Samstag, 13. Juli 2013

Nullsummenspiel

Buchbesprechung: Mack, David: Nullsummenspiel. Cross Cult, 2010/ 2013.

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Story: Als eine alte Flamme auftaucht, lässt sich der Stationsarzt und genetisch aufpolierte Sternenflottenaugment Julian Bashir dazu überreden, an einem geheimdienstlichen Sondereinsatz der besonderen Art mitzuwirken. Zusammen mit der von ihm kurierten Sarina Douglas bricht Bashir in das Territorium der mysteriösen Breen auf, um die Jungfernfahrt eines im Bau befindlichen Slipstream-Prototyps zu sabotieren.
Der Typhon-Pakt setzt alle Hoffnungen auf die neuartige Technologie, die man dem Erzrivalen entwendet hatte, um militärisch mit der Sternenflotte auf Augenhöhe agieren zu können. Also bahnen sich Douglas und Bashir ihren Weg durch die fremde Welt, stellen unerwarteten Kontakt zu einer Widerstandsbewegung her und sammeln wertvolle Informationen über den fremdartigen Gegner. Doch den beiden Menschen, die tief im Feindesland operieren, rennt nicht nur allmählich die Zeit davon. Längst hat der Geheimdienst die Witterung der beiden Eindringlinge aufgenommen und schafft es sogar, einem von beiden habhaft zu werden...

Lobenswerte Aspekte: Destiny Reoladed! Lange hat der deutschsprachige Leser warten müssen: Als am Ende des letzten Destiny-Bandes "Verlorene Seelen" der Typhon-Pakt als Gegenpol zur krebsgleich wucherndern Föderationsgeschwür begründet wurde, versprach dieser Umstand neues Leben für die angestaubte Bücherwelt, die sich ja durch die Auslöschung der Borg einem der spannendsten Gegner selbst entledigt hatte. Denn aus dem überraschenden Zusammenschluss von so unterschiedlichen Bündnispartnern ergab sich ein großes Potential.
Zum Einen versprechen die illustren Bundesgenossen durch ihre Divergenz bereits ein Maximum an Unterhaltung. Die hinterlistigen Romulaner im selben Raum mit den grobschlächtigen Gorn, den fanatischen Kinshaya, den zickigen Tholianern, den paranoiden Breen und den unberechenbaren Tzenkethi: Das allein klingt ja eigentlich schon wie die Einleitung eines Herrenklowitzes des vierundzwanzigsten Jahrhunderts.
Dabei könnten allein die Probleme in der Zusammenarbeit von so unterschiedlichen Fraktionen bereits einen eigenen Roman füllen. Als Gegenentwurf zur oft schon zu klinisch rein anmutenden Föderationswelt führt es auf seine eigene Weise die Vision Gene Roddenberrys über ein Universum fort, in dem dessen Bewohner ihre Differenzen überwinden und zusammenarbeiten. Damit hält man den mittlerweile etwas verkrusteten Strukturen der Menschen eine Spiegel vor, der durchaus seinen Reiz hat.
Zum Anderen hat die Sternenflotte durch diese Allianz, die getreu dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" (der Kirk der alternativen Zeitlinie lässt grüßen) beinahe schon logischerweise zueinander fand, endlich wieder einen ernst zu nehmenden Gegner auf militärischen Gebiet. So traurig das auch sein mag, aber Destiny lebte weniger vom Forschungsgeist seiner Charaktere, sondern viel mehr von der Spannung, die der totale Krieg gegen die Borg auslöste. Nun, da die Cardassianer am Boden liegen, die Klingonen mit den Menschen alliiert sind, das Dominion im Dornröschen-Schlaf zu verbleiben scheint und auch die Romulaner durch die Hobus-Supernova keine ernsthafte Bedrohung mehr darstellen, wurde Star-Trek-Star-Autor David Mack also vor der eigenen Haustür fündig und pferchte einfach die verbliebenden Mittelmächte des Alpha- und Betaquadranten zu einer gemeinsamen Supermacht zusammen.
Damit allein vermag dieses Buch aber noch keinen Blumentopf zu gewinnen. Auch wenn Destiny sich eigentlich um den heuschreckenartigen Borgeinfall drehte, gab es einen Aspekt, der die Trilogie zu etwas Besonderem machte: Die Caeliar.
Mack schaffte es, ein schwammiges Konzept aus der Science-Fiction-Schublade zu holen, daran herumzuschrauben und es auf Hochglanz poliert als spannendes Storyelement zu platzieren. Damit statuierte aber nicht nur ein eindrucksvolles Exempel großartiger Science Fiction, sondern setzte auch die Messlatte für künftige Romane hoch an.
Sollte es ihm noch einmal gelingen, ein ähnlich beeindruckendes Kaninchen aus dem Hut zu zaubern?
Tatsächlich gelang ihm genau das!
Deklariert man das Volk der Caliar der heimliche Höhepunkt der Destiny-Reihe, so kann man mit Fug und Recht Macks Breen-Konzeption als Krönung dieses Buches bezeichnen. Trotz der sporadischen und häufig auch widersprüchlichen Informationen zu dieser Spezies innerhalb der Serien und Filme gelang es Mack, die Breen glaubhaft und vor allem völlig dem Kanon entsprechend als multikulturelles Volk mit Konformitätsneurose darzustellen. Durch seine Erklärungen ergeben die bisherigen Darstellungen, verschiedenen Auftritte und sogar vermeintlichen Anachronismen plötzlich einen Sinn. Mack setzt die losen Informationen wie Puzzleteile passgerecht zusammen, während man als Leser mit schier fassungslosem Erstaunen feststellen muss, wie nahtlos seine Interpretation sogar die weit klaffenden Lücken des offiziellen Kanons schließt (vgl. z.B. S. 47ff.).
Bei aller Fremdartigkeit erkennt man in der Breen-Gesellschaft aber auch immer wieder Muster, die problemlos aus dem Leben normaler Menschen unserer Tage stammen könnten. Dazu zählen Dissidenten-Bewegungen (vgl. S. 181ff.) genauso wie spießig möblierte Neubaublockwohnungen (vgl. S. 158), aber auch auffällige Parallelen zur Online-Überwachung von Personen durch Google, NSA oder britischem Geheimdienst (vgl. z.B. S. 199ff.). Doch das lüftet in meinen Augen weniger den Schleier des Geheimnisvollen, der die Breen innerhalb der Franchise stets umgab, sondern bietet genau das, was gute Science-Fiction-Literatur ausmachen sollte: Die Abstraktion der Gegenwart durch einen Blick in die Zukunft. Insofern ist es nur folgerichtig, dass sich der Typhon-Pakt sogar klanglich an den "Warschauer Pakt" anlehnt und gleich mehr als einmal von einem "Kalten Krieg" (vgl. z.B. S. 16, S. 188 oder S. 301) gesprochen wird. Ohne große Umwege wird die Politik des "Gleichgewicht des Schreckens" kritisch beleuchtet, der die Erde bereits im zwanzigsten Jahrhundert an den Rand der Zerstörung geführt hatte.
Das bleibt allerdings nicht der einzige nachdenkliche Moment der größtenteils von explosiver Action bestimmten Handlung. Bemerkenswert bleibt Doktor Julian Bashirs Wandlung vom ethisch integeren Mediziner zum mordenden Geheimagenten, die sich im Rahmen der Story langsam entwickelt. Fast könnte man meinen, dass Bashirs Augment-Zugehörigkeit die Kontrolle übernimmt und sich der Stationsarzt in einen Khan-Derivat verwandelt, der selbst den Standards des letzten Kinofilms "Into Darkness" genügen würde. Oder deutet seine plötzliche Neigung zu Bärten (vgl. S. 31) eher in Richtung Spiegeluniversum?
Ansonsten lebt das Buch in erster Linie vom beeindruckenden Schreibgeschick seines Autoren. David Mack lässt wie gewohnt Informationen von der Mattscheibe (vgl. z.B. S. 43ff., S. 93, S. 374ff. uvm.) und der Bücherwelt (vgl. z.B. S. 14fff., S. 29f., S. 36 uvm.) einfließen, als wäre es die selbstverständlichste Sache der Welt. Bashir wird sogar mit Attributen belegt, die auf Siddig El-Fadils Rolle in "Vertical Limit" verweisen (vgl. S. 259f.). Das alles geschieht, ohne dass der Roman an Tempo, Spannung oder Erzählfluss verlieren würde, so dass der Leser von den Ereignisse mitgerissen wird, bis er erschrocken auf der letzten Seite angelangt ist.

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Kritikwürdige Aspekte: Destiny reloaded? Mitnichten!
Der Typhon Pakt ist nicht Destiny. Kann er auch gar nicht sein, denn den mitreißenden Ton einer unabwendbaren Apokalypse trifft dieses eher politische Thema nachvollziehbarerweise nie. "Nullsummenspiel" ist eben kein Auftakt für eine neue Trilogie, sondern viel eher der Einstiegsband in eine neue Erzählära, in der sich verschiedene Autoren der Fortführung der Grundidee einer neuen Bedrohung widmen.
Dass man sich für den Auftakt die Mitarbeit des Vorzeige-Schreibers David Mack sicherte, erscheint besonders im Himblick auf den Erfolg der Destiny-Reihe nicht weiter verwundertlich, doch zu oft blitzt der Verdacht auf, dass der Stareinkauf mit diesem Werk nur Dienst nach Vorschrift ableistet, statt wirklich Herzblut in die Sache zu legen.
Seinen Anfang nimmt dieser schleichende Eindruck in der erstaunlichen Anzahl an Zufällen, die den Charakteren immer wieder in die Hände spielen. Im Einsatz fällt Bashir etwa ein, dass er zum Glück auf der USS Aventine die Zeit gefunden hatte, den adäquaten Umgang mit einem Bolzenschussgerät zu erlernen (vgl. S. 292). Zum Glück fällt Bashir an der Außenhülle eines Frachters versteckt auf, dass sein Untersatz Schildsysteme zum Schutz vor atmossphärischer Reibung einsetzt (vgl. S. 282). Und zum Glück ähneln die Konsolen auf einem Breen-Arbeitsvehikel denen von Sternenflottengefährten so sehr, dass Bashir bei der Bedienung keine Steine in den Weg gelegt werden (vgl.S. 324)
Als ob solche ständig auftretenden Glücksfälle noch nicht bemüht genug wirken würde, geht vieles in diesem Buch erstaunlich einfach: Die Infiltration einer völlig unbekannten Kultur, der rasch hergestellte Kontakt mit einer lokalen Dissidenten-Filiale oder die Sabotage einer Top-Secret-Hochsicherheitsanlage.
Beinahe scheint es, als ob Mack lediglich bei der Grob-Gestaltung des Breen-Entwurfs mit der notwendigen Sorgfalt vorging und die Lücken in der Handlung mit der Zweitverwertung von bekanntem Rohmaterial ausfüllte. So ist die Mitnahme von getarnter klingonischer Verstärkung (vgl. S. 173) seit "Der Überläufer" ein ebenso alter Hut wie an "1984" angelehnte Folterszenen (vgl. S. 277ff. oder S. 285ff.) seit "Geheime Mission auf Celtris III, Teil II". Auch dass Bashir nach seinen Agentenabenteuern in "Der Abgrund" schon wieder nach der Lizenz zum Töten greift (vgl. z.B. S. 37, S. 55 oder S. 77f), vermag es nicht, auch nur einen Fenrisal hinter dem Ofen vorzulocken.
So kann man auch auch dem finalen 'Cliffhanger', der mit der Sektion 31 ein weiteres hinlänglich bekanntes Element ins Spiel bringt, keine allzu große Originalität unterstellen. Im Endeffekt ist das Buch nur eine gute Idee in einer halbleeren Kiste, die mit viel Banalität großzügig ausgestopft wurde.
Diese Mittelmäßigkeit findet in den 'Essays' seine Fortsetzung, die aus der Feder Christian Humbergs stammen. Sie verraten wenig bis gar nichts, was man nicht schon zuvor erfahren konnte und lesen sich wie bessere Werbetexte. Vorbei scheinen die Zeiten, als sich Cross Cult noch mit klugen Analysen, detaillierten Centerfolds oder spannenden Interviews als besonders Fan-orientiert profilierte.
Doch zurück zum Buch. Sein allergrößtes Manko liegt in meinen Augen in den flachen Charakteren. Abgesehen von Bashir wirken angefangen bei Ezri Dax über Chot Nar bis hin zu Thot Keer sämtliche Figuren hölzern, oberflächlich und wie ein Mittel zum Zweck. Ihre Motive und Beweggründe bleiben größtenteils im Dunklen und selbst wenn einmal ein Fünkchen Lebensnähe aufkeimt, wirkt es sofort gekünstelt und gestellt. Selbst Sarina Douglas vermag es trotz des vielen Raumes nicht, nennenswerte Charakterszenen auf sich zu vereinen. Viel eher bestimmt explosions- und schießwütige Action die Story, während die zwischenmenschlichen (oder zwischenbreenige) Momente in den Hintergrund geraten. Es erinnert eher an einen Star-Trek-Film aus dem Abramsverse, als an eine Folge TNG oder Deep Space Nine.

Übersetzung: Exemplarisch für die Übersetzungsleistung in diesem Buch soll einmal dieser Satz von Seite 55 herhalten:

"Ich werde mit dir oder ohne dich nach Salavat gehen […]."

Wohl sicher nicht von ungefähr erinnert diese Formulierung an die hyperkorrekte Verwendung von "Mit dem oder ohne den Rest der Flotte?" im zehnten Kinofilm. Kerstin Fricke liefert wirklich gute Arbeit ab, auch wenn ich mir an der einen (vgl. S. 190) oder anderen Stelle (vgl. S. 200) ein "dass" anstelle des dortigen "damit" gewünscht hätte. Aber abgesehen von der englisch belassenen Kombination "Tzenkethi-Harrier" (vgl. S. 213) gibt es kaum was zu mäkeln. Wenn das zum neuen Standard bei Cross Cult wird, werde ich wohl in Zukunft wieder auf diesen Unterpunkt in meinen Rezensionen verzichten müssen...

Anachronismen: Unpassender als mit einem Chamberlain-Zitat (vgl. S. 7) hätte man das Buch, in dem die Föderation weniger passiv wirkt als in ihrer gesamten Serien- und Filmgeschichte, nicht starten können. Ausgerechnet die Galionsfigur der britischen Appeasement-Politik im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges zu bemühen, war aber wohl eher dem ebenso eigensinnigen wie sympathischen Humor David Macks geschuldet.
Obgleich seine Breen-Interpretation meines Erachtens vergleichsweise wasserdicht ist, gibt es einige Haarrisse.
So mutet der Arbeitskräftemangel, über den sich Thot Keer beschwert (vgl. S. 231ff.), etwas merkwürdig an, da die Breen laut "Indiskretionen" kein Problem damit haben, auf Sklavenarbeit zurückzugreifen. Trotz dieses Umstands werden die unfreiwilligen Hilfskräfte - trotz mannigfaltiger Möglichkeiten – auf keiner Seite erwähnt.
Ferner störte mich ein klein wenig, dass sich die multiethnischen Breen schließlich als eine Art Föderation im Kleinformat entpuppen und als solche Teil einer neuartigen Föderation sind, die der etablierten Föderation das Fürchten lehren soll. Bei so vielen Föderationen sind Identifikationskrisen wohl schon vorprogrammiert...

Fazit: David Mack entführt seine Leser in neue Welten, zeigt ihnen unbekannte Lebensformen und nimmt sie mit dorthin, wo nie ein Leser zuvor gewesen ist. Die Gesellschaft der Breen ist der unbestreitbare Höhepunkt des Buches, hinter dem Handlung, Charaktere und Originalität unweigerlich ins zweite Glied rücken.
Ohne Frage ist "Nullsummenspiel" spannend geschrieben, temporeich erzählt und fesselnd verpackt, doch im Vergleich ist es eher ein schwächeres Werk aus der Feder des Star-Trek-Star-Autoren. Aber selbst schwächere Bücher Macks sind immer noch im oberen Mittelfeld anzusiedeln und wer mit einem Action-Spektakel und nur wenigen Denkanstößen leben kann, wird Gefallen am Typhon-Pakt-Auftakt finden.

Denkwürdige Zitate:

"Erobern, desinfizieren, homogenisieren. Das ist die Art der Sternenflotte."
Julian Bashir, S. 36

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"Alles, was ich je wollte, war, großartige Raumschiffe zu bauen. Wenn ich gewisst hätte, dass ich es dabei mit Politikern zu tun bekomme, wäre ich Koch geworden."
Thot Keer, S. 63

"Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage... aber wir leben in unsicheren Zeiten, Frau Präsidentin."
K'mtok, S. 211

Bewertung: Ein Breen macht noch lange keinen Winter.

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Weiterführende Leseliste:

Typhon Pact 01: Nullsummenspiel
Typhon Pact 02: Feuer

Dienstag, 9. Juli 2013

Gespensterschiff

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Buchbesprechung Carey, Diane: Gespensterschiff. Heyne, 1987/1990.

Story: Schwarzes Meer, 1995. Der sowjetische Superflugzeugträger "Gorschkow" pflügt sich majestätisch seinen Weg durch die sauerstoffarmen Wellen des Schwarzen Meeres. Das atombetriebene Schiff repräsentiert den gesamten maritimen Stolz der Großen Vaterländischen Seestreitkräfte. Kein Wunder, denn mit an Bord befindet sich ein hypermoderner Pulsator, der feindlichen, westlichen Raketensystemen im Null-Komma-Nix den Garaus machen kann.
Doch just in dem Moment, in dem Captain Reykow und sein erster Offizier Vasska die neue Wunderwaffe zur Erbauung der mitgereisten Funktionäre ausprobieren, kommt ein riesiges fremdes Wesen auf sie zu. Ehe die beiden Männer überhaupt reagieren können, zerstört es das Schiff, tötet alles Leben an Bord und saugt die Seelen der sterbenden Crew in sich auf. Über dreihundert Jahre fristet die Crew, eingesperrt in ein einsames Gefängnis, eine qualvolle Existenz, bis das mächtige Wesen einen neuen Gegner ins Visier nimmt: Ein frisch eingeweihtes Raumschiff mit der Bezeichnung USS Enterprise NCC-1701-D. Reykow selbst erscheint als körperlose Emanation auf dem fremden Kreuzer, um die frisch zusammengewürfelte Crew zu ermutigen, den Kampf gegen das Wesen aufzunehmen. Doch obwohl die unbekannte Besatzung sogar einen telepatischen Counselor in ihren Reihen hat, gelingt es ihr nicht so recht, zu verstehen, was Reykow und seine gepeinigten Genossen von ihnen wollen.
Wird es dem fremden Captain Jean-Luc Picard gelingen, sie aus ihrem Verlies zu befreien und sie von ihrer grausamen, körperlosen Existenz zu befreien?

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Auf der Suche nach ewigem Frieden für die toten Überlebenden


Lobenswerte Aspekte: "Gespensterschiff" schlägt eine Brücke in eine spannende Phase der Erdgeschichte, die an Filme wie "Jagd auf Roter Oktober", "Hot Shots" oder "Der letzte Countdown" zurückdenken lässt. Im Spannungsfeld zwischen Marine-Romantik, kaltem Krieg und Völkerfreundschaft knüpft es an eine cineastische und literarische Traditionslinie an, die sich bereits mehr als einmal als schlüssiges Verkaufsargument entpuppte.
Warum auch nicht?
In dieser Kombination steckt ja auch eine Menge Potential und nicht von Ungefähr spielt ein Flugzeugträger namens Enterprise eine gewichtige Rolle im vierten Star-Trek-Kinofilm "Zurück in die Gegenwart".
Lesenswert ist dieses Buch jedoch in erster Linie ob der kleineren Details, die biografische Lücken zu den damals frisch eingeführten Charakteren der 'nächsten Generation' schließen. So kann man beispielsweise erfahren, dass Tasha Yar über litauische Wurzeln verfügt (vgl. S. 58), erhält Kenntnis über einen unterhaltsamen dunklen Fleck in William T. Rikers Beförderungsgeschichte (S. 40f.) und stellt überrascht fest, dass Deanna Troi ihren 'Imzadi' Riker in den ersten Folgen nur deshalb 'Bill' nannte, weil sie einem tief in ihr schlummernden Ödipuskomplex anhängt (S. 235f.).
Eben jene Halbbetazoidin, die in der ersten Staffel noch einen schweren Stand bei Schreibern und Altfans hatte, geht als klare Gewinnerin aus diesem Roman hervor. Soviel Platz zur Charakterentfaltung wie in diesem ersten eigenständigen Buch der TNG-Crew hatte die Bordpsychologin jedenfalls in keiner einzigen der sechsundzwanzig Folgen der ersten Staffel. Als Höhepunkt dieses Schaulaufens muss man die ebenso gelungene wie einfühlsame Schilderung ihre Eindrücke beim Kontakt mit fremden Lebensformen bezeichnen (vgl. S. 42).
Die Autorin scheut sich auch nicht, gleich in ihrer Widmung passiv ihre eigenen Fähigkeiten ins rechte Licht zu rücken. Nicht ganz zu Unrecht, denn gerade in technischer Hinsicht könnten sich einige männliche Kollegen der Zunft durchaus eine dicke Scheibe ihrer Fachkenntnis abschneiden, denn Carey gelingt es nicht nur, in simpler Eleganz den Unterschied zwischen Passiv- und Aktiv-Sensoren zu erläutern (vgl. S. 103), sondern beschreibt auch die Besonderheiten bei einer Abtrennung der Untertassensektion während eines Warpflugs so umfassend, dass sie dabei sogar die Kohlen für die fragwürdige Darstellung im Pilotfilm "Der Mächtige" aus dem Feuer holt (vgl. S. 129).
Und wo wir gerade auf dem schmalen Grat zur Metaebene wandeln:
Für einen so frühen Roman, der in der Frühzeit der Serie anzusiedeln ist, besteht der spannendste Teil eigentlich darin, ihre geschickt verpackte Kritik an den zunächst merkwürdig anmutenden Neuerungen dieser völlig vom Original abweichenden Neuinterpretation Star Treks herauszufiltern. Ihren augenzwinkernden Bemerkungen zu den unklaren Rollen des Ersten Offiziers (vgl. S. 25) und des Counselors (vgl. S. 65) sowie der Hautfarbe Datas (vgl. S. 27) treiben selbst den hartgesottenen Next-Generation-Fans die Mundwinkel in Richtung Haupthaaransatz.

Kritikwürdige Aspekte:

Riker: "Ich!?"
Picard: Sie  haben sich zum Dienst gemeldet und Sie sind qualifiziert."
Riker: "Ja, Sir!"
Picard: "Dann tun Sie Ihren Dienst, Commander."


Klingt aggressiv, komisch und fremd?
Dabei ist das keine schlechte Fanfiction! Tatsächlich stammt dieser Wortwechsel aus der noch etwas hölzernen ersten Staffel TNGs. Also aus genau der Ära, in der auch dieser Roman angesiedelt ist. Insofern muss man wohl jenen Stimmen, die diesem Roman unterstellen, dass die Figuren im Umgang miteinander etwas ruppig anmuten, mit gebotener Vorsicht begegnen.
Aber selbst wenn man dieses Zitat aus dem Pilotfilm "Der Mächtige/ Mission Farpoint" als Vergleichswert heranzieht, bleibt festzuhalten, dass das Miteinander der Crew in diesem Buch in wirklich gar keiner Relation zu den gelegentlichen Reibungspunkten früher Folgen steht. Die Figuren und ihr Sozialverhalten sind schlichtweg nicht getroffen. Das lässt sich an ein paar Personen exemplarisch festmachen.

Jean-Luc Picard. Ich kann nicht genau sagen, welche Laus dem Kommandeur der USS Enterprise in diesem Werk über die Leber gelaufen ist, doch der charismatische Franzose wirkt viel zu häufig erschreckend zickig und cholerisch (vgl. S. 23, 34, S. 51, S. 73, S. 81f., S. 83, S. 131, S. 134). Meist geschieht das in Situationen, von denen man als 'alter Hase' genau weiß, dass sich der Captain eigentlich nie so gehen lassen würde. Dadurch verliert seine Autoritätsaura völlig an Leuchtkraft. In der einzigen Situation hingegen, in der man eine härtere Gangart erwartet, enttäuscht dieses lasche Picard-Imitat auf ganzer Linie und reagiert trotz Insubordination und Materialverlust großväterlich sanftmütig (vgl. S. 268ff.). Um die Verwirrung perfekt zu machen, legt er eine erschreckende Mordlust wie Käpitän Ahab auf der Jagd nach dem Weißen Wal an den Tag, die er sich eigentlich für den finalen Kampf gegen die Borg aufheben müsste.
Da kann man als erschrockener Leser seinem Ersten Offizier William T. Riker nur kopfnickend beipflichten, wenn er seinem Vorgesetzen in diesem Zusammenhang vorwirft: "Das klingt nicht nach Ihnen, Sir." (S. 251)

William T. Riker. Was aber nicht bedeuten soll, dass Riker auch nur ansatzweise besser getroffen wäre. Er steht seinem Kommandanten in puncto Stimmungsschwankungen in nichts nach (vgl. z.B. S. 116), verliert sich in sinnfreien Eifersuchtsszenen (vgl. S. 24f) und präsentiert sich erschreckend wehleidig (vgl. S. 25).

Data. Vielleicht sollte man eher 'Lore' sagen, denn der Androide Data entfaltet eine verdächtig breite  Emotionspalette: Von traurig (vgl. S. 116), empfindlich (vgl. S. 228), lächelnd (vgl. S. 243), freudig (vgl. S. 125) bis hin zu grinsend (S. 184) hat man die künstliche Lebensform jedenfalls vor der Aktivierung seines Emotionschips nur selten so sentimental erlebt. Hinzu kommt, dass er scheinbar sogar Schmerz empfinden kann (vgl. S. 31), für einen Androiden eine erstaunliche Tolpatschigkeit an den Tag legt (vgl. S. 201f.) und sogar ein Herz zu besitzen scheint (vgl. S. 201).
So ziemlich alles, was man über das Spitzenprodukt aus dem Hause Soong erfährt, steht im direkten Widerspruch zu den späteren Informationen der Serie. Vor allem der Status als biologische Lebensform, den Carey ihm als Höhepunkt ihres Buches verlieh, hat gar nichts mit dem beliebten Charakter zu tun, der in seinem verzweifelten Streben nach Menschlichkeit erst zum Zuschauerliebling avancierte.

Geordi LaForge. Der blinde Steuermann offenbart sich als extrem angriffslustig und streckenweise sogar persönlich angreifend gegenüber seinem unmittelbaren Vorgesetzten, dem ersten Offizier Riker (vgl. z.B. S. 117f., S. 216 oder S. 227ff.). Das wirkt sogar noch schlimmer und unangenehmer als in der TOS-Folge "Notlandung der Galileo Sieben" – was man tatsächlich als eine ernstzunehmende Leistung interpretieren könnte.
Hinzu kommt eine für LaForge unangemessene Ausdrucksweise, die in dem Satz "Maschine, meine Fresse." (S. 36) gipfelt.  Im englischen Original liest sich das nicht viel besser. Hier muss man sogar von "Machines, my ass." lesen. Den schüchternen und auf Ausgleich bedachten Navigator begleitet kein nennenswerter Wiedererkennungswert.

Man könnte noch weitere Beispiele aufführen, doch der Übersichtlichkeit halber sei nur erwähnt, dass Doktor Beverly Crusher zu controllfreakig (S. 62f.), Worf zu unterwürfig (S. 34f.) oder Wesley zu unselbständig (S. 76ff.) agieren. Die Psychologin Deanna Troi droht sogar mit einem Suizid, sofern die restlichen Führungsoffiziere nicht ihrer Interpretation der Ereignisse folgen (vgl. S. 208). Den fragwürdigen Höhepunkt dieser Figurenvergewaltigung bildet die Gleichsetzung Tasha Yars mit einer Disney-Prinzessin (vgl. S. 152).
Gerade durch den wahren Zickenkrieg, den sich die Besatzung in diesem Werk viel zu häufig leistet, vermag die gut gemeinte Aufopferungsbereitschaft der eher gegeneinander arbeitenden Crew im Licht solcher Umstände nicht so recht seine Wirkung zu entfalten (vgl. S. 128f.)
An dieser Stelle muss ich wohl auch mal mit einer erschreckend weit verbreiteten Legende aufräumen: An vielen Orten (wie zum Beispiel Jeff Ayers' 'Voyagers of Imagination: The Star Trek Fiction Companion') kann man lesen, dass Carey selbst zu Protokoll gab, dass sie dieses Werk geschrieben hätte, noch bevor die Schauspieler gecastet waren und die Serie überhaupt im Fernsehen anlief. Insofern müsste man viel Nachsicht walten lassen.
Wenn das stimmen würde.
Anhand von Textbelegen lässt sich jedoch beweisen, dass genau das Gegenteil der Fall ist. So deuten Erwähnungen von Personen wie Argyle (vgl. S. 129) UND MacDougal (vgl. S. 135), aber auch die aufgegriffene Ernennung Wesley Crushers zum Fähnrich ehrenhalber (vgl. S. 76f.) sowie Tasha Yars Herkunft (vgl. S. 153) darauf hin, dass ihre Kenntnisse zumindest bis zur sechsten Folge der ersten Staffel ("Der Reisende") reichten. Hinweise auf Deannas Mutter (vgl. S. 64) legen sogar den Verdacht nahe, dass sie es eventuell sogar bis zur elften Folge ("Die Frau seiner Träume") geschafft hat.
Auch die verschiedenen Schauspieler kannte sie bestens und spielt sogar mit diesem Wissen: Die Erwähnungen Sirtis' mediterraner (vgl. S. 110), bzw. griechischer (vgl. S. 65) Herkunft, Crosbys burschikosem Äußeren (vgl. S. 33) oder Stewarts bühnenhaften Tenors (S. 23) wären jedenfalls in der Form gar nicht möglich gewesen, wenn Carey die einzelnen Darsteller nicht in Aktion gesehen hätte.
Natürlich wäre es denkbar, dass die Autorin diese vergleichsweise häppchenartigen Informationen in ihr Werk einfügte, nachdem sie den Hauptteil der Handlung verfasste. Der geringe Umfang und der minimale Einfluss auf das Wesen der einzelnen Figuren sprächen jedenfalls für eine solche nachträgliche Einarbeitung. Doch diese minimalen Schönheitskorrekturen blieben dabei ein Tropfen auf den heißen Stein. Es bleibt festzuhalten, dass dieses Werk viel zu schnell auf den Markt geworfen wurde und dadurch keine große Schnittmenge mehr mit dem Endprodukt der Fernsehserie aufwies. Eine längere Bearbeitungszeit hätte Diane Carey zur Auseinandersetzung mit den einzelnen Charakteren sicherlich gut getan.
Das merkt man spätestens dann, wenn interne Schiffsabläufe thematisiert werden. Schenkt man den Ausführungen Careys Glauben, so muss man kritisieren, dass die Kommandokette auf dem Flaggschiff der Sternenflotte überhaupt nicht funktioniert. Das wird jedenfalls im zweiten Teil des Werkes überaus deutlich.
Picard lässt sich inmitten einer Notsituation zu Selbstversuchszwecken in ein Wachkoma versetzen (vgl. S. 210), während sich sein zweiter Offizier mit einem Shuttle zu Selbstopferungszwecken unerlaubt vom Schiff entfernt (vgl. S. 197ff.) und der Erste Offizier dem Androiden mitten in diesem Kommandovakuum auch noch auf diesen Kamikazetripp folgt (vgl. S. 229). Das Schiff treibt währenddessen schutzlos, energielos und führerlos durch das All, während ein fremdes Wesen nach dem Leben der Crew trachtet und in der kalten Dunkelheit des Weltraums lauert.
Dabei bleiben die Führungsspitze nicht das einzige Beispiel für Mängel in der Schiffshierarchie. Der junge Wesley Crusher zapft unbemerkt über einen Monat hinweg die Antimateriereserven des Schiffes in einem Sperrgebiet an (S. 173ff.) und Data zweckentfremdet während seiner Dienstzeit die Ops-Konsole für private Recherchen mit Sprachausgabe (vgl. S. 32). Die Crew wirkt wie ein anarchischer Haufen egozentrischer Individuen, der sich nicht sonderlich um die Einhaltung von Rangstufen oder Hackordnungen kümmert. Was heutzutage vielleicht irgendwie begrüßenswert und sympathisch klingt, passt aber nicht zur zukunftsorientierten Star-Trek-Ideologie, in der die unbedingte Einhaltung der Kommandostruktur eines Schiffes oder einer Station ein zentrales Merkmal für die Glaubwürdigkeit bedeutet. Stellt man diese wie hier in Frage, vermag sich ein Wiedererkennungsgefühl in irgendeiner Form auch partout nicht einzustellen.
Mehr noch: Es entreißt der philosophisch sicherlich relevanten Frage nach Sterbehilfe, die den Roman eigentlich bestimmen sollte, völlig den Boden und beraubt der gesamten Handlung die Nachvollziehbarkeit.
Passend dazu kulminiert das Buch schließlich in einem widerlich kitschigen Finale, in dem auch noch allen Ernstes und allen Gepflogenheiten der Franchise zum Trotz salutiert wird (vgl. S. 270f.).
Prädikat: Besonders Gruselig!

Übersetzung: Das Unheil kündigt sich bereits mit dem Titel des Buches an:
"Gespensterschiff" liest man da in Großbuchstaben auf dem Cover, obwohl es mit "Geisterschiff" einen ungleich geläufigeren Terminus innerhalb der deutschen Sprache gibt. Zumal innerhalb des Werkes nicht ein einziges Mal von 'Gespenstern', sondern durchweg von 'Geistern' geredet wird (vgl. z.B. S. 77, S. 109 oder S. 194).
Doch der Titel ist erst der Anfang einer wahren Übersetzungszumutung. Norbert Stresau, dem die Übertragung dieses Frühwerkes in die deutsche Sprache oblag, merkt man seine süddeutsche Herkunft umgehend an. Fürchterlich falsch klingende Satzteile wie "Er wollte sich nach der taktischen Konsole umwenden, […]" (S. 24) ", "[...] an der Reserve gehangen ist [...]" (S. 179) oder "[…] machten ihn frösteln […]" (S. 212) verraten seine Herkunft und mindern das Lesevergnügen bei Rezipienten, die sprachlich jenseits des Weißwurstäquators sozialisiert wurden.
Aber auch der verschnörkelte Stil des Textes nervt beim Lesen gewaltig. Beschreibungen wie "Geordi fühlte den Stachel seiner eigenen Hilflosigkeit." (S. 181), "Bittere Wut umwölkte Trois hübsche Augen." (S. 171) oder "Der Androide sah zu ihm auf, eine Bewegung, die Riker durchfuhr wie ein hölzerner Pflock." (S. 167) sind bei gelegentlichem Aufkommen sicherlich eine willkommene Abwechslung, doch ein ganzes Buch voll mit blumigen Umschreibungen wie diesen versetzt den potentiellen Käufer rasch an die Grenzen seiner Leidensfähigkeit. Natürlich ist so eine Stilfrage in erster Linie an den Autoren gekoppelt, doch an diesem Beispiel kann man gut erkennen, was passiert, wenn die Wirkung eines bereits anstrengenden englischen Originaltextes durch die weitaus breitere Ausdruckspalette der deutschen Sprache noch potenziert wird. Im Kontrast mit den äußerst grobschlächtigen Charakteren ergibt das ein zähes Wechselspiel, das ob seiner krassen Brüche den Lesefluss erheblich beeinträchtigt.
Obwohl das allein schon ausreichen würde, patzte Stresau ständig bei den einfachsten Übersetzungen. Stocksteife Übertragungen fern von jeder Sprachrealität prägen das Buch Seite für Seite. Aufgrund der Übersichtlichkeit zähle ich lediglich drei Beispiele von vielen auf, die beim Lesen übel aufstoßen.
So antwortet Picard auf die Türklingel "Ja, wer ist es es?" (S. 171, für "Yes, who is it?"), beendet seinen Satz mit "Fair genug." (S. 185, für die Redewendung "Fair enough.") oder beschreibt den Anblick "[...] mit nacktem Auge […]" (für "with naked eye" statt 'mit bloßem Auge' S. 74). Prinzipiell mag dies für das Englisch-Verständnis eines Grundschülers vielleicht richtig erscheinen, praktisch handelt es sich dabei jedoch nicht unbedingt für ein professionelles Statement eines Übersetzers, der mit seiner Arbeit Geld verdient. Um dieses Armutszeugnis zu komplettieren, muss man sich nur den wahren Zoo vor Augen halten, den die Besatzung bietet: Da wird gefaucht (vgl. S. 238), gebrüllt (vgl. S. 51), geschnaubt (vgl. S. 76), gekrächzt (vgl. S. 131) und gegrunzt (vgl. S. 171) wie sonst nur bei Daktari. Besonderer Beliebtheit erfreut sich dabei das Bellen, das der Crew besonders häufig in den Mund gelegt wird (vgl. S. 30, S. 70, S. 74, S. 116, S. 121, S. 131, S. 228, S. 244, S. 257, S. 262).

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Da wirkt es beinahe erfrischend, Konstanten der Heyne-Übersetzungsmaschinerie wiederzuentdecken. Doch zusammen mit altbekannten Fehlbezeichnungen wie "Galaxis-Klasse" (S. 24, statt "Galaxy-Klasse"), "Insignienkommunikator" (S. 49, statt "Kommunikator"), oder "Medo-Ingenieur" (S. 82, statt "medizinischer Techniker") tauchen auch noch weitere Begriffe auf, die so selbst in anderen Heyne-Romanen nicht zu lesen sind. So geben merkwürdig anmutende Formulierungen wie die "[...] des medizinischen Föderationskonzils […]" (S. 194), "Warp-Hülle" (statt "Warp-Blase" S. 128) oder "Lebensmittelspender" (statt "Replikator", S. 36) allenthalben ihr Stelldichein.
Komplettiert wird dieses Feld durch die gleichzeitig ebenso typischen, wie unangebrachten Anglizismen á la "Starbase" (S. 40), "Starfleet" (S. 76) oder "Lightshow" (vgl. S. 215), die durch denglische Zwitterübersetzungen wie "Exhaustoren" (S. 143), "Junktor" (S. 155) oder "Antimaterie-Reservecenter" (S. 199) eine fragwürdige Gesellschaft erhalten.
Das Sahnehäubchen bilden allerdings die kleinen Fehlerteufel, denen man innerhalb des Buches des Öfteren begegnet. Abgesehen von fehlenden Anführungsstrichen (S. 158), kommt es auch schonmal vor, dass aus "neunundsiebzig" Prozent (S. 98) nur eine Seite später plötzlich "siebenundneunzig" Prozent (vgl. S. 99) werden. Zudem werden das Siezen und Duzen nicht konsequent beibehalten (vgl. S. 145).
Alles in allem verdient dieses Buch einen Spitzenplatz unter den am schlechtesten übersetzten Star-Trek-Büchern – selbst für Heyne-Verhältnisse. Ich persönlich kann mir das auch nur dadurch erklären, dass der Verlag seinen Übersetzern einem ähnlichen Zeitdruck aussetzte, wie Carey ihn eventuell in den USA erleben musste. Der Werbetext auf der Buchrückseite, der die ab September 1990 jede Woche im ZDF laufende neue Serie "Die nächste Generation" (!) anpreist, lässt diesen Schluss jedenfalls auch für dieses 1990 in Deutschland erschienene Werk zu.

Anachronismen: Eigenlob stinkt.
Diese simple nationale Binsenweisheit hat es scheinbar noch nicht über den Großen Teich geschafft, denn unmittelbar vor dem eigentlichen Beginn der Geschichte beschreibt die Autorin, dass sie aufgrund ihrer guten Quellen jene bei ihrem Publikum ach so beliebte Detailgenauigkeit bei philosophischen, wissenschaftlichen und militärischen Fragen an den Tag legt.
Den Gegenbeweis tritt die Autorin allerdings bereits auf den ersten Seiten an. Dort wird nämlich ein sowjetischer Flugzeugträger namens 'Gorschkow' beschrieben, der 1995 unter mysteriösen Umständen verschwand.
Mittlerweile liegt das Jahr 1995 in unserer unmittelbaren Vergangenheit, und was soll ich sagen?!
Es gab tatsächlich einen Flugzeugträger dieses Namens, der sogar in diesem Zeitraum von einer Explosion heimgesucht wurde!
Allerdings handelte es sich weniger um einen "Flugzeugträger" (S. 67), sondern um einen sogenannten "Flugdeckkreuzer" (durch diese semantische Spitzfindigkeit konnte die Sowjetunion das vertraglich fixierte Durchfahrtsverbot von 'Flugzeugträgern' durch die Dardanellen umgehen). Er gehörte zur "Kiew-Klasse", und nicht zur "Lenin-Klasse" (vgl.S. 8). Es hatte maximal 1665 Mann Besatzung und nicht fünftausend (vgl. S. 224). Es war weder atombetrieben (vgl. S. 8), noch mit MiGs bestückt (vgl. S. 9).
Eigentlich hieß das Schiff zur Entstehungszeit des Romans sogar "Baku" und wurde erst nach dem sowjetischen Marine-Oberhaupt benannt, als Aserbaidschan zusammen mit seiner Hauptstadt in die Unabhängigkeit entlassen werden musste.
Zwar wollte es der Zufall, dass das Schiff 1995 tatsächlich durch eine Explosion außer Dienst gestellt wurde, doch es existiert bis heute und gehört als "INS Vikramaditya" mittlerweile zur indischen Marine.
Aber das konnte Carey 1987 unmöglich ahnen.
Genausowenig konnte sie ahnen, dass die Sowjetunion 1992 aufhören würde zu existieren. Damit wurden dieser Roman und sein gesamter Inhalt urplötzlich hinfällig.
Doch dieser Fehler ist bei Lichte betrachtet ein gängiger Begleiter innerhalb des Star-Trek-Universums. Abgesehen von Chekovs ständigen Einwürfen in der Originalserie, kam es ebenfalls im vierten Kinofilm zu einer Erwähnung Leningrads, obwohl die Stadt seit 1991 in Sankt Petersburg zurückbenannt wurde. Scheinbar muss die Sowjetunion im Star-Trek-Universum irgendwann wie Phönix aus der Asche wiederauferstanden sein.
Also folgen wir doch einmal diesem Anachronismus bereitwillig und nehmen der Bequemlichkeit halber an, dass das mit der Sowjetunion irgendwie so in Ordnung geht (als Veteranen der Eugenischen Kriege dürfen wir uns so etwas erlauben).
Warum zum Teufel fliegen dann die Piloten der gestarteten sowjetischen Kampfjets vom Schwarzen Meer (vgl. S. 8) bis ins Mittelmeer (vgl. S. 18), um auf einem dafür nicht ausgerüsteten amerikanischen Flugzeugträger notzulanden?
Die Piloten (die nicht überlaufen wollten, vgl. S. 71) hätten in der gleichen Zeit problemlos Militärflughäfen auf der Krim, dem ukrainischen bzw. russischen Festland, in Georgien oder den sozialistischen Bruderstaaten Rumänien und Bulgarien (beide waren Mitglied im Militärbündnis des Warschauer Paktes) ansteuern können. Immerhin misst das Schwarze Meer an seiner breitesten Stelle gerade einmal 1.175km, was bedeutet, dass selbst eine MiG-31 (im Buch wird die nie in Produktion gegangene MiG-33 beschrieben, vgl. S. 19) mit einem Einsatzradius von 1.450km bei Unterschallgeschwindigkeit ohne Schwierigkeiten einen der eigenen Flughäfen hätte ansteuern können. Gerade mit ihrem angeblichen Militärfachwissen sollte Carey gewusst haben, dass es den Piloten unmöglich gewesen sein muss, den Luftraum des NATO-Mitglieds Türkei zu durchqueren.
Ebenso wenig konnte Carey damals ahnen, in welche Richtung sich Star Trek im Allgemeinen, und TNG im Speziellen entwickeln würden. So ziehen die angesprochenen Charaktere einen wahren Rattenschwanz an Anachronismen hinter sich her.
So erfährt man, dass Picard ein Marquis ist (vgl. S. 88) und auf Riker ob desses Verweigerungshaltung in puncto Außenteameinsätze neidisch sein soll (vgl. S. 105). Dabei kann man in "Das Pegasus-Projekt"erfahren, dass der Captain der Enterprise Riker genau aus diesem Grund überhaupt als Stellvertreter ausgewählt hatte.
Auch Geordi LaForge und dessen Visor verführten Carey zu unvorsichtigen Äußerungen. So kann man in diesem Buch lesen, dass dem Navigator das Tragen seiner Sehhilfe unablässige Schmerzen beschert (vgl. S. 87), dass er zu einem erlauchten Personenkreis von lediglich vier Sehbehinderten gehört, die überhaupt mit einem solchen Gerät umgehen können (S. 86) oder dass er das Gerät mehrmals am Tag abnehmen muss, um Erschöpfungszuständen zu entgehen (S. 87). Das steht natürlich in akutem Widerspruch zu später ausgestrahlten Episoden, in denen der Umgang mit Geordis Behinderung viel weiter in den Hintergrund gerückt wurde und seine Prothese zu einem Alltagsgegenstand wie etwa eine Brille verklärt wird.
Einer ähnlichen Entwicklung sah sich auch Worf ausgesetzt. Als Ursache für die Tatsache, dass er im Gegensatz zu seinen Ahnen der Originalserie Stirnwülste trägt, gibt Carey eine klingonischen Säuberungsaktion an (vgl. 34). Dank "Immer die Last mit dem Tribbles" oder dem Enterprise-Zweiteiler "Die Heimsuchung/ Die Abweichung" weiß der Star-Trek-Fan das heute natürlich besser. Aber schon nach der ersten Staffel TNG mit all ihren Fehlern, hätte man sich denken können, dass Rikers Notlüge, ausgerechnet der grummelige Klingone hätte eine wissenschaftliche Lösung für das Problem gefunden, nun wirklich keinen abtrünnigen Androiden aus seinem Versteck locken würde (vgl. S. 242).
Verwunderlich stimmt auch, dass Deanna Troi nicht mit der Silhouette eines Flugzeugträgers vertraut sein soll vgl. S. 57). Immerhin zierte ein vergoldetes Modell eines solchen Schiffes bereits seit Beginn der Serie den Besprechungsraum, in dem auch der Counselor mehrfach zu sehen war.
Wie aber bereits angemerkt, ist die Person, mit der das gesamte Buch fällt, der Androide Data. Er ist das völlige Gegenteil zu dem, was ihn in der Fernsehserie ausmacht. Seine Darstellung ähnelt eher kybernetischen Lebensformen wie den Borg (vgl. z.B. S. 198f). Bedenkt man allerdings, wie wenig den assimiliationsfreudigen Halbmaschinen im achten Kinofilm "Der erste Kontakt" das Plasmakühlmittel vertrugen und wie glimpflich Data im Vergleich zu ihnen davonkam, wird rasch klar, wie unnötig weit sich Carey mit ihrem Behauptungen aus dem Fenster lehnte.
Außerdem verwundert es natürlich schon, dass Geordi angeblich mit seinem Visor künstliche Lebensformen wie Soong-Androiden erkennen kann (vgl. S. 35f.). Immerhin gelang es ihm nicht, in "Soongs Vermächtnis" Datas Mutter Juliana Tainer als positronische Kopie zu enttarnen.
Ferner bleibt auch die Aussage, Datas Status als Lebensform und damit auch seine Befähigung, auf die Sternenflotte zu gehen, sei von Maschinen getroffen worden (vgl. S. 167), wird spätestens in "Wem gehört Data?" widerlegt, in der man erfahren kann, dass eine Kommission unter Beteiligung Bruce Maddox über die Einordnung Datas in die Gesellschaft entschieden hat.
Besonders schade fand ich persönlich, dass Carey mit dem Selbstgespräch Datas (vgl. S. 201) einen heimlichen Höhepunkt der Folge "Die Verschwörung" vorwegnahm.



Data blieb jedoch nicht der einzige technologische Aspekt, dessen Wesen sich der Autorin verschloss. So funktioniert Holo-Technologie schlichtweg nicht auf die beschriebene Weise (vgl. S. 49f.) und würden Kommunikatoren tatsächlich auf diese Weise auf ihren Träger kodiert sein (vgl. S. 201), so wären verschiedene Entwicklungen in Folgen wie "Terror auf Rutia IV", "Erwachsene Kinder" oder "Renaissance Mensch" überhaupt nicht möglich gewesen.
Während man darüber sicherlich hinwegsehen könnte, ist die Verwendung von "Warp zehn", "Warp zwölf" oder "Warp vierzehn Komma neun" (vgl. S. 94) im Hinblick auf die Einführung einer neuen Warpskala im Zuge der neuen TV-Serie schon harter Tobak.
Natürlich sind das alles Anachronismen, die sich erst später im Widerspruch zu diesem Buch entwickelten. Carey, der die undankbare Aufgabe zukam, das erste eigenständige TNG-Buch zu schreiben, war sicherlich einem immensen Zeitdruck ausgesetzt.
Ja mehr noch!
Vergleicht man ihre Interpretation mit den Informationen aus der zweiten TNG-Episode "Gedankengift", so muss man ihr sogar zugestehen, dass ihre Beschreibungen – mit Abstrichen - durchaus den dort gegebenen Informationen entsprechen. Schon allein, wenn man sich die Tatsache vor Augen hält, dass Data dort einer ansteckenden Krankheit zum Opfer fällt, machen die hiesigen Angaben zu Datas organischen Komponenten sogar Sinn. Allerdings erfreut sich diese Folge gerade wegen ihrer unpräzisen Einschätzungen im Hinblick auf spätere Entwicklungen nicht ganz zu Unrecht nur wenig Beliebtheit unter den Fans der Serie.
Das Gleiche ließe sich auch über das Buch sagen.
Einen letzten Anachronismus muss ich an dieser Stelle, die eigentlich das perfekte Ende für diesen Abschnitt bilden würde, aber noch kritisieren. Das schlecht getroffene Schiff auf dem Cover (das in keinem Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches steht) ist tatsächlich frech aus "Kampfstern Galactica" geklaut, obwohl im Text explizit erwähnt wird, dass Data eben kein 'Toaster' sei (vgl. S. 32).

Fazit: "Gespensterschiff" bietet ein gutes Beispiel dafür, warum Bücher nicht zum offiziellen Kanon gezählt werden. Autorin Diane Carey versuchte zwar wirklich redlich, Lücken zu füllen und Widersprüche aufzuklären, doch der Lauf der Zeit hat dieses Werk längst links liegen gelassen. Zu groß muten die Lücken zur eigentlichen Serie mittlerweile an, als dass dem Buch noch größere Aufmerksamkeit zuteil werden sollte. Doch wäre dies das einzige Problem, so wäre es immerhin noch ein nettes Zeitdokument, doch weitere eklatante Schwächen prägen dieses Werk.
Carey gelingt es nicht, die Figuren auch nur annähernd zu treffen; geschweige denn die Parameter der noch jungen Serie in ihrem Wesen zu erfassen. Ihr Schreibstil steht in einem viel zu großen Widerspruch zu den grob gezeichneten Charakteren. Hinzu kommt eine der schlechtesten Übersetzungsleistungen, die der Heyne-Verlag seinen Lesern je zumutete.
Wer also wirklich wissen will, wie schlimm sich die Qualen der sowjetischen Schiffsbesatzung in nie enden wollender Pein anfühlen müssen, braucht nur dieses Buch bis zum bitteren Ende zu lesen, um einen guten Eindruck davon zu erhalten. 

Denkwürdige Zitate:

"Erlaubnis erteilt, sich nicht in einem fort entschuldigen zu müssen, Counselor."
Jean-Luc Picard, S. 56

"Ziemlich fähige Puppe. Biene? Hase? Maus? Frauenzimmer? Weibsbild?"
Data, S. 60f.

"Captain, was soll ich eigentlich auf diesem Schiff, wenn Sie nicht auf meine Ratschläge hören?"
Deanna Troi, S. 93

"Null Problemo."
Data, S. 114

"Picard... verdammt soll er sein."
William T. Riker, S. 115

"Werfen wir die Perlen aus und sehen zu, ob die Sau uns folgt."
Jean-Luc Picard, S. 136

"Das ist ein Raumschiff, kein Spielplatz, Wes."
Geordi LaForge, S. 176

"Wenn ich mich mit solch bleichen ethischen Problemen hätte herumschlagen wollen, wäre ich Priester geworden."
Jean-Luc Picard, S. 187

"Sie behandeln mich noch immer wie ein Kind, obwohl ich auf der Brücke bin."
"Sie sind deshalb auf der Brücke, weil ich es so entschieden habe, und nicht, weil Sie es verdient haben. Ihr Talent sprengt den Rahmen Ihrer Weisheit, junger Mann. Früher oder später werden Sie die unangenehme Tatsache akzeptieren müssen, daß die Erfahrung der Leute um Sie herum mehr wert ist, als Ihre Begabung, und daß Sie, wie jedermann sonst auch, abwarten müssen, bis die Reihe an Sie kommt. Und nun denken Sie an Ihren Rang, halten Sie den Mund und und folgen Sie mir in den Maschinenraum, wo Sie Ihre Gaben einsetzen und den anderen erlauben werden, dasselbe zu tun."
Wesley Crusher und Jean-Luc Picard, S. 255

Bewertung: Eine Grenzerfahrung.

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Montag, 24. Juni 2013

Mission Gamma II: Dieser graue Geist

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Buchbesprechung Jarman, Heather: Mission Gamma II: Dieser graue Geist. Cross Cult, 2002/ 2011.


Story: Auf Deep Space 9 kommt es dieser Tage zum großen diplomatischen Showdown. Auf der einen Seite die Bajoraner, die nun endlich den aufgeschobenen Föderationsbeitritt umsetzen wollen. Auf der anderen Seite die Föderation, die kritisch jedes einzelne Haar in der Suppe zu finden gedenkt und mit Adleraugen auf Verfehlungen des bajoranischen Volkes lauert.
Als ob das noch nicht genug wäre, künden sich just in diesem Moment illustre zusätzliche Gäste an, die das Duell zu einer menage á trois mutieren lassen: Die Cardassianer tauchen im Fahrwasser des umtriebigen Dukat-Doppelgängers Gul Macet auf und sorgen für ein großes Tohuwabohu auf ihrer ehemaligen Station.
Derweil strandet der rüstige erste Offzier Elias Vaughn im Gamma-Quadranten. Eine Falle aus Nanobots legt die Schiffssysteme der Defiant lahm. Glücklicherweise werden sie von einer amphibisch anmutenden Spezies namens Yrythny gerettet, die ihnen auch die Möglichkeit bietet, die beschädigten Sektionen in ihrer Heimat zu beheben. Doch die Crew gerät damit nicht nur zwischen die Fronten eines bewaffneten Konflikts zweier verschiedener Spezies, sondern auch in Reichweite eines schwelenden Bürgerkrieges, der laut einer alten Prophezeiung lediglich von Ezri Dax verhindert werden kann.

Lobenswerte Aspekte: Auf der Buchrückseite steht es orange auf schwarz: "Unerforschte Gebiete". Das liest sich zwar ungefähr wie "Vorsicht, Wildwechsel!", "Kann Spuren von Nüssen enthalten" oder "Warnung! Diese Seite enthält für Minderjährige ungeeignetes Material.", doch man kann es durchaus als programmatisch für die gesamte Reihe geltend machen. Denn diese 'Mission Gamma' kuschelt sich wieder zurück an den Entdeckeridealismus Roddenberrys, wie er bei Deep Space Nine zuvor höchstens in den ersten beiden Staffeln zu spüren war. In diesem Buch gibt es daher keinen totalen Krieg, der die Handlung auf Teufel-komm-raus vorantreibt. Niemand wird von schwammigen Visionen der Apartheid im Amerika der Fünfziger Jahre heimgesucht, die irgendetwas mit den Plänen der wurmlochbewohnenden Propheten zu tun haben sollen. Und niemand muss mehr die Babylon-5-Keule schwingen, um auf auffällige Parallelen zwischen beiden Serien hinzuweisen.
Statt dessen verlässt man sich also auf althergebrachte Werte, die Star Trek in jungen Jahren bereits zu etwas besonderem gemacht haben: Die Erforschung des Weltraums; jener mythischen Grenze, der sich die Menschheit und die mit ihr verbündeten Spezies noch stellen müssen.
Ausdruck dieses Strebens bildet das Volk der Yrythny. Nicht Fisch noch Frosch lebt ihre Darstellung vielmehr von der gesellschaftlichen Beschreibung, die nur mit viel Desinteresse als 'Adelsherrschaft' oder 'Kastenwesen' beschrieben werden kann: Viel eher wird die gesellschaftliche Stellung danach bestimmt, ob die nichtsahnenden Kaulquappen just an derselben Stelle wieder anlanden, an der sie geboren wurden. Wer das nicht tut, verbringt den Rest seiner natürlichen Existenz als kastrierter Sklave mit nur dürftigen Rechten zur Selbstbestimmung. Ein wenig erinnert das Ganze an 'Metropolis' – vor allem, wenn man sich den Höhepunkt des Buches vor Augen hält: Die künstliche Weltraumstadt Luthia.
Die Stadt im Orbit der Heimatwelt der Yrythny besteht aus einem künstlichen Planetenring, dessen Bestandteile miteinander vernetzte Wohn-, Arbeits- und Forschungseinrichtungen bilden. Eine beeindruckende Vision, die es leider noch nicht auf die Leinwand geschafft hat.
Doch so schön das Bild eigentlich auch sein mag, dient es in Wirklichkeit nur als Staffage für ein detailiertes Innengemälde einer der Hauptfiguren. Ezris innerer Kampf mit dem schweren Erbe vorangegangener Dax-Wirte (vgl. z.B. S. 124, S. 131 oder S. 216) wird auf der wasserreichen Welt und ihrem Orbit ausgetragen. Überspitzt könnte man es als einen überfälligem Selbstfindungstripp auf dem 'Planet of Aquarius' bezeichnen. Die Yrythny sind bei Lichte besehen nur schmückendes Beiwerk in dieser Charakterstudie. Was sich nach einem Widerspruch anhört, bleibt jedoch im Rahmen einer gewissen Star-Trek-Tradition, die es seit TOS gibt, denn schon seit den Anfängen dieser ersten Serie dienten die Abenteuer bei der Erforschung des Weltalls vor allem dazu, das Potential der Menschen im Allgemeinen und der Seriencharaktere im Speziellen aufzuzeigen. Ein gelungene Rückbesinnung auf alte Werte!
Doch die Forschungsmission in den Weiten des noch viel zu unbekannten Gamma-Quadranten sind nur eine Seite der Medaille. Das Buch ist strikt zweigeteilt zwischen den Ereignissen im Gamma-Quadranten und denen auf Deep Space 9. Erst gegen Ende der Erzählungen werden beide Handlungsbögen wieder miteinander verknüpft.
Auf der ehemaligen cardassianischen Station herrscht wie immer ein buntes Treiben, dessen Takt durch die Betrittsverhandlungen mit der Föderation bestimmt wird. In diesem Zusammenhang gelangen auch Andorianer an Bord, die meines Erachtens trotz des Besuchs der Cardassianer, den eigentlichen Höhepunkt dieses Handlungsbogens stellen. Man erlebt hautnah die Intimität und Komplexität einer solchen Vierecksbeziehung mit, wie sie bei vier verschiedenen Geschlechtern vermeintlich üblich sein muss. Ab und an schleicht sich das Gefühl des Voyeurismus' ein, das sich nur schwer wieder abschütteln lässt. Doch die vielen neuen Informationen zu dem so stiefmütterlich behandelten Volk eröffnen einen neuen Kosmos, der dem Entdecken neuer Welten im Gamma-Quadranten in nichts nachsteht.
Ansonsten entdeckt der deutschsprachige Leser einige Namen wieder, von denen er in den später angesetzten Destiny-Teilen bereits gelesen haben dürfte. Besatzungsmitglieder der USS Aventine wie Bowers (vgl. S. 11), Leishman (vgl. S. 13) oder Dr. Tarses (vgl. S. 99) setzen erste, vorsichtige Duftspuren im Gedächtnis des Lesers. Sie bilden die Spitze eines wahren Eisbergs an Star-Trek-spezifischen Informationen, die mittlerweile zum guten Ton innerhalb der jüngeren Star-Trek-Literatur gehören. Daneben wagt die Autorin Heather Jarman aber auch hin und wieder einen Blick über den Tellerand und bringt Referenzen auf "Herr der Ringe" (vgl. S. 5) "Futurama" (vgl. S, 130, das "Haus des Soid") oder "Jagd auf Roter Oktober" (vgl. S. 397). Das alles entbehrt dabei nicht eines gewissen latenten Humors, der sich beispielsweise im Running Gag um einen klingonischen Groschenroman (vgl. S. 7ff., S. 167 oder S. 475f.), Treirs Spielchen mit Quark (vgl. S. 40ff. oder S. 150f.) oder der nachvollziehbaren Bemerkung, dass ohrlose Spezies Ferengis merkwürdig anmuten (vgl. S. 19) widerspiegelt. Das mag nach einer kleinen Randnotiz klingen, doch tatsächlich ist es für eine Schriftstellerin alles andere als einfach, den subtilen Witz der verschiedenen Star-Trek-Serien angemessen einzufangen.

Kritikwürdige Aspekte: Jarmans Werk ist ambitioniert, komplex und umfangreich. Wahrscheinlich genau aus diesem Grund wirkt es jedoch viel zu oft künstlich, konstruiert und unnachvollziehbar.
Zu offensichtlich muten manche der Anlehnungen an Altbekanntes aus der Vorbild gebenden Serie an, obwohl man den Neustart mit der achten Staffel in Buchform für wirkliches Neuland ausnutzen könnte.
Stattdessen fungiert Elias Vaughn als rüstiger Johannes Heesters der Sternenflotte aushilfsweise als Sisko-Vaterersatz für die junge Ezri Dax und machte als 102jähriger (!) Offizier in seiner Jugend selbstverständlich ebenfalls gemeinsame Sache mit dem guten alten Curzon-Vorwirt (vgl. S. 111). Ezri hingegen übernimmt den Yrythny gegenüber eine Position ein, die sich grob mit der des Abgesandten vergleichen lässt (vgl. S. 68ff.).
Überhaupt häufen sich bei der an sich spannenden Mission im Gamma-Quadranten zu viele abenteuerliche Zufälle:
Zufällig kartieren die Wanderer bereits seit Jahrhunderten ihre eigene Genvielfalt in der Kartoffelmiete (vgl. S. 291ff.).

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Die dümmsten Bauern genkartieren die dicksten Kartoffeln


Zufällig verdächtigt niemand trotz eindeutiger Beweise die Sternenflotte der terroristischen Anschläge (vgl. S. 268).
Und zufällig benötigt der Cheka Fazzle den nackten Oberkörper Tenmeis für ein Kunstwerk und ermöglicht der Sternenflotte so einen Hackangriff auf das Datennetzwerk seines Volkes (vgl. S. 205ff.).
Nicht unbedingt besser erwischt es den Handlungsbogen, der hinter einem eisernen Vorhang von den Geschehnissen des Gamma-Quadranten abgetrennt ist. Aber wie das hinter einer solchen Mauer schonmal üblich ist, weichen die Probleme auf der einen Seite von denen der anderen ab.
So muss man der Autorin schon zugestehen, dass es ihr großartig gelang, den Seifenopercharakter, der das Figurenspiel in Deep Space Nine stets bestimmte, für die beschriebenen Szenen auf der Station adäquat einzufangen. Genau das aber nervt mich an der Serie nicht minder als an diesem Buch.
In diesem Zusammenhang kommt es nämlich auch zu tragisch-theatralischen Situationen, die fraglos in ach so komplexe Charakterkonflikte münden, dafür jedoch nicht immer logischen Entwicklungen folgen. So vermag Ro Larens tapsiges Andorianer-Fettnäpfchen (vgl. 156ff.) nicht so recht dem ansonsten so akkuraten Verhalten der Sicherheitschefin zu entsprechen, aber auch Shakaar berechnende Intriganz (vgl. S. 447ff.) oder Quarks neuentdeckte Liebe zu Gemälden (vgl. S. 415ff.) wirken neben anderen Beispielen völlig neben der Spur. Am verstörendsten empfand ich die Passage, in der die Autorin scheinbar ihre eigene Bewunderung für Kira Nerys dem neuen Counselor an Bord in den Mund legte (vgl. S. 227ff.).
Als zu große Hürde für die Autorin entpuppen sich im Verlauf des Buches auch die Andorianer. Das fängt schon auf dem Cover an, auf dem eine sehr feminine Figur an eine Kreuzung aus einem Schlumpf mit einem Nietzscheaner erinnert und seine unmilitärische Bob-Marley-Gedächtnisfrisur aufmerksamkeitsheischend über das blasse Gesicht fallen lässt. Der finale Freitod seiner Partnerin Thriss zeichnete sich bei jeder Beschreibung der depressiven Wirrköpfin bereits deutlich ab und warum Shar seinen ach so heiligen Kopulationsakt nicht einfach vor der Mission in den Gamma-Quadranten hinter sich bringen konnte, fragt man sich so ziemlich jedes Mal, wenn das Thema angesprochen wird.

Übersetzung: Über knapp fünfhundert Seiten zieht das Buch sich hin. Der Umfang bietet eine beträchtliche Fehlerquelle und diesen Erwartungen wird der Roman natürlich auch gerecht. Da trifft man bei Lesen mal wieder auf fehlende Fragezeichen (vgl. z.B. S. 15) oder ein doppelt getrenntes Wort wie "Besatzungs-mit-glied" (S. 12). Daneben tauchen auch immer wieder fehlerhafte Formulierungen wie "[...] kein einzelner Ingenieur [...]" (S. 73, statt "kein einziger Ingenieur") oder „[...] plagen wir uns darum [...]“ (S. 83, statt "plagen wir uns damit") auf. Einige unglückliche Übersetzungen wie "Queste" (S. 105) für "quest"  oder "Baseball-Bälle" (S. 484, vgl. dazu aber „[...] der Baseball [...]“ auf S. 485) komplettieren dieses Bild.
Cross Cult beweist Beharrungsvermögen und verzichtet der deutschen Synchronisation von Deep Space Nine zum Trotz auf die Bezeichnung 'Fähnrich' und verwendet statt dessen in beiden Handlungssträngen munter das Wort "Ensign" (vgl. S. 10 und S. 23). Weitere Unkenntnis über die Serie wird im folgenden Satz demonstriert:

Beim nächsten Mal nehmen wir uns vielleicht Worfs altes Straße nach Kal'hyaH-Programm vor und drehen richtig auf.“ (S. 317)

Nicht nur, dass es "Kal'Hyah" heißen müsste; die Formulierung suggeriert ferner, dass dieses "Kal'Hyah" ein Ort sei. Tatsächlich handelt es sich dabei um ein klingonisches Ritual, das mit einem menschlichen Junggesellenabschied vergleichbar wäre. Korrekt müsste der Satz also wiefolgt lauten:

Beim nächsten Mal nehmen wir uns vielleicht Worfs altes Weg zum Kal'Hyah-Programm vor und drehen richtig auf.

Ferner nervt es ebenfalls, dass das Adjektiv "befleckt" so gern groß geschrieben wird (vgl. S. 488), obwohl es sich dabei nicht im engeren Sinne um einen Eigennamen handelt. Und auch, wenn ich einen guten Genitiv zu schätzen weiß: „[...] der Job, wegen dessen [...]“ (S. 217) ist alles mögliche, aber weder richtig, noch ein guter Genitiv.
Ferner ist es natürlich schwierig, das Siezen und Duzen vernünftig in einen solchen – streckenweise sehr persönlichen – Roman zu integrieren. Leider gelingt das nicht unbedingt immer und wirkt mitunter sogar etwas verwirrend (vgl. S. 40ff.)
Aber ich will nicht nur schimpfen, denn wenn man von diesen kleineren Makeln absieht, so handelt es sich doch um einen überaus einfühlsam übersetzten Roman. Christian Humberg gelingt es mehrfach, den Stil des Werkes dezent, aber elegant mitzubestimmen.
Wörter wie "cranky", "Dukat-like", "folk hokum" oder "push and pull" mit "miesepetrig" (S. 414), "dukatisch" (S. 32), "Mumpitz" (S. 183) oder "Hü und Hott" (S. 209) zu übersetzen, zeugen jedenfalls von einem besonderen Gefühl nicht nur für die deutsche, sondern auch für die englische Sprache. Seinen Höhepunkt findet dieses Können in der Übertragung der im amerikanischen Sprachraum weit verbreiteten Redewendung "perception is nine tenth of reality" mit "Einbildung, sagt man, ist auch eine Bildung." (S. 174), die sich trotz ihrer deutlichen Abweichung angenehm in den Text einfügt und wohl leider nur denen auffallen wird, die auch das englische Original gelesen haben.

Anachronismen: Die Achillesferse dieses Buches bleiben die Andorianer. Sobald sie in den Fokus der Aufmerksamkeit geraten, beginnt umgehend ein Feuerwerk an Ungereimtheiten mit dem offiziellen Kanon. So wollen Shars Vorliebe zu hoher Luftfeuchtigkeit (vgl. S. 73) oder die beschriebenen beinahe tropischen Bedingungen auf Andoria (vgl. S. 381) nicht so recht zu dem eisbedeckten Mond passen, den man in der ENT-Episode "Die Aenar" zu sehen bekommt. Und ja, es sollte 'Andoria' und nicht, wie im Buch ständig behauptet 'Andor' (vgl. z.B. S. 73, S. 105, S. 117, S. 118, S. 469 oder S. 478) heißen, denn Andor ist lediglich der Gasgigant, um den der Mond Andoria kreist, von dem die Andorianer stammen.
Liest man die Ausführungen zh'Thanes (vgl. S. 102ff.) und die Rückblenden über das emotionale Verhalten mancher Mitglieder dieser Spezies (vgl. S. 90ff.) muss man sich schon irgendwie fragen, warum es in der Serie "Enterprise" überhaupt noch Andorianer gab. Der beschriebene Zeitraum für Genverfall wie er im Buch suggeriert wird (vgl. S. 261ff.), erscheint jedenfalls arg kurz. Außerdem korrespondieren die vier Geschlechter kaum mit der Tatsache, dass sich der Andorianer Shran laut offiziellem Kanon nur ein Weibchen suchte, um Nachwuchs zu zeugen (vgl. "Dies sind die Abenteuer").
Die Erklärung dafür ist so einfach wie lapidar. Als das Buch 2002 in den USA erschien, war die bislang letzte Serie "Enterprise" gerade einmal angelaufen. Die Autoren der Star-Trek-Bücher hatten schlichtweg noch keine Idee, in welche Richtung sich diese Spezies noch entwickeln würde und die Produzenten waren zu eitel, um die Bücherwelt in ihre Planungen miteinzubeziehen. Somit hat die Wirklichkeit längst vieles von dem überholt, was in der achten Staffel Deep Space Nine in Buchform auf den deutschen Leser wartet.
Dennoch lassen sich auch vermeidbare Fehler finden. Sicherlich wird es Cross Cult freuen, dass es auch in der fernen Zukunft noch Ebooks mit Kopierschutz geben soll (vgl. S. 10), doch Picards Monolog im achten Kinofilm darüber, dass die Menschheit sich über so etwas hinaus entwickelt hätte, spricht eigentlich dagegen. Doch wer weiß, wie die Klingonen zur Copyright-Debatte stehen...
Da sind andere Fehler viel gravierender. Würden etwa Stirnhöcker wirklich auf die Haus-Zugehörigkeit bei den Klingonen schließen lassen (vgl. S. 219), so wäre das Haus Martok mit Mitgliedern wie Martok, Sirella, Worf, Alexander Rozhenko oder gar Jadzia Dax wohl so etwas wie ein klingonisches Hundertwasserhaus.
Aber am abenteuerlichsten war eindeutig der Einfall der Nanobots auf der Defiant. Die fiesen kleinen Miniaturroboter legten nämlich alle Schiffssysteme lahm; inklusive der Universalübersetzer, woraufhin keinerlei Kommunikation mit fremden Lebewesen mehr möglich war (vgl. S. 16ff.). Dumm nur, dass der aufmerksame Deep-Space-Nine-Seher aus Folgen wie "Kleine grüne Männchen" weiß, dass zumindest Nog das Zaubergerät direkt ins Ohr implantiert wurde und er auf keinen Fall wie beschrieben hätte handeln müssen, sondern viel eher so:

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Fazit: Dieses Buch kehrt an die Anfänge Star Treks zurück und besinnt sich wieder jener Werte, die die Franchise einmal so groß gemacht haben: Die Erforschung des Alls und der persönlichen Grenzen. Obwohl das über weite Strecken gut funktioniert, wirkt die Handlung aber oft zu konstruiert, zu weit von den gewohnten Charakteren entfernt oder wie eine gigantische Seifenoper im Weltraum. Im Grunde bleibt er damit ein durchschnittlicher DS9-Roman, würde nicht ein großes Manko seinen dunklen Schatten auf dieses Werk werfen:
Die Andorianer. Den drolligen kleinen Antennenträgern wird zwar willkommene Aufmerksamkeit zuteil, doch die Darstellung scheitert an unnachvollziehbaren Schilderungen, die zu allem Überfluss auch noch eine Reihe an Anachronismen nach sich ziehen. 

Denkwürdige Zitate:

"Das Ding markiert das Ende jedweden literarischen Anspruchs, das sage ich Ihnen!"
Senkowski, S. 10

"Ich hasse Diskussionen über die Oberste Direktive."
Vaughn, S. 77

"Das Unbekannte ist immer der Feind, Lieutenant."
Taran'atar, S. 90

"Alle denkenden Wesen treibt der Drang nach Nahrung und Vermehrung an. Diese zwei Konstanten machen das Leben erst interessant."
Quark, S. 155

"Meiner Erfahrung nach ist das das wichtigste Geschenk, das die Forschung uns bietet: dass wir die Welt in uns besser verstehen lernen, als die da draußen."
"Was wollen Sie damit sagen? Dass es bei der vielzitierten letzten Grenze weniger um die Erkundung des Alls geht, als um den Blick in uns selbst?"
"Etwa nicht?"
Vaugn und Ezri Dax, S. 468

Bewertung: Diese graue Maus.

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Weiterführende Leseliste:

DS9, Staffel Acht, 01: Offenbarung, Buch 1
DS9, Staffel Acht, 02: Offenbarung, Buch 2
DS9, Staffel Acht, 03: Der Abgrund
DS9, Staffel Acht, 04: Dämonen der Luft und Finsternis
DS9, Staffel Acht, 05: Mission Gamma I: Zwielicht
DS9, Staffel Acht, 06: Mission Gamma II: Dieser Graue Geist

Erwerbsempfehlung: Wer mal nicht unbedingt Amazon das sauer verdiente Geld in den Rachen werfen will, dem sei an dieser Stelle einmal ein sympathisches, kleines Bücherversandhaus empfohlen. Amrun greift kleinen Verlagen und Selbstverlegern unter die Arme und stellt in meinen Augen ein Projekt dar, das man im Gegensatz zu seelenlosen Großkonzernen mit fragwürdigen Arbeitsbedingungen unbedingt unterstützen sollte.


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Mittwoch, 19. Juni 2013

Vanguard 05: Vor dem Fall

Danksagung: Da ist sie: Meine einhundertste Rezension. Für diesen historischen Moment habe ich mir natürlich ein ganz besonderes Buch aufgespart, bei dessen Lektüre sich nicht gleich die Zehnägel kräuseln, die Augen verdrehen oder die Nase vom Rümpfen entzündet.
Aber natürlich wäre ich heute nicht an diesem Punkt, wenn mich nicht treue Leser, eifrige Kommentatoren und Freunde mich immer wieder ermutigt, getriezt und unterstützt hätten. Deshalb sage ich an dieser Stelle Andre, Andreas, Anonym, Anonymer Stefan, Ameise, Bernd Perplies, Bernhard, Cal, Captain Jerk, Carlito, Charlotte, chogaramirez (Sandy), Chris/ Christian, Damon, Diane Duane, Dinsdale, DomPatHug, ein Trekki, Enne, Erik, Frank, Hans Oetzthaler, Julian Wangler, K'olbasa, Kalami, Knusperfrosch, Markus, Notlob_1204, Oolp, Rolf, Rok, Spiny Norman, Strifes, The Naked Data, TrekFan1977, Velvet, wajdz, den hier Unerwähnten und den vielen stillen Lesern einfach mal:


Dankeschön!


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Buchbesprechung Mack, David: Vanguard 05. Vor dem Fall. Cross Cult, 2009/2010.

Story: Vergessen zieht ein uninteressanter Planet namens Golmira seine Bahn in der Taurus-Region. Seine Bewohner haben den Planeten abgenutzt, seine Ressourcen verbraucht und seine einstmals so blühende Oberfläche in eine trostlose Ruinenlandschaft verwandelt. Hin und wieder besuchten Fremde den Planeten, doch stets erkannten sie, wie ubedeutend der nackte Fels mit seinen zwei popeligen Monden eigentlich ist und verschwanden umgehend wieder.
Doch die matriarchalisch organisierten Denn bekommen eines Tages Besuch, der eine neue Hoffnung birgt. Zwei Menschen namens Quinn und McLellan erzählen ihnen von einer galaktischen Föderation, die ihren Heimatplaneten an deren Errungenschaften teilhaben lassen könnte. Das Einzige, woran sie im Gegenzug Interesse zeigen, sind einige alte Ruinen, die unter der Kontrolle eines nomadischen Wüstenvolkes namens Goçeba stehen.
Doch kurz nach den beiden Wohltätern tauchen neue Fremde auf: Sie haben merkwürdig anmutende Stirnwülste und erklären den Planeten ungefragt zu ihrem eigenen Territorium. Sie versklaven die Einheimischen, verschleppen sie in die Ödnis und buddeln selbst in den alten Stätten herum, die den Goçeba so heilig sind. Gemeinsam mit den Menschen nehmen die Denn und die Goçeba den Kampf gegen die so genannten 'Klingonen' auf, ohne auch nur zu ahnen, welche uralten, beinahe vergessenen Mächte die beiden fremden Fraktionen heraufbeschwören...

Lobenswerte Aspekte: Jedes Mal, wenn dieser Blog gerade eine kreative Pause einlegte, habe ich dieses Buch gelesen. Insgesamt drei Mal.
Und was soll ich sagen?!
Jedes Mal war dieses Buch aber auch der perfekte Wiedereinstieg in die Star-Trek-Bücherwelt. Die fesselnden Geschichten im TOS-Gewand sind nämlich im Moment das mit Abstand Beste, was die hiesige Star-Trek-Literaturlandschaft zu bieten hat. Wohlwissend um diese Stellung kann sich "Vor dem Fall" daher erlauben, den Cliffhänger des letzten Bandes "Offene Geheimnisse" erst auf Seite 99 wieder aufzugreifen – und das funktioniert auch noch ohne irgendwelchen Leerlauf! Bis dahin gelingt es nämlich den anderen Protagonisten des Romans, die Handlung ohne Probleme am Laufen zu halten.
Durch den atemberaubenden Wechsel zwischen den einzelnen Handelssträngen entsteht ein buntes Kaleidoskop der klassischen Star-Trek-Ära vor dem inneren Auge des Lesers, das ihn nicht mehr loslässt. Die 376 Seiten vergehen wie im Flug und tatsächlich ist man am Ende sogar etwas enttäuscht, dass das Abenteuer schon wieder vorbei ist.
Kernige Dialoge, die von humorvollen Wortwechseln über nachdenkliche Gespräche bis hin zu eingängigen Catchphrases wirklich alles enthalten verleihen dem Buch eine Lebendigkeit, die durch die Vielzahl an glaubwürdigen Charakteren gestützt wird.
Egal ob sexuelle Spannungen, komödiantische Passagen oder gar Action-Szenen: Alles wirkte um Längen glaubhafter als in der Novellisierung zu 'Star Trek: Into Darkness' und zeigte damit deutlich, dass sich die klassische Ära, wie sie in dieser Romanreihe am Leben erhalten wird, nicht vor der Abrams-Neuauflage zu verstecken braucht.
Im Gegenteil!
Ohne, dass Autor David Mack altbekannte Sujets aus der klassischen Serie kopiert, schafft er (zusammen mit den anderen Schreibern dieser Reihe) einen völlig eigenen, ungleich kreativeren Kosmos.
Das bedeutet natürlich nicht, dass er ohne größere Anleihen auskommt. Aber im Gegenteil zu Abrams pickt er sich nicht nur die Rosinen heraus, sondern nutzt die Querbezüge, um ein Star-Trek-Gefühl beim Rezipienten aufkeimen zu lassen. Das geschieht nahezu nebenbei, wenn man über beinahe unauffällige Begriffe wie "Ajilon Prime" (S. 89), "Ikospektogramm [sic!]" (S. 118) oder "transparentes Aluminium" (S. 225) stolpert. Aus so ziemlich jeder Serie zieht der Autor Begrifflichkeiten heran, die sich zu einem großen, runden Ganzen zusammenfügen, das das Prädikat 'Star Trek' auch wirklich verdient. Andere Ideen, wie die Basis von Plomeek-Suppe (vgl. S. 183), die Einsatzstationen todgeweihter Constitution-Klasse-Schiffe wie der USS Defiant oder der USS Intrepid (vgl. 145) oder die Einblicke in die politische Laufbahn des späteren Kanzlers Gorkon (vgl. S. 60ff.) vervollständigen das Puzzle der spärlichen Informationen aus den Kanon-Quellen zusätzlich.
Als ob das nicht genug wäre, scheut sich die junge Serie nicht, selbstbewusst Duftspuren ihrer Existenz zu setzen. So proklamiert sie für sich selbst, den Ursprung für später essentielle Erfindungen wie die Replikatortechnologie, medizinische Hautregeneration oder gar Langstreckenkommunikation zu bieten (vgl. S. 343). Ein mutiger Anflug von Größenwahn, den man der großartigen Reihe jedoch als Leser wohlwollend zugesteht.
Doch nicht nur die Serien und Filme fanden entsprechende Aufnahme. Die Erwähnungen von "T'Kuht" (S. 27), eine Mordserie auf Vulkan (vgl. S. 353) oder eine Seuche auf Nisus (vgl. S. 353) schlagen sogar Brücken zu älteren literarischen Vorlagen wie "Sarek", "Mord an der Vulkan-Akademie" oder "Die UMUK-Seuche".
Aber nicht allein das erweiterte Star Trek-Universum wird in diesem Buch zu einem appetitlichen Buffet komprimiert. Liest man Namen wie Hofstadter (S. 118, weiblich!), Wolowitz (S. 193), Cooper (S. 206) oder Koothrappali (S. 343) freut man sich (fernseh-)bildlich ein Loch in den Bauch, dass diese Serie, die so sehr wie kaum eine andere dem Kulturphänomen Star Trek huldigte, nun im Gegenzug genau dort Aufnahme fand – auch wenn "The Big Bang Theory" nur in Buchform übernommen wurde (übrigens muss Raj während der Arbeit Alkohol getrunken haben, denn es gelingt ihm, im Beisein mehrerer Frauen wie Dr. Carol Marcus zu sprechen).


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auffällig unauffällig: Der Big-Bang-Theory-Gastauftritt

Weitere Überraschungen erwarten den Leser, wenn er die Mitglieder der Denn-Terrorzelle kennenlernt, die Quinn für einen Guerillakrieg gegen die Klingonen ausbildet. Personen wie Bohnenstange (S. 159) oder Bubba (S. 160) erinnern deutlich an Vorbilder wie "Tripods – Die dreibeinigen Herrscher" oder "Forrest Gump" (vgl. dazu auch jen Szene S. 161f., in der ein Gewehr in Rekordzeit auseinander- und wieder zusammengebaut wird).
Ihr Ausbilder Quinn ist übrigens der deutliche Gewinner des Romans. Die viele Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wird, tut dem Ganoven gut, da sich bei ihm trotz der Rundumerneuerung tatsächlich dunkle Abgründe auftun, die vieles zu seiner Motivation beitragen (vgl. z.B. S. 155ff.).
Als zweiten Gewinner muss man hingegen die Vulkanierin T'Prynn ins Feld führen. Obwohl zu befürchten stand, dass sie seit ihrer Trennung von der katra Stens an Profil verlieren könnte, gewann sie genau durch diesen Konflikt an Facetten, die zuvor mühsam aufgebaut wurden (vgl. insbesondere S. 277ff. und 357ff.). Allein für diese 'architektonische' Meisterleistung in puncto 'Motivationsgebäude' gebührt den Autoren Respekt.
Sein Repertoire ist damit aber auch noch längst nicht ausgeschöpft. Das obligatorische Jungfrauen-Opfer, die Indiana-Jones Romantik bei den archäologischen Ausgrabungen und die Stirb-Langsam-Parallelen beim Anti-Helden Quinn stellen seine große Bandbreite unter Beweis. Die beinhaltet tatsächlich auch die Verwendung von klassischen Science-Fiction-Themen: Das Volk und die Gesellschaft der Denn bieten eine toll verpackte Parabel auf mögliche Zukunft der Erde, die unter den Folgen der Umweltsünden kurzsichtiger Machthaber zu leiden hat.
Solch ein tagesaktuelles Thema zu verwenden, um es in die Zukunft zu transportieren ist genau das, was nicht nur Star Trek im Speziellen, sondern Science Fiction im Allgemeinen ausmacht und als Qualitätsmerkmal der Marke 'Vanguard' herhalten kann.

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Wieder einmal en vogue: Kristallschädel zur Aufbewahrung von Alt-Aliens


Kritikwürdige Aspekte: Im fünften Band der Reihe ist mittlerweile so langsam aber sicher der Punkt erreicht, an dem ein Einstieg in die Vanguard-Thematik definitiv nicht mehr ohne Kenntnis der Vorgänger möglich ist. Quinns Wandel, T'Prynns Verlust oder Diego Reyes' Verrat erschließen sich erst in Gänze, wenn man auch die vorherigen Romane kennt. Natürlich ist die Reihe äußerst empfehlenswert, doch mit steigendem Umfang entwickelt sie sich logischerweise in eine Richtung, die zunehmend Eingeweihten vorbehalten bleibt. Vielleicht ist es aus der Warte heraus sogar begrüßenswert, dass 'Vanguard' abgeschlossen wird.
Der zweite große Kritikpunkt betrifft die Shedai, denn sie geraten doch arg kurz. Besonders, wenn man die ausführliche Aufbauarbeit der beiden vorangegangenen Bände berücksichtigt, fehlt für den späten und überschaubaren Auftritt (vgl. S. 309ff.) eigentlich jegliche Begründung. Fast könnte man meinen, dass dies dazu dient, den im Verlaufe der Handlung abgeschwächten Schrecken der Spezies zurückzuerlangen, doch die Gefangennahme eines Shedai am Ende des Bandes (vgl. S. 369ff.) widerspricht dieser Vermutung vehement.
Vergleichsweise Jammern auf hohem Niveau ist es hingegen bereits, das Ableben zweier liebgewonnener, beziehungsweise vertrauter Weggefährten hinnehmen zu müssen. Natürlich wird das mancharanische (!) Schiff Rocinante (vgl. S. 298ff.) durch einen Nachfolger ersetzt, doch gerade das Motiv des verrosteten Eimers, der nur durch Spucke und Hoffnung auf seinen Weltraumflügen zusammengehalten wird, bildete einen gelungenen Kontrapunkt zur sterilen, sauber-modernen Welt der Sternenflotte.
Als mindestens ebenso bedauerlich erweist sich das Ableben Zett Nilrics (vgl. S. 315ff.). Natürlich muss die Geschichte langsam auf das große Finale hinarbeiten, doch in ihm hatte Quinn einen bis dato ebenbürtigen Antogonisten, der den folgenden Ausführungen mindestens so sehr fehlen wird, wie die Rocinante.

Anachronismen: Wenn David Mack die Zügel in die Hand nimmt, bleiben Anachronismen üblicherweise aus. Allerdings bleibt er auch seinen eigenen Fehleinschätzungen treu. So kann man, wie bereits im zweiten Destiny-Band "Gewöhnliche Sterbliche" davon lesen, dass Tholianer einen Schwanz hätten (vgl. S. 49). Wie man in der Enterprise-Episode "Im finsteren Spiegel, Teil I" oder als Spieler von Star Trek Online erfahren muss, ist dies aber nicht unbedingt der Fall.

Übersetzung: Wenn man dieses Werk mit seinen Vorgängern vergleicht, kann man immerhin festhalten, dass das Fehlerlevel deutlich gesunken ist. Dennoch ist die Anzahl noch weit über dem, was ein angemessen lektoriertes Buch aufweisen sollte.
Entsprechende Pannen setzen schon mit einfache Satzzeichen wie den fehlenden Fragezeichen (vgl. z.B. S. 36), Ausrufezeichen (vgl. z.B. S. 73) oder Anführungszeichen (vgl. z.B. S. 12) ein und finden ihre Fortsetzung in falsch wiedergegebenen Wörtern wie "illege Weise" (S. 93), "Stehgreifreparaturen" (S. 121) oder "Beweisnaträge" (S. 158). Warum die Übersetzerin statt 'im Laufschritt' ausgerechnet "im Eilschritt" (S. 173) verwenden musste, hat sich mir ebenfalls nicht erschlossen.
Selbst wenn man die Schwächen der Übersetzerin bezüglich der deutschen Sprache ausklammert, bleibt noch immer ihr Umgang mit der Englischen. So gab sie sich ernsthaft Mühe, sämtliche Namen der männlichen Denn-Rekruten auch ins Deutsche zu übertragen und auch wenn ich "Spacko" (vgl. S. 160) für nicht sehr gelungen halten (das englische Original 'Spaz' legt eher die Bezeichnung 'Spast' nahe), waren alle anderen vergleichsweise gut eingefügt.
Sagte ich 'sämtliche' und 'alle'?
Ein Name fällt aus diesem Schema heraus: "Hopalong" (S. 255) hätte man ruhigen Gewissens mit einem deutschen Spitznamen belegen können. In ein ähnliches Muster fällt die Verwendung von "Shire" (S. 65) und die Nennung von "Grafschaften" (S. 72) nur wenige Seiten später.
Die Übersetzung bleibt also auch weiterhin das Sorgenkind der deutschsprachigen Vanguard-Ausgaben.

Fazit: Auch der fünfte Teil der Vanguard-Saga wird den hohen Erwartungen gerecht. Dem Star-Autor David Mack gelang es zum wiederholten Mal, den Fans die TOS-Ära als spannenden und richtungsweisenden Abschnitt der Star-Trek-Geschichte zu präsentieren.
Vielschichtige Dialoge, mitreißende Handlungsstränge und harmonierende Szenenwechsel bestimmen die Achterbahnfahrt, auf die der Urheber den Leser nimmt. "Vor dem Fall" bietet eine Mege Star-Trek-Feeling, bindet andere Leinwandprodukte mit ein und bietet Science Fiction für den anspruchsvolleren Leser.
Doch mit der Zeit ist ein Neueinstieg nicht mehr ohne weiteres möglich. Man muss schon alle Teile gelesen (oder gehört) haben, um der immer höhere Wellen schlagenden Handlung noch angemessen folgen zu können und den traurigen Verfall der einstmals furchterregenden Shedai miterleben zu können. Die Übersetzung ist inzwischen zwar weniger löchrig, aber noch immer weit davon entfernt, dem hohen Standard des Werkes zu genügen.

Denkwürdige Zitate:

"Da ich dir vorhin ja quasi das Leben gerettet habe, könnten wir doch vielleicht heute Nacht unsere Hängematten zusammenkno..."
"Flieg einfach nur das Schiff, Quinn."
"Ja, Ma'am."
Quinn und Bridy Mac, S. 26

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"T'Prynn! Eines ihrer Dingsbumse stört meine Ruhe!"
Pennington, S. 147

"Ich bin nicht in der Sternenflotte. Also zum Teufel mit der Obersten Direktive."
Quinn, S. 158

"Es ist unsere Pflicht, der Wahrheit zu dienen, und das tun wir, indem wir das Gesetz befolgen. Überlassen Sie die Gerechtigkeit dem Universum."
Desai, S. 198

"Sie verwechseln Witz mit Humor. Ein unter Menschen weit verbreiteter Fehler."
T'Prynn, S. 262

"Tja, ich hab gedacht, das das Quartier des Captains ein Doppelbett hat, könnten wir..."
"Flieg einfach nur das Schiff."
"Ja, Ma'am."
Quinn und Bridy Mac, S. 340

Bewertung: Sicherer Hafen mit kleineren Untiefen.

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Weiterführende Leseliste:

Vanguard 01: Der Vorbote
Vanguard 02: Rufe den Donner
Vanguard 03: Ernte den Sturm
Vanguard 04: Offene Geheimnisse
Vanguard 05: Vor derm Fall