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Sonntag, 5. Juli 2009

Vanguard 04: Offene Geheimnisse

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Buchbesprechung Ward, Dayton: Vanguard 04. Offene Geheimnisse, cross cult, 2009.

Story: In der Taurus-Region ist eine trügerische Ruhe eingekehrt. Doch kaum ist die Bedrohung der Shedai fürs erste gebannt, da marodieren auch schon Klingonen und Tholianer in der Gegend herum und auch die Sternenbasis 47 sieht ereignisintensiven Tagen entgegen.
Commodore Reyes wartet auf seine Verhandlung und wird von Admiral Nogura abgelöst – einem der ganz großen Strippenzieher innerhalb der Sternenflottenleitung. Und der zierliche Asiat räumt erst einmal gründlich auf: Commander Cooper muss sich nicht länger mit der Stationsverwaltung herumquälen, der vorlaute Jetanien wird in die Schranken verwiesen und der orionische Kaufmannsprinz Ganz muss seine Sachen packen und mit seinem Schiff die Station verlassen.
Trotz des neuen Besens gibt es dennoch genug Dreck, den selbst er nicht einfach wegfegen kann. So muss T’Prynn nach Vulkan gebracht werden, um von der katra ihres verstorbenen Verlobten Stens befreit zu werden. Derweil schafft es selbst Rana Desai nicht, den nobel handelnden Ex-Commodore Diego Reyes aus den Klauen der rachsüchtigen Justitia zu befreien und Ming Xiong wird von den Klingonen entführt, die sich durch ihn einen Sprung in ihren xenoarchäologischen Forschungen erhoffen – schließlich bergen die Waffensysteme der Shedai ein unheimlich großes militärisches Potential…
Doch gerade, als sich für die Föderation alles wieder zum guten wenden will, wird das Schiff, das den verurteilten Reyes zum Antritt seiner Haftstrafe auf der Erde geleiten soll, von einem unbekannten Piratenschiff angegriffen und zerstört. Reyes ist tot – oder etwa nicht??

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Lobenswerte Aspekte: Na endlich! Viel zu lange schon mussten die Freunde dieser genialen Reihe auf die Erscheinung des vierten Bandes in deutscher Sprache warten. Und das Warten hat sich definitiv gelohnt!
Der geneigte Leser kann in eine Welt aus vielschichtigen Charakteren und ihrer vielseitigen Interaktion eintauchen. Mitreißend und kanontreu wird eine Welt lebendig, die genial mit allen Serien und Filmen verknüpft wird. Hier kommt Nimbus III ins Spiel; dort trifft man auf den aufstrebenden General Chang. Man wird Zeuge der Kolonisation Cestus' III und erlebt den Untergang der Siedlung aus einer Kommandoperspektive mit. Sehr gelungen und gut durchdacht, denn Cestus III nimmt hier den Platz Denevas ein, das bereits im ersten Roman als unfreiwilliger Ort menschlicher Tragödien diente.

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Ganz neue Dimensionen: Jetzt mischen auch noch die Gorn mit?

Bemerkenswert ist, auf welche Weise der Roman eingeleitet und schließlich auch wieder beendet wird. Die Ereignisse um den Frieden von Organia als Grundlage zu nutzen ist so einfach wie genial.
Daneben räumt der Autor Dayton Ward mit Star-Trek-Klischees auf. Klingonen nehmen keine Gefangenen? Von wegen! Der häufig angesprochene Widerspruch wird hier aufgelöst – denn Klingonen sind eben doch nur Menschen – allerdings mit rosa Blut. Ward spielt mit den Kanoninformationen ohne ihnen untreu zu werden. So wird Reyes zu zehn Jahren Gefängnis in genau dem Knast verurteilt, in dem knapp ein Jahrhundert später auch Tom Paris einsitzen wird. Die Shedai setzten sich bereits mit dem Tkon Imperium auseinander und M’Benga wird endlich auf die USS Enterprise versetzt.
Daneben präsentiert das Buch auch Aspekte, die in Serien und Filmen eher stiefmütterlich behandelt wurden. So widmet man sich ausgiebig der Frage, wie das Ansehen der Vulkanier unter der Tatsache leidet, dass die verwandtschaftlichen Verhältnisse der spitzohrigen UFP-Mitglieder zu den Romulanern bekannt werden. Außerdem sind besonders die Exkurse auf Vulkan selbst beeindruckend, denn der Widerspruch zwischen Föderationsmitgliedschaft und der persönlichen Freiheit des Einzelnen sind ebenso subtil wie widersprüchlich dargelegt.
Doch auch ‚unverbürgte’ Informationen schafften den Weg in dieses Buch. Löblicherweise werden hier die aus den FASA-Rollenbspielbüchern stammenden Schiffsklassen Loknar und Saladin erwähnt, die es im eigentlichen Kanon bestenfalls zu Fußnoten gebracht haben…

Kritikwürdige Aspekte: Der vierte Band geht die Sache etwas ruhiger an als seine Vorgänger. Zuweilen kann man den Eindruck gewinnen, dass „Offene Geheimnisse“ nach den drei vorherigen, nahezu in sich geschlossenen Romanen den Beginn eines neuen Zyklus’ markiert, der erst eingeleitet werden muss. Das Buch bildet daher eine Art Anlauf, um auf den eigentliche Kern des Pudels, also der kommenden Handlungsstränge hinarbeitet. Doch das kann nicht als wirklicher Kritikpunkt geltend gemacht werden, denn Ward gelingt es trotz dieses subjektiven Eindrucks, Spannung und Tragik gleichermaßen aufkommen zu lassen.
Desweiteren sind weder Cover, Kapitelgliederung noch Handlung kritikwürdig – eher im Gegenteil. Was also soll man da noch negatives anbringen?
Der erfahrene Blogleser wird es wissen: Natürlich die Übersetzung. Es ist wirklich nicht so, dass sich der Übersetzer nicht angestrengt hätte. Christian Humberg hat einen angenehmen Stil und ich bin ihm durchaus dankbar, dass er „deaktivierte“ (S. 260) statt „desaktivierte“. Andererseits ist er behilflich, der cross-cult-Übersetzungstradition eigene Kontinuitätslinien zu verleihen. Die bereits in Titan angeklungene Dativiesierungkampagne wird unvermittelt fortgesetzt (z.B. S. 67„[…] Fortschritte von Xiong und seinem Team […]“, S. 291 „[…] Klärung von Lieutenant Xiongs Schicksal […]“ oder S. 191 „Laut dem Captain […]“). Ebenso unnötig wie gewohnt ist die abweichende Schreibweise zuvor bereits benannter Termini: aus dem Föderationsnachrichtendienst „FNS“ („Der Vorbote“, S. 326) wird hier „FND“ (S. 23). Daneben gibt es eine ganze Reihe unnötiger Schusselfehler: „Ich mochte ihn besser […]“ (S. 83), „Stolz“ (S. 176, groß statt klein geschrieben), oder „Damit sie sein Gewissen war […]“ (S. 388) sind nur einige Beispiele dieser hier und dort auftretenden Entgleisungen.
Am auffälligsten fand ich jedoch die häufig auftretende Umgehung von „die“ durch „welche“: Bereits im Einleitungstext findet sich auf Seite 5 der Satz „Letztendlich gestattet Reyes dem Journalist Tim Pennington die Veröffentlichung eines Tatsachenberichtes über die Bedrohung, welche die Shedai darstellen.“ Diese Möglichkeit ist in der deutschen Sprache gegeben, um Wortdopplungen zu vermeiden. Allerdings ist sie eher eine Ausnahmeerscheinung als ein alltäglicher Ausdruck. Dessen ungeachtet lassen sich in „Offene Geheimnisse“ immerhin 85 Konstruktionen dieser Art finden – also fast auf jeder vierten Seite. Zum Vergleich: Im zuvor von mir rezipierten Star-Trek-Werk „Die erste Mission“ tauchten solche Jonglierversuche nicht ein einziges Mal auf. Natürlich ist es nicht verboten, das Wort „“welche“ so einzusetzen, doch eine derartige Häufung wirkt im Umgang mit der deutschen Sprache etwas hilflos.
Eines bleibt schließlich auch noch anzukreiden. In der ein- und ausleitenden Bezugnahme auf den klingonischen Angriff auf die Sternenbasis 47 konnte sich der Übersetzer ins fertige Nest setzen, denn die Dialoge des Organiers Ayelborne waren, von einigen Adressatenformulierungen abgesehen, völlig identisch. Um so verwunderlicher, dass in der Föderationsvariante von „Apparaten“ (S. 15) die Rede ist, während die Klingonen „Instrumente“ (S. 437) zu hören bekommen. Wenn hier die Einteilung in „Grad Celsius“ für das Kriegervolk abweichend gewesen wäre (sie nutzen schließlich auch die Einteilung „qelI’qam“ statt „Meter“), hätte ich es durchaus verstanden, doch diese Abweichung ist vollkommen unnötig.
So oder so wäre diese Übersetzung nicht unbedingt eine Referenz, die man sich in die Vita schreiben sollte...

Anachronismen: Erstaunlicherweise sind tatsächlich Unstimmigkeiten zu finden, auch wenn sich der Autor redlich bemühte, sie zu vermeiden.
So wird Arcturus, die Heimat der Arcturianer, als unabhängiger „Freihandelsplanet“ (S. 172) beschrieben, obwohl die eher unbekannte Halbkanonrasse offiziell als Mitgliedsspezies der Föderation geführt wird! Natürlich kann man jetzt auf die zweifelhafte Kanoneinbindung verweisen, die durch die Hintergrundinformationen zu Star Trek Der Film gegeben wurden, doch wenn man sich vor Augen hält, dass die rigellianischen Chelonen, ihres Zeichens das Volk des Botschafters Jetanien, ihre Referenz in der selben Quelle haben, wirkt dies natürlich etwas uninformiert und kontraproduktiv.
Schade fand ich auch, dass der Auftritt des Admirals Komack einer anderen Person als der in TOS bekannt gewordenen Gestalt zugeschoben wird. Zwar bin ich mir relativ sicher, dass der Admiral aus der Episode „Weltraumfieber“ gemeint war, doch dieser trägt seit der Premiere des elften Kinofilms den Vornamen „James“ und nicht, wie im Buch beschrieben, „Franklin“. Also hat der Film es trotz gegenteiliger Versicherungen doch noch geschafft, den Romanzyklus Lügen zu strafen…

Fazit: Das halsbrecherische Erzähltempo vorangegangener Romane ist in „Offene Geheimnisse“ nicht zu finden. Dennoch ist das Buch seinen Vorgängern in den qualitativen Aspekten treu geblieben und verwöhnt seinen Leser mit einer spannenden und sauber recherchierten Geschichte, an deren Ende man sich nichts sehnlicher wünscht, als den nächsten Teil zu lesen.
Egal, ob man einige Anachronismen oder Rechtschreib- und Grammatikfehler findet – auch der vierte Roman der Vanguard-Reihe bietet Unterhaltung, wie keine andere Star-Trek-Buchreihe zuvor. Ein unbedingtes Muss für alle, die auch in der ‚richtigen’ Zeitlinie nicht auf Spannung, Dramatik und verdammt gute Geschichten verzichten wollen.

Denkwürdige Zitate:

Die Föderation ist ein Haufen schwacher Feiglinge, denen die innere Stärke fehlt, sich ihren Feinden in der Schlacht zu stellen. Stattdessen versucht sie, etwaige Gegner mit Worten zu Tode zu langweilen und versteckt sich hinter Lügen und Verrat.“ Lugok, S. 61

Diese Vulkanier sind anders als die, die Sie gewöhnt sind. Scherze und informelle Redewendungen bringen Sie hier nicht weiter.“
Wenn das so ist. Sind sie genau wie die Vulkanier, die ich gewöhnt bin.“
M’Benga und Pennington, S. 216

Ich habe mir T’Prynn nie als jemanden mit einem grünen Daumen vorgestellt. Das gefällt mir.
Die Pigmentierung der Haut auf T’Prynns Daumen entspricht ihrer restlichen Epidermis. Wenngleich die Färbung des vulkanischen Blutes eine derartige Beschreibung evozieren mag. Dennoch ist sie unzutreffend.“
Pennington und T’Nel, S. 252

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So sicher wie der Grüne Daumen

Wie erfrischend faschistisch.“ Pennington, S. 253

Man kann es nicht anders ausdrücken. Klingonen stinken.“ Xiong, S. 307

Bewertung: Keine Achterbahnfahrt, aber trotzdem genügend Loopings!

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Weiterführende Leseliste:

Vanguard 01: Der Vorbote
Vanguard 02: Rufe den Donner
Vanguard 03: Ernte den Sturm
Vanguard 04: Offene Geheimnisse
Vanguard 05: Vor dem Fall

Sonntag, 31. Mai 2009

Vanguard 03: Ernte den Sturm

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Buchbesprechung Mack, David: Vanguard 03: Ernte den Sturm, cross cult, 2008.

Story: Ruhig und kaum beachtet liegt das Jinoteur-System irgendwo in der Taurus-Region. Doch als Forscher der Föderation entdeckten, dass sämtliche Monde der Planeten künstlich ausgerichtet wurden, rückt es in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses.
Klingonische Flotten scheitern an den planetaren Verteidigungssystemen und als auch ein tholianisches Schiff dort auftaucht, schickt auch endlich die Sternenflotte ein eigenes Schiff, um zu erkunden, welches Geheimnis sich hier verbirgt.
Währenddessen hat der Kommandant der Sternenbasis 47, Commodore Diego Reyes, weltlichere Sorgen. Seine Ex-Frau Jeanne ist zu Besuch auf der Station. Doch das vermeintlich private Dilemma wird rasch zu einem beruflichen, denn diese Frau, der er tief in seinem Herzen noch immer Gefühle entgegen bringt, ist niemand geringeres als der gewählte Leiter einer frisch gegründeten Kolonie in der Taurus-Region. Dumm nur, dass auf genau dieser Welt ein Artefakt vermutet wird, wie es schon zuvor auf Ravanar, Palgrenax und Erilon gefunden wurde. Noch dümmer, dass die ahnungslose Verflossene auf einer völligen Autonomie ihrer neuen Heimat besteht, denn es ist sofort jedem Beteiligten klar, dass der dann völlig sich selbst überlassene Planet bei den benachbarten Klingonen Begehrlichkeiten wecken würde.
Derweil stößt die USS Sagittarius im Jinoteur-System auf ein leeres Tholianerschiff und stürzt nur wenig später nach einem plötzlichen Beschuss auf dem Hauptplaneten ab. Die Crew hat ihre Antimaterievorräte verloren und die Außenteams werden plötzlich von einem übermächtigen Feind angegriffen, und das einzige Schiff, dass vom vulkanischen Geheimdienstoffizier T’Prynn als zuverlässig genug und nächstliegend eingestuft wird, ist die Rocinante des Weltraumvagabunden Cervantes Quinn. Er und sein Freund, der Reporter Tim Pennington, sind die einzige Hoffnung für die Crew des kleinen Schiffes der Archer-Klasse…
Hinter dem Angriff auf die Mannschaft Captain Nassirs stehen die Shedai, die nach Jahrtausende währenden Schlaf erwacht sind, um an den sterblichen humanoiden Störenfrieden grausame Rache zu nehmen. Ihr erster großer Schlag richtet sich schließlich genau auf jene Welt, die Reyes Exfrau gerade erreicht hat: Gamma Tauri IV.

Lobenswerte Aspekte: Im dritten Band der Vanguard-Reihe erhalten viele Charaktere mehr Tiefe: Angefangen beim orionischen Kaufmannsprinzen Ganz, hin zum Kommandanten Diego Reyes bis zur Gemeinschaft Penningtons und Quinns. Besonders letzteres Pärchen beeindruckte mich auf den letzten Seiten des Buches und ich gebe zu, überrascht worden zu sein. Quinn ist, allen stereotypisierenden Gefahren zum Trotz, äußerst differenziert dargestellt und besonders mit der Zigarre im Mund erinnerte er mich ab und zu an den viel zu früh verstorbenen George Peppard.
Doch auch andere Themen des Buches sind lobenswert und voller Symbolkraft. So beeindruckte mich ebenso das bewahrheitete Statement Sandesjos, für T’Prynn in Liebe zu brennen, wie das Dilemma Reyes, durch seine Bevorzugung der Pflicht vor Wahrheit unzählige Leben geopfert zu haben. Die zum Teil schockierenden Entwicklungen lassen dem Erscheinen des vierten Teils „Offene Geheimnisse“ ungeduldig entgegenfiebern.
Äußerst gelungen fand ich schließlich auch die deutsche Übersetzung des englischen Buchtitels "Summon the thunder".

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Wer Wind sät...

Ich gebe außerdem zu Protokoll, dass ich mich verliebt habe! Das auf dem Cover präsentierte Design der USS Sagittarius ist sehr gelungen, und besonders ihre liliputanischen Ausmaße machen das Design so unheimlich interessant. Es ist ebenein kleines Schiff mit engen Kabinen, auf dem sich zwei Personen eine Koje teilen müssen und auf dem es keine Krankenstation, sondern ein „Krankenzimmer“ (S. 91) gibt. Dass auf der kleinen Abbildung auf dem Buchtitel sogar die angesprochene Ladeluke auszumachen ist, unterstreicht die Qualität dieses Entwurfes. Wenn nun auch noch, wie bereits im ersten Band „Der Vorbote“ geschehen, ein aufklappbarer Mittelteil das Design des Schiffes erläutert hätte, so hätte ich es wahrhaft mit leuchtenden Augen wieder und wieder betrachtet (das am Ende des Buches abgedruckte Mini-Kompendium ist der Erwähnung kaum wert).
Daneben ist zumindest die Crew des Schiffes sehr liebevoll und detailliert beschreiben worden. Einer der drei Gaststars, Commander Terrell dient als erster Offizier auf diesem kleinen Schiff. Neben ihm werden auch Jabilo M’Benga und Dr. Carol Marcus in die Handlung integriert, wobei der Autor David Mack die Forschungen um das Meta-Genom mit viel Fingerspitzengefühl thematisch an das Genesisprojekt koppelt.

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Genesis live auf der Spur

Kritikwürdige Aspekte: Es gibt nur wenige Punkte, die eine Beanstandung zulassen.
Einer davon ist allerdings ein schwerer Logikfehler. Nachdem Commander Terrell von den Shedai lebensgefährlich getroffen seine Situation analysiert, gibt er dem Fortbestand seiner Existenz nur eine eingeschränkte Zeitspanne: „Bestenfalls bin ich dann wohl gegen Mittag tot.“ Erst das Dämpfungsfeld dämmt die Ausbreitung des Metagenoms ein, doch dieses Feld nimmt er nicht an Bord, als er von Pennington und Quinn gerettet wird. Eine relativ turbulente und zeitintensive Rettung eines weiteren Crewmitgliedes beginnt, doch der mittlerweile ohne Schutz der Infektion hilflos ausgelieferte zukünftige Captain der Reliant überlebt, ohne dass sich seine Lage auch nur im geringsten verschlechterte.
Als besonders traurig ist der Umstand zu bewerten, dass, getreu einer guten alten Star-Trek-Tradition die anfangs so Furcht einflößende Spezies der Shedai „geborgt“ wird.
Angefangen bei den Klingonen, die im sechsten Kinofilm „Das unentdeckte Land“ an Schrecken verlieren, über Spezies 8472, die sich schließlich zur Kooperation überreden lassen bis hin zu den Romulanern, die ihre Heimatwelt wegen einer Supernova verlieren – jede die Föderation bedrohende Spezies verliert im Verlauf der verschiedenen Serien an Schrecken. Egal ob Ferengi, Dominion oder Kazon, schließlich passiert allen außerirdischen Rassen, was auch den Borg während Voyager widerfuhr: Sie lassen die Bedrohung, die sie am Anfang erahnen ließen, mit der Zeit verwischen.
Auch den Shedai geht es nicht anders. Zwar wurde im Vorgängerroman „Rufe den Donner“ bereits eine Gegenwehr möglich gemacht, doch erst in diesem Band verliert die Spezies an Gefahr, zerfleischt sich selbst in einem Bürgerkrieg und selbst ihre gefürchtete Meta-Genom-Infektion erweist sich als unangenehm, aber heilbar.
Die Shedai werden entzaubert und es wird einiges an Aufwand kosten, ihren alten bedrohlichen Status wiederherzustellen.
Der letzte Kritikpunkt ist schließlich – wie so oft – mit der Übersetzung verbunden.
Bücher haben eigentlich die Funktion, ihren Leser in seinem grammatisch-orthografischen Wissen zu bestärken. Doch nicht dieser Roman! Er geht einen anderen – mutigeren -Weg und versucht zu beweisen, dass es in der Zukunft viele kleinkarierte Regeln nicht mehr geben wird.
Neben kleineren Fehlern („[…] zwischen deren drei Monde […]“ (S. 9), […] eine halbe Millionen Jahre […] (S. 42) und „[…] Passage des Kodexe […]“ (S. 171)) heißt das große Thema in diesem Roman „Die richtige Verwendung von ‚dass’ und ‚damit’“. „[…] damit Xiong es hören konnte […]“ (S. 150), „[…] damit auch die Phaser wieder Energie hatten […]“ (S. 330) und „Damit ein Vulkanier so einen Zusammenbruch erleidet […]“ (S. 402) sind nur drei Beispiele für einen viel zu häufig auftretenden Fehler, der von mangelhaftem Sprachverständnis zeugt. Wer immer noch an meiner Einschätzung zweifelt, der sollte sich den Satz „In solchen Momenten fühlte sich Sandesjo weniger wie die Geliebte der Vulkanierin als wie eine völlig Fremde.“ (S. 17) vor Augen halten, um zu verstehen, dass der Übersetzer auf den Straßen Berlins zwar nicht sonderlich auffallen würde, aber von Übersetzungen Abstand halten sollte, von denen einen gewisser Sprachstandard erwartet wird.

Anachronismen: Zuerst einmal muss ich gestehen, dass ich einen Aspekt der Handlung weniger glaubwürdig fand: Die Tatsache, dass Jeanne Vinueza, die Exfrau Reyes, als Mensch Telepathin sein soll. Natürlich kann man jetzt zu Recht auf die TOS-Episode „Die Spitze des Eisbergs“ hinweisen, in der Kirk auf gleich zwei solcher Menschen trifft. Ich hingegen würde auch die TNG-Episode „Der Fall Utopia-Planitia“ verweisen, in der die Empathin Deanna Troi die Möglichkeit kategorisch ausschließt, dass auch Menschen entsprechende Fähigkeiten hätten. Das Grundproblem ist also eher, dass hier ein genereller Aussagenkonflikt besteht, und Mack sich für eine Seite entscheiden hat – ob sie für jeden Leser gleichermaßen stimmig ist, sei jedoch dahingestellt.
Auch die Behauptung, dass Tholianer höheren Druck benötigen, lässt sich mit den Beobachtungen aus „In einem finsteren Spiegel, Teil 1“ nicht in Einklang bringen.
Wie schon bei der Rezension zum dritten Titan-Band „Die Hunde des Orion“ bemerkt, hapert es in der Absprache der Autoren der beiden Fortsetzungsromane untereinander. Zwar wird mit der Erwähnung des Al-Nath-Systems eine Brücke zu Vardemans "Das Klingon-Gambit" geschlagen, doch modernere Romane werden dabei scheinbar ausgespart. Während nämlich in Titan-Serie Jetaniens Spezies abweichend dargestellt wird, kommen bei Vanguard Zweifel an der Spezies der Steuerfrau Ensign Lavenas auf. Pacifica wird hier nämlich nicht als Heimat einer indigenen Spezies, sondern als Kolonisationswelt beschrieben (S. 381). Diese kleinen Fehler stören den ansonsten recht schlüssig präsentierten Anspruch der Bücher, Informationen aus anderen Romanen aufzunehmen und eine Brücke zwischen Kanon und Romanen zu schlagen.

Fazit: Im Großen und Ganzen ist der dritte Vanguard-Roman „Ernte den Sturm“ ein würdiger Nachfolger des genialen zweiten Bandes. Sehr spannend geschrieben, toll in Szene gesetzt und mit unerwarteten Wendungen versehen, schreit der Roman geradezu nach einer Fortsetzung.
Lediglich die Degradierung der Hauptbösewichter und das haarsträubende Grammatikverständnis des Übersetzers schaffen es, diesem Werk eigentlich unverdiente Schatten aufzuerlegen.

Denkwürdige Zitate:

Im Alter von 50 haben wir alle das Gesicht, das wir verdienen.“ Reyes senior, S. 118

Wenn es eine Sache gibt, die ich in der Sternenflotte gelernt habe, dann das nichts so schlimm sein kann, dass es nicht noch schlimmer kommen könnte.“ Terrell, S. 138

Entweder hat Fek’Ihr selbst in unsere Sensorphalanx geschissen, oder Chefingenieur Ohq hat sich gerade vierzig Schläge mit dem Schmerzstab verdient.“ BelHoQ, S. 207

Eine Lüge aufzudecken, Jabilo, ist eines. An die Wahrheit zu kommen, etwas anderes.“ Dr. Fisher, S. 221

Captains, ich habe gerade Dr. Fishers forensischen Bericht über die heute getöteten Kolonisten erhalten. Die gute Nachricht ist, sie wurden nicht von den Klingonen umgebracht. Die schlechte Nachricht ist … dass sie nicht von den Klingonen getötet wurden.“ Reyes, S. 301

Natürlich tun wir das, Ming. Diese Situation verlangt nach einer dummen und völlig aussichtslosen Geste und ich denke, wir sind genau die richtige Crew dafür.“ Nassir, S. 362

Bewertung: Allen Fehlern zum Trotz genial!

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Weiterführende Leseliste:

Vanguard 01: Der Vorbote
Vanguard 02: Rufe den Donner
Vanguard 03: Ernte den Sturm
Vanguard 04: Offene Geheimnisse
Vanguard 05: Vor dem Fall

Mittwoch, 6. Mai 2009

Vanguard 02: Rufe den Donner

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Buchbesprechung Dilmore, Kevin; Ward, David: Vanguard 02: Rufe den Donner. Cross cult, 2006.

Story: Erilon und Palgrenax sind zwei völlig verschiedene Welten. Die eine wird von lebensfeindlichen Eismassen beherrscht, die andere von Staub und Vegetation. Der eine Planet ist gänzlich unbewohnt, der andere hingegen beherbergt ein primitives Volk. Auf Erilon wurde ein Forschungscamp der Sternenflotte aufgeschlagen; Palgrenax ist ein von den Klingonen eroberter Planet.
Und doch eint beide Orte eine unheimliche Bedrohung. In den Gewölben der uralten Ruinen, die auf beiden Welten zu finden sind, lauert ein fremdes Wesen, das damit begonnen hat, die fremden Eindringlinge wieder in ihre Schranken zu verweisen und ihre Neugier mit der Wucht tödlicher Gegenschläge zu beantworten.
Doch wie begegnet man einem übermächtigen Gegner, dem Phaserfeuer und bat’leth-Hiebe nichts anhaben können und mit dem eine Kommunikation aussichtslos erscheint? Wie wehrt man sich gegen das planetare Verteidigungssystem, das sogar in der Lage ist, den gesamten Planeten selbst zu zerstören?
Während Tholianer und Klingonen auf einen Krieg zusteuern, versucht die Besatzung der Sternenflottenstation Vanguard, dem Mysterium der fremden Artefakte auf den Grund zu gehen. Doch die Antworten auf die Fragen um das Metagenom müssen mit Blut erkauft werden…

Lobenswerte Aspekte: „Rufe den Donner“ ist unheimlich spannend geschrieben und es ist fast unmöglich, mit dem Lesen aufzuhören, da man von den beschriebenen Ereignissen selbst beim zweiten Lesen noch immer in einen Bann gezogen wird. Für Leute mit schwachen Nerven ist dieses Werk mit Sicherheit kein geeigneter Lesestoff.
Unter den ersten drei bislang erschienen Büchern dieser Reihe ist es das beste, und funktioniert auch ohne den Auftritt irgendwelcher „Gaststars“ problemlos. Wie sein Vorgänger vereint es gekonnt die unterschiedlichsten Informationen aus den verschiedensten Star-Trek-Serien und –Filmen. Besonders hervorzuheben sind dabei die ab und zu erwähnten Schicksale von Personen, die auf jenen Planeten eine neue Heimat fanden, von denen der gut informierte Leser weiß, dass diese längst von den Neuralparasiten aus der TOS-Episode „Spock außer Kontrolle“ heimgesucht wurden. Ebenfalls genial liest sich, wie die Autoren den Auftritt der Romulaner mit den Ereignissen aus der Folge „Spock unter Verdacht“ verknüpften. Eventuell aufkeimendes Unverständnis für das plötzliche Aufkreuzen eines romulanischen Schiffes wird somit geschickt unterbunden, während man gleichzeitig die Auswirkungen der Geschehnisse in der Taurusregion clever mit der allgemeinen politischen Situation verflochten sieht.
Die kluge Einführung gibt sogar Lesern eine Chance, die den ersten Teil noch nicht kennen, und der Suche nach dem Metagenom mit Fragezeichen begegnen. Doch in diesem Buch kann er auch ohne großes Vorwissen erfahren, in welchem Zusammenhang dieses Stück hoch entwickelter Gentechnik mit dem Volk der Shedai steht. Diese neue Rasse ist gekonnt beschrieben und ihre übermächtige Kampfkunst lässt die Gefahr, die für Föderation wie Klingonen besteht, erahnen.
Es ist den beiden Autoren Dilmore und Ward ebenfalls geglückt, den Geist der "Ära der fliegenden Fäuste" einzufangen, wie sie dem Zuschauer der TOS-Serie vertraut ist. Die Disziplinierungsmaßnahmen Dr. Leones oder der Überfall der Weltraumpiraten fügen sich nahtlos in dieses Bild ein und vermitteln einen lebendigen Abbild dieser Zeit.
Insgesamt lassen sich dazu auch beinahe sämtliche positive Aspekte hinzufügen, die bereits in der ersten Rezension zum Pilotband der Vanguard-Reihe zu lesen waren. Doch der zweite Teil schafft es, den hohen Standard seines Vorgängers zu übertreffen und die Meßlatte für kommende Roman noch ein paar Zentimeter höher zu hängen.

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Vanguard 02: Ein Risiko für jeden Herzschrittmacher

Kritikwürdige Aspekte: Inhaltlich gibt es nur wenig zu beanstanden, denn etwaige Widersprüche wie der Auftritt der Romulaner oder die Nutzung eines Schiffes der Daedalus-Klasse werden gut erklärt und logisch in den Gesamtkontext miteingebaut.
Doch zwei im Buch gegebene Informationen widersprechen sich, vielleicht aufgrund der Tatsache, dass zwei unterschiedliche Autoren an diesem Buch schrieben, ein wenig. Während auf der Seite 28 nämlich noch zu lesen war: „Die meisten Geschäfte und Bars […] hatten rund um die Uhr geöffnet, damit alle, die in dem Dreischichtensystem arbeiteten, versorgt werden konnten.“ heißt es auf S. 398: „Auch wenn die meisten zivilen Geschäfte - abgesehen von ein paar Kneipen, die sich über Stars Landing verteilten – bis zum Morgen geschlossen waren, gingen die Sternenflotten-Operationen rund um die Uhr weiter.“.
Schade fand ich ebenfalls, dass die Deutschen im Roman ziemlich negativ dargestellt werden. So ist Dietrich Meyer, Mitglied des Diplomatischen Corps, der Klassenklown, der sicherlich nicht zu Unrecht das d'k tahg Lugoks zu spüren bekam. Der andere Deutsche namens Müller hingegen fällt durch massive Wehrkraftzersetzung auf.

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the worst of the wurst – Deutschländer sind voll doof

Was nach dem ersten Band irgendwie fehlt, ist ein ausklappbarer Mittelteil mit bunten Schemata. Natürlich wäre es doof, noch einmal die Station zu zeigen, doch das Buch bietet ja auch andere lohnenswerte Objekte, die sicherlich einen genaueren Blick vertragen könnten: Das Shedai-Relikt, die USS Lovell, die Rocinante oder die Omari-Ekon.
Doch all diese Kritikpunkte fallen kaum ins Gewicht, da sie durch die mitreißende Handlung mehr als ausgeglichen werden. Nur ein hartnäckiger Kritikpunkt schafft es, selbst ein prinzipiell so gutes Buch zu ruinieren: Die Übersetzung.
Es ist wirklich – ich bitte diesen Ausdruck zu verzeihen - zum Kotzen. Die Übersetzerin und auch der Lektor müssen entweder massivem Zeitdruck ausgesetzt worden sein, oder sollten ihre Berufswahl noch einmal gründlich überdenken. Die Fehler ähneln denen des Vorgängerromans, übertreffen dessen Quote jedoch um Längen.
Was zuerst einmal auffällt, sind die vielen Buchstabendreher bei Eigennamen. So liest man, um nur einen Bruchteil wirklich zu benennen, etwa zuweilen von „Khatmai“ (S. 45) statt „Khatami“, „Zaho“ (S. 48) statt „Zhao“ oder „Saith“ (S. 23) statt „Sarith“. Den Botschafter „Jetanien“ findet man sogar in abweichenden Schreibweisen wie „Jentanien“ (S. 145) oder „Jetainen“ (S. 375), wobei anzumerken ist, dass letztere Schreibweise sogar über mehrere Seiten beibehalten wird. Trauriger Höhepunkt dieser offenkundigen Inkompetenz beim Schreiben von Nomina bildet allerdings die Tatsache, dass aus Lt. „McCormack“ auf der Seite 126 plötzlich „McCoy“ wird. Der Leser wird durch solche plötzlichen Sprünge verwirrt und irgendwann verliert er sogar das Vertrauen in die Übersetzerin, seltener genannte Namen überhaupt richtig wiedergeben zu haben.
Neben anderen ständig auftauchenden Fehlern wie etwa bei der Interpunktion, fiel vor allem eine Schwäche bei Genus-bedingten Wortendungen auf: Egal ob bei „[…] mit Glücksspiele […] verschwenden […]“ (S. 20) oder „Ihre fehlendes Ehrgefühl […]“ (S. 164), zusammen mit dass/damit-Schwächen (Vgl. die widersprüchlichen Informationen über die Öffnungszeiten der Läden auf Vanguard, S. 398) oder Substantivierungsfehlern („[…] brachte sie zum lachen […]“, S. 62) ergibt sich ein Gesamtbild, das einem souveränen Sprachgebrauch des Deutschen spottet.
Natürlich könnte ich noch weitere Fehler, wie eine uneinheitliche Schreibweise von aldebaranischem Whiskey (S. 27 bzw. S. 60), mäßig übersetzten Begriffen („Nurse“ S. 95, „Rotalarm“ S. 322, „Ensign“ S. 322) oder abweichenden Schreibweisen zum Pilotroman („Fontana Meadows“ S. 371 statt „Fontana-Auen“) ins Feld führen, aber der allerschlimmste Fehler ist und bleibt ein Ausdruck des bereits toten Stens. Dessen Katra sucht nämlich ständig den Geist seiner früheren Verlobten T’Prynn heim und beweist dabei nicht nur fehlende Zurückhaltung, sondern auch böse grammatische Schwächen. Ich habe zwar keine Ahnung, wie sich ein Imperativ im Vulkanischen anhört, aber dafür weiß ich genau, wie der des Verbs „unterwerfen“ im Deutschen auf keinen Fall lautet:

UNTERWERFE DICH. (S. 66, S. 67, S. 71, S. 72, S. 372, S. 374, S. 376, S. 379)

Anachronismen: Es sind bislang keine gravierenden Störungen der Zeitlinie zu finden. Ich persönlich fühlte mich zwar durch die Anwesenheit eines Schiffes der Daedalusklasse gestört, aber dessen Einsatz wurde so fundiert erklärt, dass man es nicht als einen "wahren" Anachronismus zählen kann.

Fazit: Der zweite Vanguard-Roman „Ernte den Sturm“ ist der beste bislang erschienene Roman der Reihe. Die packende und mitreißende Handlung entführt den Leser in eine gut mit dem Kanon verknüpfte Welt voller Überraschungen und ungewöhnlicher Einblicke. Doch dem genialen englischsprachigen Roman wird durch schlampige Übersetzungs- und Lektorenarbeit ein nicht zufriedenstellendes deutsches Pendant gegenübergestellt, das mit seinen extrem auffälligen Fehlern geradezu nach einer dringend notwendigen Überarbeitung schreit.

Denkwürdige Zitate:

Verdammt noch mal, Tim […] Du bist schlimmer als meine zweite Frau.“ Cervantes Quinn, S. 31

Und wieder wurde der Vorhang von einem der großen Geheimnisse der Diplomatie gelüftet.“ Botschafter Jetanien, S. 148

Ich habe schon Schiffe gesehen, die in einer Schlacht schwer beschädigt wurden […] Und ich habe Schiffe gesehen, die in einen Ionensturm geraten waren. Einmal habe ich sogar ein Schiff bergen müssen, das mit einem Mond zusammengestoßen war […] Commodore, keines der Schiffe sah so schlimm aus wie dieses Stück Schrott.“ Jon Cooper, S. 207

Bewertung: Von der schlampigen deutschen Übersetzung um die volle Punktzahl betrogen.

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Weiterführende Leseliste:

Vanguard 01: Der Vorbote
Vanguard 02: Rufe den Donner
Vanguard 03: Ernte den Sturm
Vanguard 04: Offene Geheimnisse
Vanguard 05: Vor dem Fall