Dienstag, 8. Juni 2010

Gefallene Helden

Buchbesprechung Ab Hugh, Dafydd: Gefallene Helden. Heyne 1994/1995.

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Turon47 bedankt sich wieder einmal bei K'olbasa, der ihm nicht nur dieses Buch aus seinem reichhaltigen Fundus zur Verfügung stellte, sondern darüber hinaus auch unsägliche Geduld in puncto Rückgabedatum bewies...

Story: Eine Schatzkiste findet ihren Weg aus dem Gamma-Quadranten zur Raumstation Deep Space Nine. Sie wird Quark zum Kauf angeboten und in Anwesenheit Odos öffnet der in solchen Dingen recht begabte Ferengi die cardassianisch anmutende Truhe. Unter anderem lässt sich darin eine fremde Apparatur finden, deren Aktivierung die beiden plötzlich drei Tage in die Zukunft wirft.
Zwar ist der Ort, an dem sie landen, noch immer der selbe, doch die Station ist kaum mehr wiederzuerkennen.
Eine Schneise der Zerstörung und des Todes wurde durch die Station geschlagen und alte Freunde wie Sisko, Bashir oder Kira haben wie alle anderen Bewohner auch einen grausamen Tod durch einen so unbarmherzigen wie unbekannten Feind gefunden. Die Station schwebt stark lädiert im Raum und droht in absehbarer Zeit unbewohnbar zu werden.
Odo und Quark stehen vor einem Rätsel, dem sie bei ihrer Wanderung im leichenübersäten Stationsinneren immer weiter auf die Schliche kommen. Sie finden sogar die sterblichen Überreste einiger Invasoren, doch ein klares Bild erhalten sie erst, als sie herausfinden, dass sie nicht die einzigen Personen sind, die sich noch immer auf Deep Space Nine befinden...

Lobenswerte Aspekte: Hauptangelpunkt des Romans ist die bereits in der Serie als sehr komplex beschriebene Beziehung zwischen Quark und seinem vermeintlichen Intimfeind Odo. In diesem Werk zeigt sich bereits deutlich, dass beide viel mehr verbindet, als eine oberflächlich als Hassliebe zu bezeichnende Verbindung. Dafydd Ab Hugh fängt diese bereits vom Pilotfilm an vor Elektrizität knisternde Konfliktbasis gekonnt ein.
Besonders die Ferengidarstellung ist dabei im speziellen Fall Quark sehr gelungen: Allein die Redewendung „Geld sei Dank“ (S. 9), die man schnell mal überlesen kann, beweist eindringlich, mit wie viel Einfühlungsvermögen Hugh dem Erzkapitalistenvolk statt einer schnöden Gottheit ein ungleich verlockenderes Glaubensbild verleiht. Die verschiedenen Arten des Katzbuckelns (vgl. S. 10 oder S. 153), die sich Quark für jede Anlass passenderweise bereitlegt, passt ebenso gut in das Wesen dieses Volkes.
Gleichermaßen passend wird ein Aspekt der Vergangenheit Quarks aufgegriffen: Wir erfahren von seiner Dienstzeit auf einem Ferengi-Handelsschiff namens „Gewinnspanne“ (S. 78). Das würde sich recht gut mit den Informationen aus der Episode „Babel“ decken, wobei Quark im Buch clever verschweigt, dass der dort lediglich als Koch angestellt war.
Der besondere Schlusspunkt ist, dass Quark zu einem verdienten Helden wird, über dessen heroische Taten niemals jemand etwas erfahren wird. Besonders dieser für den kleinen Barbesitzer wohl tragischste Punkt ist sehr gelungen und harmoniert wundervoll mit der Tatsache, dass in Büchern geschilderte Ereignisse nur selten Berücksichtigung auf der Leinwand finden.
Äußerst interessant sind zudem die Einblicke in die Fauna Ferenginars (vgl. S. 152). Doch diese zoologische Rundschau bleibt nicht allein auf die regnerische Heimat Quarks beschränkt, sondern wird im Laufe der Seiten auf Cardassia Prime (vgl. S. 152) oder Betazed (S. 236) erweitert.
Ganz generell ist das Werk spannend geschrieben und die einzelnen sorgfältig in Szene gesetzten Kapitel sind intelligent aufeinander abgestimmt. Wie ein Puzzle setzt sich gegen Ende ein Gesamtbild zusammen, dessen aufwändige Planung dem umfangreichen Buch klar anzumerken ist.
In diesem Zusammenhang sei auch die Vielfalt an verschiedenen Referenzen genannt: Neben den obligatorischen Bezügen auf die erste Staffel Deep Space Nine (vgl. z.B. S. 71, S. 78 oder S. 154) kann man darüber hinaus auch eine Menge auf TNG (vgl. z.B. S. 17, S. 43 oder S. 44) finden.
Befasst man sich näher mit dem Autoren, kann man auch eine kleine Hommage an die eigenen Wurzeln des Autoren finden. Sein Geburtsname lautet eigentlich nämlich David Friedman, doch der Sohn eines jüdischen Vaters und einer walisischen Mutter beschloss, seinen Namen der Herkunft seiner Mutter anzupassen. 'Dafydd' ist nichts weiter als die walisische Entsprechung des hebräischen Vornamens 'David', 'Ab' ist die walisische Variante des schottischen 'Mac' oder irischen 'O' und bedeutet nichts anderes als 'Sohn' beziehungsweise 'Nachfahre von...'. Der dritte Namensbestandteil bezieht sich schließlich auf den nächsten Vorfahren, wahrscheinlich den Vater des Schriftstellers. Wenn man dies bedenkt, erscheint der aus Wales stammende Nebencharakter Cory Ewin in einem anderen Licht. Selbst die Rivalität zum Iren O'Brien (vgl. Denkwürdige Zitate) gehört in diesen Kontext genauso wie der Bezug auf eine andere hinlänglich bekannte Persönlichkeit von den britischen Inseln: William Shakespeare.
Die traditionsreiche Verbindung zwischen Star Trek und dem englischen Jahrtausendgenie wird fortgesetzt durch das Aufgreifen der Dramenfigur Macduff.
Dieser hat allerdings nichts mit dem ähnlich klingenden Bier aus den Simpsons zu tun, sondern ist der Widersacher in Shakespeares Meisterwerk Macbeth. Die weniger gut übersetzte, nichtsdestotrotz genial auf den Kontext passende Zeile, auf die sich der Waliser beruft, lautet in Gänze und im Original:

Lay on, Macduff,
And damn'd be him that first cries, 'Hold, enough!'


Kritikwürdige Aspekte: Wer schon alles, was Star Trek an Serien zu bieten hat, gesehen hat, dem wird die Handlung wie ein alter Hut vorkommen. Die Story erinnert an verschiedene Zeitreisefolgen wie „Die Zukunft schweigt“, „Gefangen in einem temporären Fragment“ oder „Der Visionär“. Besonders letztere Folge weist starke Ähnlichkeiten auf, selbst wenn man ergänzend erwähnen sollte, dass dieses Buch weit vor der genannten Folge erschien.
Doch wenn man solche Folgen kennt, verliert die Handlung schnell an Reiz, denn spätestens ab dem Tode Roms (vgl. S. 28) weiß man als halbwegs im Umgang mit Belletristik vertrauter Leser ganz genau, dass definitiv die Zeitlinie verändert werden wird, und das alles gar nicht passiert. Das Lesen wird obligatorisch, denn es erstreckt sich auf nie Geschehenes.
Dadurch allein fiel mir das Lesen unheimlich schwer. Natürlich ist es recht verständlich, durch den Tod bekannter Hauptcharaktere Spannung zu erzeugen, doch das Konzept geht spätestens nach der dritten Zeitparadoxienfolge nicht mehr auf. Man fühlt sich schließlich selbst wie in einer Zeitblase, in der die Lesezeit nicht kongruent mit der Normalzeit verläuft.
Ein weiterer, recht anstrengender Punkt war die Darstellung der vielen Kinder als als tragische Opfer. Die geballte Ladung Grausamkeiten, die den Heranwachsenden hier aufgeladen wird, mutet für meinen Geschmack ein wenig zu plump für an. Um wieder auf die Simpsons zu referieren: Ich habe die ganze Zeit Helen Lovejoys Standardsatz „Kann denn nicht einmal jemand an die Kinder denken?“ in meinen Ohren klingen gehört.
Nahezu übermächtig wirken in diesem Werk die Bekkir, jene hoch entwickelten feindlichen Wesen, die die Station in Schutt und Asche legen. Sie wirken wie die schlimmste und schrecklichste Bedrohung, die im Gamma-Quadranten auf die Föderation wartet.
Damit schaffen sie ein Gegengewicht zum Dominion, dass in späteren Folgen plötzlich als unumstrittene Hegemonialmacht des Nachbarquadranten auftaucht. Den Bekkir hingegen bleibt somit nur eine stillschweigende Statistenrolle, die den Beschreibungen des Romans keineswegs gerecht wird. Wenn diese Spezies tatsächlich so wie dargestellt handelt, so bleibt kein Platz für Bekkir UND Dominion im Gammaquadranten. Und wenn die Föderation die Gründer schlagen kann, aber gegen die Bekkir kaum eine Chance hat, so kratzt man sich schon am Ende des Buches am Kopf und fragt sich still, ob dieses Buch tatsächlich ins Star-Trek-Universum passt.

Übersetzung: Selbstverständlich krankt auch dieses Buch an der lieblosen Übersetzungsmaschinerie des Hauses Heyne. Typische Schnitzer wie „Flitzer“ (S. 35) statt „Runabout“, „Gestaltwandler“ (S. 168) statt „Formwandler“ und „Holo-Kammern“ (S. 294) statt „Holosuiten“ lassen sich ebenso wie unsinnige „Medo“-Kombinationen (vgl. S. 180 oder S. 182) allenthalben nur mit dem Gleichmut eines Heyne-Bücher-Veteranen ertragen. Ergänzt werden diese Begrifflichkeiten durch merkwürdig anmutende Ränge wie „Stabsbootsmann“ (S. 62) oder „Maat“ (S. 97) die ich vielleicht noch auf der H.M.S. Pinafore, nicht aber auf der Raumstation nahe des Wurmloches erwartet hätte.
Abgerundet wird dieses Bild schließlich noch durch Tippfehler wie „zürückbringen“ (S. 20) oder verschlafene korrekte Schreibweisen wie „Bator“ (S. 44) statt „B'Etor“ oder „Bati“ statt „Bata“ (S. 84). Über das ebenso penetrante wie fehlerhafte „desaktivieren“ (vgl. z.B. S. 275) wurde ja bereits mehrfach gesprochen.
Zu guter Letzt zeigt sich am grammatischen Umgang mit den Star-Trek-internen Begriffen erschreckendes Unwissen für einen Verlag, der mit der Publikation von auf einer Fernsehserie basierenden Bücherreihe Geld verdienen wollte: An Formulierungen wie „Kira ist im Shakaar“ (S. 155) oder „Locutus der Borg“ (S. 161) kann man jedenfalls deutlich erkennen, dass die Eigennamen vom Übersetzer als Fremdkörper wahrgenommen werden.
Doch ich kann andererseits nicht über jedes Haar in dieser Suppe meckern. So eine Übersetzung ist nämlich immer auch das Kind ihrer Möglichkeiten. Nicht von ungefähr meinte dereinst George Bernard Shaw:

Frauen sind wie Übersetzungen: Die schönen sind nicht treu, und die treuen sind nicht schön.

Sehen wir uns das einfach mal am Original an, denn als besonders schwierig erweist sich dieser englische Satz aus dem Munde Jake Siskos:

[...] but for a long time, I didn't know what the hell – what the heck he meant.

Ein Schimpfwort! Au weia! Aber 'zur Hölle' wird in unserer Sprache beileibe nicht als als ein solches betrachtet und ein guter Übersetzer sollte da improvisieren. Sehen wir uns daher einmal an, was in der deutschen Übersetzung zu finden ist:

Aber ich saß da und dachte, verdammte Schei... verdammter Scheibenkleister, was meint er nur damit?“ (S. 245)

Vielleicht nicht sehr textnah, doch eigentlich gut pariert, denn 'Scheiße' sollte man weder in den Mund nehmen, noch im Internet verbreiten.
Also etwas anderes. Wie sieht es mit englischen Wortspielen aus? Vielleicht noch aus dem Mund eines Kindes? Molly O'Brien vielleicht? Solche vermeintlich harmlosen Äußerungen können nämlich für eine Translation besonders tückisch und zu einem fiesen Stolperstein werden:

Said go to the weepy cells,

Böse Kiste! Wie kommt man da am besten wieder raus?

Er hat gesagt, geh in einen Gewürzwurm.“ (S. 250)

Ein 'Gewürzwurm' hat nur wenig mit 'weepy cells' zu tun, doch auch hier beweist Uwe Anton ein geschicktes Händchen. Noch immer klingt es nach fantasievoller Kindersprache und doch hat es mit dem Original nur peripher zu tun. Man kann fast dazu tendieren, der Übersetzung eine gewisse Schönheit zuzusprechen.
Sagte ich fast? Genau!
Denn andererseits lassen sich auch hier und da etwas steife und unpassende Übersetzungsversuche finden:

The boy could not do less than his father.

In der untreuen, dennoch schönheitsfreien Übersetzung heißt es:

Der Junge kam in der Tat auf seinen Vater heraus.“ (S. 282)

Schade eigentlich.

Anachronismen: Die beiden zentralen Figuren des Romans sind ebenso die zentralen Anziehungspunkte für Widersprüche zur Serie.
So kann man über Quark lesen, dass Rom sein älterer Bruder sei (vgl. S. 9). In der Episode „Familienangelegenheiten“ wird jedoch ein anderes Bild gezeichnet; obwohl Rom bereits Vaterfreuden erfuhr, ist er lediglich der zweitgeborene Sohn von Ishka und Keldar.
Auch die Äußerung, dass in der Bar, die den gesellschaftlichen Mittelpunkt der Station bildet, kein echter Alkohol ausgeschenkt wird (vgl. S. 16), stimmt nicht mit den Informationen aus mehreren Folgen überein.
Bedenkt man ferner, welchen Aufwand der findige Geschäftsinhaber in „Meridian“ betrieb, um ein Holosuite-Programm zu erschaffen, dass es seinem Kunden Tiron ermöglichen würde, seine sexuellen Fantasien mit Kira auszuleben, so verwundert es schon, dass Quark bereits längst im Besitz eines solchen Szenarios ist (vgl. S. 190)!
Am merkwürdigsten ist allerdings der Lehrplan von Ferenginar. Nehmen wir an, dass die Handelsschule das Äquivalent zu unseren niederen Bildungseinrichtungen ist. Nehmen wir ferner an, dass Quark, wie in „Familienangelegenheiten“ und „In der Falle“ nahegelegt wird, 2351 sein trautes Heim verließ. Glaubt man allerdings dem Buch, hatte er bereits zu Schulzeiten Unterricht über die großen Volkswirtschaftler der Erde, obwohl der offizielle Erstkontakt zwischen Föderation und Ferengi erst 2364 in „Der Wächter“ stattfand. Selbst wenn man davon ausgeht, dass es, wie es die Ereignisse in Episoden wie „Raumpiraten“ oder „Die Schlacht von Maxia“ nahelegen, bereits zuvor losen Kontakt gab, ist der Detailreichtum dabei erschreckend hoch.
Bei Odo lassen sich ähnliche Ungereimtheiten finden.
Es beginnt mit leichter Verwunderung darüber, dass sich ausgerechnet Odo für die Sauerstoffvorräte interessiert (vgl. S. 32) und mündet in völligem Unglauben, wenn man erfährt, dass Odo im All einen Schutzanzug benötigen würde (vgl. S. 166). Schließlich zeigt Odos Artgenosse Laas in „Hirngespinst“ deutlich, dass solcherlei Solid-Sorgen für Formwandler keinerlei Bedeutung haben.
Richtiggehend in Humbug abgleitend ist die Behauptung, dass die Gründer Temperaturen von 8000°C und mehr aushalten könnten (vgl. S. 274ff.). Demnach hätten nicht einmal Phaser eine Auswirkung auf die Wechselbälger und Odos kaffkaeske Verwandlung in einen Solid wäre schon allein deshalb nie geschehen, weil sein Artgenosse in „Der Widersacher“ locker überlebt hätte.
Das größte Stirnrunzeln verursachen jedoch die Bemerkungen, die Odos Formwandlungsfähigkeiten betreffen. So erfährt der geneigte Leser, dass sich der Constable aufgrund seiner stets gleich bleibenden Körpermasse nicht in eine Spinne verwandeln kann (vgl. S. 105). Später ist zu lesen, dass sein Körpergewicht stolze 400Pfund (vgl. S. 168), also etwa 200kg beträgt. Das ist natürlich eine Menge Holz, die sich auf ein kleines Tier wie eine Spinne schlecht verteilen ließen.
Doch besonders in der ersten Staffel, die dem Autor eigentlich bekannt sein müsste, lassen sich deutliche Gegenbeweise für diese kühnen Behauptungen finden. So kann man Odo in „Die Kohn-ma“in der Gestalt einer Ratte bewundern. In der Episode „Der Steinwandler“ schafft er es immerhin, sich als Glas zu tarnen, das von Rom zu Quark getragen wird. Dem späteren Großen Nagus ist ja viel zuzutrauen, doch mal eben vier Zentner (um ein Bild zu verwenden: vier Säcke Zement!) auf einem Tablett zu transportieren, gehört sicherlich nicht dazu.
Im Windschatten der beiden Hauptfiguren lassen sich weitere Widersprüche ausmachen.
So wirkt Deep Space Nine wie eine recht einsame Station: Innerhalb von drei Tagen dockt nicht ein bajoranisches, irdisches oder fremdes Schiff an der Station an (vgl. S. 52)?
Ähnlich unrealistisch klingt die Vorstellung, dass Zugangsdaten nötig sind, um die OPS per Turbolift zu erreichen (vgl. S. 288ff.). Die Idee an sich ist ja noch nicht einmal schlecht und hätte sicherlich viele unliebsame Überraschungen vermieden, doch leider war das im Laufe der sieben Staffeln nie der Fall. Genauso verhält es sich mit der Brüstung“ im Turboliftschacht zur OPS (vgl. S. 232f.) die sich trotz der ab und zu gezeigten Schächte nicht verifizieren lässt.

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Dieser Turboliftschacht kann sich mit keiner Brüstung brüsten

Leise klingt auch der beliebte Fehler an, der Föderation Geldwirtschaft zu unterstellen (vgl. S. 67) und die Frage, ob mit „Glop am Stiel“ (S. 59) vielleicht Jumja-Sticks gemeint sind, liegt recht nahe (tatsächlich bezeichnete das Produktionsteam diese Speise mit diesem Decknamen). Allerdings kann es auf Bajor wie auf der Erde auch viele verschiedene Sprachen geben. Das dem zutiefst religiösen Volk allerdings ein Sonnengott neben den Propheten (vgl. S. 244) zugeschrieben wird, klingt allerdings recht unglaubwürdig.

Fazit: Quark und Odo sind fraglos die zentralen Helden dieses sehr gut geschriebenen und gut abgestimmten Romans. Der Leser kann viel über die beiden und ihre Beziehung zu einander erfahren, auch wenn man nicht alles für bare Münze nehmen sollte.
Doch die Handlung wirkt zu vertraut, der Gegner zu übermächtig und die kleinen Anschlussfehler zu zahlreich, um ein wirkliches Lesevergnügen zu bereiten.
Nicht, dass es an Dafydd Ab Hugh liegen würde – er gab sich wirklich größte Mühe und selbst die Übersetzung liest sich sehr angenehm, doch wenn das Weiterlesen zu einem Prozess von Überwindung und Seitenzählen wird, dann liegt irgendwo der Wurm drin.

Denkwürdige Zitate:

Es heißt: Nun magst dich WAHREN, Macduff, du illiteraler Waliser, und Macduff war Schotte, nicht Ire.
O'Brien, S. 54f.

Bring auch einen Mop oder so was mit! Wir müssen Odo aufwischen.
Quark, S. 279

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Ein klarer Fall für Odo-Wisch-und-Weg

Bewertung: Buch mit Gewürzwurm drin.

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Kommentare:

  1. Also ... Du enttäuscht mich ein bisschen. Wie kannst du nur einem der besten DS9-Bücher nur drei Punkte geben? Das Buch ist absolut klasse!
    Das verstehe wer will, ich jedenfalls nicht ... Hmpf!
    ...
    ...
    ...
    Ich bin jetzt zwar ein wenig beleidigt, aber ich lese deine Rezensionen trotzdem weiter. ^^

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  2. Hmmm, "Gefallene Helden" ist auch einer meiner absoluten DS9-Lieblinge...

    Ich zittere schon ein bisschen davor, wie "Die Tochter des Captain" bei Dir abschneiden wird, das ist auch ein ganz großer Favorit von mir!
    ;)

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  3. Das ist ja ewig her. Als vgs noch DS9-Romane als Hardcover herausbrachte - ich glaube sogar parallel zu den Taschenbüchern von Heyne. Damals hatte vgs ja noch viel Fernseh-Begleitmaterial veröffentlicht. Zu der Zeit war ich aber noch nicht mit dem Star Trek-Bücheruniversum vertraut und DS9 habe ich noch gar nicht gekannt und nicht im Fernsehen gesehen gehabt, weil das Anfangs ja noch im Abendprogramm lief. Da kannte ich nur Raumschiff Enterprise und TNG.
    Meinen ersten Star Trek-Roman hatte ich aber ungefähr zu der Zeit an Weihnachten geschenkt bekommen. Ich wollte aber eigentlich das Captains Logbuch (ein Serienguide mit Hintergrundmaterial zu den Spielfilmen und Serien). Das Captains Logbuch bekam ich dann aber gleich zwei Mal, deshalb wollte ich ein Exemplar gegen irgendwas im Buchladen umtauschen und das Cover von "DS9: Animaterie" (vgs Hardcover) sah am schönsten aus. Das Buch lag ewig im Schrank bis ich Jahre später damit anfing, als ich DS9 dann kannte und die Serie in einer Pause war. Ach das waren noch Zeiten...

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  4. @ Sandy und Ameise: Es tut mir wirklich leid, wenn ich Euch etwas auf den Schlips getreten bin, doch seht es so: Das was ich geschrieben habe, ist nur meine eigene Meinung. Die zwinge ich niemanden auf, doch ich habe versucht, möglichst genau zu beschreiben, wie ich zu diesem Urteil gekommen bin. Außerdem sind drei Punkte nicht einmal schlecht. 'Gefallene Helden' ist nämlich lesenswert, wenn auch beileibe nicht die Spitze der DS9-Romane. Die nimmt in meinen Augen mittlerweile unangefochten 'Der Abgrund' ein.

    @Bernhard: Hey, das DS9 Captains Logbuch hatte ich auch zweimal- allerdings konnte ich damals nichts umtauschen. Wenn ich mich recht erinnere, hab ich mein zweites Exemplar an einen Schulkameraden verliehen, und es bis heute niemals wiedergesehen...

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  5. Na so schnell lasse ich mir nicht auf den Schlips treten, keine Sorge ;)

    Andere Meinungen sind jederzeit willkommen, vor allem wenn sie so unterhaltsam präsentiert werden wie hier. Aber natürlich freue ich mich immer, wenn meine Lieblingsromane bei anderen auch gut ankommen - ist halt so...

    Liebe Grüße,

    Kerstin

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