum sinnnvoller gewesen wäre, verwüstet der assimilierte Ferengi ungleich weniger (im Prinzip sogar gar nichts) und ist für einen Borg redseliger, als es der assimilierte Picard je war.
Doch ohnehin hatte David bei der Namenswahl nicht unbedingt ein glückliches Händchen. Der erste Offizier des Ferengischiffes, dessen Captain später zu „Vastator“ werden sollte, hieß tatsächlich „Martok“!
Wie immer bleibt schließlich auch die Übersetzung als Kritikpunkt. Alle klassischen Fehlgriffe feiern hier ein Familienfest und sie sind alle zur großen Party gekommen:
Fehlübersetzungen wie „Insignienkommunikator“ (S. 60), „Diskussegment“ (S. 262) oder „Gesellschaftsraum des zehnten Vorderdecks“ (S. 81) tummeln sich friedlich neben unübersetzt belassenen Begriffen wie „Starfleet“ (S. 19) oder „Starfleet Command“ (S. 189)
Zudem stolpert man andauernd über Kombinationen mit unüblichen Vorsätzen wie „Medo“ (-Offizier, S. 89; -Techniker, S. 111, -Fracht, S. 174; -Personal, S. 402; -Gruppe S. 403) oder „Erg“ (-Lecks, S. 194; -Zellen, S. 374) oder man trifft auf unüblichen Pronomen wie „die Counselor“ oder „das VISOR“.
Vom freudigen Wiedersehen mit „Desaktivierung“ (S. 15), „interstellarer Völkerbund“ (S. 76) oder „Galaxis-Schiffe“ sei nur am Rande berichtet.
Doch die Übersetzung sollte nicht in Gänze verurteilt werden. Die Anmerkung auf S. 14 ist hilfreich und die geschickte Übersetzung der Abkürzung VISOR als das „visuell organische Restitutionsobjekt“ verzichtet auf eine eigenständige deutsche Benennung, die nicht mit der in TNG desöfteren angesprochenen Apparatur in Verbindung zu bringen wäre.
Schließlich störte mich noch eines ganz besonders: Um die Buchteile voneinander zu separieren, nutzte man scheußliche Abstraktionen der Enterprise, die, an ein Schiff der Constitution-Klasse angelehnt, irgendwie nicht zu diesem TNG-Roman passen wollen.

Anachronismen: Um es gleich zu Beginn zu sagen: „Vendetta“ tapst unbedarft in die böse Falle, vom Kanon eingeholt zu werden. Abgesehen von den bereits angesprochenen großen Unterschieden zur Folge „Ich bin Hugh“ lassen sich aber auch noch weitere Unstimmigkeiten finden.
So erinnert Reannon Bonaventure Deassimilierung trotz ihres Fehlschlags an den Einstieg Seven of Nines in Star Trek Voyager. Besonders auffällig ist dies auf Seite 322, auf der die junge Frau plötzlich wieder Haare hat (ohne dass dies irgendwie erklärt wird).
Überhaupt scheint die Reise der Voyager die meisten Anachronismen aufzudecken. So wird in der Folge „Die Schwelle“ Guinans Warp-Zehn-Theorie und damit auch dem Ende des Buches das Wasser abgegraben. Seven of Nines Menschwerdung steht hingegen verflucht oft den Erklärungen über die Borg im Wege. So lassen sich die Berichte über die Auseinandersetzungen zwischen den „Bewahrern“ und den Borg genauso wenig bewahrheiten, wie die Hypothese, dass die höheren Funktionen einzelner Borgdrohnen vom Kubus aus gesteuert werden.
Deep Space Nine dagegen räumt vor allem mit den Mythen und Legenden um die Ferengi auf. So wird die Unterwelt der Ferengi in „Quarks Schicksal“ anders als im Buch dargestellt und auch einem Oberkommando, dass der Flotte der Ferengi vorsteht, wird mit der Einführung des großen Nagus’ eine Absage erteilt. Dass Menschen im Gegensatz zu den Ferengi keinen Wert mehr auf monetäre System legen, wird spätestens in „Die Karte“ deutlich, so dass Riker sicher kaum besser „bezahlt“ (S. 120) wird als LaForge, da dies zudem den Idealen der Föderation nicht sonderlich entsprechen würde.
Auch die im Buch gleich zwei mal auftretenden Anspielungen auf die bereits ausgestorbene Sportart Baseball habe ich weder Picard noch Shelby wirklich abgenommen. Sie hätten sicherlich gut zu Sisko gepasst, jedoch nicht zu einem Franzosen oder einer so karrierehungrigen Frau.
Den in meinen Augen amüsantesten Bruch mit der allgemeinen Chronologie kann man wahrscheinlich nur heute als einen solchen erkennen. Erst seit es Memory Alpha gibt, wo man so wirklich jeden kleinen Informationsfetzen finden kann, weiß der gut informierte Fan, dass die USS Chekov, die laut David bei der Schlacht von Wolf-359 zu spät eintraf, eben doch das ‚Glück’ hatte, daran zu partizipieren. Entgegen der recht lebendigen Schilderungen im Buch würde das Schiff der Springfield-Klasse dort zerstört.
Ebenfalls amüsant ist der Umstand, dass David Captain Taggert zu einer Frau werden ließ, obwohl man bereits in der zweiten Staffel, die er eigentlich hätte kennen müssen, den vollbärtigen (männlichen) Captain zu Gesicht bekommt. Doch David retten diesen selbstverschuldeten Faux-pas durch eine Äußerung im von ihm verfassten Buch „Starfleet Kadetten 03: Mission auf Dantar“. Dort erwähnt der alte Taggert nämlich, dass auch seine Tochter in der Sternenflotte dient, und dass er hofft, dass sie eines Tages seinen Stuhl auf der USS Repulse übernehmen würde.
Allerdings sollte in diesem Zusammenhang bemängelt werden, dass in „Starfleet Kadetten 16: Picards erstes Kommando“, dem Werk der beiden Autoren Brad und Barbara Strickland, ebenfalls ein Gegenspieler aus Akademiezeiten eingeführt wurde. Ohne Zweifel wäre es geschickter gewesen, sich hier auf das Werk Davids zu beziehen, um in den Romanen eine gewisse Kontinuität zu wahren. Aber wer weiß; die Angst vor einer Klage ob der Urheberrechte und eine daraus resultierende mögliche finanzielle Beteiligung kann besonders im Rechtssystem der Vereinigten Staaten unheimlich abschrecken.
Abschließend soll jedoch, nach der ganzen Krittelei, auch lobend erwähnt werden, dass Peter David vorausgesehen hat, aus welcher Ecke des Raums die Borg stammen: Aus dem Delta-Quadranten.

Fazit: „Vendetta“ ist durchaus ein lesenswerter Roman. Wer sich nicht von der im ersten Moment recht abschreckende Story beirren lässt, wird mit einem recht angenehmen, gut geschriebenen und sogar spannenden Roman belohnt. David umschifft geschickt die drohenden Klippen der Schnulzigkeit, verbindet TOS-Elemente geschickt mit einer TNG-Handlung und nutzt auf angenehme Weise Motive aus anderen literarischen Genres.
Doch der Roman wagt zu tiefe Einblicke und in seinem Kielwasser sammeln sich zu viele Anachronismen, als dass sie einfach ignoriert werden könnten. Schon allein die Folge „Ich bin Hugh“ stellt den Inhalt dieses Romans so sehr in Frage, dass er sich nur mit größtmöglicher Ignoranz für den offiziellen Kanon in die allgemeine Zeitlinie eingliedern ließe.

Denkwürdige Zitate:

Das All ist erbarmungslos. Es nimmt keine Rücksicht auf übertrieben selbstsichere und sogar vermessene Individuen.“ Talbot, S. 16

Ich bin dick und Sie haben eine Glatze. Was mich betrifft: Ich kann jederzeit abnehmen…“ Cpt. Korsmo zu Cpt. Picard, S. 68

Du bist irrelevant.“ Das Borgkollektiv zu Turane, S. 106

Captain, ich habe gelernt, daß es nie angebracht ist, ‚nie’ zu sagen. Das Wörtchen ‚niemals’ hat die scheußliche Angewohnheit, schon nach kurzer Zeit dem Ausdruck ‚zum erstenmal’ zu weichen. “ Guinan, S. 211

Wir sind groß. Wir sind mächtig. Wir sind die Rache. Wir sind die Witwe des Universums. Wir sind Vendetta.“ Die Vielen, S. 263

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Die Vielen: V wie Vendetta

Bewertung: Gut, aber mit dem Kanon auf Kriegsfuß.

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