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Freitag, 22. Mai 2009

Mission auf Dantar

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Story
: Für den jungen Kadetten Worf und einige seiner Akademiefreunde bietet sich die Möglichkeit, auf ihre erste – echte – Mission zu gehen. Eine unwirtliche Kolonie, auf der sowohl Menschen als auch Klingonen leben, benötigt die Hilfe eines Schlichters.
Doch auf dem Planeten angekommen, muss das Team aus Sternenflottenkadetten mit einer klingonischen Delegation zusammenarbeiten, die ebenfalls mit einem ähnlichen Auftrag versehen wurde. Worf lernt dabei die anziehende junge K’Ehleyr kennen und überraschend schnell gelingt es beiden im Zusammenspiel, viele der Konflikte zu lösen, die das Alltagsleben der Einwohner belasten. Doch eine Prügelei zwischen dem Brikar Kebron und einem der Klingonen verstärkt auch die Anspannungen innerhalb der beiden Schlichtergruppen, denen es, bei allen Erfolgen, schließlich nicht gelingt, alle Ressentiments auszuräumen. Doch die verschiedenen Parteien werden gezwungen zusammenzuarbeiten, als ein fremdes Schiff die Siedlung bombardiert…

Lobenswerte Aspekte: Es bedeutet wirklich keinerlei Aufwand, eines der Bücher der Starfleet-Kadetten-Reihe zu lesen. Es kann schon mal passieren, dass man ein solches Buch innerhalb einer kurzen Busfahrt ungewollt ausliest. Die vielen, zumeist gut gezeichneten Illustrationen lockern das Werk auf und ermöglichen detaillierte Vorstellungen über diverse Buchinhalte. Überhaupt ist es interessant, so viele Details aus dem Leben des juvenilen Klingonenmannes zu erfahren, zumal der Roman die meisten Elemente des vorangegangenen Teils „Worfs erstes Abenteuer“ übernimmt.
Ebenfalls besonders erwähnenswert sind die an einigen Stellen im Buch angebrachten Verknüpfungen zu anderen Romanen. In einer Art Pionierleistung manifestiert sich hier die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Autoren für den normalen Leser erstmals merklich. So werden etwa die Kreel erwähnt, die bereits in Vornholts Roman „Kontamination“ eine tragende Rolle spielen. Bemerkenswert ist auch die Beschreibung Captain Taggerts von der USS Repulse. Im ebenfalls von Peter David verfassten Roman „Vendetta“ noch als Frau beschrieben, wird dies in der TNG-Episode „Die jungen Greise“ als Fehleinschätzung entlarvt. Doch anstatt dies zu ignorieren, baut der Autor eine kleine Brücke: der männliche Taggert selbst führt die Möglichkeit ins Feld, dass seine Tochter irgendwann einmal seinen Stuhl übernehmen könnte. Geschickt, geschickt!

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Perfekt: Kinder können sich durch die Bilder lebhaft in die Situation versetzen lassen

Kritikwürdige Aspekte: Hand aufs Herz: Die Story ist lahm und Dantar liest sich wie eine Beschreibung des Planeten Nimbus III. Erst als die Ortschaft angegriffen wird, beginnt es langsam interessant zu werden, aber just im spannendsten Moment hört das Buch einfach auf, um mit seinem Nachfolger „Überleben“ wieder an dieser Stelle einzusetzen. In Anbetracht des geringen Leseaufwands und der vielen Bilder hätte man nun wirklich ruhig einen Dreierband aus diesen drei Romanen machen können.
Störend finde ich auch, dass in diesen verdammten Kinderbüchern einfach niemand stirbt! Doch dieser Schulterschluss mit der FSK passt nahtlos zum juvenilen Schreibstil, und in der Tat kann man diese Bücherreihe getrost angehenden Star-Trek-Fans in einem Alter von acht bis fünfzehn Jahren empfehlen. Alte Hasen jedoch könnten ab und zu das Gefühl bekommen, als hätte hier jemand „Das nächste Jahrhundert“ mit den Teletubbies gekreuzt.
Die Anzahl der Rechtschreibfehler hält sich, wohl aufgrund des ohnehin geringen Umfangs, in Grenzen. Neben üblichen Fehlern wie „Starfleet“ (S. 25) statt „Sternenflotte“ oder „Operator-Station“ statt „Ops“, sind mir nur hier und da einige Interpunktions- und Wiederholungsfehler sowie das Flüchtigkeitsprodukt „Mr. Tobias“ statt „Mrs. Tobias“ aufgefallen.
Allerdings gab es wieder einmal einen kleinen Fehler in den Details der Illustrationen. Der klingonische Captain, der auf Seite 42 so erschrocken auf Worf reagiert, verfügt nicht über das raubtierhafte Gebiss eines typischen Klingonen, sondern bietet dem Betrachter eine so vorbildlich menschliche Kauleiste, dass jeder Zahnarzt beim Betrachten der Bilder beifällig mit der Zunge schnalzen würde.

Anachronismen: Irgendwie wird im Roman vernachlässigt, dass K’Ehleyr zu Hälfte Mensch ist! Ihre Angehörigkeit zur klingonischen Fraktion widerspricht meinem Verständnis nach der in der TNG-Folge „Die Soliton-Welle“ verbürgten Tatsache, dass sie später ihren Sohn ermutigte, auch seine menschliche Seite auszuleben.
Und falls es tatsächlich die auf Seite 61 erwähnte Sternenflottenvorschrift gibt, der zufolge Kadetten nicht bewaffnet sein dürfen, bin ich dafür, Nog nachträglich für seine Verbrechen zu verhaften.

Fazit: „Mission auf Dantar“ ist ein unvollständiger Roman, der eigentlich eher den Titel „Überleben, Teil 1“ verdient hätte. Streckenweise ist er zwar durchaus interessant, aber größtenteils zu harmlos. Pionierarbeit ist der Roman trotzdem: AIm Rahmen seines Handlungsspielraumes hat der Autor Peter David hier alle Möglichkeiten ausgeschöpft und daneben begonnen, erste Vernetzungen zwischen verschiedenen Romanen zu etablieren.

Denkwürdiges Zitat:

Falls Sie im Weltall überleben wollen, Mr. Worf – und das gilt übrigens für Sie alle -, sind Sie gut beraten gut beraten, alles einzusetzen, was Ihnen zur Verfügung steht, einschließlich des Musters Ihrer DNS-Struktur.“ Trump, S. 23

Bewertung: Halbe Punktzahl für ein halbes Buch.

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Weitwerführende Leseliste:

Starfleet Kadetten 02: Worfs erstes Abenteuer
Starfleet Kadetten 03: Mission auf Dantar
Starfleet Kadetten 04: Überleben
Starfleet Kadetten 05: Das Sternengespenst
Starfleet Kadetten 06: In den Wüsten von Bajor
Starfleet Kadetten 07: Freiheitskämpfer
Starfleet Kadetten 08: Das Schoßtierchen
Starfleet Kadetten 09: Erobert die Flagge
Starfleet Kadetten 10: Die Atlantis Station
Starfleet Kadetten 11: Die verschwundene Besatzung
Starfleet Kadetten 12: Das Echsenvolk
Starfleet Kadetten 13: Arcade
Starfleet Kadetten 14: Ein Trip durch das Wurmloch
Starfleet Kadetten 15: Kadett Jean-Luc Picard
Starfleet Kadetten 16: Picards erstes Kommando
Starfleet Kadetten 17: Zigeunerwelt
Starfleet Kadetten 18: Loyalitäten

Samstag, 9. Mai 2009

Titan 02: Der rote König

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Buchbesprechung Mangels, Andy; Martins, Michael: Titan 02. Der rote König. Cross cult, 2005/2009.

Story: Die USS Titan ist, nachdem sie von einer Raumanomalie erfasst wurde, plötzlich in der Kleinen Magellanschen Wolke, einer Begleitgalaxie der Milchstraße angekommen. Schon bald bemerkt die Crew um Captain Riker, dass sie dieses Schicksal nicht nur mit den etwa zwei Dutzend gesuchten romulanischen Warbirds sondern auch mit dem Schiff Commander Donatras und einem klingonisches Schlachtkreuzer teilt.
Doch die Ankunft der Fremden ist für viele Neyel, die diesen Teil des Raumes beherrschen, nur eine Nebenerscheinung eines viel bedeutenderen Ereignisses. Die alte Prophezeiung eines erwachenden „Schläfers“, der sämtliches Leben in dieser Galaxis auslöschen wird, scheint mit dem Auftauchen der seltsamen Erscheinung bewahrheitet worden zu sein: Newaerth, eines der Planetensysteme der von Menschen abstammenden Neyel, ist bereits von der bedrohlichen Erscheinung erfasst worden und verschwunden.
Tatsächlich gelingt es der Titan-Besatzung herauszufinden, dass es sich bei dem „Schläfer“ um die ersten Anzeichen eines neu entstehenden Protouniversums handelt, dass den Raum, in dem sich die Milchstraße, die Kleine Magellansche Wolke und überhaupt das gesamte uns bekannte Universum befinden, langsam zerstört, um ihn für die eigenen Umweltansprüche zu transformieren. Zu allem Überfluss findet die wissenschaftliche Abteilung des Sternenflottenschiffes desweiteren heraus, dass es Anzeichen intelligenten Lebens innerhalb dieses sich ausbreitenden Universums gibt und dies stellt Riker nun vor das Dilemma, den "Schläfer" nicht einfach auslöschen zu können.
Nachdem die Titan in Kooperation mit dem Wardbird Donatras schließlich die Rettung der verschwundenen romulanischen Flotte gelingt, verschlimmert sich die Situation unversehens weiter und auch die Heimatwelt der Neyel beginnt plötzlich, sich langsam aufzulösen. Doch obwohl die Kooperation zwischen Romulanern und Föderation bis hierhin gut funktionierte, verweigert Donatra es nunmehr, der Titan bei der Evakuierung des Planeten Oghen Unterstützung zu gewähren.
Allein auf Rikers Schultern lastet also die Verantwortung, die Kernwelt der Neyel zu evakuieren, dem „Schläfer“ Einhalt zu gebieten und Schiff und Besatzung wieder heil nach hause zu bringen...

Lobenswerte Aspekte: Natürlich ist es gemein für jene, die das Buch noch nicht gelesen haben, aber die Titan wird nicht nur für den Fortbestand der Neyel sorgen, sondern auch wieder in den Beta-Quadranten zurückkehren und den „Schläfer“ zurück ins Traumland befördern. Schließlich gelingt es dem Captain sogar ENDLICH, einen Sinnspruch für die Widmungsplakette zu finden.

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UMUK - Ein Grund zum Anstoßen

Es gelingt den Autoren so, allzu offensichtliche Ähnlichkeiten zu den Abenteuern der USS Voyager zu umgehen und tatsächlich den Fokus kommender Romane wieder auf die nähere Umgebung des Föderationsraumes zu legen. Sobald die Titan wieder die heimatlichen Gefilde erreicht, stellt sich eine Vorfreude auf kommende Bücher ein, deren Handlung wieder in einer vertrauten Gegend angesiedelt ist und dem geneigten Leser über das aktuelle Tagesgeschehen einer Föderation in einer Zeit informiert, über die man so schnell nichts neues mehr erfahren wird.
Doch zurück zu diesem, in einer anderen Galaxie verwurzelten Teil der Titan-Saga: Der gesamte Roman hat anscheinend aus den Fehlern des ersten Teils gelernt, denn viele Aspekte sind mit mehr Feingefühl beschrieben. So wurde die Beziehung zwischen Keru und Hawk nicht mehr ganz so pubertär geschildert und auch Commander Vale fällt nicht mehr durch vulgärsprachliche Ausrutscher auf.
Dankbar war ich auch dafür, dass eine Frage gestellt wurde, die mir schon seit längerem unter den Fingernägeln brennt: Warum gibt es so viele Menschen auf den Sternenflottenschiffen? Und warum haben Menschen, selbst wenn es eine größere Anzahl außerirdischer Besatzungsmitglieder gibt, trotz allem die Führungspositionen inne? Eine wirklich gute Frage, auf die nicht einmal Riker eine Antwort weiß. Dieser ironische Umgang mit den eigenen Logikschwächen, der meiner Meinung nach im von Admiral Akaar an Tuvok gerichteten Satz „Es muss ermüdend für sie sein, immer wieder Tausende von Lichtjahren aus dem Föderationsraum geschleudert zu werden.“ kulminiert, macht den Roman recht unterhaltsam und trägt sogar zur Steigerung der Glaubwürdigkeit bei.
Auch die immer wieder aufgegriffenen Informationen aus verschiedenen Star-Trek-Filmen und -Episoden unterstreichen die Verankerung der Geschichte in einem größeren Rahmen. So wird etwa das Protouniversum aus der DS9-Folge „Der Trill-Kandidat“ angesprochen, Rikers in der VOY-Episode „Todessehnsucht“ beschriebener Vorfahr Thaddius Riker thematisiert und der Vergleich der Storr Lofi mit dem Pandorianer Bem ist sogar der TAS-Folge „Gefährliche Prüfung“ angelehnt. Immer wieder finden sich daneben Querverweise auf Ereignisse, die in verschiedenen Büchern nachzulesen sind. Unbekannte Storyelemente hingegen, die bereits im ersten Teil Fragezeichen auf die Stirn zauberten, wie etwa die Ereignisse um das Zerwürfnis zwischen Tuvok und Akaar, werden detailliert aufgearbeitet und nachgetragen.
Abschließend sollten auch einige formale Aspekte lobend erwähnt werden. Die Kapitellänge ist äußerst angenehm und der Lesekomfort verstärkt sich dadurch, dass in den einzelnen Kapiteln auch noch weitere logische Untereinteilungen eingefügt wurden, weiter.
Der Titel des Werkes, der, einer guten alten Star-Trek-Tradition folgend, auf ein literarisches Vorbild anspielt, ist clever mit der Erzählung verwoben und verdient es, gesondert erwähnt zu werden. Auch die Konzeption der Neyel-Sprache, die als Art Pidgin-Englisch funktioniert, bewirkt etwa bei Begriffen wie „Klomter“ (S. 21) statt „Kilometer“, „Vangar“ statt „Vanguard“ (S. 210) oder schließlich den „Oh-Neyel“ statt „O'Neill“ (S. 210ff.) überraschende Wiedererkennungserlebnisse, die der eigentlich unglaubwürdigen Geschichte um die Neyel einen Funken Nachvollziehbarkeit verleiht.

Kritikwürdige Aspekte: Obwohl es durchaus Sinn macht, die Star-Trek-Bücherwelt miteinander zu verbinden, in dem man auch den Inhalt vorangegangener Bücher aufgreift, leidet die Sache im deutschen Sprachraum unter dem Umstand, dass zu viele der betreffenden Werke nie auf deutsch erschienen sind. Zwar werden die Ereignisse noch einmal kurz angesprochen, so dass man keinen direkten Nachteil davonträgt, aber es hinterlässt beim Rezipienten das unangenehme Gefühl, schlecht informiert zu sein. Wenn sich der Verlag cross cult also entscheiden würde, dementsprechende Romane ebenfalls zu veröffentlichen, wäre dies für den deutschsprachigen Leser von großem Vorteil und vor allem von großem Interesse. Vielleicht wäre ein Sammelband mit relavanten Romanen und Kurzgeschichten ja auch ein willkommenes Zubrot für den kleinen Verlag...
Doch zurück zum Roman. Ziemlich doof stößt auch immer wieder auf, dass in diesem Roman eine verflucht große Menge an Zufälle zum Tragen kommt. So sind "zufällig" Tuvok und Adm. Akaar an Bord der Titan, die sich im Neyel-Raum trotz der achtzigjährigen Abwesenheit noch immer bestens auskennen. "Zufällig" beschäftigt sich eines der Besatzungsmitglieder der Titan in seiner Freizeit mit den Computersystemen von Romulanern und "zufällig" ist die Luft innerhalb des ausgehöhlten Asteroiden, der die Neyel vor 200 Jahren hierher brachte, noch immer atembar. Der glücklichste "Zufall" für die Autoren besteht allerdings darin, dass die Schachbretter und ihre Figuren an Bord der Titan nicht wie auf anderen Schiffen der Sternenflotte in klassischem Schwarz-Weiß, sondern, wie Pommes an der Frittenbude, rot-weiß gehalten sind, denn ansonsten hätte der Titel dieses Romans keinen Sinn gemacht.

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Schneeweißchen und Rosenrot – Literatur und Schach treffen aufeinander

Hinzu kommen noch einige Ungereimtheiten, die verschiedene Charaktere betreffen. Warum kennt sich Donatra so gut mit menschlichen Redewendungen aus und warum kenne noch nicht einmal ich als Mensch alle davon? Warum muss der Asteroid, mit dem die Oh-Neyel einst die Kleine Magellansche Wolke erreichten, ausgerechnet „Vanguard“ heißen? Wie zum Teufel sind die Autoren auf die Idee gekommen, dass es unter den verschiedenen Crewmitgliedern, die auf der Titan arbeiten, ausgerechnet einen Horta gibt?
Größter Kritikpunkt ist allerdings der stiefmütterliche Umgang der Übersetzerin Stephanie Pannen mit der deutschen Sprache. Ohne doofe Witze auf Kosten des Namens machen zu wollen, muss man doch festhalten, dass ihr dort einige Fehlgriffe passiert sind.
Die bereits im Vorgängerroman „Eine neue Ära“ nervigen Dativkonstruktionen mit „von“ werden hier nicht nur fortgeführt, sondern auch in ihrer Anzahl weit übertroffen. So liest man ständig eigenartige Formulierungen wie „[...] in der Nähe von romulanischem Raum […]“ (S. 79) „Ein telepathischer Alarm von unserem roten König?“ (S. ) oder „[...] nach Meinung von Dr. Ree [...]“ (S. ) statt „[...] in der Nähe romulanischem Raums [...]“ „Ein telepathischer Alarm unseres roten Königs?“ oder „[...] nach Meinung Dr. Rees [...]“, und diese Beispiele sind nur ein Bruchteil der Menge, die innerhalb dieses Buches mehrmals pro Kapitel zu finden sind.
Im Zusammenspiel mit anderen Fehlern bei der Interpunktion, grässlichen Verwechslungen von „dass“ und „damit“ (z.B. „[...] damit man die trockene Atmosphäre [...] einatmen konnte [...]“ auf S. 55 oder „[...]damit der Vulkanier [...] etwas anderes zu sich nahm [...]“ auf S. 56) oder Übersetzungsabweichungen wie „Triebwerksleistung“, „Schmerzstöcke“ oder „Yacht des Captains“ belegt es trotz eines abweichenden Verlags, dass der Übersetzung von Star-Trek-Romanen hierzulande noch immer eine viel zu geringe Aufmerksamkeit zuteil wird.

Anachronismen: Tuvok, der laut „Tuvoks Flashback“ nach einer Dreijahresmission seine Dienstzeit auf der Excelsior beendete, soll, den Informationen dieses Buches nach, fünf Jahre auf dem Schiff Sulus gedient haben.

Fazit: Der zweite Teil der Titan-Serie schafft es tatsächlich, seinen Vorgänger einzuholen, ohne ihn allerdings zu überholen. Die Story ist um Längen besser, aber um tradierte Gewohnheiten wie etwa eine mit grammatischen Regeln des Deutschen nur schwer vereinbare Übersetzung, auszumerzen, fehlte den Verlegern scheinbar der Mut. Warum sollte man auch den gemeinen Leser von Star-Trek-Romanen durch saubere Satzbildung, fehlerfreie Schreibweisen oder durch die Verwendung von an der Serien und den Filmen orientierten Begriffen grundlos verwirren?
Nichtsdestotrotz schafft es dieser Roman, die versprochene „Neue Ära“ anzudeuten und verstärkt die Neugier auf weitere Titan-Abenteuer.

Denkwürdige Zitate:

Vulkanier sind niemals 'melodramatisch', Commander.“, Tuvok, S. 36

Aber zeige mir ein Raumschiff, das nicht in irgendeinen Konflikt verwickelt oder mit unvorhergesehenen Rückschlägen konfrontiert wurde, während es mit neuen Lebensformen und Zivilisationen zu tun hatte, oder mit abenteuerlichen Konsequenzen durch Raumanomalien umgehen musste … und ich zeige dir ein Raumschiff, das nur in irgendeinem Lehrbuch der Sternenflotte existiert.“ Deanna Troi, S. 53

Er ist der analfixierteste Bolianer, dem ich jemals begegnet bin. Vielleicht ist er deswegen so ein hervorragender erster Offizier.“ Cpt. Akaar, S. 54

Ja, und ich dachte gerade, was für eine tolle Überraschung es war, heruaszufinden, dass bajoranische Männer nicht nur auf ihrer Nase Riffel haben.“ Cmdr. Vale, S. 318

Bewertung: Um Längen besser als sein Vorgänger.

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Weiterführende Leseliste:

Titan 01: Eine neue Ära
Titan 02: Der rote König
Titan 03: Die Hunde des Orion
Titan 04: Schwert des Damokles
Titan 05: Stürmische See

Mittwoch, 6. Mai 2009

Vanguard 02: Rufe den Donner

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Buchbesprechung Dilmore, Kevin; Ward, David: Vanguard 02: Rufe den Donner. Cross cult, 2006.

Story: Erilon und Palgrenax sind zwei völlig verschiedene Welten. Die eine wird von lebensfeindlichen Eismassen beherrscht, die andere von Staub und Vegetation. Der eine Planet ist gänzlich unbewohnt, der andere hingegen beherbergt ein primitives Volk. Auf Erilon wurde ein Forschungscamp der Sternenflotte aufgeschlagen; Palgrenax ist ein von den Klingonen eroberter Planet.
Und doch eint beide Orte eine unheimliche Bedrohung. In den Gewölben der uralten Ruinen, die auf beiden Welten zu finden sind, lauert ein fremdes Wesen, das damit begonnen hat, die fremden Eindringlinge wieder in ihre Schranken zu verweisen und ihre Neugier mit der Wucht tödlicher Gegenschläge zu beantworten.
Doch wie begegnet man einem übermächtigen Gegner, dem Phaserfeuer und bat’leth-Hiebe nichts anhaben können und mit dem eine Kommunikation aussichtslos erscheint? Wie wehrt man sich gegen das planetare Verteidigungssystem, das sogar in der Lage ist, den gesamten Planeten selbst zu zerstören?
Während Tholianer und Klingonen auf einen Krieg zusteuern, versucht die Besatzung der Sternenflottenstation Vanguard, dem Mysterium der fremden Artefakte auf den Grund zu gehen. Doch die Antworten auf die Fragen um das Metagenom müssen mit Blut erkauft werden…

Lobenswerte Aspekte: „Rufe den Donner“ ist unheimlich spannend geschrieben und es ist fast unmöglich, mit dem Lesen aufzuhören, da man von den beschriebenen Ereignissen selbst beim zweiten Lesen noch immer in einen Bann gezogen wird. Für Leute mit schwachen Nerven ist dieses Werk mit Sicherheit kein geeigneter Lesestoff.
Unter den ersten drei bislang erschienen Büchern dieser Reihe ist es das beste, und funktioniert auch ohne den Auftritt irgendwelcher „Gaststars“ problemlos. Wie sein Vorgänger vereint es gekonnt die unterschiedlichsten Informationen aus den verschiedensten Star-Trek-Serien und –Filmen. Besonders hervorzuheben sind dabei die ab und zu erwähnten Schicksale von Personen, die auf jenen Planeten eine neue Heimat fanden, von denen der gut informierte Leser weiß, dass diese längst von den Neuralparasiten aus der TOS-Episode „Spock außer Kontrolle“ heimgesucht wurden. Ebenfalls genial liest sich, wie die Autoren den Auftritt der Romulaner mit den Ereignissen aus der Folge „Spock unter Verdacht“ verknüpften. Eventuell aufkeimendes Unverständnis für das plötzliche Aufkreuzen eines romulanischen Schiffes wird somit geschickt unterbunden, während man gleichzeitig die Auswirkungen der Geschehnisse in der Taurusregion clever mit der allgemeinen politischen Situation verflochten sieht.
Die kluge Einführung gibt sogar Lesern eine Chance, die den ersten Teil noch nicht kennen, und der Suche nach dem Metagenom mit Fragezeichen begegnen. Doch in diesem Buch kann er auch ohne großes Vorwissen erfahren, in welchem Zusammenhang dieses Stück hoch entwickelter Gentechnik mit dem Volk der Shedai steht. Diese neue Rasse ist gekonnt beschrieben und ihre übermächtige Kampfkunst lässt die Gefahr, die für Föderation wie Klingonen besteht, erahnen.
Es ist den beiden Autoren Dilmore und Ward ebenfalls geglückt, den Geist der "Ära der fliegenden Fäuste" einzufangen, wie sie dem Zuschauer der TOS-Serie vertraut ist. Die Disziplinierungsmaßnahmen Dr. Leones oder der Überfall der Weltraumpiraten fügen sich nahtlos in dieses Bild ein und vermitteln einen lebendigen Abbild dieser Zeit.
Insgesamt lassen sich dazu auch beinahe sämtliche positive Aspekte hinzufügen, die bereits in der ersten Rezension zum Pilotband der Vanguard-Reihe zu lesen waren. Doch der zweite Teil schafft es, den hohen Standard seines Vorgängers zu übertreffen und die Meßlatte für kommende Roman noch ein paar Zentimeter höher zu hängen.

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Vanguard 02: Ein Risiko für jeden Herzschrittmacher

Kritikwürdige Aspekte: Inhaltlich gibt es nur wenig zu beanstanden, denn etwaige Widersprüche wie der Auftritt der Romulaner oder die Nutzung eines Schiffes der Daedalus-Klasse werden gut erklärt und logisch in den Gesamtkontext miteingebaut.
Doch zwei im Buch gegebene Informationen widersprechen sich, vielleicht aufgrund der Tatsache, dass zwei unterschiedliche Autoren an diesem Buch schrieben, ein wenig. Während auf der Seite 28 nämlich noch zu lesen war: „Die meisten Geschäfte und Bars […] hatten rund um die Uhr geöffnet, damit alle, die in dem Dreischichtensystem arbeiteten, versorgt werden konnten.“ heißt es auf S. 398: „Auch wenn die meisten zivilen Geschäfte - abgesehen von ein paar Kneipen, die sich über Stars Landing verteilten – bis zum Morgen geschlossen waren, gingen die Sternenflotten-Operationen rund um die Uhr weiter.“.
Schade fand ich ebenfalls, dass die Deutschen im Roman ziemlich negativ dargestellt werden. So ist Dietrich Meyer, Mitglied des Diplomatischen Corps, der Klassenklown, der sicherlich nicht zu Unrecht das d'k tahg Lugoks zu spüren bekam. Der andere Deutsche namens Müller hingegen fällt durch massive Wehrkraftzersetzung auf.

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the worst of the wurst – Deutschländer sind voll doof

Was nach dem ersten Band irgendwie fehlt, ist ein ausklappbarer Mittelteil mit bunten Schemata. Natürlich wäre es doof, noch einmal die Station zu zeigen, doch das Buch bietet ja auch andere lohnenswerte Objekte, die sicherlich einen genaueren Blick vertragen könnten: Das Shedai-Relikt, die USS Lovell, die Rocinante oder die Omari-Ekon.
Doch all diese Kritikpunkte fallen kaum ins Gewicht, da sie durch die mitreißende Handlung mehr als ausgeglichen werden. Nur ein hartnäckiger Kritikpunkt schafft es, selbst ein prinzipiell so gutes Buch zu ruinieren: Die Übersetzung.
Es ist wirklich – ich bitte diesen Ausdruck zu verzeihen - zum Kotzen. Die Übersetzerin und auch der Lektor müssen entweder massivem Zeitdruck ausgesetzt worden sein, oder sollten ihre Berufswahl noch einmal gründlich überdenken. Die Fehler ähneln denen des Vorgängerromans, übertreffen dessen Quote jedoch um Längen.
Was zuerst einmal auffällt, sind die vielen Buchstabendreher bei Eigennamen. So liest man, um nur einen Bruchteil wirklich zu benennen, etwa zuweilen von „Khatmai“ (S. 45) statt „Khatami“, „Zaho“ (S. 48) statt „Zhao“ oder „Saith“ (S. 23) statt „Sarith“. Den Botschafter „Jetanien“ findet man sogar in abweichenden Schreibweisen wie „Jentanien“ (S. 145) oder „Jetainen“ (S. 375), wobei anzumerken ist, dass letztere Schreibweise sogar über mehrere Seiten beibehalten wird. Trauriger Höhepunkt dieser offenkundigen Inkompetenz beim Schreiben von Nomina bildet allerdings die Tatsache, dass aus Lt. „McCormack“ auf der Seite 126 plötzlich „McCoy“ wird. Der Leser wird durch solche plötzlichen Sprünge verwirrt und irgendwann verliert er sogar das Vertrauen in die Übersetzerin, seltener genannte Namen überhaupt richtig wiedergeben zu haben.
Neben anderen ständig auftauchenden Fehlern wie etwa bei der Interpunktion, fiel vor allem eine Schwäche bei Genus-bedingten Wortendungen auf: Egal ob bei „[…] mit Glücksspiele […] verschwenden […]“ (S. 20) oder „Ihre fehlendes Ehrgefühl […]“ (S. 164), zusammen mit dass/damit-Schwächen (Vgl. die widersprüchlichen Informationen über die Öffnungszeiten der Läden auf Vanguard, S. 398) oder Substantivierungsfehlern („[…] brachte sie zum lachen […]“, S. 62) ergibt sich ein Gesamtbild, das einem souveränen Sprachgebrauch des Deutschen spottet.
Natürlich könnte ich noch weitere Fehler, wie eine uneinheitliche Schreibweise von aldebaranischem Whiskey (S. 27 bzw. S. 60), mäßig übersetzten Begriffen („Nurse“ S. 95, „Rotalarm“ S. 322, „Ensign“ S. 322) oder abweichenden Schreibweisen zum Pilotroman („Fontana Meadows“ S. 371 statt „Fontana-Auen“) ins Feld führen, aber der allerschlimmste Fehler ist und bleibt ein Ausdruck des bereits toten Stens. Dessen Katra sucht nämlich ständig den Geist seiner früheren Verlobten T’Prynn heim und beweist dabei nicht nur fehlende Zurückhaltung, sondern auch böse grammatische Schwächen. Ich habe zwar keine Ahnung, wie sich ein Imperativ im Vulkanischen anhört, aber dafür weiß ich genau, wie der des Verbs „unterwerfen“ im Deutschen auf keinen Fall lautet:

UNTERWERFE DICH. (S. 66, S. 67, S. 71, S. 72, S. 372, S. 374, S. 376, S. 379)

Anachronismen: Es sind bislang keine gravierenden Störungen der Zeitlinie zu finden. Ich persönlich fühlte mich zwar durch die Anwesenheit eines Schiffes der Daedalusklasse gestört, aber dessen Einsatz wurde so fundiert erklärt, dass man es nicht als einen "wahren" Anachronismus zählen kann.

Fazit: Der zweite Vanguard-Roman „Ernte den Sturm“ ist der beste bislang erschienene Roman der Reihe. Die packende und mitreißende Handlung entführt den Leser in eine gut mit dem Kanon verknüpfte Welt voller Überraschungen und ungewöhnlicher Einblicke. Doch dem genialen englischsprachigen Roman wird durch schlampige Übersetzungs- und Lektorenarbeit ein nicht zufriedenstellendes deutsches Pendant gegenübergestellt, das mit seinen extrem auffälligen Fehlern geradezu nach einer dringend notwendigen Überarbeitung schreit.

Denkwürdige Zitate:

Verdammt noch mal, Tim […] Du bist schlimmer als meine zweite Frau.“ Cervantes Quinn, S. 31

Und wieder wurde der Vorhang von einem der großen Geheimnisse der Diplomatie gelüftet.“ Botschafter Jetanien, S. 148

Ich habe schon Schiffe gesehen, die in einer Schlacht schwer beschädigt wurden […] Und ich habe Schiffe gesehen, die in einen Ionensturm geraten waren. Einmal habe ich sogar ein Schiff bergen müssen, das mit einem Mond zusammengestoßen war […] Commodore, keines der Schiffe sah so schlimm aus wie dieses Stück Schrott.“ Jon Cooper, S. 207

Bewertung: Von der schlampigen deutschen Übersetzung um die volle Punktzahl betrogen.

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Weiterführende Leseliste:

Vanguard 01: Der Vorbote
Vanguard 02: Rufe den Donner
Vanguard 03: Ernte den Sturm
Vanguard 04: Offene Geheimnisse
Vanguard 05: Vor dem Fall

Montag, 27. April 2009

Die Station der Cardassianer

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Buchbesprechung Jeter, K.W.: Die Station der Cardassianer. Heyne, 1993.

Story: Deep Space Nine wird wieder einmal von den Cardassianern bedroht. Diesmal jedoch nicht mit Waffen, sondern mit einem Projekt, dass die Bedeutung der Station ad absurdum führen könnte: Eine Expedition der ehemaligen Besatzer versucht, auf der anderen Seite des Wurmloches eine eigene Station zu errichten.
Natürlich bemüht sich die Führungsriege auf DS9 umgehend, diesem Plan etwas entgegenzusetzen und schickt eine mobile Quarantänesubstation in den Himmelstempel, um den Cardassianern zuvorzukommen. Doch an Bord des beengten Moduls ist Kira Nerys einem wahnsinnigen religiösen Fanatiker ausgeliefert, der davon besessen ist, das Wurmloch zu zerstören und Kira zu töten…

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Augen auf in Quarantänemodul: Der Tod fährt mit

Lobenswerte Aspekte: "Die Station der Cardassianer" ist durchaus spannend zu lesen und einige Ideen sind so gut, dass sie später sogar von der Serie, bewusst oder unbewusst, adaptiert wurden. Das Buch erschien zur ersten Staffel und schafft es, der Serie einen Punkt vorwegzunehmen: Die Redemptionisten erinnern in ihren Grundzügen stark an den „Kreis“, der zu Beginn der zweiten DS9-Staffel für Unruhe auf der Station sorgte.
Ich finde es weiterhin nur logisch, dass man versucht, auch auf der anderen Seite des Wurmloches Präsenz zu zeigen. Schließlich ist das Maß an Kontrolle über diese „Abkürzung“ relativ, wenn man nur einen Ausgang beherrscht. Nicht zuletzt die Dominion-Kriege haben dies eindrucksvoll bewiesen. Ich für meinen Teil habe es in Spielen wie „Birth of the Federation“ stets bevorzugt, beide Enden eines Wurmloches zu sichern, denn Vorsicht ist ja bekanntlich besser als Nachsicht.
Auch das Quarantänemodul, als medizinische Isoliermöglichkeit auf einer Raumstation mit so lebendigem Durchgangsverkehr, ist durchaus eine Überlegung wert. Wer weiß schon, was für Krankheiten die verschiedenen Bajoraner, Menschen, Cardassianer und Formwandler alles einschleppen könnten? In Episoden wie „Babel“ oder „Metamorphose“ wäre es sicherlich von Vorteil gewesen und die Option, das Modul durch gezielte Sprengung ausradieren zu können, hätte jenen Folgen noch ein wenig mehr Spannung verliehen.
Abschließend sollte auch noch lobend erwähnt werden, dass der Übersetzer einen guten Wechsel zwischen Duzen und Siezen bei Jadzia Dax und Benjamin Sisko einführte und diesen auch nachvollziehbar begründete.

Kritikwürdige Aspekte: „Die Station der Cardassianer“ ist, wie bereits angemerkt, ein Roman, der unmittelbar nach der Erstausstrahlung des Pilotfilms erschien. Dies führt einerseits dazu, dass einige Entwicklungen vorweggenommen wurden, während es auf der anderen Seite jedoch auch eine ganze Reihe von Anachronismen und Unstimmigkeiten auftauchen, die das Lesen erschweren.
Besonders an Odo bleiben diese kleinen Fehler kleben wie an einem Zuckerlolli. So erfahren wir und ein cardassianischer Sicherheitsoffizier, dass Odo in seinem Quartier ein badewannenähnliches Becken zur Regeneration nutzt. Abgesehen davon, dass, wann immer sein Quartier in der Serie gezeigt wurde, niemand dieses Becken jemals gesehen hat, hat der Formwandler eigentlich einen Eimer, den er für seine Ruhephasen nutzt und er schätzt seine Privatsphäre so sehr, dass er das Innere seines Quartiers nur gegen großen Widerstand anderen zu zeigen gewillt ist.
Unwahr ist auch, dass Odo über keinerlei Emotionen verfügt, denn seine spätere Liaison mit Kira wäre demnach ja nie passiert. Wahrscheinlich um diesen Faux-pas auszugleichen, gestattete es der Autor K.W. Jeter dem Wechselbalg, Bier zu trinken, obwohl dieser Getränke stets (abgesehen von der fünften Staffel, in der Odo zum „Solid“ degradiert wurde) mit dem Hinweis darauf ablehnte, sie nicht zu benötigen.
Aber die Beschreibung der gesamten Station ist gespickt mit Unwahrheiten. So erfährt der kopfschüttelnde Leser, dass die Zellen des Sicherheitsbereiches noch Gitter haben, dass man von Quarks Tresen aus den besten Blick über das Promenadendeck hat und dass Quarks Bar über Sitzecken verfügt, die man mit schalldichten Kraftfeldern abschirmen kann.
Aber das sind noch nicht einmal die schlimmsten Unstimmigkeiten! Obwohl Deep Space Nine eine bajoranische Station ist, wird behauptet, dass die Cardassianer eine Erlaubnis der Föderation zur Passage des Wurmlochs benötigen. Darüber hinaus widerspricht Jeter dem allgemeinen Kanon auch noch mit der Aussage, dass alle Schiffe, die das Wurmloch passieren, eine Art „KAT“ für ihren Impulsantrieb benötigen, da sonst die Wurmlochwesen getötet werden. Daher rüsten die Ingenieure um Chief O’Brien jedes Schiff, dass den Tempel der Propheten für einen Durchflug nutzen will, mit diesem Gerät aus. Was aber ist mit den Schiffen des Dominion? Oder warum betrieb die von Pah-Geistern besessene Keiko in „Die Erpressung“ einen so riesengroßen Aufwand, wenn sie nur ein Schiff ohne Impulsabsorber in die Heimat ihrer Feinde schicken müsste?
Hinzu kommt, dass auch bei den Bajoranern ähnliche Anschlussfehler zu finden sind. Abgesehen davon, dass von Kiras „Clan“ (S. 136) gesprochen wird, hat mich die Schilderung der Ereignisse um die Besetzung Bajors ab und zu irritiert, denn hier wurde ein junger Mönch, der sich eigentlich um das Seelenheil der Partisanen kümmern sollte, als „Politoffizier“ beschrieben, der vom „Hauptquartier“ (beides S. 154) geschickt wurde.
Am unsinnigsten fand ich allerdings, dass Chief O’Brien und Jadzia Dax mit Schiffen im Gamma-Quadranten kommunizieren konnten, obwohl das Wurmloch zuvor kollabierte! Eine Quadranten übergreifende Kommunikation würde ganze Folgen wie „Trekors Prophezeiung“ oder komplette Serien wie „Star Trek:Voyager“ unsinnig machen und beweist letztendlich, dass der Autor sich zu oft aus dem Fenster lehnt und es geradezu darauf ankommen ließ, dass sein Werk vom Kanon überholt werden würde.
Als eher erheiternd empfand ich dieses Mal die Übersetzung. Natürlich gab es wieder einmal die typischen Übersetzungsnachlässigkeiten („Holokammern“ statt „Holosuiten“, S. 82, „Quadrant Gamma“ statt „Gamma-Quadrant“, S. 69 oder „Flitzer“ statt „Runabout“, S. 77), Wortneuschöpfungen („desaktivierte“, S. 164 oder „ memoriale Szenen“, S. 207), Rechtschreibfehlern („Kom-Baken, S. 216“) und Grammatikschnitzern („[…] in Deep Space Nine […]“, S. 11), aber andere Selbstverwirklichungsversuche des Übersetzers waren wirklich genial. So wird die Föderation im Laufe des Textes allen Ernstes als „[…] der interstellare Völkerbund […]“ bezeichnet (S. 16)!
Doch noch großartiger fand ich den Satz „Während der letzten Zeit hatte die Bevölkerung von Deep Space Nine sehr zugenommen.“ (S. 22), der wunderbar mit der unfreiwilligen Verdrehung der Redensart „Ganz gleich, wie sehr sie mit sich selbst ins Gewicht gehen[...]“ (Sisko zu Kira, S. 105) harmoniert. Es gibt in diesem Universum wohl kaum eine galantere Art und Weise, einer Frau mit einem Freudschen Versprecher zu sagen, dass sie zuviel Speck auf den Rippen hat.
Gestört hat mich schließlich ein letzter, typisch amerikanischer Fehler. Als O’Brien und Sisko sich einen Drink teilen, wird guter"irischer Whisky“ angepriesen. Klar, dass der alte Ire Miles den schottischen und amerikanischen Spiritousenvarianten nichts abgewinnen kann, und wie man in der später folgenden Episode „Nachempfindung“ erfahren kann, sollte der Autor auch recht damit behalten. Entgegen der Rechtschreib- und Destilliertraditionen in den USA und Schottland, schreibt man es im Irischen jedoch „Whiskey“, wie man auf jeder guten Pulle Tullamore Dew, Clontarf oder Bushmills nachlesen kann.
Doch zurück zur eigentlichen Geschichte. Es bleibt zu bemerken, dass die Charakterskizzen, die Jeter in der Kürze der ihm zur Verfügung stehenden Zeit schuf, an zu vielen Stellen hinken und dadurch die einzelnen Figuren, allen voran Dr. Bashir, zu oft schlecht nachempfunden wirken. Dadurch, dass seine Haupthandlung um die isolationistische bajoranische Splittergruppe später von der Serie überholt wurde, wäre ein Ausbau der Nebenhandlung um die cardassianische Station, wie es der Titel ja eingentlich verspricht, ungleich interessanter gewesen. Hätte der Autor sich mehr darauf konzentriert, wäre das Buch auch viel lesenswerter.

Anachronismen: Nachdem bereits Kirk in Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart Gillian Taylor darauf hinwies, dass es in seiner Zeit kein Geld mehr geben würde und auch Jake Sisko Nog gegenüber explizit davon sprach, dass die Menschheit das Streben nach Reichtum zugunsten der Eigenverwirklichung aufgegeben hat („Die Karte“), wird in diesem Roman desöfteren von den Kosten gesprochen, die Deep Space Nine verursacht und darüber hinaus werden sogar Zahlungen erwähnt, die von der Erde an die Station überwiesen werden, um sie in Betrieb zu halten.
Auch der Baseball, den Sisko im Buch an Bashir verschenkt, gerät auf mysteriöse Art und Weise zurück auf seinen Platz, wo ihn selbst Gul Dukat während der Besetzung der Station durch das Dominion belässt.
Obwohl die Idee mit der Substation am anderen Ende des Wurmloches wirklich gut ist, entspricht auch sie nicht den in der Serie geschilderten Tatsachen. Spätestens in der Episode „Der Plan des Dominion“ hätte sie erwähnt werden müssen; da der Jem’Hadar Talak’talan sicherlich auch mit der Zerstörung der kleinen und kaum wehrfähigen Nebenstation geprahlt hätte.

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Von wegen zukünftiger Sozialismus: Menschen haben eben doch nur Augen für den schnöden Mammon

Fazit: „Die Station der Cardassianer“ kann vor allem mit guten Ideen wie dem Quarantänemodul und einer Substation punkten. Doch der Haupthandlung wurde durch die Serie eine Kanonentprechung entgegengesetzt, die sich negativ auf die Nachvollziehbarkeit der Geschichte auswirkt.
Außerdem bleibt festzuhalten, dass zu viele andere Aspekte mit den Informationen aus Star-Trek-Serien und -Filmen unvereinbar sind, was beim Lesen des Buchs zu oft einen faden Beigeschmack hinterlässt.

Denkwürdige Zitate:

Nach der cardassianischen Tyrannei ist 'Geduld' ein Wort, das sich bei Bajoranern nur wenig Beliebtheit erfreut." Kira Nerys, S. 27

Ich finde Ihr Interesse an meinen Körperfunktionen abscheulich und darf Ihnen versichern, daß ich über Ihre nicht Bescheid wissen möchte.“
Odo, S. 28

Major Kira,
[…] Wenn mir bekannt gewesen wäre, daß Sie eine Tendenz zu paranoiden Wahnvorstellungen aufweisen, hätte ich Ihnen einen psychiatrische Behandlung verschrieben.“ Dr. Bashir, S. 121

Bewertung:
Gut gemeint, aber etwas über das Ziel hinausgeschossen.

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