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Freitag, 25. September 2009

Imzadi

Buchbesprechung David, Peter: Imzadi, Heyne 1992.

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Story: Wir schreiben das Jahr 2408. Der Sternenflottenadmiral William T. Riker sitzt wehmütig auf einer unbedeutenden Sternenbasis mitten im intergalaktischen Nirgendwo fest. Sein Leben, seine Karriere und sein Seelenfrieden sind seit den Tod seiner früheren Angebeteten Deanna Troi aus den Fugen geraten und der einstmals energetische Mann ist kaum mehr ein Schatten seiner früheren Tage.
Als Lwaxana Troi auf Betazed im Sterben liegt, macht er sich auf, um der Bestattung beizuwohnen, doch an alter Wirkensstätte holen ihn die Erinnerungen bald ein.
So träumt sich Riker in die Zeit zurück, in der er auf dem Planeten stationiert war und seine atemberaubende Beziehung zu Deanna begann. Doch die Erinnerungen fördert die Resignation des alten Mannes nur noch mehr und weit deprimierter als zuvor lässt er sich von der USS Enterprise NCC-1701-F unter dem Kommando Datas zu seinem tristen Posten zurückgeleiten.
Doch Data begeht einen Fehler: Durch seine Aussagen zu Paralleluniversen und dem "Wächter der Ewigkeit" gelingt es ihm zwar, seinen alten Freund aus seiner Lethargie zu befreien, doch er motiviert ihn damit auch dazu, diese Möglichkeit zu nutzen, die Vergangenheit zu ändern.
Trotz hartnäckiger Versuche des Androiden, Riker davon abzuhalten, gelingt es dem verzweifelten Admiral schließlich, in die Vergangenheit zu reisen und möglicherweise die gesamte Zukunft zu beeinflussen. Können Data und sein Wissenschaftsoffizier Blair diesen Wahnsinn stoppen?

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Touristenfalle Wächter der Ewigkeit

Lobenswerte Aspekte: Wer sich ein bisschen mit Star Trek auskennt, und sich auch nur an die Hintergrundmusik erinnern kann, die im TNG-Pilotfilm "Mission Farpoint" ertönt, wenn Riker und Troi sich das erste Mal sehen, kann sicherlich nachvollziehen, warum ich diesem Werk mit Argwohn begegnete. Nichts anderes als einen schwülstigen und besonders kitschigen Roman sah ich vor meinem inneren Auge.
Doch mit einem Blick auf den Autoren Peter David wuchs meine Spannung, denn bis auf eine unbedeutende Ausnahme hatten seine Werke bislang mein Wohlwollen erregt.
So begann ich also mit gemischten Gefühlen dieses Werk zu lesen und muss nun gestehen, dass ich positiv überrascht wurde und meine Bewunderung für Peter David mit jeder neuen Seite stetig gewachsen ist.
Schon allein die neu eingeführten Charaktere wie Mary Mac, Mark Roper oder Blair harmonieren mit der Story und sind einfühlsam geschildert. Darüber hinaus sind sie auch mit einem weitreichenden und gut recherchierten Hintergrund ausgestattet worden, was man zu Beginn des Buches an der Beschreibungen orionischer Frauenleitbilder (S. 10f.) und am Ende durch die Enttarnung eines Chamäloiden (S. 275) – einer in „Star Trek VI – Das unentdeckte Land“ einmalig aufgetretenen Spezies – bemerken kann. Mit der Erwähnung der "Kreel" (S. 52) schlägt David sogar die Brücke zu anderen in diversen Büchern, wie etwa "Kontamination", geschilderten Spezies.
Der hohe Standard der Erzählung wird durch eine Phalanx an Referenzen aus verschiedenen Serien und Episoden, wie „Griff in die Geschichte“, „Ein Parallel-Universum" (S. 29), "Die alte Enterprise" (S. 29) oder "Mission Farpoint" (S. 32) ebenso unterstrichen wie durch den Einsatz der Gaststarriege um Lwaxana Troi, Wesley Crusher oder Lt. Barclay.
Auch die etablierten Figuren sind exzellent getroffen, wobei natürlich besonders William T Riker, der tragische Held des Geschehens, an erster Stelle genannt werden sollte.
Sein Wesen wird in den verschiedenen Teilen unterschiedlich, aber mit großem Wiedererkennungswert geschildert. Ist er in seiner Frühphase auf Betazed lüstern und humorvoll, so wirkt er in direktem Kontrast dazu in hohem Alter desillusioniert und sarkastisch. In der Tat entsprechen seine Verlustgefühle so ziemlich dem, was im TNG-Serienfinale „Gestern, Heute, Morgen“ zu sehen ist, mit dem Unterschied, dass sich seine vorwurfsvolle Ader nicht gegen Worf, sondern gegen sich selbst richtet.
Auch die geniale Idee, ausgerechnet Data zum Bösewicht zu machen, an dem das Wohl oder der Verderb der Zukunft hängt, muss erwähnt werden, denn sie ist Ausdruck einer detaillierten Planung, die man dem Roman anmerkt.
David gelingt es nämlich, mit dem gefährlichen Thema das Prädikat „Liebesschnulze“ zu umgehen und ein vielschichtiges Werk auf mehreren zeitlichen Ebenen zu schaffen, dass mit Action, Philosophie, Erotik und Humor gleichermaßen glänzt. Gerade der letzte Punkt ist meiner Meinung nach besonders auflockernd, zumal David mit Anspielungen auf das Picard-Manöver (vgl. S. 30) beweist, dass er bei aller zur Schau gestellten Detailversessenheit auch ironisch auf die in sich geschlossene Star-Trek-Welt blicken kann.
Das Werk schafft sich dadurch einen Platz, dass es Lücken im Kanon auszumerzen versucht, und man kann ihm noch immer zugute halten, dass dieser edle Vorsatz, von einigen kleineren Unstimmigkeiten abgesehen, noch immer Bestand hat. Die gebotenen Einblicke in die äußerst persönliche gemeinsame Vergangenheit Trois und Rikers, passen nämlich selbst heute noch ins Bild und selbst die Titan-Buchserie geriet bislang in keinen Konflikt mit den hiesigen Darstellungen.

Kritikwürdige Aspekte: Als Star-Trek-Fan ist man es mittlerweile gewohnt, dass sich einige Storyelemente in verschiedenen Serien oft im zweiten Aufguss präsentieren. Anders ergeht es auch der Konzeption Davids nicht, denn das Element der Beeinflussung der eigenen Vergangenheit wurde diverse Male in mehr oder weniger variierter Form in Episoden wie Die Zukunft schweigt", "Ritus des Aufsteigens", "Gestern, Heute, Morgen", "Der Visionär", "Temporale Paradoxie", "Endspiel" und „Star Trek XI“ aufgegriffen.

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Besuch aus dem unentdeckten Land: Turon47 aus der Zukunft (links) animiert den Turon47 der Gegenwart (rechts) zum Lesen dieses Buches

Auch die Vorstellung, dass Wesley Crusher zum Captain wird, und sich noch immer so tapsig anstellt wie in seiner frühen Jugend, ist eine Zukunftsaussicht, die sich durchaus mit der Zerstörung Vulkans gleichsetzen ließe.
Doch beide Aspekte ändern kaum etwas an der Qualität des Romans. Dazu ist schließlich die liederliche deutsche Übersetzung da.
Die belässt wie gewohnt Begriffe wie "Starfleet" (S. 15) oder "Starbase" (S. 20) unübersetzt und beharrt auf der Verwendung unnützer Kombinationen wie "Medo-Team" (S. 67) und "Medo-Techniker" (S. 243) sowie auf falsche Präfixe wie "desaktivieren" (S. 268) oder "Desaktivierungsschalter" (S. 287).
Das ganze wird noch durch Begriffe ergänzt, die in der Serie völlig anders lauten, wie etwa "Insignienkommunikator" (S. 79), "interstellarer Völkerbund" (S. 241) oder "Bar des zehnten Vorderdecks" (S. 289).
Doch damit nicht genug – gewürzt wird das Ganze noch mit einige Fehlern, die mit falschen Übersetzungen kombiniert werden: So kann man etwa auf S. 118 statt "Heiliger Kelch von Rixx" die Formulierung "Sakraler Kelch von Riix" finden.
Auch die uneinheitliche Belegung englischsprachiger Begriffe mit deutschen Adjektiven trägt zur Schmälerung des Lesevergnügens bei. So verzichtet man auf S. 20 –entgegen grammatischer Regeln – auf den Artikel „die“, wodurch der Eindruck entsteht, dass die „Starbase“ ein Planet ist.
Auf S. 228 finden wir allerdings einen Artikel vor einem englischsprachigen Wort, doch „die Counselor“ hört sich einfach dämlich an. Nicht umsonst kann man nämlich Picards Vorstellung "Mr. Riker, die Bordcounselor Deanna Troi." (S. 229) in „Mission Farpoint“ so nicht hören; hier wich man klugerweise auf die Formulierung "Commander Riker, das ist die Beraterin des Schiffes, Deanna Troi." aus.
Abgesehen davon und von kleineren Fehlern wie zum zweitenmal" (S. 32), nervte auch die Bezeichnung "Miss" (S.135 und 139), obwohl ansonsten stets die damals noch korrekte Variante "Miß" (vgl. S. 113 oder S. 163) verwendet wurde.
Symbolisch ließe sich abschließend diese Wankelmütigkeit des Übersetzers mit einem seiner eigenen Sätze belegen, denn auf Seite 179 finden wir eine viel sagende Bemerkung, die symptomatisch für seine gesamte Arbeit steht: "[...] doch Maror schwankte nur und schwankte".

Anachronismen:Die verschiedenen Ungereimtheiten dieses Werkes lassen sich grob in zwei Kategorien teilen, das die alternative Zeitlinie des depressiven Rikers so nicht stattfindet. Unterschieden nach dem Fokuspunkt (vgl. S. 241), dem Tode Deanna Trois:

Anachronismen innerhalb der alternativen Zeitlinie

Am merkwürdigsten empfand ich die Erwähnung von Schiffen der Constellation-Klasse (S. 22). Diese Raumfahrzeuge, zu denen unter anderem Picards erstes Kommando, die USS Stargazer zählte, sind bei den Dominion-Kriegen nicht mehr zu sehen und die Kommentare in der Episode „Galavorstellungen“ legen nahe, dass den Schiffen bereits die Ausmusterung widerfahren sein muss. Nach weiteren 43 Jahren Betriebsdauer sah jedenfalls keines der Schiffe aus, die bei TNG zu sehen waren.
Die meisten Unstimmigkeiten sammeln sich jedoch um Data.
Scheinbar gibt es in seiner Zukunft wieder den Rang eines Commodore (vgl. S. 10) – nicht dass er ausgestorben wäre, aber abgesehen von einer fragwürdigen Erwähnung in „Auf schmalem Grat“ gab es seit TOS von diesen Amtsträgern weder etwas zu hören noch zu sehen.
Ohne Troi schien Data in "Star Trek VI Treffen der Generationen" nicht in der Lage zu sein, sich einen Emotionschip zu installieren (vgl. S. 237) und auch die Behauptung, er hätte seine Erscheinungsform im Laufe von knapp vierzig Jahren nicht verändert (vgl. S. 287), klingt unglaubwürdig, wenn man Brent Spiners Auftritte in “Der Mächtige“ und „Star Trek Nemesis“ miteinander vergleicht.
Und wenn wir schon über den letzten TNG-Film sprechen – müsste Data nicht schon längst tot sein?
Doch hier beweist David einmal mehr sein geschicktes Händchen. Nicht ohne Grund geht er auf das Schicksal anderer Personen wie Picard, LaForge oder Worf nicht näher ein und selbst sein vermeintlicher Fehler, Data als Nebendarsteller zu nutzen, erweist sich bei seinem einfühlsamen Romankonzept als kluger Schachzug, denn einer der letzten Sätze des Androiden trifft den Nagel auf den Kopf und erzeugt eine Gänsehaut beim allwissenden Leser:

Es gibt sogar die Möglichkeit, daß wir einfach so verschwinden, weil unsere Existenz mit dem neuen Zeitstrom nicht vereinbar ist."
Data, S. 315

David konnte sich sicherlich 1992 noch nicht vorstellen, dass ausgerechnet Data dieses Schicksal treffen wird, doch führt man dieses philosophische Gedankenspiel weiter, so kommt man zu einer überaus interessanten Interpretation:
Riker opferte im Prinzip den Fortbestand Datas, um die Existenz seiner späteren Gattin zu retten! Dieser radikale Schritt macht das Buch im Nachhinein noch aufwühlender und beeindruckender.
Natürlich ist diese Lesart darauf begründet, dass der Autor viele Punkte klärt, bei heiklen Themen jedoch genügend Spielraum für den offiziellen Kanon lässt. Doch gerade mit dieser Taktik und kleineren prophetischen Anwandlungen (S. 245, Ops-Offizier ‚Tucker’) schuf er eine Verbindung mit dem Kanon, die wie gesehen bereits einigen Belastungsproben standhalten konnte.

Anachronismen innerhalb der normalen Zeitebene

Leider wird Davids Triumph durch andere Unregelmäßigkeiten etwas geschmälert, denn viele seiner Behauptungen wurden rasch von den laufenden TV-Serien widerlegt, oder stimmten schlichtweg nicht.
So kann man kaum davon reden, dass Orionerinnen keine Kleidung tragen (vgl. S. 10). Bislang trugen nämlich alle je in Filmen und Serien („Der Käfig“, „Wenn die Götter zerstören“, „Die Zeitfalle“, „Borderland“, „Die dunkle Seite des Spiegels“ „Die Verbindung“, „Star Trek XI“) zu sehenden Orionerinnen zum Bedauern vieler männlicher Zuschauer stets Kleidung - wenn auch oft sehr wenig....
In dieser Kategorie ist Riker das Zentrum anachronistischer Angaben.
So wird sein Zweitname mit „Thelonius“ (S. 66) angegeben, sein Dienst auf der USS Potemkin nicht berücksichtigt und auch das Ende der Beziehung zu Deanna Troi (vgl, S. 208 und 217ff.) wird in der Folge „Riker : 2 = ?“ abweichend angegeben. Dies mag daran liegen, dass dieses Buch in etwa zeitgleich mit der sechsten Staffel erschien, und David diese Entwicklung nicht voraussehen konnte.
Doch auch Rikers Kenntnisse über Ferengi (vgl. S. 175) passen nicht unbedingt zu den Geschehnissen der ersten Staffel TNG, in der der Erstkontakt mit den Ferengi hergestellt wird. Natürlich kommt auch David nicht um einen der hartnäckigsten Fehler herum:
Nein, nicht die Erwähnung des ‚Planeten’ Plutos (S. 145) irritiert, sondern die häufige Bezugnahme auf Geld und monetäre Systeme: UFP-Diplomaten haben Kontonummern (vgl. S. 127), verwetten schon mal hundert (vgl. S. 128) oder zweihundert Credits (vgl. S. 129) und gewähren finanzielle Beihilfen (vgl. S. 241). Kirks Geldbeschaffungsprobleme in „Star Trek IV Zurück in die Gegenwart“ werden schlichtweg ignoriert, obwohl spätere Bezüge in „Star Trek VIII Der erste Kontakt“ oder DS9 „Die Karte“ in die selbe Bresche schlagen.
Dass allerdings trotz gegenteiliger Angaben in der Episode statt ‚Deneb IV’ die Bezeichnung ‚Cygnus IV’ für den Planeten verwendet wird (S. S. 227), auf dem sich die Station Farpoint befindet, hat meiner Interpretation nach andere Ursachen.
Ich denke, dass David hier einen Lapsus aus der Serie ausbügeln wollte, denn in der englischen Version der Episode „Die Spitze des Eisbergs“ wird beschrieben, dass Kirk und Mitchell den Planet bereits besuchten. Da dies und andere Erwähnungen, wie die des denebianischen Schleimteufels, in Widerspruch zur Angabe standen, dass diese Welt sehr abgelegen sei, schuf der Autor mit seiner Beschreibung eine neue Realität, über dessen Daseinsberechtigung man sich allerdings streiten kann.

Fazit: Peter David ist ein großartiger Roman gelungen, der mehrere zeitliche Sprünge macht, ohne aus dem Kanon zu fallen. Er brachte darüber hinaus das imposante Kunststück fertig, dem zentralen Beziehungsthema auch Action, Erotik, Philosophie und Humor beizumengen und gleichzeitig mit größter Sorgfalt an den einzelnen Charakteren zu feilen. Dabei sind Figuren entstanden, die selbst nach weiteren Star-Trek-Serien, -Filmen und –Büchern nicht an Glaubwürdigkeit verloren haben, sondern noch immer als herausragende Beispiele für andere Autoren dienen können.
Selbst die Anachronismen halten sich in Grenzen und es ist schon bitter, dass es ausgerechnet die deutsche Übersetzung ist, die diesem genialen Werk einen Makel beschert, den es nicht verdient hat.

Denkwürdige Zitate:

"In fünf Minuten. Bitte kommen Sie nicht zu spät. Unpünktlichkeit deutet auf geistige Schlampigkeit hin und gebührt keinem Starfleet-Offizier."
Captain Wesley zu Admiral Riker, S. 33

"Erinnern Sie sich noch an Deannas blaugrüne Uniform?"
"Oooh, ja. Sie sah darin toll aus."
"Ganz meine Meinung. Manchmal habe ich sie sogar übergestreift und damit Ausflüge aufs Holodeck unternommen."
Admiral Riker und Wesley Crusher, S. 46

"Wissen Sie, ich habe mich nie für prüde gehalten, aber im Vergleich zu den Verhältnissen auf diesem Planeten scheine ich aus einer ganz anderen Epoche zu stammen."
Lieutenant Riker, S. 102

"Es war richtig von Ihnen, sie gehen zu lassen, Sir. Wenn Sie mich fragen ... Es gibt einen funkelnden Stern für jedes gebrochene Herz, das ein Starfleet-Mann zurückläßt ..."
Seargant Tang, S. 220

Bewertung: Großartig!

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Freitag, 28. August 2009

Schwert des Damokles

Buchbesprechung Thorne, Geoffrey: Titan 04. Schwert des Damokles. cross cult, 2007/2009.

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Story: Die Crew der Titan wird jäh aus einem fesselnden Forschungsprojekt gerissen, als sie den verstümmelten Notruf eines Föderationsraumschiffes auffängt. Die einzige in Frage kommende Quelle ist das Schwesterschiff USS Charon, doch neben der Transmission empfängt die Kommunikationsabteilung einen unüberschaubaren Wust seltsamer Übertragungen aus einer unbekannten Kultur insektoider Wesen. Captain Riker bleibt kaum eine Wahl - er lässt einen Kurs auf den vermuteten Ursprungsort setzen, von dem beide Signale zu stammen scheinen, um das Rätsel zu lösen.
Die Stimmung an Bord ist derweil auf einen unerwarteten Tiefpunkt gesunken. Will Riker und seine Ehefrau Deanna Troi durchleben eine Ehekrise, der efrosianische Chefingenieur Xin Havreii hat Probleme, sich selbst in die Befehlskette einzuordnen und der cardassianische Kadett Zurin Dakal ist weit davon entfernt, von seinen Kollegen als vollwertiges Besatzungsmitglied respektiert zu werden. Das kollegiale Miteinander ist auf eine schwere Zerreißprobe gestellt, die die psychische Belastbarkeit der gesamten Crew auf das Äußerste strapaziert.
Noch bevor die Titan an ihrem Ziel eintrifft, wird sie plötzlich aus dem Subraum geschleudert. Ein Impuls unbekannter Herkunft setzt die herrschenden physikalischen Gesetze ds Raums außer Kraft und die Titan ist auf einmal zum untätigen Treiben im Raum verurteilt. Die Besatzung muss zusammenarbeiten, um Antworten und Lösungen auf das Problem zu finden.
Gemeinsam erkennt die Crew um Riker schließlich die Ursache für ihre missliche Lage: Die fremde Kultur nutzt die Warptechnologie auf eine so gefährliche Art und Weise als Energiequelle, dass sie auch den umliegenden Subraum gefährdet.
Riker sieht nur einen Ausweg: Entgegen seiner Interpretation der Ersten Direktive muss er Kontakt zu den Orishanern aufnehmen, um sie von der Gefahr ihrer Energiequelle zu unterrichten. Doch weder die Kommunikation noch der Warpantrieb stehen zur Verfügung - wie soll unter diesen Umständen gelingen, mit dem fremden Volk in Verbindung zu treten?
Es ist der bajoranische Wissenschaftsoffizier Najem Jaza, der auf die Idee kommt, im Schutze der Isolation des Schuttlebays das Picard-Manöver zu nutzen, um mit einem Shuttle die physikalisch auf den Kopf gestellte Region des Raums zu verlassen. Zusammen mit Havreii, Troi, Vale, Keru und des jungen Fähnrichs Mondan macht er sich auf den gefahrvollen Einsatz, der zunächst erfolgversprechend beginnt. Die Ellington entkommt dem Wirkungsbereich der Anomalie und nähert sich dem Planeten.
Doch anstatt die Probleme zu beseitigen, verschärft der Einsatz die Lage nur noch weiter. Nachdem das Shuttle von einem Raumschiff angegriffen wird, das die Kraft von Warpfeldern als Waffe nutzt, wird es in eine unbekannte Verwerfung gezogen und stürzt auf dem Planeten Orisha ab.
Doch die einzelnen Crewmitglieder finden sich nicht nur in verschiedenen Zeitebenen wieder, sondern erleben auch einen Planeten, der von der totalen Auslöschung bedroht ist. Stück für Stück setzen die einzelnen Außenteammitglieder die Rätsel dieses Puzzles zusammen und müssen erkennen, dass einer von ihnen den Planeten nie wieder verlassen kann...


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Der kleine Bruder von dem Damokles ihm seinem Schwert

Lobenswerte Aspekte: "Schwert des Damokles" knüpft an viele positive Elemente seiner Vorgänger nahtlos an. Neben der glänzenden Einführung in das neue Abenteuer muss ich insbesondere den Buchtitel lobend erwähnen, der vielleicht nicht sonderlich subtil, dafür aber überaus passend ist.
Die Tradition, die verschiedenen Serien als Referenzen für die eigene Geschichte zu nutzen habe ich bereits in den vorangegangenen Werken positiv herausgehoben. Auch in diesem Buch ist sie wiederum eindrucksvoll genutzt worden, und egal ob die Xindi mit den Orishanern verglichen werden (S. 107), Dakal als "Dunsel" gehänselt wird (S. 68) oder Keru sich ligonischer Kampfsporttechniken bedient (S. 251) - wirklich jede Serie findet in irgendeiner Form Berücksichtigung. Dabei ist es auch angenehm, dass Fehltritte der verschiedenen Fernsehablegern, wie etwa die Bezeichnung der Bajoraner als "Bajora", mit einem Augenzwinkern in den allgemeinen Kanon integriert werden (vgl. S. 61), ohne ignoriert zu werden. Selbst die gute alte 47 findet in diesem Buch die wohlverdiente Berücksichtigung (S. 326) und Dr. Sorans Ausspruch "Die Zeit ist das Feuer in dem wir verbrennen." in der Form eines el-aurianischen Sprichwortes zu übernehmen (S. 9), zeugt von Cleverness und einem Einfühlungsvermögen für Querverweise.
Wie in anderen Büchern der Titan-Reihe (z.B. "Der rote König") finden sogar Publikationen anderer Autoren Berücksichtigung, auch wenn die Erwähnung Calhouns (aus Peter Davids Reihe "Die neue Grenze") etwas kurz geraten ist (S. 114), da er einfach nur Bestandteil einer Aufzählung von Personen ist, die mit der Obersten Direktive der Föderation brachen. Abgesehen davon habe ich mich sehr über die Aufnahme der Brikar, einer meiner Lieblingsbücherrassen des Star-Trek-Universums, die zuerst im ebenfalls von Peter David verfassten Werk "Worfs erstes Abenteuer" auftauchten, gefreut.
Allerdings geht Thorne in dieser Aufzählung sogar noch einen Schritt weiter, als nur seine Schreiberkollegen zu berücksichtigen. Mit der Aufnahme Captain Joshua Grants in diese Liste erhebt er sogar einen Charakter des 1993 erschienenen Computerspiels "Judgement Rites" in den Adel dieser illustren Gesellschaft, die immerhin auch etablierte Figuren wie Pike, Kirk, McCoy, Gill, Tracey, Jameson, Sisko, Ransom oder Picard umfasst.



Erinnerungen an eine Zeit, als Star-Trek-Computerspiele noch cool waren

Daneben bringt er auch eine ganze Reihe eigener Ideen unter, die dieses Werk unglaublich bereichern. Die beiden Spezies Orishaner und Seleneaner sind in ihrer detaillierten Beschreibung wirklich außerordentlich gut gelungen und selbst die Düsterlinge, denen die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Abteilung der Titan am Anfang des Romans gilt, sind sicherlich ausbaufähige Storyelemente, die eine nährere Beschäftigung nachfolgender Autoren ohne weiteres rechtfertigen würden.
Zudem gelingt dem Autor das Kunststück, eine Science-Fiction-Geschichte mit glaubwürdigem Hintergrund abzuliefern. Für manche Leser sind es sicherlich nur Details am Rande, doch die Tatsache, dass Vale die Geschichten um solarwindbetriebene bajoranische Raumfahrzeuge für Ammenmärchen hält (S. 134), dass die Übersetzungsmatrix zuweilen unklare Begriffe auslässt oder nichthumanoide Wesen Schwierigkeiten haben, humanoide Spezies auseinanderzuhalten (S. 66) verleihen der gesamten Geschichte eine Nachvollziehbarkeit, die sich bei solchen Romanen leider viel zu selten einstellt. Außerdem sind die einzelnen Figuren stark voneinander differenziert und jeder einzelne hat andere Perspektiven, wird durch spezifische Charakteristika gekennzeichnet und folgt eigenen Motiven.
Symbolisch will ich dafür nur eine Szene nennen:
Nachdem Radowskis Neigungen für Keru bereits in "Der rote König" anklangen, meldet der versierte Transporteroffizier bei seinem Rettungsversuch weder das Überleben des ersten Offizier der Titan, noch der Ehefrau des Captains an die Brücke weiter. Stattdessen leitet er den Satz "Mr. Keru und der Rest sind wieder an Bord." (S. 335) an die Schaltzentrale des Schiffes weiter. Ohne beleidigend wirken zu wollen, unterstelle ich diesem Beispiel eine sich im Roman des öfteren offenbarende "Menschlichkeit", die dem angesprochenen Aspekt der Nachvollziehbarkeit stützt.

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Man weiß nie was man bekommt...

Kritikwürdige Aspekte: Einer der meiner Meinung nach belastendsten Züge des Romans sind die zu häufig auftretenden Rückbesinnungen Vales an ihre Mutter. Das, was man bei einem männlichen ersten Offizier ja noch getrost als verkappten Ödipuskomplex erklären könnte, wirkt streckenweise schizophren und passt kaum zum rabiaten Auftreten der dieses Mal rothaarigen Ersatzkommandantin. Streckenweise erinnerte dieses ständige Rückblicken eher an Forrest Gumps philosophische Retroperspektive seines Lebens, als an die Frau, die im ersten Roman - sicherlich zum Mißfallen ihrer Erzeugerin - noch mit Kraftausdrücken sonder gleichen um sich warf.
Einen anderen Fehler empfand ich als besonders peinlich. Als Troi ihren Bericht über Orisha präsentiert, vergleicht sie die Bewohner des Planeten mit anderen insektoiden Spezies wie den Xindi, Nasta oder Lactranern (S. 107). Abgesehen davon, dass nur eine der ursprünglich sechs Xindi-Rassen tatsächlich insektoid war und die Nesta meines Wissens nach zuvor nicht erwähnt wurden, sind die Lactraner in der TAS-Episode "Auf der Suche nach Überlebenden" eher schneckenartig dargestellt. Schnecken, als Vertreter der Weichtiere, bilden eine eigene Tiergruppe, die mit Insekten nichts zu tun hat. Vielleicht hätte Thorne hier auf Aaamazzariten, Jarada oder Penzatti zurückgreifen sollen, um Fehler zu vermeiden, die ein gründlicher Biologieunterricht verhindert hätte.
Seltsam mutet der Abkürzungswahn dieses Werkes an. Bei Buchstabenkombinationen wie TBV (S. 76), OD (S. 115), XO (S. 121), HUD (S. 135) oder UMUK (S. 136) fühlte ich mich streckenweise tatsächlich an einen Klassiker der fantastischen Vier erinnert.
An der Übersetzung muss ich dieses Mal nicht allzu viel herumkritteln. Natürlich gibt es, vor allem bei so einem Umfang, hier und dort Fehler, doch sie hielten sich in Grenzen und selbst die Dativisierungskampagnien vorangegangener Titan-Bänder ist in diesem Werk kaum spürbar. Gut, ab und zu gibt es Probleme mit der Groß- und Kleinschreibung (S. 96 "Mangels" oder S. 287 "Gerecht") und ich bin ferner der Überzeugung, dass "Randomisierung" (S. 120) hier im falschen Kontext verwendet wird, doch ansonsten gibt es wenig zu beanstanden. Nur selten, etwa bei den Bezeichnung "terranisch" (S. 97) statt "irdisch" oder "zweiter Kampf von Chin'toka" (S. 81) statt "zweite Schlacht von Chin'toka", waren überhaupt Vergleiche zu der stümperhaften Heyne-Übersetzung möglich. Im Großen und Ganzen gibt es, trotz einiger weniger weiterer Fehler, von meiner Seite sogar Lob für diesen bislang am besten übersetzten Band der Titan-Reihe.
Zwei inhaltliche Sachen störten mich allerdings massiv an diesem Werk, und ich möchte abschließend diese beiden genauer betrachten.
Mich stört mittlerweile, dass es einen gewissen Besatzungsschwund bei der Titan gibt. Nachdem im letzten Band bereits Orilly Malar 'Entwicklungshilfe' für andere Spezies leisten durfte, ist jetzt halt Najem Jaza dran. Der Verlust des charismatischen Wissenschaftsoffiziers wirft vor allem zwei Fragen auf: "a.) Wer ist als nächstes dran?" und "Kehrt die Titan überhaupt in den Föderationsraum zurück oder wird jedes Crewmitglied dem Ruf des Unbekannten folgen?". Der Ansatz hat zwar eine gewisse Tradition im Star-Trek-Universum ("Pokerspiele", "Die alte Enterprise" oder "Eine Heimstätte"), wirkt jedoch nach zwei aufeinander folgenden Roman dennoch bedenklich.
Mein größtes Problem mit diesem Buch liegt in seinem Hauptaugenmerk. Die Grundfrage des Romans, die im "Beipackzettel", d.h. dem Julian Wangler verfassten Essay am Ende des Buches, treffend als Frage nach "[...] Vereinbarkeit von Glaube und Weltlichkeit, Glaube und Wissenschaft [...]" (S. 353) gestellt wird, ist für mich stets mit einem Bauchschmerzgefühl verbunden.
Ich persönlich denke nämlich, dass es hier einfach keinerlei Schnittstellen gibt, und bevorzuge eine Trennung, wie sie auch der bekennende Atheist Roddenberry propagierte.
Doch Thorne sah den Widerspruch zwischen TOS-Folgen wie "Der Tempel des Apoll" oder "Die Stunde der Erkenntnis" und der Serie Deep Space Nine, die ja unter anderem im Spannungsfeld von Religion und Wissenschaft ihre Nische gefunden hatte. Er wollte eine Brücke schlagen, die die beiden extremen Positionen miteinander vereinbaren könnte.
Allerdings sehe ich bereits hier ein Problem. Zum einen gibt es sogar TOS-Episoden wie "Brot und Spiele", die christliche Religion glorifizieren, und zum anderen ist dieses Charakteristikum Deep Space Nines neben der unnötigen Zentrierung der Serie auf bildgewaltige Kriegserlebnisse nicht nur ein Gegensatz zu den Wünschen des Star-Trek-Erfinders Gene Roddenberrys, sondern auch der Grund, warum sie in meinen Augen die schwächste aller Star-Trek-Serien ist.
Natürlich ist das Element 'Religiösität' reizvoll, zumal die Idee der Propheten, die ein künstliches Wurmloch generieren können, viel Potential bietet. Doch obwohl es auch einige sehr gute Folgen gibt, sind es Episoden wie "Heilige Visionen", "Schatten und Symbole" oder "Bis daß der Tod uns scheide", die beweisen, dass bestenfalls esoterische Heiligenmärchen, keinesfalls jedoch gelungene Auseinandersetzungen mit dem Spannungsfeld Wissenschaft und Religion dabei herausgekommen sind. Das Serienfinale "Das was Du zurückläßt" war der traurige Höhepunkt dieser Entwicklung.
Das andere Problem liegt meines Erachtens darin, dass Deep Space Nine und "Schwert des Damokles" als Produkte amerikanischer Science Fiction eher als Ausdruck einer Nation, in der Religion eine viel bedeutendere Rolle als hierzulande spielt, zu verstehen sind. Im Land der Fernsehprediger, des Bible Belts und des Geldscheines, auf dem der Slogan "In God we trust" prangert, nehmen christliche Werte eine übergeordnete Stellung ein, die auch ein Ausdruck des Lebensgefühls ist.
Präsidentschaftskandidaten suchen alle vier Jahre die Unterstützung der verschiedenen Kirchen, um konservative Wählerstimmen zu gewinnen und der Verfassungseid ist ohne den Schwur auf die Bibel gar nicht vorstellbar. Der Sinnspruch der Dollar-Note ist mehr als nur ein Motto - er ist das Credo eines Großteils der Nation.
Es besteht also eine gewisse Notwendigkeit, populäre Kulturobjekte mit Religion zu vereinbaren, um die breite gesellschaftliche Akzeptanz und nicht zuletzt das eigene Weltbild zu erhalten. Sicherlich schafft Thorne diese Gratwanderung, doch ich behaupte, dass dieser Balanceakt für den durchschnittlichen deutschen Leser von Star-Trek-Romanen nur von geringer Bedeutung ist. Hierzulande gilt die Unvereinbarkeit von Wissenschaft und Glaube als konzeptioneller Gegensatz, und Versuche, wie der 2005 im US-Bundesstaat Kansas initiierte Einbezug der Schöpfungslehre in den Biologieunterricht bestärken diese Sicht. Ein Roman, der in so starker Art und Weise amerikanischen Gesellschaftsansprüchen genügt, passt somit kaum in das multikulturelle und offene Star-Trek-Bild, das sich mir im Laufe der Jahre erschlossen hat.
Natürlich darf Religion in offenen Kreisen wie dem Popkulturphänomen "Star Trek" ebenso offen thematisiert werden, aber ich denke, wenn ein einsamer Bajoraner innere Stärke durch eine Plakette erhält, auf der "Suchet, und ihr werdet finden" (Matthäus 7,7 bzw. Lukas 11,9, außerdem Titan 4,351) dann riecht das für meinen Geschmack zu sehr nach einseitiger Betonung christlicher Werte und ebenso einseitiger Orientierung auf den amerikanischen Büchermarkt.

Anachronismen: Es gibt kaum etwas, was an diesem Werk zu beanstanden wäre. Trotzdem tritt hier ein Fall auf, den ich mir nicht erklären kann, zumal er in anderen Serien bei ähnlichen Situation nicht eintrat.
Als die USS Titan die letzte Botschaft der USS Cheron empfängt, fallen die Übersetzungsmatrices des Schwesternschiffes der Titan aus, so dass die auf Latein gemurmelten finalen Worte Captain Fortis' nicht übersetzt werden. Doch warum springen die der Titan nicht einfach ein? Funktioniert so etwas nur einseitig? Stammte die Kommandantin vielleicht vom Planeten 892-IV?
Ich meine, dass es ja schon unwahrscheinlich ist, in den letzten verbleibenden Sekunden unbedingt Latein zu sprechen, aber wie konnte die USS Voyager im Deltaquadranten Kontakt zu anderen Schiffen aufnehmen, wenn die Übersetzungssoftware nur eingleisig funktioniert??

Fazit: Der Roman "Schwert des Damokles" kann mit einer ganzen Reihe positiver Elemente aufwarten. Der Autor Geoffrey Thorne hat mit viel Einfühlungsvermögen eine Geschichte erschaffen, die in Figurendarstellung, Glaubwürdigkeit, Zeitlinie und Konzeption höchsten Ansprüchen genügt. Zusammen mit einer guten Übersetzung liest sich das Buch wie im Flug.
Abgesehen von kleineren Fehlern ist es jedoch die schwer verdauliche Moralkeule, die zumindest fragwürdig erscheint, denn der Balanceakt zwischen Religion und Wissenschaft, der sich selbst als Brückenschlag zwischen TOS und DS9 versteht, kann diesem Anspruch nicht genügen.

Denkwürdige Zitate:

"Optimismus ohne Fakten ist verschwendeter Intellekt." aMershik, S. 65

"Hoffnung ist eine Illusion.
"Hoffnung in einem Einheitscluster. Exkremente in dem anderen. Beobachten wir doch mal, welcher sich zuerst füllt."
aMershik, S.68/69

"Nun. Hoffen wir auf das Beste und bereiten uns auf das Schlimmste vor."
"Mit anderen Worten: Standardvorgehensweise."
Riker und Vale, S. 100

"Pessimismus ist eine Verschwendung von Intellekt." Troi, S. 174

"Ihr habt doch nicht wirklich gedacht, dass wir aufhören würden, Erykons Weg zu folgen, nur weil wir jetzt wissen, dass das Auge nicht wirklich von Erykon kam. Erykon ist. Wir sind Kinder von Erykon."
A'Yujae'Tak, S. 339

Bewertung: Es gibt [mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit] keinen Gott.

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Weiterführende Leseliste:

Titan 01: Eine neue Ära
Titan 02: Der rote König
Titan 03: Die Hunde des Orion
Titan 04: Schwert des Damokles
Titan 05: Stürmische See

Samstag, 9. Mai 2009

Titan 02: Der rote König

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Buchbesprechung Mangels, Andy; Martins, Michael: Titan 02. Der rote König. Cross cult, 2005/2009.

Story: Die USS Titan ist, nachdem sie von einer Raumanomalie erfasst wurde, plötzlich in der Kleinen Magellanschen Wolke, einer Begleitgalaxie der Milchstraße angekommen. Schon bald bemerkt die Crew um Captain Riker, dass sie dieses Schicksal nicht nur mit den etwa zwei Dutzend gesuchten romulanischen Warbirds sondern auch mit dem Schiff Commander Donatras und einem klingonisches Schlachtkreuzer teilt.
Doch die Ankunft der Fremden ist für viele Neyel, die diesen Teil des Raumes beherrschen, nur eine Nebenerscheinung eines viel bedeutenderen Ereignisses. Die alte Prophezeiung eines erwachenden „Schläfers“, der sämtliches Leben in dieser Galaxis auslöschen wird, scheint mit dem Auftauchen der seltsamen Erscheinung bewahrheitet worden zu sein: Newaerth, eines der Planetensysteme der von Menschen abstammenden Neyel, ist bereits von der bedrohlichen Erscheinung erfasst worden und verschwunden.
Tatsächlich gelingt es der Titan-Besatzung herauszufinden, dass es sich bei dem „Schläfer“ um die ersten Anzeichen eines neu entstehenden Protouniversums handelt, dass den Raum, in dem sich die Milchstraße, die Kleine Magellansche Wolke und überhaupt das gesamte uns bekannte Universum befinden, langsam zerstört, um ihn für die eigenen Umweltansprüche zu transformieren. Zu allem Überfluss findet die wissenschaftliche Abteilung des Sternenflottenschiffes desweiteren heraus, dass es Anzeichen intelligenten Lebens innerhalb dieses sich ausbreitenden Universums gibt und dies stellt Riker nun vor das Dilemma, den "Schläfer" nicht einfach auslöschen zu können.
Nachdem die Titan in Kooperation mit dem Wardbird Donatras schließlich die Rettung der verschwundenen romulanischen Flotte gelingt, verschlimmert sich die Situation unversehens weiter und auch die Heimatwelt der Neyel beginnt plötzlich, sich langsam aufzulösen. Doch obwohl die Kooperation zwischen Romulanern und Föderation bis hierhin gut funktionierte, verweigert Donatra es nunmehr, der Titan bei der Evakuierung des Planeten Oghen Unterstützung zu gewähren.
Allein auf Rikers Schultern lastet also die Verantwortung, die Kernwelt der Neyel zu evakuieren, dem „Schläfer“ Einhalt zu gebieten und Schiff und Besatzung wieder heil nach hause zu bringen...

Lobenswerte Aspekte: Natürlich ist es gemein für jene, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber die Titan wird nicht nur für den Fortbestand der Neyel sorgen, sondern auch wieder in den Beta-Quadranten zurückkehren und den „Schläfer“ zurück ins Traumland befördern. Schließlich gelingt es dem Captain sogar ENDLICH, einen Sinnspruch für die Widmungsplakette zu finden.

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UMUK - Ein Grund zum Anstoßen

Es gelingt den Autoren so, allzu offensichtliche Ähnlichkeiten zu den Abenteuern der USS Voyager zu umgehen und tatsächlich den Fokus kommender Romane wieder auf die nähere Umgebung des Föderationsraumes zu legen. Sobald die Titan wieder die heimatlichen Gefilde erreicht, stellt sich eine Vorfreude auf kommende Bücher ein, deren Handlung wieder in einer vertrauten Gegend angesiedelt ist und dem geneigten Leser über das aktuelle Tagesgeschehen einer Föderation in einer Zeit informiert, über die man so schnell nichts neues mehr erfahren wird.
Doch zurück zu diesem, in einer anderen Galaxie verwurzelten Teil der Titan-Saga: Der gesamte Roman hat anscheinend aus den Fehlern des ersten Teils gelernt, denn viele Aspekte sind mit mehr Feingefühl beschrieben. So wurde die Beziehung zwischen Keru und Hawk nicht mehr ganz so pubertär geschildert und auch Commander Vale fällt nicht mehr durch vulgärsprachliche Ausrutscher auf.
Dankbar war ich auch dafür, dass eine Frage gestellt wurde, die mir schon seit längerem unter den Fingernägeln brennt: Warum gibt es so viele Menschen auf den Sternenflottenschiffen? Und warum haben Menschen, selbst wenn es eine größere Anzahl außerirdischer Besatzungsmitglieder gibt, trotz allem die Führungspositionen inne? Eine wirklich gute Frage, auf die nicht einmal Riker eine Antwort weiß. Dieser ironische Umgang mit den eigenen Logikschwächen, der meiner Meinung nach im von Admiral Akaar an Tuvok gerichteten Satz „Es muss ermüdend für sie sein, immer wieder Tausende von Lichtjahren aus dem Föderationsraum geschleudert zu werden.“ kulminiert, macht den Roman recht unterhaltsam und trägt sogar zur Steigerung der Glaubwürdigkeit bei.
Auch die immer wieder aufgegriffenen Informationen aus verschiedenen Star-Trek-Filmen und -Episoden unterstreichen die Verankerung der Geschichte in einem größeren Rahmen. So wird etwa das Protouniversum aus der DS9-Folge „Der Trill-Kandidat“ angesprochen, Rikers in der VOY-Episode „Todessehnsucht“ beschriebener Vorfahr Thaddius Riker thematisiert und der Vergleich der Storr Lofi mit dem Pandorianer Bem ist sogar der TAS-Folge „Gefährliche Prüfung“ angelehnt. Immer wieder finden sich daneben Querverweise auf Ereignisse, die in verschiedenen Büchern nachzulesen sind. Unbekannte Storyelemente hingegen, die bereits im ersten Teil Fragezeichen auf die Stirn zauberten, wie etwa die Ereignisse um das Zerwürfnis zwischen Tuvok und Akaar, werden detailliert aufgearbeitet und nachgetragen.
Abschließend sollten auch einige formale Aspekte lobend erwähnt werden. Die Kapitellänge ist äußerst angenehm und der Lesekomfort verstärkt sich dadurch, dass in den einzelnen Kapiteln auch noch weitere logische Untereinteilungen eingefügt wurden, weiter.
Der Titel des Werkes, der, einer guten alten Star-Trek-Tradition folgend, auf ein literarisches Vorbild anspielt, ist clever mit der Erzählung verwoben und verdient es, gesondert erwähnt zu werden. Auch die Konzeption der Neyel-Sprache, die als Art Pidgin-Englisch funktioniert, bewirkt etwa bei Begriffen wie „Klomter“ (S. 21) statt „Kilometer“, „Vangar“ statt „Vanguard“ (S. 210) oder schließlich den „Oh-Neyel“ statt „O'Neill“ (S. 210ff.) überraschende Wiedererkennungserlebnisse, die der eigentlich unglaubwürdigen Geschichte um die Neyel einen Funken Nachvollziehbarkeit verleiht.

Kritikwürdige Aspekte: Obwohl es durchaus Sinn macht, die Star-Trek-Bücherwelt miteinander zu verbinden, in dem man auch den Inhalt vorangegangener Bücher aufgreift, leidet die Sache im deutschen Sprachraum unter dem Umstand, dass zu viele der betreffenden Werke nie auf deutsch erschienen sind. Zwar werden die Ereignisse noch einmal kurz angesprochen, so dass man keinen direkten Nachteil davonträgt, aber es hinterlässt beim Rezipienten das unangenehme Gefühl, schlecht informiert zu sein. Wenn sich der Verlag cross cult also entscheiden würde, dementsprechende Romane ebenfalls zu veröffentlichen, wäre dies für den deutschsprachigen Leser von großem Vorteil und vor allem von großem Interesse. Vielleicht wäre ein Sammelband mit relavanten Romanen und Kurzgeschichten ja auch ein willkommenes Zubrot für den kleinen Verlag...
Doch zurück zum Roman. Ziemlich doof stößt auch immer wieder auf, dass in diesem Roman eine verflucht große Menge an Zufälle zum Tragen kommt. So sind "zufällig" Tuvok und Adm. Akaar an Bord der Titan, die sich im Neyel-Raum trotz der achtzigjährigen Abwesenheit noch immer bestens auskennen. "Zufällig" beschäftigt sich eines der Besatzungsmitglieder der Titan in seiner Freizeit mit den Computersystemen von Romulanern und "zufällig" ist die Luft innerhalb des ausgehöhlten Asteroiden, der die Neyel vor 200 Jahren hierher brachte, noch immer atembar. Der glücklichste "Zufall" für die Autoren besteht allerdings darin, dass die Schachbretter und ihre Figuren an Bord der Titan nicht wie auf anderen Schiffen der Sternenflotte in klassischem Schwarz-Weiß, sondern, wie Pommes an der Frittenbude, rot-weiß gehalten sind, denn ansonsten hätte der Titel dieses Romans keinen Sinn gemacht.

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Schneeweißchen und Rosenrot – Literatur und Schach treffen aufeinander

Hinzu kommen noch einige Ungereimtheiten, die verschiedene Charaktere betreffen. Warum kennt sich Donatra so gut mit menschlichen Redewendungen aus und warum kenne noch nicht einmal ich als Mensch alle davon? Warum muss der Asteroid, mit dem die Oh-Neyel einst die Kleine Magellansche Wolke erreichten, ausgerechnet „Vanguard“ heißen? Wie zum Teufel sind die Autoren auf die Idee gekommen, dass es unter den verschiedenen Crewmitgliedern, die auf der Titan arbeiten, ausgerechnet einen Horta gibt?
Größter Kritikpunkt ist allerdings der stiefmütterliche Umgang der Übersetzerin Stephanie Pannen mit der deutschen Sprache. Ohne doofe Witze auf Kosten des Namens machen zu wollen, muss man doch festhalten, dass ihr dort einige Fehlgriffe passiert sind.
Die bereits im Vorgängerroman „Eine neue Ära“ nervigen Dativkonstruktionen mit „von“ werden hier nicht nur fortgeführt, sondern auch in ihrer Anzahl weit übertroffen. So liest man ständig eigenartige Formulierungen wie „[...] in der Nähe von romulanischem Raum […]“ (S. 79) „Ein telepathischer Alarm von unserem roten König?“ (S. ) oder „[...] nach Meinung von Dr. Ree [...]“ (S. ) statt „[...] in der Nähe romulanischem Raums [...]“ „Ein telepathischer Alarm unseres roten Königs?“ oder „[...] nach Meinung Dr. Rees [...]“, und diese Beispiele sind nur ein Bruchteil der Menge, die innerhalb dieses Buches mehrmals pro Kapitel zu finden sind.
Im Zusammenspiel mit anderen Fehlern bei der Interpunktion, grässlichen Verwechslungen von „dass“ und „damit“ (z.B. „[...] damit man die trockene Atmosphäre [...] einatmen konnte [...]“ auf S. 55 oder „[...]damit der Vulkanier [...] etwas anderes zu sich nahm [...]“ auf S. 56) oder Übersetzungsabweichungen wie „Triebwerksleistung“, „Schmerzstöcke“ oder „Yacht des Captains“ belegt es trotz eines abweichenden Verlags, dass der Übersetzung von Star-Trek-Romanen hierzulande noch immer eine viel zu geringe Aufmerksamkeit zuteil wird.

Anachronismen: Tuvok, der laut „Tuvoks Flashback“ nach einer Dreijahresmission seine Dienstzeit auf der Excelsior beendete, soll, den Informationen dieses Buches nach, fünf Jahre auf dem Schiff Sulus gedient haben.

Fazit: Der zweite Teil der Titan-Serie schafft es tatsächlich, seinen Vorgänger einzuholen, ohne ihn allerdings zu überholen. Die Story ist um Längen besser, aber um tradierte Gewohnheiten wie etwa eine mit grammatischen Regeln des Deutschen nur schwer vereinbare Übersetzung, auszumerzen, fehlte den Verlegern scheinbar der Mut. Warum sollte man auch den gemeinen Leser von Star-Trek-Romanen durch saubere Satzbildung, fehlerfreie Schreibweisen oder durch die Verwendung von an der Serien und den Filmen orientierten Begriffen grundlos verwirren?
Nichtsdestotrotz schafft es dieser Roman, die versprochene „Neue Ära“ anzudeuten und verstärkt die Neugier auf weitere Titan-Abenteuer.

Denkwürdige Zitate:

Vulkanier sind niemals 'melodramatisch', Commander.“, Tuvok, S. 36

Aber zeige mir ein Raumschiff, das nicht in irgendeinen Konflikt verwickelt oder mit unvorhergesehenen Rückschlägen konfrontiert wurde, während es mit neuen Lebensformen und Zivilisationen zu tun hatte, oder mit abenteuerlichen Konsequenzen durch Raumanomalien umgehen musste … und ich zeige dir ein Raumschiff, das nur in irgendeinem Lehrbuch der Sternenflotte existiert.“ Deanna Troi, S. 53

Er ist der analfixierteste Bolianer, dem ich jemals begegnet bin. Vielleicht ist er deswegen so ein hervorragender erster Offizier.“ Cpt. Akaar, S. 54

Ja, und ich dachte gerade, was für eine tolle Überraschung es war, heruaszufinden, dass bajoranische Männer nicht nur auf ihrer Nase Riffel haben.“ Cmdr. Vale, S. 318

Bewertung: Um Längen besser als sein Vorgänger.

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Weiterführende Leseliste:

Titan 01: Eine neue Ära
Titan 02: Der rote König
Titan 03: Die Hunde des Orion
Titan 04: Schwert des Damokles
Titan 05: Stürmische See

Dienstag, 21. April 2009

Titan 01: Eine neue Ära

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Buchbesprechung Mangels, Andy; Martins, Michael A.: Titan 01. Eine neue Ära. cross cult, 2005.

Story: Das romulanische Imperium hat auch schon bessere Tage gesehen. Zerfleischt von inneren Auseinandersetzungen und Intrigen und verunsichert durch die ständige Bedrohung des frisch erwachten remanischen Selbstbewusstseins hat die stolze Welt merklich gelitten.
Die Föderation schickt Carepakete und einen Repräsentanten: Niemand geringeres als der frisch gekürte Sternenflottencaptain William Riker befehligt den Hilfskonvoi unter Führung der frisch vom Stapel gelaufenen USS Titan und gerät in den Mittelpunkt von Ränkespielen, Überlebenskämpfen und den Eitelkeiten der einzelnen Beteiligten.

Doch die Aufgabe wird zusätzlich dadurch erschwert, dass die Crew nach Botschafter Spock und einem verschwundenen vulkanischen Agenten suchen muss. Dieser Agent ist zufällig der hinlänglich aus der Fermsehserie "Star-Trek : Voyager" bekannte Tuvok, der auf der Suche nach Botschafter Spock aus Versehen in den Brennpunkt der sozialen Unruhen geriet, die entstanden, nachdem Shinzon den gesamten Senat ermorden ließ. Der Vulkanier verbringt daraufhin mehrere Wochen in den dunklen Verliesen eines barbarischen Gefangenenlagers und überlebt nur, indem er, entgegen seiner vulkanischen Natur, giftige Käfer isst und schließlich von einem einflussreichen remanischen Mitgefangenen beschützt wird.

Riker gelingt es irgendwann doch noch, beide Vulkanier auf sein Schiff zu bringen und löst damit ungewollt die Eskalation der Ereignisse aus. Remanische Einheiten fliegen auf Romulus zu und sind bereit, die Durchsetzung ihrer Ziele notfalls durch die Auslöschung der größeren romulanischen Siedlungen zu erzwingen. Riker steht dem hilflos gegenüber, denn die einzige Verbündete, Commander Donatra, hat den Großteil ihrer Schiffe in einer merkwürdigen Anomalie verloren. Die Titan gerät mitten ins Schussfeld und ist nun auf eine brillante Idee Rikers angewiesen, um das Schiff und den brüchigen Frieden doch noch zu retten…

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Aus der Vergangenheit lernen: ein Lösungsansatz, der bei Starship Troopers fehlte

Lobenswerte Aspekte: Titan markiert für den gemeinen Star-Trek-Roman-Leser tatsächlich den Beginn einer neuen Ära, in der gleichermaßen Handlungsstränge aus vorangegangenen Romanen und Episoden sowie Filmen der verschiedenen Star-Trek-Serien verknüpft wurden. Diese Vorgehensweise, die meiner Meinung nach in der Vanguard Reihe ihren Höhepunkt erreichte (zugegeben: Vanguard erschien zwar in Deutschland früher, Titan ist jedoch im englischen Original älter), belebte nicht nur die hierzulande tief im Dornröschenschlaf gefesselte Star-Trek-Bücher-Landschaft neu; weg von sich gegenseitig widersprechenden Büchern die zusätzlich dazu auch noch oft genug mit dem offiziellen Kanon unverträglich waren.

So stützen sich etwa der Charakter des ersten Offiziers Christine Vale oder der des unvereinigten Trills Ranul Keru auf einen im Laufe mehrerer Bücher etablierten Charakter. Sicherlich ist für den deutschen Ottonormalverbraucher von großem Nachteil, dass keines der entsprechenden Werke bislang in Deutschland erschienen ist, aber die gute Absicht ist unverkennbar. Und wer weiß, vielleicht findet sich ja doch noch ein Verleger für Reihen wie „a Time to…“ in unseren Gefilden.
Aus der Serie und den Filmen stößt, abgesehen von vielen nur genannten Personen (z.B. Saavik, M’Ret, Adm. Janeway, Adm. Batanides etc.), auch eine ganze Reihe „Gaststars“ dazu, die beim Leser ein gewisses Gefühl der Vertrautheit erwecken. So begegnet man beim Lesen zusätzlich zu solchen aus Star Trek Nemesis bekannten Gestalten wie Tal’Aura, Commander Donatra oder Commander Suran auch anderweitig bekannten Figuren wie Captain Picard, Worf, Geordi LaForge, Spock, Adm. Ross, Tomalak oder Senator Pardek. Daneben erhielten andere Charaktere, wie der auf dem Boden des romulanischen Senats zerschellte Prätor, einen Namen und geschickt verstanden es die Autoren, die Motive und Ziele der verschiedenen Interessengruppen innerhalb des romulanischen Reiches zu schildern und die multiplen Geschehnisse des Romans selbst mit Folgen, die dem letzten TNG-Kinofilm vorangingen, wie etwa dem TNG-Zweiteiler „Wiedervereinigung“ oder der DS9-Folge „Unter Waffen schweigen die Gesetze“ zu verknüpfen.
Darüber hinaus gibt es auch ein Wiedersehen mit altbekannten Sternenflottenoffizieren, die im Verlaufe des Buches ein Teil der Titan-Crew werden: Melora Pazlar (DS9, „Das Melora-Problem“), Krankenschwester Alyssa Ogawa, Adm. Leonard James Akaar (TOS „Im Namen des jungen Tiru“) und schließlich sogar Tuvok, dessen Identität zu Beginn des Romans noch zurückgehalten wird.

Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass „Eine neue Ära“ von all den verschiedenen Charakteren, die an Bord des Föderationsschiffes Titan arbeiten, lebt. Der Mix der verschiedenen Kulturen (nur etwa 15% der Crew sind Menschen) und die daraus resultierenden Möglichkeiten bieten eine Menge Potential. Endlich befreit sich Star-Trek vom Image eines Homo-Sapiens-Clubs und bietet auch den anderen Mitgliedern der Föderation Platz auf einem Raumschiff. Denn mal ehrlich: Dass es eine Föderation mit mehr als hundert Mitgliedern gibt, aber auf allen Föderationsschiffen fast nur Menschen zu sehen sind, ist doch reichlich unglaubwürdig. Titan räumt damit auf, und besonders der neue Chefarzt Dr. Ree, ein saurierähnlicher Pakwah-tanh, ist äußerst gelungen, da er wie kein zweiter so symbolisch für die Problematik einer so unterschiedlichen Crew steht.
Wie diese Crew mit den normalen Dienstabläufen und den kleinen Alltagsproblemen an Bord fertig wird, ist gleichsam interessant; egal ob es sich um die Umweltverhältnisse in den einzelnen Quartieren, den Umgang mit den ehemaligen Feinden oder ungewohnten Problemen während einer Kampfsituation handelt. In diesem Zusammenhang sollte auch erwähnt werden, dass ich die Idee des „blauen Tischs“, an dem sich die Wissenschaftsoffiziere zum Essen und Austauschen treffen, nur logisch finde.

Aber auch andere logische Zusammenhänge fallen bei der Lektüre auf. Die Tarnanzüge aus Star Trek: Der Aufstand für einen Geheimeinsatz zu nutzen, liegt auf der Hand, auch wenn sich schon mal die Frage stellt, warum vorher noch nie jemand auf die Idee gekommen ist. Auch dass Worf die Pflege Spots übernimmt, passt, trotz der in der Zukunft sicherlich heilbaren Katzenallergie des Klingonen, in die allgemeine Chronologie. Doch nicht nur Fragen, die sich aus dem Kanon ergeben, werden beantwortet. Die gleich zu Beginn geschickt angebrachte Lösung für das Dilemma, welche der beiden in verschiedenen Büchern verwendete Bezeichnungen für die Hauptstadt des romulanischen Reiches die richtige ist, beweist, dass Romane durchaus in der Lage sind, die Lücken zwischen den Informationen aus Serien und Filmen zu schließen, ohne unglaubwürdig zu werden.

Abschließend sollte auch noch angemerkt werden, dass dieses Buch durch seine „Extraausstattung“ besticht. Die ausklappbaren Schemata der USS Titan (die übrigens von einem Fan im Zuge eines Preisauschreibens entworfen wurde) und die im Anhang gegebenen Zusatzinformationen runden den Inhalt dieses Buches weiter ab und bilden eine gelungene Ergänzung zu einem Buch, das an einer viel zu spannenden Stelle aufhört.

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Ein gefundenes Fressen für Designfetischisten: Das Titan-Centerfold

Kritikwürdige Aspekte: Obwohl der große Reiz dieses Romans in der Divergenz der Crew liegt, sind einige der ohnehin zu zahlreichen Charaktere maßlos überzeichnet worden. Dies wird an zwei Beispielen besonders deutlich: An Ranul Keru und Dr. Bralik.

Ersterer, als homosexueller taktischer Offizier und Sicherheitschef ließ mich während des Lesens desöfteren missmutig mit den Zähnen knirschen. Nicht einmal durch seine Homosexualität - Star Trek war schon immer an der Integration von sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen interessiert und somit halte ich dies nicht für einen Bruch, sondern für einen nachvollziehbaren nächsten Schritt. Was mich an ihm stört, sind die übertrieben geschilderten Verkupplungsversuche und die noch immer anhaltende Trauer um den verstorbenen Exfreund Sean Hawk. Im Vergleich zu ihm, war der ebenfalls gelegentlich sehr in der Vergangenheit verhaftete Benjamin Sisko eine wahre Frohnatur und ein richtiger Lebemensch! Die Schilderungen der, wohl oder übel früher oder später in eine Partnerschaft mündenden, Annäherung zwischen ihm und Kent Norellis würde niemand zwischen Mann und Frau ebenso schildern, da sie sich, ohnehin frei von jeglicher Nachvollziehbarkeit, viel zu aufgeladen von Klischeevorstellungen über Schwule präsentierte.

Dr. Bralik hingegen ist nervig, aber das ist nicht der Punkt meiner Kritik. Ihre Lebensgeschichte als Ferengifrau, die sich durch die Härten des Lebens kämpfte, vor den Reformen Roms in einer Mine arbeitete, verwitwete, Geologie studierte um schließlich in der Sternenflotte zu landen, wirkt viel zu extrem. Im Prinzip hätte sie nicht einmal zu diesen Minen gelangen dürfen, denn Quarks Mutter Ishka hielt in der Folge "Familienangelegenheiten" zu den Reiseaktivitäten von Ferengifrauen fest: "Das würd' ich gern, aber die Tradition der Ferengi gestattet es den Weiblichen nicht, zu reisen.". Nicht, dass es dennoch nicht irgendwo vorstellbar wäre, aber die Ansammlung von so vielen extremen Charakteren mit so bunten und überladenen Biografien an einem einzigen Ort wirkt besonders unglaubwürdig. Man hat das Gefühl, von den Autoren in eine Geisterbahn mitgenommen worden zu sein, in der eine aufwändig inszenierte Attraktion die nächste jagt und man sich irgendwann nach einem simplen, guten alten Kartenabreißer mit einem Bettlaken über dem Kopf sehnt.

Doch diese beiden Personen blieben nicht die einzigen, die mich zuweilen störten. Besonders an einer gelungenen Integration der Figur Christine Vales in den Roman zweifelte ich mehrere Male. Zum einen bereitete mir ihre Blitzbeförderung Bauchschmerzen: Vor einigen Wochen erst zum Lieutenant Commander befödert, wird ihr dank Rikers Abwerbungsversuchen auch noch der Rang eines Commanders verliehen! Wie lange mussten Worf, Data, Geordi, Sisko oder die gesamte Voyager-Crew auf Beförderungen warten, während diese Frau die Rankpins hinterhergeworfen bekommt, als wären es Wertpapiere der Telekom?
Zum anderen empfand ich ihre zu oft zu vulgären Gedanken und Aussprüche nervig. Egal ob es sich um Ausdrücke wie „Scheiße“(S. 260) oder „Hintern“ (S. 118) handelte; egal ob sie nur meinte, dass der Klingone endlich die „[…] Hand von meinem Arsch […]“ (S. 118) nehmen sollte oder darüber nachdachte, den Föderationsalliierten einen „[…]Strahl gegen die wülstige Stirn kotzen[…]“ (S. 117) zu müssen: Eine solche Ausdrucksweise ist eine Spur zu vulgär und lässt sich kaum mit dem sonst so gehobenen Sprachstil in Star Trek in Verbindung bringen.

Generell ließen mich aber auch die Klingonen mit einigen Fragezeichen zurück. Sprechen sich Englisch, bzw. Deutsch? Oder springt der Universalübersetzer ein, um die klingonische Grammatik und das klingonische Vokabular in verstehbare Sätze zu übertragen? Egal welche Variante der Fall ist, warum zum Teufel spricht Khegh immer wieder von „PetaQs“? Entweder hätte der Klingone von allein gewusst, dass der Plural „PetaQpu“ lautet, oder der Computer hätte es ohne lange darüber zu reflektieren mit "Nichtsnutze" oder zur Not sogar mit „Feiglinge“ übersetzt!

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PetaQ! Ein klarer Fall für den Klingonenduden

Und was ist mit der guten alten Miranda-Klasse geschehen? Während sie im Dominion-Krieg noch an wirklich jeder verdammten Front in erster Linie kämpften, zieht sie Riker, obwohl ihm drei dieser Schiffe zur Verfügung stehen, wie ein elender PetaQ aus dem Gefecht heraus!
Ebenfalls unklar ist mir, warum Troi einen Counselor-Stab von vier Personen für ein Schiff mit 350 Besatzungsmitgliedern beantragte, obwohl sie auf der Enterprise den gleichen Job für eintausend Personen allein verrichtete.

Wie fast immer muss die Übersetzung des Werkes ebenfalls in die Kritik miteinbezogen werden. Neben einigen Zeichenfehlern, gelegentlich auftretenden Wiederholungsfehlern und einem fragwürdigen Personalpronomen (S. 215, „die Commander“) heißt der große grammatische Schwerpunkt dieses Romans eindeutig „Verwendung des Genitivs“. Entweder will uns der Übersetzer mit seiner Arbeit davon überzeugen, dass es in der Zukunft der Menschheit keinen Platz mehr für den zweiten Fall mehr gibt, oder er kennt ihn selbst kaum noch. So oder so ist es extrem auffällig, wie er mit „von“-Konstruktionen versucht, dem unbeliebten Casus aus dem Weg zu gehen. So liest man an einigen Stellen schon mal über die „[…] Rhetorik von Pardeks Fraktion […]“ (S. 200) oder der „[…] Enthüllung von Pardeks Ermordung […]“ (vgl. u.a. auch „Denkwürdige Zitate“, Eintrag Nr. 1), obwohl es nicht nur einfacher, sondern auch wohlklingender gewesen wäre, von der "Rhetorik der Fraktion Pardeks" oder der "Enthüllung der Ermordung Pardeks" zu sprechen. Schmerzlicher Höhepunkt dieser Dativisierungskampagne ist jedoch zweifelsohne der Satz „Ihre Stimme hallte durch die hohen gewölbten Hallen von Titans primärem Hangardeck“ (S. 60), der frei nach dem Motto „Der Genitiv ist tot – pissen wir noch einmal auf sein Grab!“ (frei nach Kalkofe) zu funktionieren scheint.

Geärgert hat mich an diesem Roman außerdem, dass man die bereits in anderen Büchern immer wieder gern verwendete Übersetzung von Raumschiffbenennungen aufrechterhält. Die „USS Sunrise“ wird hier zur USS „Sonnenaufgang“. Es ist zwar schön und gut, deutschen Begriffen vor englischen den Vorzug zu geben, und ich bin auch wirklich und von ganzem Herzen dankbar, dass weder Medo-Teams auftauchen, noch Starfleet angefunkt wird; aber eigentlich müsste klar sein, dass eine unausgesprochene Konvention die Namen von Schiffen englisch belässt – schließlich gäbe es sonst die „USS Unternehmen“, die Station „Tiefenraum Neun“ oder die „USS Reisender“.
Nachtrag: Inzwischen habe ich herausfinden müssen, dass genanntes Schiff auch im englischen Original "USS Der Sonnenaufgang" heißt. Absolution für den armen Übersetzer und Schande über den Autoren Andy Mangels, dessen Deutschkenntnisse vielleicht größer waren als sein Einfühlungsvermögen zur Benennung von Schiffen in deutscher Sprache. Hierzulande heißen Schiffe nunmal eher "Panther", "Bismarck" oder "Schleswig-Holstein", aber auf dem Sonnenaufgang fußt kaum ein Name für ein Schiff...

Doch zurück zum eigentlichen Roman. Mal abgesehen von den Schwierigkeiten bei der Integration der vielen Charaktere, den kleineren Fehlern und den schon zur Gewohnheit gewordenen Übersetzungsmängeln stört mich ein Punkt ganz besonders.
Natürlich ist so ein Auftaktroman auf die Nähe bekannter Personen angewiesen und es ist auch verständlich, dass die Autoren versuchten, dem Leser ein vertrautes Umfeld zu bieten, um so die Geschichte um die USS Titan mit zusätzlicher Glaubwürdigkeit auszustatten.
Doch viel zu oft greifen die Autoren dabei auf Altbekanntes zurück. So versuchen die Remaner etwa, das Föderationsschiff zu rammen – umgekehrt hatte Picard dies einige Wochen zuvor bereits geschafft.
Nun gut, eine solche Wiederholung, die dann auch noch mit vertauschten Rollen abgewickelt wird, ist durchaus verständlich, aber dass während des Gefechtes auch noch ein Baby geboren wird, hat mich schon etwas stark an das Voyager-Finale „Endspiel“ erinnert.
Stichwort Voyager: Ein Föderationsschiff, dass plötzlich und unerwartet aus dem eigenen Raum verschwindet und weit weit weg vom Föderationsterritorium seinen Weg zurück nach hause finden muss – warum zum Teufel muss der Titan so etwas auch passieren? Und das auch noch mit dem Delta-Quadranten-Veteranen Tuvok an Bord! Das spricht nicht gerade für die Kreativität der Autoren…
Und dann sind da noch die Neyel! Das gefühlte zweihunderttausendste Beispiel für eine Population von Menschen, die vor dem ersten Warpflug ihre Heimat verließen und nun weit von ihr entfernt wiedergetroffen werden! Hat man denn nicht einmal außerhalb der galaktischen Barriere Ruhe vor Menschen?
Ohne schlechtes Gewissen werden einige Elemente wieder aufgewärmt, die es zur Genüge bereits gegeben hat, und man fragt sich schon, ob dies die versprochene Rückbesinnung auf alte Werte und Forschungsaufgaben sein soll. ‚Eine neue Ära' stellt dieses Werk jedenfalls nicht dar, aber ein Buch mit dem Titel ‚Eine verdammt vertraute Ära’ hätte sich wohl schlechter verkauft.

Anachronismen: Das Buch hat den Vorteil, dass es nach dem letzten TNG-Kinofilm erschien und dadurch für einige Zeit sicher davor war, vom Kanon eingeholt zu werden. Die Autoren hatten viele Freiheiten und waren gut genug informiert, um deutliche Anachronismen zu vermeiden.
Doch eines frage ich mich immer wieder: Warum ist in Nemesis die angesprochene „Große Blüte“, also die Raumverzerrung, die nach der Explosion der Scimitar entstand, im Film nicht auszumachen? Dort wird das Schiff zwar zerstört, es gab sogar eine Schockwelle, aber die beschriebene Anomalie ist nirgends zu sehen, und selbst die romulanischen Shuttles konnten die stark lädierte Enterprise erreichen, ohne, wie ihre großen Warbird-Brüder, gleich in einer anderen Galaxie zu verschwinden.

Fazit: Der erste Roman der Titan Serie glänzt mit sauber recherchiertem Wissen, seinen Charakteren und den Gimmicks, die mit in dieses Buch gegeben wurden. Andererseits neigt es zur Überzeichnung von Charakteren, ist gespickt mit Übersetzungsmängeln und erfindet sich, entgegen der Erwartungen, nicht neu.
Trotzdem ist es die Fortsetzung der Star-Trek-Geschichte unter einem gut getroffenen Captain Riker; sicherlich einer der sympathischsten Figuren der gesamten Serien und Filme. Gut und spannend geschrieben erweckt sie, trotz aller vorhandenen Mängel, die Begierde, mehr zu erfahren und den kommenden, hoffentlich innovativeren, Geschichten zu folgen.

Denkwürdige Zitate:

Manieren sind nur eine andere Form von sozialer Unterwerfung, um jegliche Individualität zu unterdrücken.“ Dr. Bralik, S. 161

wa’ Dol nIvDaq matay’ DI’ maQap, ’Aj“ („Zusammen werden wir in einem größeren Ganzen erfolgreich sein.“) Alter klingonischer Sinnspruch, S. 132/133

Ein klingonischer Diplomat. […] Wenn das kein Widerspruch in sich ist.“ Tomalak, S. 327

Ich vermute, dass sich Remaner einander nicht ähnlicher sind, als die Mitglieder anderer Spezies. Ich habe Angehörige meines Volkes gesehen, die das Gute in Person waren. Ich habe andere gesehen, die das pure Böse darstellten. Und ich habe die gesehen, die von einer auf die andere Stufe wechselten und alle Stufen dazwischen.“ Mekrikuk, S. 340f.

Bewertung: Vielleicht keine neue Ära, aber möglicherweise der Beginn einer lesenswerten neuen Serie.

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Weiterführende Leseliste:

Titan 01: Eine neue Ära
Titan 02: Der rote König
Titan 03: Die Hunde des Orion
Titan 04: Schwert des Damokles

Titan 05: Stürmische See